Endlich ist es soweit und das Chromebook von Samsung ist bei mir seit Freitag in seinem neuen zu Hause. Ich habe seit dem Nexus S nicht mehr so sehnsüchtig auf ein Gerät gewartet, denn das Chromebook hat seinen ganz bestimmten Einsatzzweck und somit auch eine ganz bestimmte Zielgruppe.
Was da genau im Spiel ist, hatte ich euch ja hier bereits zusammengefasst. Schon vor dem Auspacken war klar, dass bei den Chromebooks grundsätzlich, völlig neue Workflows benutzt werden müssen. Ebenso muss man für alle seine Desktop-Applikationen auch Web-Clients finden und testen. Dazu hat euch unser mobiFlip-Hausmeister schon einiges zusammengefasst. Heute für euch im Test das Samsung Series 5 Chromebook in Schwarz.
Gut gebaut
Schauen wir uns zunächst die Hardware an, natürlich subjektiv, wie immer
. Sofort fällt auf, dass das Chromebook zwar flach und astrein verarbeitet ist, aber im Vergleich zu einem normalen Netbook ein wenig zu schwer. Wie so oft kommentiert, wird das Keyboard des Chromebooks als perfekt empfunden. Keine F-Tasten, dafür browser-optimierte Tasten wie Reload, Seite vor, Seite zurück usw. Klasse Sache, leider fehlen mir die POS1, ENDE und ENTF-Tasten, aber das ist wohl Gewöhnungssache.
Nur eines stört mich maßlos an der Tastatur. Sie hat keine Beleuchtung. Kellerkinder wie ich tippen oft im Halbdunkel und so viel mehr kann eine Tastaturbeleuchtung nicht kosten, auch bei der Akkulaufzeit nicht. Gute Überleitung zum nahezu wichtigsten Punkt bei der Bewertung eines Netbook/Chromebook. Die Akkulaufzeit ist sagenhaft und so etwas habe ich auch von einem Tablet noch nicht erlebt. Im Standby ist der Stromverbrauch nahezu gleich null, aber im Betrieb hat man wirklich eine Laufzeit von sensationellen 9 Stunden, sogar im UMTS-Modus. Sehr geil das Ganze und so muss es sein.

Die Schaltzentrale eures Chromebooks ist aber das mächtige und für meinen Geschmack etwas zu groß geratene Touchpad. Ich bin Fan von Touchpads und benötige keine externe Maus, aber dieses Monsterteil ist überdimensioniert, sodass es mir ab und an passiert, dass ich beim Tippen mit dem Handballen darüber wische und mir der Cursor im Text verspringt. Ärgerlich das Ganze. Ansonsten ist das Teil super. Es ermöglicht Scrollen, Rechts- und Linksclick, Zoom und vieles mehr.
Das Bedienkonzept dieses Teils wirkt mehr als durchdacht. Der Burner am Samsung Chromebook ist natürlich der Screen. Ich bin von der Helligkeit, den starken Farben und dem guten Kontrast begeistert. Leider gibt es am Chromebook keine Einstellungsmöglichkeiten für den Helligkeitssensor. Da ich meistens bei niedrigster Helligkeit arbeite, macht mir der Sensor oft einen Strich durch die Rechnung und erhellt den Screen automatisch.
Genial ist die Möglichkeit die Funktionstasten “Suchen”, “Alt” und “Strg” selbst zu belegen. Leider nur mit einer vorgegebenen Auswahl an Alternativen. Dafür lassen sie sich auch deaktivieren. Das finde ich sehr nützlich. Positiv erwähnt sei auch die “Window-Switch”-Taste, mit der man zwischen Fenstern hin- und herschalten kann. So kann man mal eben auch ein Fenster mit mehreren Reitern vor neugierigen Blicken verbergen. Cool ist auch die Funktion des Bildschirms, welche beim Aufklappen sofort das System anschmeißt, egal ob aus dem Stand-By oder aus dem ausgeschalteten Zustand. Die Qualität von Kamera und Mikrofon sind super und entgegen anderer Meldungen klappt ein Google+ Hangout damit ohne Probleme.
