Xiaomi Mi6 im Test

Mit dem Xiaomi Mi6 gesellt sich der erste Androide aus dem Hause Xiaomi in die Schlange der von mir getesteten Android-Flaggschiffe.

Fast schon unscheinbar reiht es sich optisch neben dem Huawei P10 und ähnlichen Smartphones ein. Doch unter der Haube steckt ordentlich Technik, die sich auf keinen Fall verstecken muss.

Xiaomi Mi6: Lieferumfang

Das Xiaomi Mi6 wird in einem typischen weißen Karton geliefert, der auf der Oberseite das rote Mi-Logo und die Speichergröße und auf der Rückseite die üblichen Zertifikate und techn. Details aufgedruckt bekommen hat. Im Inneren des Kartons befindet sich das Handy selbst, ein Typ-C zu Klinkenstecker-Kabel, ein Netzteil, ein USB-Kabel und ein bisschen Papierwerk.

Dazu lag noch ein Silikon-Case bei, welches ich auch dringend anbringen würde. Witzigerweise nicht um das Handy vor Kratzern zu schützen, aber die Rückseite des Mi6 ist unglaublich rutschig ohne ein Case.

Technische Details des Xiaomi Mi6

  • Display: 5,15 Zoll FullHD IPS-LCD mit 1920×1080 Pixel und Gorilla Glass 4
  • CPU: 2,45GHz Snapdragon 835
  • GPU: Adreno 540
  • Speicher: 64GB UFS 2.1
  • RAM: 6GB LPDDR4 RAM
  • Kameras: Dual-Kamera: 12MP Sony IMX368 (f/1.8) + 12MP Samsung S5K3M3 (f/2.6) Teleobjektiv, OIS, Dual-LED-Blitz; Frontkamera 8MP f/2.0
  • Betriebssystem: Android 7.1 Nougat mit MIUI 8 Oberfläche
  • SIM: Dual-SIM keine Speichererweiterung!
  • Konnektivität: NFC, Wi-Fi 802.11b/g/n/ac (2,4GHz / 5GHz), Bluetooth 5.0, GPS
  • Netz: 2G: 850/900/1800/1900MHz, 3G: 850/1900/2100MHz, 4G: 1800/2100/2600 (Bands 1, 3, 7)
  • Sonstiges: Infarot-Sensor, USB 3.0 Typ-C
  • Akku: 3.350mAh QuickCharge 3.0
  • Maße: 145 x 71 x 7.5 mm bei 168 Gramm
  • Farben: schwarz, weiß, blau

Wie komme ich denn überhaupt an das Ding?

In unserem Fall wurde uns das Xiaomi Mi6 über den Shop Tradingshenzen zugeschickt. Hier könnt ihr je nach Handy auswählen, ob die original Firmware oder evtl. eine Firmware mit deutscher Sprache installiert werden soll. Dazu gibt es bei Tradingshenzen auch „echten“ deutschen Support, falls mal ein defekt am Handy auftreten sollte. Dazu kann ich euch diese Website nur wärmstens empfehlen – dort wird detailliert erklärt, wie man bei Problemen Schritt-für-Schritt vorgeht.

Natürlich könnt ihr das Handy auch selbst importieren, aber das könnte dann Zollgebühren oder dergleichen noch zusätzlich auf die Rechnung setzen. Hier kann ich nur raten sich vorher gut zu informieren was euch noch an Kosten erwartet.

Eindrücke zum Xiaomi Mi6

In Sachen Material setzt Xiaomi bei der Mi6 Rückseite auf Glas. Das macht zwar optisch einiges her, ist aber besonders durch die Rundungen zur Seite hin rutschig. Das Handy einfach mal auf das Bäuchlein legen bedeutet fast zwangsläufig, dass es runter rutscht.

Abgesehen davon finden wir oben die beiden bündig angebrachten Kameralinsen und den Dual LED-Blitz. Auf der Unterseite befinden sich 2 Gitter, wobei nur das rechte mit einem Speaker versehen wurde. Die Hörmuschel fungiert im Falle des Mi6 als zweiter Speaker.

Dazwischen ist der USB Typ-C Anschluss und links das zweite Gitter vermutlich für das Mikrofon. Die Front ist bis auf den Fingerabdrucksensor eben und das komplette Gerät schwarz in schwarz gehalten. Der Fingerabdrucksensor reagiert wie die aktuellen Huawei-Modelle pfeilschnell und ist, wie auch der Sensor des Huawei P10 leicht versenkt.

Links und rechts daneben befinden sich die Touch-Tasten für die Navigation durch Android. Die beiden Tasten leuchten bei Berührung kurz auf. Natürlich gibt es auf der vorderen Oberseite noch die üblichen Verdächtigen, wie den Speaker für die Gespräche, die Benachrichtigungsled, die Frontkamera und die Annäherungssensoren etc.

