Xiaomi Mi5s Testbericht

Xiaomi Mi 5s

Vom Xiaomi Mi5 gab es dieses Jahr schon so einige Varianten. Das Mi5s mit 4/128 GB ROM/RAM habe ich mir zwei Wochen als Daily Driver angesehen.

Nach dem Mi5 und dem Mi5 Pro mit seinem außergewöhnlichen Keramikbody ist das vorliegende Mi5s bislang der aktuellste Vertreter der mittlerweile umfangreichen „Mi5-Reihe“, das Mi5c steht gerüchteweise schon in den Startlöchern. Alle Geräte sind hierzulande nur über Importhändler, wie zum Beispiel TradingShenzhen zu bekommen. Das bedeutet, es fallen noch zusätzliche Kosten für die Einfuhr der Smartphones an. TradingShenzhen bietet in diesem Zusammenhang eine sinnvolle Zollversicherung an, die diese Kosten rückerstatten soll. Von ihnen haben wir auch netterweise unser Testgerät erhalten, welches anschließend wieder den Rückweg antritt. Vielen Dank dafür!

Neben der „großen“ Variante mit 4/128 GB RAM/ROM, die uns hier vorliegt, gibt es noch ein kleine günstigere, sie ist mit 3/64 GB RAM/ROM ausgestattet. Die Kosten belaufen sich auf 307,- beziehungsweise 357,- Euro. Es lohnt sich 50,- Euro mehr auszugeben, außer mehr Arbeitsspeicher und internen Speicherplatz gibt es zusätzlich noch das druckempfindliche Display.

Als kleiner Hint vorweg: Das Erstaunliche bei diesem Smartphone ist, dass eine absolut geniale Kamera auf einen eher nicht so guten Fingerabdrucksensor trifft.

Fakten zum Xiaomi Mi5s

  • 5,15 Zoll IPS-Display mit 1920 x 1080 Pixeln / 428 ppi
  • Snapdragon 821 – 2 x 2,15 GHz / 2 x 1,59 GHz
  • Adreno 530
  • 4/128 GB (RAM/ROM) / (LPDDR 4/UFS 2.0)
  • 12 MP Hauptkamera mit Blende 2.0
  • 4 MP Frontkamera mit Blende 2.0
  • Sony Exmor IMX378
  • Akku 3200 mAh / Quick Charge
  • 145,6 x 70,3 x 8,25 Millimeter / 145 Gramm
  • Grau / Gold / Silber / Rosa
  • Sensoren: Gyroskop, Fingerabdrucksensor, Umgebungslichtsensor, Näherungssensor, Magnetometer, Beschleunigungssensor, Barometer
  • Filmaufnahmen: 4k, Full HD, HD, SD
  • LTE +1800 MHz / +2600 MHz (-800 MHz), Bluetooth 4.2
  • Preis ca. 350,- Euro
  • Besonderheiten: 3D Touch, Dual-SIM-Tray (SIM-only), e-SIM, Double tap screen to wake, Benachrichtigungs-LED, Einhandmodus.
  • Das fehlt: Radio, Stereo Lautsprecher, LTE Band 20

Design und Verarbeitung

symbolbildmi5stest

Das Augenscheinliche zuerst: Xiaomi hat hier ein Gerät abgeliefert, das einfach sexy aussieht und auf allerhöchstem Niveau verarbeitet ist. Zum Vergleich kann man gerne das iPhone 5s heranziehen, von dem es sich auch so ein paar Merkmale sagen wir mal „borgt“. Es hat nämlich die gleichen angeschliffenen Kanten, die Unterseite mit den löchrig ausgefrästen Lautsprechern, beziehungsweise den Mikrofonaussparungen und dem mittig platzierten Anschluss erinnert mich auch sehr an Apples Flaggschiff aus 2013/2014. Auch etwas iPhone 6 ist drin.

Den Look des Smartphones aus Fernost kann man durchaus als clean bezeichnen. Auf der Frontseite wird das 2,5D-Display auf den ersten Blick nur oben und unten begrenzt. Die Bezel sind so gering ausgefallen, dass sie erstmal (bei ausgeschaltetem Display) gar nicht auffallen. Im Betrieb besitzt es zu jeder Seite einen geringen schwarzen Trauerrand, der mich nicht weiter stört.

Die Front wird bedeckt durch ein durchgängiges Displayglas. Anstelle des Homebuttons befindet sich eine ovale Vertiefung, unter der sich der Ultraschall-Fingerprint-Sensor befindet.

