Vodafone Smart 4 Max ausprobiert

smart 4 max bootanimation

Mit der „Smart“-Serie bietet der Provider Vodafone selbst einige Android-Geräte an, welche vor allem durch ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis punkten sollen. Das Vodafone Smart 4 Max mit 6 Zoll großem Display und Verkaufspreis von 250 Euro konnte ich nun mehrere Wochen im Alltag ausprobieren. Was das Gerät so drauf hat (und, was nicht), erfahrt ihr in den folgenden Zeilen. Zum Einstieg aber erst einmal die technischen Daten:

  • Qualcomm Snapdragon 400 nebst 1 GB Arbeitsspeicher
  • 6 Zoll IPS-Display mit 1280×720 Pixeln
  • 3.000 mAh Akku
  • LTE Cat. 4 mit bis zu 150 Mbit/s
  • 8 GB interner Speicher, erweiterbar per microSD (max. 32 GB)
  • 13 MP Kamera, 2 MP Frontcam mit Full-HD-Videoaufnahme
  • Android 4.4.4

Natürlich richtet sich Vodafone mit den eigenen Smartphones vor allem an Kunden mit SIM-Karten im D2-Netz mit mittlerweile recht guter LTE-Abdeckung. Auch wer eine Callya-Prepaid-Karte von Vodafone verwendet, profitiert daher von kostenloser Freischaltung des Tarifes für LTE-Nutzung. Auf der Webseite heißt es:

Mit dem Kauf eines Vodafone Smart 4 Endgerätes in Verbindung mit einem CallYa Smartphone Tarif wird Ihr im Tarif enthaltenes Datenvolumen für die dauerhaft kostenlose LTE-Nutzung freigeschaltet.

Da kein SIM-Lock besteht, ist auch eine Nutzung in anderen Netzwerken absolut kein Problem, zum Test griff ich jedoch trotzdem zur Vodafone-SIM mit LTE-Tarif. Vorher bietet es sich aber an, das Smartphone erst einmal auszupacken.

Verpackung und erster Eindruck

smart 4 max packung geöffnet

Wer sich im August bereits Zeit für Bennos Testbericht des Smart 4 Power genommen hat, dem dürfte die Verpackung des Smart 4 Max sehr bekannt vorkommen. Die weiß-rote Farbgebung findet sich auch bei dieser Verpackung wieder und bis auf den Schriftzug sowie die Größe der Packung gibt es kaum Unterschiede.

Um sich noch mal vor Augen zu führen, was man denn da gerade erworben hat (oder vor Ort zu informieren), ist die Packungsrückseite mit technischen Daten bestückt. Diese sind übrigens englischsprachig gehalten – es ist also klar, dass man das Gerät nicht nur auf dem deutschen Markt anbietet.

smart 4 max lieferumfang

Vodafone hat sich dazu entschieden, die Verpackung etwas größer gestalten und dafür einen größeren Freiraum im zweigeteilten Inneren in Kauf zu nehmen. Beim Entnehmen des Zubehörs gibt es keine Überraschungen neben zwei kleinen Zetteln sind ein Netzteil mit passenden Micro-USB-Kabel sowie Kopfhörer enthalten.

Das 1-Ampere-Netzteil mutet nicht allzu hochwertig an, vom Ear-Bud-Kopfhörer sollte man ebenfalls nicht zu viel erwarten. Im Gegensatz dazu steht ein matter Kunststoffbeutel, welcher das Smartphone selbst umgibt, sich sehr hochwertig anfühlt und so bei keinem anderen mir bekannten Anbieter zum Einsatz kommt.

smart 4 max front

Nun aber zum eigentlichen Kaufgrund der großen Box, nämlich dem enthaltenen Smartphone. Dieses ist mit 6 Zoll Displaydiagonale wirklich alles andere als klein und selbst im Vergleich zum doch schon recht großen LG G3 noch mal ein großer Sprung. Dank abgerundeter Ecken liegt das Phablet dennoch angenehm in der Hand, die Größe dürfte viele jedoch zu einer Zwei-Hand-Bedienung bewegen.