Das System selbst
In dieser Sparte gibt es nicht viel zu sagen und das was man sagen kann ist nicht durchweg positiv. Aber der Reihe nach. Ein System das im Prinzip dem User nicht mehr als ein Browser ist, sollte auch alle Anforderungen an einen solchen erfüllen. Die größte Anforderung von mir an einen Browser ist, schnell, schneller, am schnellsten zu sein. Chrome auf dem Desktop-Windows-PC kann sich leider nicht mit der Performance des Browsers auf dem Chromebook messen. Immer wieder laggt und stockt das Aufrufen einer Seite.
Besonders schlimm ist das bei Seiten, die Videos abspielen wie etwa YouTube oder solche, die dicken Flash-Inhalt haben, wie etwa Browser-Instant-Messenger-Clients. Noch verstörender ist die Tatsache, dass ChromeOS Flash unterstützt, aber kein Java. Warum? Ich benötige Java für diverse Seiten und sogar einige Top-Spiele aus dem Web-Store kann man ohne Java nicht spielen. Das macht einfach keinen Sinn. Google, bitte nacharbeiten! Was mich bisher aber richtig überzeugt und was mir echt Spaß macht, ist das cloud-basierte Arbeiten. Der ChromeOS Dateimanager macht seinen Job gut und wenn man mal alle Tastenkombinationen raus hat, wie etwa [ALT]+[BACKSPACE] zum Löschen von Dateien, ist der Umgang ein Kinderspiel.
Fazit
Ich bin zufrieden. Kleine Mankos, kleine Vorteile, das ganze System ist rund. Das Einzige was wirklich noch her muss, ist wie schon erwähnt Java-Support und Verbesserungen in der Browser-Performance. 8 Sekunden bis ins Internet finde ich klasse und dank UMTS-Modul und Netzclub-SIM ist das nahezu überall möglich. Das Chromebook ersetzt derzeit meinen Windows-Laptop und springt in die Lücke zwischen Smartphone und Stand-PC.
Diese Lücke kann das Book gut schließen und mit etwas Gewöhnung, Geduld und einigen Neuentdeckungen wie der “Incredible Start Page“ macht das Gerät wirklich Laune. Somit bleibt mir Google nur noch folgendes mitzuteilen: 1. Das Chromebook ist mit rund 400 € bei Amazon einfach zu teuer um großflächig User anzusprechen und 2. sage ich danke für ein alles in allem tolles Gerät.
Die nächsten Tage beschäftige ich mich für euch noch mit dem Bootloader, dem Developer-Switch und ein paar Spielereien. Wer Fragen hat, darf sie gerne in den Kommentaren lassen. Ich versuche sie zu beantworten. Eine Frage an euch habe ich natürlich auch. Spielt ihr mit dem Gedanken ein Chromebook zu erwerben?


















Kommst du denn bei der Netzclub SIM-Karte mit deinen 200MB aus? Auf einem Notebook lässt sich damit doch bestimmt nur eine halbe Stunde surfen, bevor auf GPRS gedrosselt wird, oder nicht?
Und wie steht es so momentan mit Offline-Funktionen? Sehr schöner Bericht BTW
Grundsätzlich habe ich eigentlich überall WLan zur Verfügung und wenn 200MB Netzclub sim net langt, wird übers smartphone getethert
Ich bin Fan von großen Touchpads und der Trend geht auch ganz klar zu größeren Touchpads, nicht zuletzt deshalb weil es Laptop-User egal welcher Marke schon lange fordern…

Ein kleiner Praxiswert bzgl. Akkulaufzeit fehlt mir noch in deinem kurzen Review
PS: Leider besteht der Performance-Nachteil bei Seiten mit Plug-Ins schon seit der ersten Generation von ChromeOS (Cr-48). Das hat sich zwar mittlerweile schon etwas verbessert (vor einem Jahr war das noch eine echte Ruckelorgie) aber ich hoffe das sich da noch was tut.