Die Tasten an den Seiten haben einen angenehmen Druckpunkt. Auf der gegenüber liegenden Seite befindet sich der Slot für die SIM-Karten. Der SIM-Tray bietet Platz für zwei SIM-Karten, aber keinen Platz für eine MicroSD-Speicherkarte. Das sollte beim Kauf unbedingt bedacht werden. Bis auf das Gewicht und die leicht rutschige Rückseite kann ich in Sachen Haptik und Verarbeitung nichts Negatives bemerken.

Das 5,15 Zoll Display bietet eine Auflösung in FullHD, also mit 1920×1080 Pixeln an. Absolut ausreichend für ein Display in dieser Größe. Die Farben kommen kontrastreich rüber und auch die schwarzen Bereiche stellt das LC-Display ausgewogen dar. Das Display lässt sich auch aus schwierigen Blickwinkeln noch gut ablesen und die Helligkeitsregelung arbeitete absolut zufriedenstellend.

Wie es sich für ein aktuelles Smartphone gehört, lässt sich auch dieses Display in Sachen Farbe von kalt -> warm einstellen und auch ein Lesemodus wurde eingebaut. Selbiger lässt sich entweder manuell oder nach einem festgelegten Zeitmodell aktivieren.

Der verbaute Snapdragon 835 sorgte in Verbindung mit der Adreno 540 GPU und dem 3350 mAh Akku dafür, dass das Handy stets zuverlässig und vor allem auch schnell reagierte. Mit einer Akkuladung kam ich bei meinem normalen Nutzungsverhalten locker über den Tag. Im Schnitt hatte ich eine DOT (Display on Time) von ca. 4,5 Stunden. Das entspricht ungefähr dem gleichen Wert, wie ich ihn auch bei einem Galaxy S8 erhalte. Komplett aufgeladen wird das Mi6 dank QuickCharge 3.0 innerhalb nur einer Stunde.

Nutzungsverhalten: Drei Mail-Fächer per Push abrufen, soziale Netze (Twitter, FB, Instagram, Snapchat), Apps installieren und testen, Fotos knipsen, bisschen telefonieren und natürlich auch Dinge, wie Whatsapp & Co.

Natürlich habe ich auch für die Freunde der Statistik den Geekbench laufen lassen. Auf der linken Seite stehen die Werte des Samsung Galaxy S8 und rechts die Werte des Xiaomi Mi6. Bei AnTuTu kam das Mi6 auf ungefähr 170.000 Punkte. Multitasking läuft pfeilschnell und auch Apps werden in Sekundenbruchteilen geöffnet. Beide Geräte lassen hier absolut keinen Platz für Kritik.

Xiaomi Mi6: Kamera und Multimedia.

Die beiden verbauten Kameras verrichten ihre Arbeit sehr gut. Fotos sind auch bei sehr dunklen Lichtverhältnissen (Tiefgarage) meist etwas geworden. Natürlich bleibt es eine bzw. zwei oder genau genommen sogar drei Handykameras, aber man kann hier kaum meckern. Im Pro-Modus kann der Anwender hier sogar manuell zwischen beiden Linsen wechseln.

Eine davon ist ein so genannter Telezoom. Sie erweitert also nicht den Bereich, den ihr im Foto einfangen könnt, sondern bringt euch verlustfrei näher an das Objekt.

Es gibt viele Spielereien, wie Bokeh, Fish-Eye, Tilt-Shift, 4K Videoaufnahmen, SlowMotion mit 120 fps und dergleichen. Der Auslöser ist auch sehr schnell und grob umfasst dürften die meisten Kunden mit der Kamera wirklich super zufrieden sein.

Zum Bereich Multimedia muss angemerkt werden, dass Xiaomi keine Kopfhörer beilegt. Lediglich der Typ-C-Klinkenstecker-Adapter ist im Lieferumfang. Hier gibt es sicher für beide Seiten Anhänger, aber ich finde einfach, dass ein kleines Headset sicherlich auch bei dem Preis noch drin gewesen wäre.

Klanglich ist das Mi6 in Ordnung. Hier bleibt das Huawei Mate 9 mein persönliches Referenzgerät und da kommt das Mi6 nicht ganz ran. Dennoch ist der Klang gut und wird in Form von Höhen und Mitten aus der Hörmuschel und Mitte und Bass aus dem Speaker auf der Unterseite ausgegeben. Damit ist das Mi6 in Sachen Ton für meinen Geschmack dem Galaxy S8 überlegen.

Software des Xiaomi Mi6

Für diesen Bereich muss ich noch einmal kurz ausholen. Das Mi6 wird im Tradingshenzen-Shop zum jetzigen Zeitpunkt ausschließlich mit der englischen Firmware vertrieben. Auf meinem Gerät ist aber die Firmware 7.1.1 NMF26X mit MIUI 8.3 by Xiaomi.eu vorinstalliert gewesen. Ob das nun von einem vorigen Tester war, oder eventuell doch über den Shop aufgespielt wurde, kann ich nicht direkt sagen.

Alle folgenden und vorhandenen Screenshots in diesem Testbericht sind von dieser (deutschsprachigen) Firmware.