Leute mit großen Händen erreichen einen Großteil der Bildschirmfläche jedoch auch einhändig, durch die gummierte Rückseite stellt auch das Halten dann kein Problem dar. Das Cover speichert Fingerabdrücke zwar gut, bei normaler Beleuchtung fällt dies jedoch kaum auf. Insgesamt macht der Deckel so einen sehr hochwertigen Eindruck und lässt keine Rückschlüsse auf die vergleichsweise günstige Preisklasse zu. Das Cover kann übrigens nicht abgenommen werden, weshalb microSD- und Micro-SIM-Karte an den Seiten aufgenommen werden.

smart 4 max sim slot

Die beiden Karten werden hinter zwei separaten Klappen eingelegt, welche per Druck auf eine Ecke geöffnet wird, was erstaunlich gut hält. Besonders bei der SIM muss unbedingt auf die Orientierung geachtet werden, solltet ihr beim Einsetzen den leichten Gegendruck einer Feder spüren, ist dies ein gutes Zeichen. Um die richtige Orientierung zu zeigen ist auf der Rückseite bei Auslieferung eine Folie angebracht, denn das winzige Symbol auf der Klappe hilft dabei kaum weiter.

Die Micro-USB-Buchse ist auf der Unterseite angebracht, allerdings nicht genau mittig, was zu Dockingstation-Inkompatiblitäten führt. Power- sowie Lautstärke-Buttons finden sich auf der rechten Seite wieder und besitzen einen angenehmen Druckpunkt mit leisem „Klick“-Geräusch. Patzer bei der Verarbeitung leistet sich das Smart 4 Max nicht, es gibt weder scharfe Kanten noch unregelmäßige Spaltmaße.

smart 4 max rueckseite

Während die Front vollkommen ohne Hersteller-Branding auskommt, prangt auf der Rückseite das Vodafone-Logo. Darunter finden sich übliche Zertifizierungen, ein LTE-Hinweis sowie der Lautsprecherausgang in Form einer sehr schmalen Aussparung. Die Kamera steht deutlich aus dem nur 7,9 mm dünnen Gehäuse hervor und sorgt für gute Kippeleigenschaften auf dem Schreibtisch.

Software und Performance

smart 4 max willkommen

Als Betriebssystem kommt Android 4.4.4 zum Einsatz, von einem Update auf 5.0 Lollipop würde ich nicht ausgehen. Lobend zu erwähnen ist auf jeden Fall der Verzicht auf eine eigene Oberfläche, sodass der Nutzer größtenteils in den Genuss der Stock-Oberfläche kommt. Das ist mir zumindest zehn Mal lieber als ein vergurktes Ruckel-UI, wie man sie oft genug zu Gesicht bekommt.

Ganz ohne Eingriffe kommt auch Vodafone nicht aus, sodass nach der Provider-Bootanimation erstmal ein auffälliger Startbildschirm auf erste Schritte hinweist. Als wiederkehrender Android-User sollte man mit den Grundlagen allerdings bereits vertraut sein und kann die Einführung mit einem Klick überspringen. Wirklich nützlich finde ich die Einführung zudem nicht, da es sich lediglich um eine Diashow von Screenshots handelt, interaktiv wäre der Lerneffekt sicherlich größer.

Um den Nutzer die komplette Vodafone-Erfahrung anbieten zu können, ist das Gerät gleich von Haus aus mit einigen Anwendungen bestückt. „Mein Vodafone“, „Message+“ und der Zubehör-Shop mit ein paar ganz guten Angeboten stellen nur eine kleine Auswahl dar. Zwar lassen sich zwei der Apps immerhin deinstallieren, von der restlichen Bloatware kann der interne Speicher jedoch nicht befreit werden.

smart 4 max homescreen

Die vorinstallierte Software bietet allerdings auch einen Vorteil. Vodafone liefert ein wirklich schickes Uhren-Widget mit, welches auch weitere Funktionalitäten beherrscht. So zeigt es per Tipp nicht nur anstehende Termine an, sondern gibt auch einen Ausblick über das Wetter.

Diese Info hält sich normalerweise angenehm zurück, erst bei Interaktion klappt sich der prognostizierte Temperaturverlauf aus. Dadurch werden zwar auch acht Iconplätze belegt, der minimalistische Stil kürt es jedoch für mich zum Widget des Jahres. Auch der Lockscreen wurde um diese sinnvolle Funktion erweitert.

Als Tastatur ist jene von Swiftkey vorinstalliert, wer dies nicht wünscht, kann sich natürlich auch eine Alternative installieren. Ich empfand dies als sehr angenehm, denn so spart man sich schon mal den Download einer brauchbaren Tastatur-App.

