Xiaomi Mi Play im Test: Starkes Einsteiger-Smartphone mit großer Schwäche

Xiaomi Mi Play Camera 2

In China verkauft Xiaomi seit Ende 2018 das Einsteiger-Smartphone Xiaomi Mi Play, mit dem man vor allem die Jugend ansprechen möchte. Dazu wird es unter anderem mit 10 GB kostenlosem Datenvolumen pro Monat beworben.

Durch einen glücklichen Zufall haben wir ein Testgerät des Xiaomi Mi Play erhalten. In diesem Testbericht verraten wir euch daher, ob ein Import des Smartphones lohnenswert ist.

Technische Daten des Xiaomi Mi Play

  • 5,84 Zoll IPS-Display mit 2.280 x 1.080 Pixeln
  • MediaTek Helio P35 Octa-Core-SoC
  • 4/6 GB RAM
  • 64/128 GB interner Speicher, erweiterbar per microSD-Karte
  • 12 Megapixel Dual-Kamera mit f/2.2 und sekundärem 2-Megapixel-Sensor
  • 8-Megapixel-Frontkamera
  • 3.000 mAh Akku
  • MIUI 10.1 auf Basis von Android 8.1 Oreo
  • WLAN b/g/n/ac, Bluetooth 4.2
  • 147 x 71 x 7,8 mm
  • 150 Gramm

Design und Verarbeitung des Xiaomi Mi Play

Xiaomi Mi Play Design

Trotz des günstigen Preises hat sich Xiaomi beim Design des Xiaomi Mi Play Mühe gegeben. Besonders innovativ ist die Rückseite mit ihrem Farbverlauf von Blau zu Lila zwar nicht, schick sieht sie aber auf jeden Fall aus. Auf ihr wurde neben der Dual-Kamera des Smartphones und dem Fingerabdrucksensor auch das Mi-Logo untergebracht. Das stört aber nicht besonders und macht die hübsche Optik daher nicht kaputt.

Erahnen lässt sich der Preis des Xiaomi Mi Play lediglich, sobald man einen Blick auf die Front des Smartphones wirft. Bereits bei ausgeschaltetem Display sind sich die Displayränder zu sehen. Sie fallen breiter als bei aktuellen Flaggschiff-Modellen aus, sind dank einer Dot-Notch allerdings schmal genug, um kompakte Abmessungen zu ermöglichen.

Damit liegt das Xiaomi Mi Play letztendlich sehr sicher und angenehm in der Hand. Glasrückseite und Metallrahmen schmiegen sich angenehm in die Handinnenfläche, Fingerabdrucksensor und sämtliche Knöpfe sind zudem gut zu erreichen und top verarbeitet.

Optik und Haptik des Xiaomi Mi Play können somit angesichts des Preises mehr als überzeugen. Unverständlich ist einzig und allein, dass der Hersteller im Jahr 2018 bzw. 2019 noch einen alten microUSB-Anschluss verbaut.

Display des Xiaomi Mi Play

Xiaomi Mi Play Display

Mit seinem 5,84 Zoll großen IPS-Display zählt das Xiaomi Mi Play heutzutage eher zu den kompakten Geräten. Da der chinesische Hersteller auf eine Dot-Notch setzt, kommt das Panel im hohen 19:9-Format daher und nimmt damit einen großen Teil der Front ein. Dem Preis geschuldet befinden sich dennoch rundherum nicht gerade dünne Displayränder, die im Alltag aber glücklicherweise nicht sonderlich störend auffallen.

In Anbetracht des Preises geht auch die Qualität des verbauten IPS-Panels mehr als in Ordnung. Es besitzt mit 2.280 x 1.080 Pixeln eine erstaunlich hohe Auflösung, was in dieser Preisklasse definitiv nicht Standard ist. Auch die Farbdarstellung überzeugt und das Display ist ausreichend hell, um auch im Freien problemlos ablesbar zu sein.

Zudem bietet Xiaomi auch noch einige Einstellungen an, um Kontraste und Farbdarstellung dem eigenen Geschmack anzupassen. Ebenfalls lässt sich „Double Tap to Wake“ aktivieren.

Performance des Xiaomi Mi Play

Xiaomi Mi Play Camera 3

Obwohl Xiaomi in den eigenen Smartphones beinahe ausschließlich Snapdragon-SoCs von Qualcomm verbaut, ist das Xiaomi Mi Play mit einem MediaTek Helio P35 ausgestattet. Zur Seite stehen dem Prozessor immerhin entweder 4 oder 6 GB RAM, was vor allem für die Preisklasse eine ganze Menge Arbeitsspeicher ist.