Die Rückseite des aus Aluminium gefrästen Gehäuses wird nur durch Antennenstreifen und das Kameraset unterbrochen. Zu den Seiten hin weist es eine starke Wölbung auf, die dafür sorgt, dass das Gerät extrem gut in der Hand liegt. Durch das glatte Aluminium ist es dann allerdings doch wieder etwas rutschig. Zum Vergleich könnte man hier ein Samsung Galaxy S6/S7 heranziehen, hier fällt die Wölbung allerdings etwas geringer aus.

Der Powerbutton und die Lautstärkewippe befinden sich auf der rechten Seite und beide stehen einen ganz kleinen Moment zu stark aus dem Gehäuse hervor. Sie wirken dadurch, wenn man beim Handling mit dem Finger darüber fährt etwas scharfkantig. Das fällt anfangs etwas auf, und man wundert sich einige Male bevor man sich daran gewöhnt.

Gewöhnungsbedürftig ist auch die Reihenfolge in der die Tasten angebracht sind. Für den Europäer scheint die nämlich erstmal verkehrt herum zu sein. Die Powertaste befindet sich unten und die Lautstärkewippe darüber. Ist in unseren Breitengraden, meine ich, eigentlich anders gelöst. Aber normalerweise hat man so ein Smartphone ja etwas länger in Gebrauch, und gewöhnt sich auch an solche Eigenheiten.

Die Verarbeitung ist auch hier tadellos. Der Druckpunkt ist knackig und die Tasten sitzen fest im Gehäuse ohne dass es klappert oder lose wirkt. Leider ist die Powertaste nicht geriffelt oder ähnliches und setzt sich somit nicht haptisch ab.

Die Klinkenbuchse für den Kopfhörer befindet sich oben links, der Dual-Simkarten-Tray (der keine Speicherkarten nimmt) auf der linken Seite. Als sehr positiv empfinde ich die Tatsache das Xiaomi es geschafft hat trotz relativ schmalem Rand unterhalb des Displays kapazitive Tasten im Rahmen zu verbauen, so bleibt mehr vom Display ohne störende On-Screen-Tasten. Bei diesen Tasten gibt es einen gewissen Spielraum innerhalb dessen man sie frei belegen kann, auch die Beleuchtung lässt sich variieren oder ganz abstellen.

Display

Das verbaute Full HD-Display besitzt mit 5,15 Zoll eine etwas ungewöhnliche Größe. Mit seinen 428 PPI ist es allerdings schön scharf und ich muss sagen, für ein IPS-Display gehen die Farben und das Schwarz voll in Ordnung, und ich bin da durchaus penibel. Das hier „nur“ ein Full-HD-Display verbaut wurde, geht für mich vollends in Ordnung, es stellt sich bei einem Smartphone immer irgendwie die Sinnfrage. Es kommt der Akkulaufzeit zu Gute, und das macht in meinen Augen mehr Sinn, als eine 2k- oder 4k-Auflösung auf diesem kleinen Display. Von daher trage ich die Entscheidung von Xiaomi voll mit.

Der Screen-to-Body Ratio beträgt circa 71,5%. Das Besondere am Display der Variante mit 128/4GB RAM/ROM ist die Fähigkeit Druckintensität wahrzunehmen. Dieses zwar nur in einer Stufe (also: Druck/kein Druck), das reicht jedoch um für einige hauseigene Apps 3D Touch zu realisieren. Unterstützt werden zum Beispiel: Kamera, Telefon, Messages, Wetter, Musik. Damit das funktioniert, darf jedoch kein Launcher benutzt werden. Habt ihr beispielsweise den Nova Launcher drauf, funktioniert es leider nicht.

Die Kamera des Xiaomi Mi5s

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Den Sony Exmor IMX378, der übrigens auch in Googles Pixel steckt, bekommt man wohl derzeit nicht günstiger als im Mi5s. Und hier sorgt er im Zusammenspiel mit einer Blende f2.0, einem schnellen Phase Detection Autofocus und einem Dual-Tone-Blitz für wirklich hervorragende Ergebnisse (wenn man den Blitz weg lässt). Der Sensor hat eine Größe von 1/2,3 bei einer Pixelgröße von 1,5um. Die Fotoqualitäten des China-Boliden sind ein Kaufargument.