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Um bei solch einem großen Gerät die Komfortabilität zu erhöhen, existiert ein Einhandmodus. Ist dieser aktiviert, wird dauerhaft ein schwebender Button über dem restlichen Bildschirminhalt eingeblendet. Nach Druck auf diesen öffnet sich ein Menü, welches sehr an jenes der Galaxy-Note-Serie erinnert. Darüber kann bequem die Musikwiedergabe gesteuert oder beispielsweise auch einer der Hardware-Buttons betätigt werden.

Das i-Tüpfelchen wäre es noch gewesen, dieses Popup per Geste einblenden zu lassen, denn in Spielen stört der graue Kreis doch ziemlich. Eine weitere Geste, die ich sehnlichst vermisse ist Double Tap to Wake. Liegt das Gerät gerade auf dem Tisch, ist es nicht optimal, erst den Powerbutton an der rechten Gehäuseseite suchen zu müssen – schade, dass man darauf verzichtet hat.

Der Qualcomm Snapdragon 400 Quad Core im Smart 4 Max sorgt für eine im Alltag völlig ausreichende Performance. In einfachen Anwendungen wie Messengern oder Twitter ist kein Geschindigkeitsunterschied im Vergleich zum G3 erkennbar und auch das Browsen in Chrome liefert keinen Grund zur Beanstandung.

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Auch mit 3D-Spielen wie Dead Trigger 2 hatte das Smart 4 Max keine Probleme, wenn auch etwas längere Ladezeiten im Vergleich zu High-End-Geräten auffallen. Für die Freunde von Fakten habe ich natürlich auch einmal den AnTuTu-Benchmark durchlaufen. Mit einem Wert von knapp 18.000 Punkten liegt es dort etwa über dem Niveau des Moto G der 2. Generation.

Display

smart 4 max display

Das 6 Zoll große Display löst mit 1280 x 720 Pixeln, also HD-Auflösung auf. Das ist eigentlich gar kein schlechter Wert, bedeutet allerdings auch, dass einige Flaggschiff-Geräte bereits mit der vierfachen Displayauflösung auf meist sogar kleineren Displays daherkommen. So kommt das Smart 4 Max auf 245 Pixel pro Zoll (ppi) – zum Vergleich: Das Galaxy Note 4 kommt auf mehr als den doppelten Wert.

Trotzdem ist der Unterschied im Alltag meines Erachtens nicht so groß wie man annehmen würde. Im direkten Vergleich mit dem LG G3 fällt die geringere Auflösung zwar auf, auch kleinere Schrift ist im Browser jedoch recht gut lesbar, die App-Icons wirken keinesfalls pixelig und bei Bewegtbildern merkt man davon schließlich gar nichts mehr.

Durch IPS-Technologie ist das Display erfreulicherweise sehr blickwinkelstabil, dunkelt auch bei Betrachtung von der Seite kaum ab und stellt Farben gut dar. Schwarz ist zwar wie üblich auch hier kein wirkliches schwarz, sondern nur ein sehr dunkles grau, anders ginge es ohne AMOLED aber auch gar nicht.

Fingerabdrücke zieht das Displayglas hingegen magisch an, auf dem Smart 4 Max fallen sie deutlich schneller auf als bei anderen Geräten. Dies könnte daran liegen, dass man offenbar auf Gorilla Glass verzichtet, Kratzer waren trotz Hosentaschentransport jedoch keine auszumachen.

Insgesamt gibt es am Display in Anbetracht der Preisklasse jedoch nichts zu meckern und wer unbedingt QHD-Auflösung benötigt, guckt sich sowieso bei anderen Geräten. Natürlich wäre Full HD trotzdem nett gewesen, für angenehme Bedienung ohne Pixelzählen reichen 720p jedoch aus.

Kamera

smart 4 max kamera

Das Smart 4 Max beherbergt auf der Rückseite eine Hauptkamera mit 13 Megapixeln. Dass Megapixel nicht viel zu sagen haben, ist ja allseits bekannt, sodass ich gespannt war, was das Phablet denn in puncto Bildqualität zu bieten hat. Klaren Himmel findet sich leider auf keinem der Fotos wieder, denn dazu spielte das Wetter schlicht und ergreifend nicht mit.