Im Alltag macht sich der MediaTek-SoC glücklicherweise nicht negativ bemerkbar. Das Xiaomi Mi Play bietet eine zufriedenstellende Performance und läuft so flüssig, wie man es von einem Einsteiger-Smartphone erwarten kann. Apps öffnen zügig und werden dank des großen RAMs lange offen gehalten. Dennoch sind die Unterschiede zu aktuellen Top-Smartphones natürlich spürbar.

Erst beim Gaming wird man dann wieder an den verbauten MediaTek-SoC erinnert. Zwar können die meisten aktuellen Spiele noch wiedergegeben werden, allerdings muss man dabei doch große Abstriche bei der Grafikqualität machen. Mit Gaming hat das „Play“ im Namen des Smartphones wirklich nichts zu tun.

Spielt man nur selten oder zumindest bloß weniger anspruchsvolle Spiele an seinem Smartphone, dürfte die Leistung des Xiaomi Mi Play für einen dennoch für in Ordnung gehen. Wirklich besser schneidet die Konkurrenz in dieser Preisklasse bei der Performance nämlich auch nicht ab.

Kamera des Xiaomi Mi Play

Xiaomi Mi Play Camera

Besonders merkt man günstigen Einsteiger-Smartphones ihren Preis immer dann an, wenn man sich etwas genauer mit der Kamera beschäftigt. Das ist zwar auch beim Xiaomi Mi Play der Fall, dennoch konnte mich das Smartphone in diesem Bereich positiv überraschen.

Bei der Hauptkamera des Xiaomi Mi Play handelt es sich um eine 12-Megapixel-Cam mit f/2.2, die von einem sekundären 2-Megapixel-Sensor unterstützt wird. Am Tag schießt sie erstaunlich gute Fotos mit einem hohen Dynamikumfang. Farben werden zwar häufig leicht übersättigt dargestellt, das ist aber genau der Look, den viele Smartphone-Nutzer heutzutage bevorzugen.

Alle Testfotos vom Xiaomi Mi Play

Trotzdem ist der Unterschied zu teureren Geräten natürlich deutlich ersichtlich. Besonders bei der Schärfe und der Bildqualität bei Nacht wird der Preis des Smartphones deutlich – das ist aber auch kein Wunder. Knipst man seine Fotos primär bei Tag und hat keine allzu hohen Ansprüche, dürfte man mit dem Xiaomi Mi Play durchaus zufrieden sein.

Software des Xiaomi Mi Play

Xiaomi Mi Play Software

Genauso wie alle anderen Xiaomi-Smartphones wird auch das Xiaomi Mi Play mit der hauseigenen MIUI 10.2 ausgeliefert, welche in diesem Fall noch auf Android 8.1 Oreo basiert. Zu Xiaomis eigener Android-UI habe ich mich bereits in meinen letzten Testberichten ausführlich geäußert, eine Kurzfassung meiner Eindrücke bekommt ihr natürlich aber auch hier zu lesen.

Von den am Markt verfügbaren Alternativ-Oberflächen besitzt die MIUI wohl die größten Abweichungen zu reinem Stock-Android. Beispielsweise muss man vollständig auf einen App Drawer verzichten und auch Design und Bedienkonzept wurden in großem Umfang verändert. Ähnlich wie bei der EMUI von Huawei erinnert hier vieles an Apples iOS, doch das muss nichts Schlechtes heißen.

Denn hat man sich erst einmal auf die MIUI eingelassen, kann die Oberfläche überzeugen. Das Design ist absolut stimmig und die Bedienung geht einfach von der Hand. Hierzu tragen unter anderem auch Features wie die gut umgesetzte Gestensteuerung bei, welche alternativ zu den üblichen On-Screen-Buttons aktiviert werden kann.

Einen Wermutstropfen gibt es beim Xiaomi Mi Play dann aber doch noch: Vorinstalliert ist eine China ROM, sodass eine Option für die deutsche Spracheinstellung fehlt und der Google Play Store eigenhändig installiert werden muss. Das ist aber glücklicherweise nicht sonderlich kompliziert und wer des Englischen mächtig ist, kann das Xiaomi Mi Play ohne Probleme bedienen.

Akku des Xiaomi Mi Play

Xiaomi Mi Play Akku

Der fest verbaute Akku des Xiaomi Mi Play besitzt eine Kapazität von 3.000 mAh und ist damit durchschnittlich groß. Das spiegelt sich auch in der Akkulaufzeit wider. Mit dem Smartphone schaffte ich es stets durch den Tag, eine lange Nacht hätte es meist aber nicht überlebt.

