Volkswagen: Fokus auf Elektromobilität sorgt für Kritik

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VW ID.3 Konzept (Bild: Volkswagen)

Volkswagen hat sich festgelegt: Die Zukunft der Autos ist elektrisch und man wird sich jetzt zu 100 Prozent auf diese Zukunft konzentrieren.

Und damit Deutschland den Wandel schafft, fordert Herbert Diess, dass die ganze Branche und die Politik mitmachen sollen. Gemeinsam soll man jetzt mit Hochdruck versuchen, das E-Auto in Deutschland zu etablieren und in dieser Branche weltweit der Marktführer zu bleiben.

VW will mehr Förderung für E-Autos

Die Autobranche ist ein wichtiger Wirtschaftsstandort in Deutschland, doch nicht alle Unternehmen marschieren mit so einem Tempo in die Elektromobilität, wie es VW derzeit tut. Doch damit sich die Autos auch verkaufen, soll die Prämie für Elektroautos erhöht und Kleinstwagen sollen gefördert werden.

Grundsätzlich ist das eine gute Idee von Volkswagen, denn mit dem Wechsel einer Technologie, entsteht ein Problem: Man muss sich einen Neuwagen kaufen, wenn man schon jetzt mitmachen möchte. Und die sind, das zeigt der Markt derzeit, noch sehr teuer. Es gibt kaum E-Autos für den „Massenmarkt“.

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ID-Lineup von VW

Die Idee von Diess würde aber natürlich vor allem VW in die Karten spielen, die große Pläne haben und Anfang 2020 auch mit dem ID.3 durchstarten wollen. Das Elektroauto wird sowas wie der Elektro-Golf sein, doch selbst knapp 30.000 Euro sind eine Summe, die nicht jeder mal eben in ein Auto investiert.

Grundsätzlich wäre es wünschenswert, wenn die Regierung hier unterstützend eingreift, doch die anderen Hersteller sind noch nicht soweit. Man würde damit also in erster Linie VW helfen heißt es. Daher gibt es weder von der Regierung, noch von anderen Autoherstellern eine unterstützende Meinung.

(Es ist von mehr Fördergeldern die Rede, damit ist nicht die aktuelle Förderung für Elektroautos gemeint, die soll jedoch aufgestockt werden.)

VW: Mehr Elektro-, weniger Hybrid-Autos

Würde man einen ID.3, der bei knapp 28.000 Euro startet, nun mit 8.000 Euro speziell fördern, die Zahl der Käufe würde sicher ordentlich steigen. Doch die Mitbewerber haben kein Elektroauto in dieser Preisklasse, daher würde der Staat damit logischerweise vor allem Volkswagen unterstützen.

Das Argument von VW: Wer sich große und teure SUVs von Audi, Volvo oder BMW leisten kann, der kann sich auch ein Elektroauto kaufen und benötigt nicht diese Zuschüsse. Daher soll die Förderung ab 4,65 Metern weniger werden.

Schwierig wird es auch bei Hybrid-Autos, bei denen VW der Meinung ist, dass man deren Förderung senken soll. Der Grund liegt auf der Hand, man selbst hat nicht so viele Modelle und würde damit vor allem die Nummer 2 auf dem Weltmarkt ärgern: Toyota setzt derzeit voll auf Hybrid-Autos.

Das Auto: Eine Branche im Wandel

Die Branche befindet sich im Wandel und die Mobilität wird in 10 Jahren eine andere als heute sein. Ich glaube, dass sich dieser Markt sogar noch stärker, als der Smartphone-Markt in den letzten Jahren verändern wird. Elektrisch, Sharing und Autonomie, diese Themen werden den Markt verändern.

Doch wie geht man damit um? Wir in Deutschland sind ein verschwindend kleiner Markt, wenn man sich mal die Welt anschaut. Doch wir haben mit die größte Industrie, wenn es um Autos geht. Wir müssen also schauen, dass wir am Ball bleiben und die Standards setzen, sonst wird es schwierig.

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Tesla Model 3

Es kommt eine spannende Zeit auf uns zu, denn der Umstieg auf Elektroautos bedeutet auch, dass es deutlich weniger Arbeitsplätze benötigt. Doch die Politik und die Autohersteller haben geschlafen und Dinge wie zum Beispiel auch eine Fabrik für die Batterieherstellung, konsequent ignoriert.

Jetzt steht der Wandel vor der Tür und man muss reagieren. Ich stimme der Branche und Politik zu, man darf jetzt nicht dafür sorgen, dass VW dank den Förderungen in eine vorteilhafte Position kommt. Doch soll man warten, nur weil Daimler, BMW und Co noch nicht soweit sind?

Elektroautos müssen günstiger werden

Das Beispiel mit Nokia mag ausgelutscht sein, aber für mich passt es immer noch. Und ich glaube, dass es in dieser Industrie sogar noch schwieriger sein wird, denn ein Auto kauft man nicht alle 2 Jahre mit Vertrag. Wer sich heute für ein Auto und gegen einen anderen Autohersteller entscheidet, der wird sein Auto für mehrere Jahre fahren. 7+ Jahre sind da keine Seltenheit.

Eine „eindeutige“ Meinung gibt es nicht und das macht es auch schwierig. Für Volkswagen ist die Sache für die kommenden Jahre klar: Elektromobilität. Dann kann man schauen, ob es bessere Antriebsarten gibt und parallel forschen.

Mal schauen, ob die restliche Branche, die Politik und die Kunden mitmachen. Klappen kann es glaube ich nur, wenn Elektroautos günstiger werden und die Politik endlich in die Pötte kommt und das mit dem Ausbau der Ladestruktur umsetzt. Dieselfahrverbote und Co bringen uns nicht weiter, die Förderung von neuen Technologien sollte an erster Stelle für die Zukunft stehen.

Quelle Welt

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