Xiaomi lässt mit ihrer Firmware zumindest optisch fast keinen Pixel unangetastet und ändert den Look von Stock-Android fast komplett ab. Dabei ist es völlig egal, ob wir nun in die Einstellungen schauen, oder den Dialer aufrufen, oder …

Der Launcher ist umfangreich anpassbar. Möchte man etwas mehr Apps auf dem Homescreen gelistet haben, lässt sich beispielsweise das Icon-Gitter justieren. Auch die Transition-Effekte können angepasst werden. Und wenn das noch nicht ausreicht, gibt es auch noch zahlreiche Themes, welche den Look noch einmal komplett abändern.

Sollte der Launcher nicht alle Wünsche erfüllen, so gibt es selbstverständlich auch auf dem Mi6 die Möglichkeit einen der zahlreichen Launcher aus dem Playstore zu laden und als Homescreen-Ersatz zu aktivieren.

Die Anordnung der Navigationstasten lässt sich ebenfalls über die Einstellungen anpassen. Wer es also beispielsweise gewohnt ist, rechts den Zurück-Button zu finden, kann dies mit nur wenigen Klicks einstellen. Eine kleine Besonderheit dürfte hier zudem sein, dass die Tasten auch doppelt belegt werden können, wenn die Taste lang gedrückt wird.

Es wurde zudem ein Lesemodus integriert, welche das Display ein wenig augenschonender dimmt, die Kopfhörertasten können über die Einstellungen zugeordnet werden und auch die Benachrichtigungsleiste kann ebenfalls angepasst werden. Hier kann unter anderem die aktuelle Übertragungsgeschwindigkeit dargestellt werden, oder aber beispielsweise der Mobilfunkanbieter oder auch nur die Prozentanzeige für den Akku aktiviert werden.

Es wurden noch viel mehr Teile aus Android überarbeitet und teils erweitert. Um noch ein paar Kleinigkeiten zu nennen, so muss die App-Sperre erwähnt werden, es gibt wie vom Mate 9 bekannt auch die Möglichkeit der App-Klonung und in den Einstellungen gibt es unter anderem noch die Option Screenshots/Screencasts zu konfigurieren.

Viele Dinge findet man während der normalen Nutzung und fragt sich dann, wieso das nicht eigentlich zum Android-Standard gehört? Klar ist die Oberfläche nichts für Stock-Android-Liebhaber, aber ich persönlich finde es wurde vieles an der richtigen Stelle optimiert.

Xiaomi Mi6: Und sonst noch?

  • LTE Band 20 fehlt. Das bedeutet je nach Region und verfügbarem LTE, dass ihr stellenweise eben ohne LTE und mit H+ oder dergleichen unterwegs seid. Solltet ihr auf LTE nicht angewiesen sein, so stört das überhaupt nicht – falls ihr jedoch drauf angewiesen seid ist es nervig. Ich persönlich habe beispielsweise auf der Terrasse noch LTE – im Schlafzimmer nicht mehr.Dort habe ich normalerweise weder mit dem Galaxy S8 noch mit dem Huawei Mate 9 Probleme LTE zu empfangen. Ohne W-Lan und LTE ist Netflix & Co. aber praktisch ein Graus. Auch hier in der Firma war mal das WiFi gestört und ich wollte mal eben einen Hotspot aufmachen. Mit nicht vorhandenem LTE ist das aber praktisch für den Hintern. 🙁

  • Das Mi6 bekam einen IR-Port auf die Oberseite spendiert. Dieser fehlt mir im S8 definitiv. Einmal dran gewöhnt, ist es schon schick, den Fernseher auch mal bedienen zu können, wenn keine Fernbedienung auffindbar ist. 🙂

Xiaomi Mi6: Mein Fazit

Das Xiaomi Mi6 ist ein tolles Stück Hardware! Es ist toll verarbeitet, Sound und Kamera lassen kaum Platz für Kritik und das Display strahlt auch kontrastreich und intensiv trotz FullHD-Auflösung. Der Prozessor und Akku sind auf bestem Niveau und alles in allem rockt das Mi6 mit der deutschen Firmware.

Leider muss ich dem Xiaomi Mi6 eine Bewertung von 3.8 attestieren. Wäre das LTE Band 20 noch mit an Bord würde ich den Wert locker auf 4.5 aufstocken. Dann könnte man für den Preis wirklich fast nichts falsch machen. Natürlich kann man sich nun überlegen, beispielsweise ein S7 edge zu kaufen.

Hier müsste man aber immer noch einige Euro drauf packen und hätte dann am Ende keine Dual-Cam, kein Typ-C, einen eine Generation älteren Prozessor usw. Am Ende muss das wie immer jeder selbst entscheiden.

Vielen Dank an Tradingshenzen für die Bereitstellung des Testgeräts.

Wertung des Autors

Michael Meidl bewertet Xiaomi Mi6 mit 3.8 von 5 Punkten.

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