Im Vorfeld der Veröffentlichung hat Xiaomi auch entsprechend Wert darauf gelegt, die hohe Güte des 12 MP-Shooters herauszustellen und hat einen professionellen Fotografen mit dem Gerät losgeschickt. Die Bilder findet ihr hier.

Ich schieße meistens im Automatikmodus. Also den klassischen Schnappschuss aus der Hüfte. Und der klappte beim Mi5s nicht zu 100%, aber in sehr sehr vielen Fällen bekam ich damit wirklich scharfe und brauchbare Bilder. Gefühlt in wesentlich mehr Fällen als bei anderen Smartphones. Meine Bilder findet ihr hier.

Die Qualität der Bilder ist in meinen Augen außerordentlich gut. Auch die Fähigkeit bei guten Lichtverhältnissen scharfe schnelle Schnappschüsse zu produzieren ist da. Mangels gutem Wetter hier in Bremerhaven und der mittlerweile fortgeschrittenen Jahreszeit kann ich leider keine Sonnenschein-Fotos präsentieren. Ich war dafür bei schwierigen Lichtverhältnissen auf dem Weihnachtsmarkt unterwegs, und ich muss sagen das Smartphone ist in der Lage stimmungsvolle Bilder einzufangen.

Auch Porträtfotos meiner Kinder sind wirklich überragend gut geworden. Solch eine Schärfe, so viele Details und ein so reellen Hautton habe ich bisher bei einem Smartphone noch nicht gesehen.

Das subjektive Gefühl, nach einer ganzen Weile Knipserei mit dem Gerät sagt mir: Ich bin echt zufrieden mit der Kamera. Das Mi5s gehört zu den Smartphones mit denen fotografieren echt Spaß macht, gerade weil auch dem Amateur nahezu jeder Schnappschuss ein scharfes Bild liefert. Und das ist schon mal die wichtigste Eigenschaft die eine Smartphone-Kamera eigentlich besitzen muss. Dazu kommt die starke Qualität der Fotos, und vor allem die hohe Dynamik. Dieses Smartphone hat gar keine Probleme mit Schatten, echt stark.

Helle Bereiche wirkten dagegen unter bestimmten Bedingungen ausgebrannt und rote Farbe wird verfälscht dargestellt. Ganz gut zu sehen ist dies bei den Weihnachtssternen die ich im Supermarkt fotografierte. Jeder weiß wie knallrot die normalerweise sind (tolles Beispiel), mit Rot haben die Sterne aber eher entfernt etwas zu tun. Das sind in meinen Augen jedoch Kleinigkeiten, diese Problembereiche sind ja in der Fotografie durchaus bekannt und nichts neues.

Auch das Kamera-Interface gefällt sehr gut. Man kann es als aufgeräumt bezeichnen. Ihr seht es oben, unterhalb des Zwischentitels. Unter Modes findet ihr die Besonderheiten der bordeigenen Kamera. Erwähnenswert sind hier die Möglichkeit einen Schuss per Sprache auszulösen (kein Hotword, einfach irgendein „Befehl“), die Option straighten sorgt dafür dass ihr, egal ob die Kamera schief gehalten wird, ein gerades Bild erhaltet (sehr praktisch), auch ein Nachtmodus HDD steht zur Verfügung. Die Optionen sind knapp gehalten, aber beinhalten, wie ich finde, die essentiellen Dinge. Weiterhin gibt es die Möglichkeit 1:1 Fotos, Panorama- und Gruppenbilder zu schießen.

Ein manueller Modus lässt sich auswählen. Der Wert für White Balance ist default 3000 und lässt sich manuell regeln zwischen 2000-8000. Die Belichtungszeit kann man zwischen 1/1000s-32s variieren. ISO ist regelbar zwischen 100-3200. Sehr positiv finde ich, dass man anhand der numerischen Werte regeln kann. Das ist bei anderen Herstellern schlechter gelöst.

Selfi-Fans könnten sich womöglich über die Funktion Magic Mirror freuen. Hiermit lassen sich der ein oder andere Mangel an Gesichtsfarbe etc. korrigieren, das ist mir jedoch eher suspekt. Ganz witzig hingegen finde ich, dass die Kamera das angebliche Alter des Gegenübers einblendet. Das funktionierte, außer bei dem Kollegen mit etwas wenigen Haaren, erstaunlich gut. Ist aber im Endeffekt nichts weiter als eine Spielerei. Als sehr brauchbar hingegen empfinde ich die Live-Funktion der Filter, das seht ihr oben in dem Screenshot. Ein Foto mit jedem Filter findet ihr auch in der Fotosammlung.