Bei den ersten Fotos des Geräts war die Enttäuschung dann allerdings ziemlich groß. Kaum ein Bild wollte gelingen, der Großteil verwackelte. Nach etwas Eingewöhnung klappte das Fotografieren dann jedoch gut, beachtet werden muss allerdings, das Smartphone mindestens eine Sekunde möglichst gerade zu halten. Dass war ich von den bisherigen Oberklasse-Smartphones einfach anders gewohnt, wo im selben Zeitraum schon vier Bilder im Kasten sind.

Bei schlechten Lichtverhältnissen wird das übliche Rauschen sichtbar, generell scheinen mir die Bilder etwas weniger detailreich als bei anderen Geräten. Allerdings muss natürlich bedenkt werden, dass diese zum Release auch mindestens das Doppelte kosten, sodass die Kamera meines Erachtens insgesamt doch als ziemlich brauchbar eingestuft werden kann.

Und sonst noch?

smart 4 max app drawer

Die 64 GB große microSD-Karte wollte das Smart 4 Max nicht akzeptieren, die 32-GB-Angabe ist also offenbar nicht ohne Grund getroffen worden. Die Benachrichtigungs-LED informiert durch fröhliches Blinken über verpasste Nachrichten. Die in die Front eingelassene Hörmuschel gibt die Stimme des Gesprächspartners sauber wieder, zieht Schmutz jeglicher Art jedoch förmlich an.

Der 3.000 Milliamperestunden starke Akku überstand stets problemlos den Tag, während dafür beim G3 an einigen Tagen doch noch ein paar Prozentpünktchen mehr drin sein dürften. Dies dürfte vor allem an der vergleichsweise stromsparenden Hardware liegen, denn die Kapazität der beiden Akkus unterscheidet sich nicht.

Gespart hat man beim rückwärtigen Lautsprecher, denn der kleine Spalt kann insbesondere bei der Musikwiedergabe nicht überzeugen. Das kann die Konkurrenz besser, wenn auch ein Smartphone keinen Bluetooth-Speaker ersetzen kann. Wer hingegen sowieso stets einen Kopfhörer benutzt, kann diesen Punkt getrost vernachlässigen.

Mit einem Gewicht von nur 169 Gramm ist das 6-Zoll-Gerät nicht sonderlich schwer, das Galaxy Note 3 wiegt einen Gramm weniger. Mit dem Datenmodem gab es keine Probleme, der Empfang war weder merklich besser noch schlechter als bei anderen Smartphones im Vodafone-Netz. Natürlich verträgt sich das Phablet auch problemlos mit anderen Netzen, beispielsweise dem von E-Plus.

Letztlich hatte ich das G3 beim Test auch gerne mal einfach zu Hause gelassen, da das Smart 4 Max im Alltag ebenfalls eine Menge Spaß macht. Die Bedienung ist durch das riesige Display trotz vergleichsweise geringer Auflösung sehr komfortabel, die Kamera für gelegentliche Nutzung ausreichend und auch der Akku weiß zu überzeugen.

Fazit

smart 4 max front packung

Ja, das Smart 4 Max ist groß, das sollte potentiellen Käufern klar sein. Eine Aufbewahrung in der Hosentasche oder Einhandnutzung ist damit jedoch nicht zwingend unmöglich, sofern die Rahmenbedingungen denn stimmen. Auf der Pro-Seite stehen schickes Gehäuse, LTE-Funk und ein ausdauernder Akku. Kleinere Abstriche müssen bei der Kamera gemacht werden, nach etwas Eingewöhnung sind jedoch durchaus brauchbare Fotos möglich.

Beim Preis von rund 250 Euro fällt mir als erste Alternative das Note 3 Neo ein, welches bei 5,5 Zoll Displaydiagonale auch noch einen S-Pen beherbergt sowie mehr Arbeitsspeicher bietet. Soll es jedoch noch etwas größer sein, bleiben nicht mehr viele Konkurrenten üblich. Wenn der Verkaufspreis in Zukunft doch noch unter die 200-Euro-Marke fällt, könnte das Gerät zu einem richtigen Phablet-Geheimtipp werden.

Sofern man mit der Displayauflösung keine Probleme hat und die Kamera nur für Schnappschüsse dienen soll. können nicht nur CallYa-Kunden beim Smart 4 Max bedenkenlos zugeifen.

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Wertung des Autors
Peer Linder bewertet Vodafone Smart 4 Max mit 3.9 von 5 Punkten.

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