Windows Phone und das App-Problem

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Windows Phone hat immer noch ein massives App-Problem und das ist auf den ersten Blick vielleicht nicht direkt sichtbar, aber in den letzten Monaten hat sich die Situation hier nicht wirklich groß verbessert.

Aktuell nutze ich drei Geräte mit drei unterschiedlichen Betriebssystemen. Es gibt da einmal ein iPhone 6 mit iOS 8, ein Samsung Galaxy S6 mit Android 5.0 Lollipop und dann noch ein Lumia 930 mit Windows Phone 8.1 Denim. Jedes dieser Geräte hat Vor- und Nachteile, doch nur mit einem davon habe ich ein Problem, wenn ich es tatsächlich im Alltag nutzen möchte: Das Lumia 930.

Doch warum? Die Benutzeroberfläche ist eine Frage der persönlichen Vorliebe, doch ich mag alle auf ihre Art und Weise. Selbst die Kachel-Optik von Windows empfinde ich als gelungene Alternative. Was ist also mein Problem? Die Apps.

Ja, es gibt mittlerweile so ziemlich alle namhaften Apps für Windows Phone. Es geht bei Facebook und Twitter los und endet bei Instagram und Co. Und wenn es eine App nicht gibt, dann gibt es da ja noch die Apps von Drittanbietern.

Doch was auf den ersten Blick wie ein gelöstes Problem klingt, ist nicht wirklich gelöst. Microsoft und Nokia haben in den letzten Jahren gute Arbeit geleistet und den Grundstock in den Windows Phone Store geschafft. Doch viele Apps sind seit dem lieblos behandelt worden. Selbst große Unternehmen wie zum Beispiel Facebook interessiert es nicht, die App aktuell zu halten.

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Nehmen wir zum Beispiel mal das App-Ökosystem des weltweit größten sozialen Netzwerks. Die offizielle Facebook-App? Von Microsoft entwickelt. Die offizielle Messenger App? Von Facebook entwickelt, hängt aber der iOS- und Android-Version hinterher. Offizielle Instagram-App? Eine Beta, die seit März 2014 kein Update mehr bekommen hat. Die neuen Instagram-Apps wie zum Beispiel Hyperlapse und Layout? Nicht vorhanden, nicht geplant.

Und so geht es ewig weiter. Kommt eine neue App auf den Markt, oder gibt es ein wichtiges Update für eine große App, dann rennt Windows Phone hier seit Jahren hinterher. Drittanbieter können eine Lösung für das Problem sein, doch nicht immer haben sie Zugriff auf alle Schnittstellen von Diensten und ihnen sind daher oftmals die Hände gebunden. So gut ihre App auch sein mag.

Das ist mein Problem, denn an dieser Situation hat sich immer noch nichts geändert. Im Gegenteil, im Windows Phone Store liegen viele Apps, die einmal für Windows Phone entwickelt wurden und seit dem liegen gelassen werden.

Bei Microsoft hat man in den letzten Jahren viel Geld in das App-Ökosystem gesteckt und gute Arbeit geleistet, doch ich habe das Gefühl, dass das derzeit wieder nachlässt und vor allem die bekannten Apps eher lieblos behandelt werden. Jetzt kann man natürlich fragen: Welche Apps brauchst du denn so dringend? Natürlich brauche ich kein Layout von Instagram und für solche Apps gibt es genug Alternativen, doch das ist nicht die Grundvoraussetzung, mit der ich ein Smartphone im Alltag nutzen möchte. Es gab seit dem genug Hypes, auf die ich gerne aufgesprungen bin und die ich immer noch nutze.

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Lässt sich dieses Problem lösen? Ja, aber wie wir gesehen haben ist der Weg nicht die Entwicklung der Apps zu bezahlen. Das sorgt für namhafte Apps im Store, doch das Interesse an der Plattform steigert es nicht. Windows 10 kann das ändern, doch mal ganz ehrlich: Das wurde auch bei Windows Phone 8 behauptet. Ein Update des Betriebssystem ändert daran nichts. Es gibt nur einen Weg: Marktanteil steigern. Nicht umsonst wirft man bei Microsoft gerade ein günstiges Einsteigergerät nach dem anderen auf den Markt.

Ich bin auf die Zukunft von Windows Phone gespannt, glaube aber, dass man bei Microsoft erkannt hat, dass es auch scheitern kann. Daher gibt es derzeit so viele gute Apps aus dem eigenen Portfolio für iOS, Android, Mac und Co.

Mit Windows 10 kann man das ändern und wie bei Windows (Phone) 8 kann man hier wieder so schön sagen: Das hat Potential. Das hat es in meinen Augen auch, doch das ist nicht entscheidend. Man tritt gegen eine verdammt harte Konkurrenz im Weihnachtsgeschäft an und hat im Frühjahr nichts, von einer Masse an Einsteigersmartphones abgesehen, zu bieten.

Trotzdem, Microsoft hat die nötigen finanziellen Mittel und wird es versuchen, da bin ich mir sicher. Das Problem mit den Apps kann man aber wie man sieht nicht unbedingt mit Geld lösen. Dafür braucht man attraktive Produkte und einen langen Atem. Nur so kann man die Unternehmen, Entwickler und die Startups überzeugen die nächste Trend-App nicht nur für iOS und Android zu entwickeln, sondern diese zum Start auch für Windows anzubieten.

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