Synology DS212j NAS-Server im Test

Ich habe in der Vergangenheit häufiger von meinem Heimnetzwerk und dessen Vernetzung hier geschrieben, denn mit diesem Thema beschäftige ich mich noch nicht all zu lange und denke generell, dass es ganz interessant für den ein oder anderen sein kann. Nachdem eine neue Fritz!Box mit integriertem NAS-Server hier Einzug hielt, war relativ schnell klar, dass dies eigentlich eine tolle Lösung wäre, leider ist der NAS in der Fritz!Box ganz schön lahm, ein Film über das Netzwerk darauf zu kopieren dauert daher ziemlich lange.

Aus diesem Grund musste ich nicht lange überlegen, als Synology mir angeboten hat den DS212j NAS-Server zu testen. Das gute Stück werkelt nun ein paar Wochen hier und daher denke ich, es ist Zeit für einen Bericht und auch ein erstes Urteil zu der Kiste. Für mich ist solch ein Gerät absolutes Neuland, ich musste mich also selbst erstmal einarbeiten, der Ansatz gefällt mir aber, denn mit dem DS212j stellt ihr euch euren eigenen kleinen Server ins Wohnzimmer, der lokal oder auch über das Internet erreichbar ist. Aber dazu später mehr.

Spezifikationen

  • CPU-Frequenz : 1.2GHz
  • Speicher : DDR2 256MB
  • Interne HDD/SSD : 3.5″ or 2.5″ SATA(II) X 2 (Mit optionalem 2,5″-Festplattenhalter) (Festplatte nicht enthalten)
  • Max. interne Kapazität : 8TB (2X 4TB HDD) (Kapazität kann je nach RAID-Typ variieren) (Alle unterstützten HDDs anzeigen)
  • Externe HDD-Schnittstelle : USB 2.0-Port X 2
  • Größe (HxBxT) : 165 X 100 X 225.5 mm, Gewicht : 0.94Kg
  • LAN : Gigabit X1, Systemlüfter : 92x92mm x1
  • Geräuschpegel : 18.3 dB(A)
  • Verhalten nach Stromausfall, AC Eingangsspannung : 100V bis 240V AC
  • Stromverbrauch : 17,6W (Betrieb) ; 5,5W (Ruhezustand)

Erstmal ist auspacken angesagt, denn das Gerät nutzt euch natürlich nichts ohne entsprechende Festplatten. Man kann zwar auch externe Speichermedien daran betreiben, dies ist aber meines Erachtens nicht Sinn der Sache. In meinem Fall habe ich zwei jeweils ein Terabyte große Festplatten verbaut, von denen ich dann aber auch nur einmal ein Terabyte aktiv als Speicher nutzen kann. Maximal kann man zwei mal vier Teraybyte Platten verbauen. Diese befinden sich dann in einem RAID-Verbund, was bedeutet, dass die Daten jeweils auf beiden Platten gespiegelt sind. Sollte eine Platte also mal aussteigen, sind eure Daten nicht gleich verloren.

Falsch machen kann man eigentlich nichts, die Platten werden einfach eingesteckt und festgeschraubt und auch der DS212j an sich lässt sich einfach öffnen und auch wieder verschließen. Entsprechend benötigte Schrauben befinden sich im Lieferumfang. Hat man dies gemacht, muss man sich überlegen, wo man das gute Stück denn aufstellt. In meinem Fall habe ich es mit dem mitgelieferten LAN-Kabel direkt neben der Fritz!Box platziert und es auch damit angeschossen.

Dann geht es an die Einrichtung, welche sich durch einen Assistenten im Grunde von alleine erledigt. Man gibt ein paar Eckdaten an und es wird ein “Volume” erstellt. Später habe ich dann über die Systemsteuerung die Möglichkeit verschiedene Nutzer anzulegen, wobei ich hier für jeden Bereich festlegen kann, wer auf Inhalte zugreifen kann. Systemsteuerung? Richtig, der NAS-Server hat im Grunde ein eigenes Betriebssystem, welches komplett im Browser läuft. Als ich ihn erhalten habe war noch DSM 3.0 installiert, mittlerweile nutze ich aber DSM 4.0.

Im DSM 4.0 gibt es so viele Möglichkeiten, dass man als Einsteiger erstmal etwas erschlagen wird. Es klingt alles nett und man unterschätzt auch etwas, was damit machbar ist, die ein oder andere Sache musste ich mir aber erstmal im Netz erklären lassen. Ich persönlich möchte den NAS im Grunde hauptsächlich lokal nutzen, ich könnte mir darüber auch aber meine eigene private “Dropbox” realisieren, oder eine Webcam anschließen, welche ihre Bilder auf dem Speicher ablegt, oder durch Pakete neue Funktionen hinzufügen, oder noch vieles mehr.

