USB – Einfach zu komplex?

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USB ist schon eine tolle Sache. Es ist ein einheitliches Bussystem über den jedes Gerät mit dem PC kommunizieren kann, wenn es will. Es ist schnell und einfach zu bedienen, erweiterbar und versorgt Geräte auch mit Strom.

Geschichte

Compaq, HP, IBM, Microsoft und NEC bescherten uns in einem Gemeinschaftsprojekt um 1996 den ersten USB Standard. Er sollte allerhand Schnittstellen ablösen die zum Beispiel an Scannern, Druckern oder Faxgeräten genutzt wurden. Für Festplatten und andere Massenspeicher reichte die Datenrate damals mit USB 1.0 / 1.1 noch nicht ganz. 12 Mbit/s (1,5 MB/s Brutto) sind da halt nicht praktikabel.

Dann 2002, mit Einführung von USB 2 und seine höhere Datenrate von 480 Mbit/s (60 MB/s Brutto), wurden Massenspeicher sinnvoll und auch Videogeräte wie Kameras konnten darüber genutzt werden. USB 3 wurde dann als Heilsbringer und als Konkurrent für Thunderbolt auf den Markt geworfen. Warum geworfen? Dazu komme ich gleich.

Mit 4 Gbit/s (~500 MB/s Brutto) war es besonders schnell und die bisherigen Ports wie es sie gab, konnte man abwärtskompatibel weiter nutzen. Lediglich um die Vorteile von USB 3 nutzen zu können, musste man dann einen USB 3 fähigen Controller am PC und ein Endgerät mit USB 3 sowie Kabel haben. Die Vorteile lagen in einer höheren Stromstärke und Geschwindigkeit. 2013 gab es dann eine Geschwindigkeitsverdopplung.

Zu viele Stecker – Zu kompliziert

USB ist, so denke ich, aber eine ziemlich komplizierte Kiste geworden, die Nutzer mehr verwirrt als, dass sie ihnen hilft. Denn geht mal in euch, wer kann jetzt alle Varianten der USB Stecker aufzählen? Kleiner Tipp, es sind 12. Die normalen Stecker A, B und USB 3 powered B. Dann die Mini A und B, Micro A und B. USB 3 Micro A und B sowie USB C. Das sind einfach zu viele Stecker. Selbst wenn man dies als positiv darstellen möchte, irgendwann sollte Schluss sein.

Ich hatte genug Gespräche darüber welches Kabel denn nun für das Smartphone oder die Digicam das richtige sei. War es Micro-B, oder doch A? Vielleicht doch Mini-A? Wir als Techies können die meisten Stecker mit nur einem Blick unterscheiden, der unbedarfte Benutzer von Geräten jedoch nicht. Die meisten auch nur, weil man selbst als Technikbegeisteter nicht sofort erkennen kann, ob z.B. das USB C Kabel „Power Delivery“-fähig ist.

Wenn der einzige Unterschied am Stecker vielleicht nur ein Millimeter in der Breite, oder eine etwas anders geformte Kante ist, stiftet das unnötig Verwirrung. Wenn dazu noch ein exotisches Gerät mit Mini-AB oder Micro-AB erscheint, dann ist das Chaos vorprogrammiert, denn keiner der Stecker daheim sieht mehr so aus, wie der Port am Gerät.

Will man, obwohl der USB C Stecker Pflicht ist, ein Gerät dann mit 100 W laden, oder einen Bildschirm anschließen, braucht man wieder unterschiedliche Kabel.

Das Micro-B 3 Dilemma

Samsung hat im Galaxy Note 3 Micro-B 3 verbaut, aber das Note 4 wurde wieder mit einem Micro-B 2 Port ausgeliefert. Der Grund dafür war ganz einfach, dass die Stecker und / oder der Port sehr schnell „ausleierten“, denn Micro-B 3 ist einfach viel zu dünn und fragil konzipiert. Ständig gehen diese Ports und Stecker kaputt. Warum Hersteller von Festplatten diesen an ihren externen HDDs verbauen ist mir echt ein Rätsel.

Teilweise sind die Hersteller später wieder auf Micro-B Ports gewechselt, aus weiter oben genannten Gründen. Zwar kann man hier einen Micro-B 2 Stecker benutzen, aber der hält sogar noch schlechter, als der eigentliche Micro-B 3 und dazu kommt, dass die Geschwindigkeit wieder auf das Level von USB 2 sinkt.

Schlusswort

USB Typ C ist so kompliziert geworden, dass es zig Logos für die Buchsen geben wird, damit die Leute endlich und ohne suchen zu müssen erfahren können, was ihr USB Port eigentlich so kann! Also bitte liebe USB Promoters Group, warum setzt ihr euch nicht noch einmal an das Reißbrett und entwickelt einen USB Standard, der einfach zu benutzen ist, ohne spezielle Kabel oder Logos? Eine Sorte Kabel, Stecker und Anschluss, über Produktgenerationen hinweg, der alles kann. Ausgenommen natürlich, der verwendete Host-Controller unterstützt ein oder mehrere Features nicht. Jetzt wäre die Zeit dafür.

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