"Die Akkulaufzeit ist sagenhaft und so etwas habe ich auch von einem Tablet noch nicht erlebt. Im Standby ist der Stromverbrauch nahezu gleich null, aber im Betrieb hat man wirklich eine Laufzeit von sensationellen 9 Stunden, sogar im UMTS-Modus. Sehr geil das Ganze und so muss es sein."
Hey,
einen genauen Akkulaufzeitstest kann ich nach den paar Tagen noch nicht sagen, aber ich werde mich dazu noch genauer Äußern
Was kannst du denn zur Lautstärke das Lüfters sagen.
Ist es wirklich zu laut, würde mich bei der geringen Leistung (z.B. bei Flash) wirklich wundern?
Ich empfinde das Chromebook als das leiseste was ich je auf dem Schoss hatte. Man hört zwar ein Rauschen vom Lüfter, aber störend ist das nicht. Auch hat das CHromebook nahezu keine Hitze-Emissionen. Ich hab mal nen Dezibel-Messer davor gehängt, genau an den Lüfterschlitz. Die Messung ergab einen "Lärmpegel" von [45 Dezibel] beim normalen Surfen und [48 Dezibel] beim youtuben
"Man hört zwar ein Rauschen vom Lüfter"
Und es ist somit leiser als ein MBP oder ein Air?
Leiser als das MBP Early 08 auf jedenfall. mehr kann ich nicht vergleichen
Kann es zwar auch nicht vergleichen, aber leiser als ein Air kann es nicht sein, da man das gar nicht hört
Interessanter Bericht. Bin auch am überlegen, allerdings sind die Comments auf Amazon zu dem Teil nicht so berauschend…würde das teil zum bloggen brauchen…
Man muss es probieren. Wie ich schon schrieb, jeder einzelne workflow ändert sich, bis evtl auf das schreiben des Textes an sich.
Kurze frage was kann das was ein normales notebook nicht kann? Nichts oder? Im offline modus total sinnlos und im online modus kann es doch auch nicht was man nicht mit einem normalen notebook kann. Für die die sich kein normales leisten können sicherlich sinnvoll, für den rest aber…
Die Akkulaufzeit erreicht sonst kein Notebook, aber ich denke das wars dann auch schon, im Prinzip müßte man es ja auch mit nem Netbook vergleichen, nicht mit nem Notebook, aber auch da seh ich grad nicht mehr Vorteile. Liegt aber vielleicht auch daran das ich generell kein Wolken-Typ bin.
Wozu ein Teil mit derart geringer Performance einen Lüfter braucht?
Die Helligkeit nicht nach Wunsch des Nutzers einstellen zu können,
das ist ziemlich unergonomisch. Die Tasten "Pos1" sind nicht nur
für schnelle Textverarbeitung nötig, auch für andere Web-Software.
Die Akkuzeit ist anhand Hardware und Leistung nichts Besonderes.
Die "End"-Taste hatte ich im dritten Satz vergessen zu erwähnen und dass
man für den Preis viel leistungs- und ausbaufähigere Notebooks bekommt.
Ich verstehe nicht ganz wieso so wenig darauf eingegangen ist das eine netzwerkverbindung zwingend erforderlich ist. Und das sich das chromebook nur mit google Services versteht.
Mehr braucht es wohl nicht um ds chromebook massiv abzuwerten. Wer nur mit google arbeitet wird vielleicht noch zufrieden sein. Doch davon auszugehen das überall Internet ist klingt mehr als naiv.
Das ist doch alles Geschmackssache. Und ich weiss nicht wo du dich so rumtreibst, aber ich habe überall Internet, und wenns nur getethert über das smartphone ist…. Ausserdem habe ich dieses Internet-Only Ding schon besprochen. Wem dann auch die Google-Geschichte zuwider ist, der sollte sich das CHromebook natürlich nicht anschaffen
DAMerrick bringt es auf den Punkt. Jedes 250-Euro-Notebook bietet mehr,
diese Preisklasse richtet sich in erster Linie an die Low- und Internetuser,
wozu 400,- Euro für ein schwaches Chromebook hinblättern, das sich nur
wenig von einem Toshiba-Android-Notebook für 199,- Euro unterscheidet.