Auch auf RAW-Support muss der Fotograf nicht verzichten. Die Google Local Guides und Streetview-Enthusiasten unter euch wird interessieren: Die Kamera kann auf ein Gyroskop zurückgreifen und erlaubt somit die Aufnahme von Photospheres.

Filme können wahlweise in SD, HD, Full HD (120fps) oder 4K (30fps) aufgenommen werden. Die Videos werden stabilisiert per EIS, die sich jedoch wahlweise ausstellen lässt. Während der Videoaufnahme lassen sich auch zeitgleich Fotos schießen. Die Lautstärkewippe lässt sich mit einem Quicksnap-Mode belegen. Haltet ihr die Leiser-Taste dann gedrückt, startet eine Videoaufnahme.

 

Performance und Software

Das hier vorliegende Mi5s läuft mit MIUI 8, genauer mit der stable Rom 8.0.10.0 (MAGCNDH). Die basiert auf Android 6. Im Zusammenspiel mit Qualcomms Snapdragon 821 und einer Adreno 530, ist diese Kombi über jeglichen Zweifel erhaben. Das System ist jederzeit pfeilschnell.

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MIUI liefert einige nützliche Funktionen direkt mit. Da wäre zum Beispiel der Cleaner, der dabei hilft unnötig verwendeten Speicherplatz zurückzugewinnen. Dafür sucht er zum Beispiel nach über-und unterbelichteten oder versehentlich geschossenen Fotos oder auch nach Dublikaten. Weiterhin lässt sich das Gerät auf Risiken hinsichtlich des mobilen Bezahlens untersuchen. Auch schon Systemseitig hinterlegt ist die Möglichkeit jede einzelne App mit einem Passwortschutz zu versehen (App Lock). Auch für das überwachen des Datenverbrauchs gibt es eine Option. Per Mi Remote lassen sich TV, BDP etc. steuern.

Die Ergebnisse im Antutu-Benchmark fielen im 2.ten und 3.ten Run um rund 8.000 Punkte ab, das Geräte erhitzte sich im akzeptablen Maße. Zusammengerechnet komme ich auf 138.352 Punkte in 3 aufeinanderfolgenden Messungen. Beim Geekbench 4 Singlecore schneidet das Mi5s deutlich besser als ein Galaxy S7, etwas besser als das Mi5, und liegt knapp vor dem One Plus 3, die alle mit dem Snapdragon 820 ausgestattet sind. Einem Galaxy S7 mit Exynos 8890 muss es sich allerdings geschlagen geben. Die Ergebnisse beim Dualcore-Geekbench sind entsprechend vergleichbar.

Den Akku empfinde ich mit 3200mAh ausreichend bemessen, zumal die Standby-Laufzeit als hoch anzusiedeln ist und das Gerät über Quick Charge verfügt. Das Gerät erreicht laut PC Mark unter Dauerlast eine durchschnittliche Laufzeit von 11:08h. Meine Messung ergab bis 20% Akkustand 7:50h, macht rechnerisch bis zum Nullpunkt knapp 10h (9:48). Ich würde mich als Poweruser bezeichnen und kam mit dem Gerät bequem auf einen Tag ohne Zusatzladung. Hier bewegt sich also alles im grünen Bereich.

Vor- und Nachteile, Besonderheiten

Das Gerät bietet einige Vorteile. Zum einen ist es ein Dual-SIM Smartphone, dass auch eine gewisse Leistung mitbringt. Wer also ein leistungsstarkes Dual-Gerät sucht, könnte hier fündig werden. Weiterhin enthält es schon eine e-SIM.

Xiaomis Updatepolitik ist ein riesiger Pluspunkt. Als MIUI-Nutzer erhält man sehr regelmäßig (wöchentlich) kleine oder größere Softwareupdates, die die Sicherheit verbessern, Fehler beseitigen, größere Designänderungen vornehmen oder neue Funktionen beinhalten. Die Liste der Geräte die Updates erhalten, ist sehr lang und reicht vom Flaggschiff bis zum Budgetphone. Das macht Xiaomi wirklich vorbildlich.

Zwei starke neue Features aus MIUI8 sind Dual Apps und Second Space.