Im Schnitt brachte es das Xiaomi Mi Play in meinem Test auf eine Screen-On-Zeit von 4 bis 5 Stunden, was für die Zielgruppe des Smartphones ausreichend sein dürfte. Eine Laufzeit von bis zu 2 Tagen werden vermutlich aber auch Wenignutzer nicht erreichen können.

Abseits von der reinen Laufzeit enttäuscht das Xiaomi Mi Play dann aber im Hinblick auf seinen Akku. So unterstützt das Smartphone keinerlei Schnellladetechnologie, was sehr lange Ladezeiten erforderlich macht. Möchte man es von 0 auf 100 Prozent aufladen, vergehen beinahe 2,5 Stunden. Zudem ist ein microUSB-Kabel erforderlich, da Xiaomi aus unerklärlichen Gründen noch auf diesen veralteten Anschluss setzt.

Und sonst noch?

Xiaomi Mi Play Fazit

  • Das Xiaomi Mi Play besitzt auf der Unterseite einen Lautsprecher, dessen Sound ehrlich gesagt ziemlich flach klingt. Für kurze YouTube-Videos geht das zwar in Ordnung, groß Musik hören sollte man damit aber nicht.
  • Der Fingerabdrucksensor wurde beim Xiaomi Mi Play auf einer angenehmen Höhe auf der Rückseite positioniert. Er ist somit einfach zu erreichen und entsperrt das Smartphone zuverlässig. Die Geschwindigkeit dabei liegt auf dem Niveau anderer Mittelklasse-Smartphones und geht meiner Meinung nach in Ordnung.
  • Das Xiaomi Mi Play besitzt noch einen herkömmlichen Klinkenanschluss. Kabelgebundene Kopfhörer lassen sich somit ohne Adapter am Smartphone verwenden.
  • Unverständlich ist hingegen, dass Xiaomi im Mi Play noch einen microUSB-Anschluss verbaut. Selbst im Einsteiger-Segment kommt immer häufiger USB-C zum Einsatz – wieso also auch nicht hier?
  • Der interne Speicher des Xiaomi Mi Play fällt mit 64 bzw. 128 GB von Haus aus bereits sehr groß aus. Dennoch kann er nach dem Kauf noch einmal per microSD-Karte erweitert werden. Das gelingt sogar, wenn man gleichzeitig die Dual-SIM-Funktionailität des Smartphones nutzen möchte.
  • Allerdings existiert ein Dealbreaker beim Xiaomi Mi Play: Das in Deutschland vor allem auf dem Land eingesetzte LTE Band 20 wird nicht unterstützt. Ein Einsatz hierzulande ist daher nur mit mehr oder weniger großen Einschränkungen beim Empfang möglich.

Fazit zum Xiaomi Mi Play

Xiaomi Mi Play Header

Im Grunde ist das Xiaomi Mi Play ein gutes Smartphone. Überzeugen kann es vor allem beim Display und der Kamera, zudem schaut es auch noch echt schick aus. Das Gesamtpaket geht auf den ersten Blick somit mehr als in Ordnung, es sind eher die kleineren Dinge, die hier stören.

Während man über den microUSB-Anschluss vielleicht noch hinwegsehen kann, ist das fehlende LTE Band 20 für den Einsatz in Deutschland definitiv ein Dealbreaker. Auch die 10 GB kostenloses Datenvolumen, über die sich chinesische Kunden freuen dürfen, können hierzulande nicht eingesetzt werden. Ausnahmsweise merkt man hier einem Xiaomi-Smartphone deutlich an, dass dieses für den chinesischen und nicht den internationalen Markt entwickelt wurde.

So attraktiv das Xiaomi Mi Play also auch für chinesische Käufer sein mag – von einem Kauf und Einsatz in Deutschland können wir eigentlich nur abraten. Das liegt primär aber nur am fehlenden LTE Band 20, denn preislich wäre ein Import durchaus attraktiv. Erwirbt man das Smartphone für unter 150 Euro, erhält man ein deutlich besseres Gesamtpaket als bei anderen Einsteiger-Modellen aus Deutschland.

Da das Redmi 7 momentan noch nicht verfügbar ist, können wir euch als Alternative nur das Xiaomi Redmi Note 7 ans Herz legen. Dieses bietet eine nochmal bessere Ausstattung inklusive LTE Band 20, ist mit rund 200 Euro aber auch etwas teurer. Einen Testbericht dazu werdet ihr schon bald bei uns lesen.

Vielen Dank an Gearbest für die Bereitstellung des Xiaomi Mi Play. Das Smartphone könnt ihr mit kostenlosem Versand nach Deutschland beispielsweise über den chinesischen Online-Shop erwerben.

Wertung des Autors
Niklas Jutzler bewertet Xiaomi Mi Play mit 3.6 von 5 Punkten.

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