Zeig mir mal nen 250€ Netbook, das mehr kann., Ich hab eins, meine Freundin auch, mit Win 7 oder Linux, es sind einfach Krücken, da nervt ALLES, langsam ohne Ende und Netbooks mit Dual Core und Co. sind auch teurer. Was bringt es, wenn ich theoretisch alles machen kann, es aber am liebsten vor die Wand klatschen würde, weil es so langsam ist?
Komisch, habe hier ein Asus-15″-Notebook für 400 Euro, und ein Acer-13″-Subnotebook – beides alles andere als Krücken. Ok, es sind keine Netbooks, aber die sind meistens ja einfach zu klein.- Der 13″ hat die perfekte Größe, meiner Meinung nach.
Wenn die Chromebooks auch nur Atom-CPUs usw. haben, dann sind es doch genau so Krücken wie andere Netbooks, oder?
Denn theoretisch kann ich mir doch ein Chrome OS (es sei denn, Google macht den Apple) oder was auch immer auf jedes Netbook spielen, zumindest den Chrome-Browser. Cloudbasierte Programme gehen auch, benötigen keinen speziellen, magischen Baustein, der in einem Chromebook verbaut ist.
Also: Was kann ein Chromebook wirklich mehr, was ein Netbook nicht kann. Oder ist das OS so teuer?
Was denkt ihr?
Asus Eee Pad TF 101 gegen Samsung Chromebook
Ich denke, dass das Eee Pad mit Dock gewinnt.
Hängt halt stark vom"Use-Case" ab also davon, wass du willst/brauchst
1. Freue mich über euren Bericht, werde sie aber morgen nochmal ausfuhlich lesen. Bin nicht so richtig Aufnahme fähig!
. Finde auch 400€ ganz schon teuer! Ausreden, auf den kleinsten nenner gebracht, ist es doch nur ein Browser, was nicht schlechtes bedeutet aber hätte man nicht Smartphone Hardware verbauen können.
So nun hatte ich ein bisschen Zeit euren Bericht zu lesen, was mich in erster line interessiert, wie die Geschwindigkeit beim mobilen surfen ist, d.h. mit SIM Karte. Denn wenn ich es mir zulegen sollte, muss es mobil sehr gut nutzbar sein. Dann würde mich natürlich interessieren ob das CB erweiterbar ist, größere Festplatte oder arbeitsreicher, um eventuell doch noch Windows zu installieren . Wenn es überhaupt möglich ist.
:). Naja und zu dem Preis, ich glaube das Samsung klar war, das sie es zu diesen Preis nicht los werden. Deshalb bringen sie das cromebrook jetzt auf dem Markt, und im Sep oder Okt wird der Preis um 40% gesenkt.
Habe gerade die Rezension bei Amazon gelesen, viele fragen haben sich für mich damit auch geklärt!
Meins ist heute angekommen. Weiss noch nicht, ob ich das verkaufe oder behalte… hm hm hm
Ich glaube, das ChromeBook ist nur in zweiter Linie für Privatanwender gedacht. Daher auch der hohe Preis.
In erster Linie sollen sicher kleinere und mittlere Unternehmen ("KMUs") angesprochen werden. Die haben nämlich meistens die drei typischen EDV-Probleme Datensicherung, Datensicherheit und Administration. Mit GoogleApps und eben dem ChromeBook sollten diese Firmen von einigen IT-Sorgen befreit werden können.
Der Charme dieses Konzepts ist eben das "Computern überall" (oder auch "ubiquitous computing") ohne LAN-Kabel, ohne lokalen Server und auf der Höhe der Zeit mit Mail, Web und eben Apps. Ein "Super-Gadget für alle Nerds" hätte Google wohl mit einem attraktiveren Preis versehen.
Frank Werner