Mit der Funktion Dual Apps könnt ihr beliebige Apps klonen. Sie sind dann zweimal auf eurem Gerät vorhanden und lassen sich unabhängig voneinander mit eigenen Nutzerdaten betreiben. Das macht gerade bei einem Dual-SIM Smartphone ja durchaus Sinn. So lassen sich 2 Rufnummern auf eine komfortable Art und Weise mit zum Beispiel WhatsApp abdecken. Die geklonten Apps werden mit einem kleinen Punkt anbei auf dem Homescreen dargestellt, so kann man sie auf einen Blick auseinanderhalten.

Unterstützt werden relativ viele Apps. Bei meinem App-Aufkommen waren zum Beispiel dabei: WhatsApp, Facebook, Messenger, Instagram, Twitter, Allo, Duo, Google Kalender, Google Home, Google +, Device Manager, Keep, MiFit usw. Eine ganz praktische Angelegenheit, nicht nur für Arbeitshandy-Besitzer.

Mit Second Space richtet ihr eine zweite Partition auf eurem Gerät ein. Diese ist vollständig getrennt von der Hauptpartition. Hier lassen sich zum Beispiel andere Apps installieren, ein anderes Design wählen beziehungsweise mit einem ganz anderen Account anmelden. Das macht vielleicht Sinn, wenn sich Geschwister ein Handy teilen, so hat keiner Zugriff auf das Zeug vom anderen.

Manch einer mag den fehlenden erweiterbaren Speicher als Nachteil empfinden. Dafür kommt das Gerät jedoch mit schnellen 128 GB ROM (UFS 2.0), zu einem Preis von zur Zeit knapp 350 Euro. Vergleichbar ausgestattete Modelle anderer Hersteller kosten wesentlich mehr.

Das vielleicht größte Kaufargument für das Smartphone ist meines Erachtens Sonys aktueller Exmor IMX378. Fotos und Videos kann dieses Smartphone einfach. In dieser Preisklasse eindeutig eine der besten Kameras, die man derzeit bekommen kann.

Dieses Smartphone ist vom Gesamtpaket ein Traum, wäre da nicht dieser Ultraschall-Fingerabdrucksensor. Dieser Aspekt des Gerätes hat meinen inneren Monk zur Weißglut getrieben. Die Sache mit Fingerabdrucksensoren ist: Sie müssen einhundertprozentig funktionieren. Tun sie das nicht, treiben sie, zumindest mich, in den Wahnsinn. Und der des Mi5s tut das (zur Zeit) definitiv. Auch nachdem ich ihn dreimal eingerichtet habe, funktionierte er immer noch nicht zuverlässig. Man kann nur hoffen, dass da ein Softwareupdate Abhilfe schaffen kann. Ich habe während des Testzeitraums relativ schnell wieder die Pineingabe genutzt, da es anders einfach zu frustrierend war.

Für den einen oder anderen könnte außerdem die (noch) fehlende deutsche Übersetzung der Software ein Problem sein. Man muss zu einem gewissen Grad des Englischen mächtig sein, um dieses Gerät nutzen zu können. Fairerweise muss man allerdings sagen, dass in den Global Roms (die für sehr viele Geräte verfügbar sind, aber zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht für das Mi5s) eine mehr oder wenige gute deutsche Übersetzung vorhanden ist.

Außerdem erfordert es einige Handgriffe, um es in unseren Breitengraden überhaupt nutzbar zu machen. Das ist nicht kompliziert, aber man muss halt dabei gehen. Dazu gehört die manuelle Installation des Google Play Stores um dessen Apps nutzen können und wenn die MIUI-Oberfläche nicht gefällt, kommt die Installation eines Launchers dazu. Außerdem benötigt ihr einen Adapter für europäische SchuKo-Steckdosen. Ich habe diesen hier benutzt.

Fazit zum Xiaomi Mi5s

Das Mi5s ist ein geniales Smartphone, gemacht für Enthusiasten. Der Käufer bekommt aktuellste Technik zum geringsten Preis, dazu eine der besten Kameras die der Markt zur Zeit hergibt. Details, wie der fehlende Play Store und die bei Auslieferung chinesische und englische Sprache, machen das Gerät für den deutschen Handel zur Zeit noch unattraktiv. Zur Abwertung führt das fehlende LTE Band 20 und der Fingerabdrucksensor, der nicht einwandfrei arbeitet.

Eine Extrawertung verdient Xiaomis vorbildliche Updatepolitik. Klare Kaufempfehlung für alle Nerds!

Wertung des Autors

Dennis Stöckmann bewertet Xiaomi Mi 5s mit 4.0 von 5 Punkten.

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