Wer sich generell für das Thema interessiert, dem würde ich auf jeden Fall die Online-Demo von DSM 4.0 ans Herz legen, hier könnt ihr euch als normaler Nutzer einloggen und erhaltet so einen ziemlich guten Eindruck vom System. Noch erwähnenswert ist auf jeden Fall der E-Mail-Server mit IMAP-Support, der FTP-Server, der Webserver, über den ihr eigen Webseiten hosten könntet und der Druckerserver. Die Möglichkeiten sind auf jeden Fall Hammer, einige Dinge lohnen sich aber natürlich nur mit einem flotten DSL-Anschluss.

Auch wenn ich das DSM ziemlich gelungen finde, habe ich keine Lust für das Kopieren von Dateien jedes Mal in den Browser zu gehen, aus diesem Grund habe ich mir einfach die Ordner meiner DiskStation in den Windows-Arbeitsplatz als Netzlaufwerk eingebunden. Nach einmaliger Eingabe des Passworts bleiben diese dauerhaft vorhanden und auch verbunden. Dateien kopiere ich nun also direkt über den Arbeitsplatz. Hier in meinem kleinen Heimnetzwerk schaffe ich das mit ca. 10 bis 12 Megabyte pro Sekunde, was für mich ausreichend ist. Ob das okay ist, kann ich nicht sagen, da ich kein NAS zum Vergleichen habe, es ist zumindest ca. 10 mal schneller als es die Fritz!Box ermöglicht. Update: Für mein Netzwerk ist es okay, aber nicht sonderlich gut. Danke an die Hinweise in den Kommentaren.

Für mich richtig wichtig und zum Glück vorhanden ist die Unterstützung für DLNA und der Zugriff per UPnP. Über mein W-Lan streame ich so nämlich Musik, Filme und auch Bilder direkt von der DS212j auf meinen Samsung-TV oder auch auf die VideoWeb TV-Box. Das funktioniert problemlos, man muss allerdings diese Funktion erst im DSM vom NAS aktivieren. Natürlich kann ich auch vom iPad oder dem Android-Gerät aus über entsprechende Apps auf meine Inhalte zugreifen, oder auch die DS212j steuern. Ich nutze aber “nur” den DS finder.

Normalerweise könnte die Station zum Beispiel immer laufen, da die Festplatten ja in den Sleep-Modus gehen, ich fahre sie aber auch ab und zu komplett herunter und muss dafür nur mein iPad bemühen. Leider klappt das nicht beim Hochfahren, hier muss der Knopf an der Frontseite also noch gedrückt werden. Der Geräuschpegel der Station hält sich wirklich in Grenzen, zu nah an die Couch würde ich sie aber auch nicht stellen, denn je nach Untergrund hört man das Summen der Festplatten recht deutlich. Wer eine gute Soundanlage besitzt, kann da wohl drüber hinwegsehen. ;)

Unterm Strich bin ich wirklich begeistert von solch einer Lösung. Ein eigener Server, der früher nur in größeren Firmen üblich war, habe ich jetzt auch daheim und kann ihn sogar bedienen. Die Software nimmt einen oftmals an die Hand, überfordert den Laien hin und wieder etwas, ist aber unterm Strich einfach zu bedienen, optisch ansprechend und gut gelungen. Die Hardware an sich scheint ausreichend flott zu sein, der Vergleich fehlt mir hier allerdings etwas. Der weiße Kunststoff schaut schick aus, Katzenhaare zieht er aber – gefühlt – magisch an. Da die Kiste allerdings recht unscheinbar hier im Wohnzimmer platziert ist, stört das nicht.

Wie gesagt liegt bei mir der Fokus in erster Linie auf dem klassischen Heimserver, damit ich und meine Freundin mit jedem unserer Geräte immer Zugriff auf alle Dateien haben. Aber auch Medien per DLNA direkt an meinem TV zu streamen ist natürlich richtig geil. Der Synology DS212j NAS-Server kostet bei Amazon aktuell ca. 180 Euro, hinzu kommen natürlich noch die Festplatten. Wenn man sich einmal an solch eine Kiste im eigenen Zuhause gewöhnt, hat, will man gar nicht mehr ohne, zumal man gerade als Einsteiger, wie ich es bin, immer wieder neue Funktionen und Anwendungsfälle findet.

Da hier sicher der ein oder andere Nutzer mit liest, der bereits mehr Erfahrungen mit NAS-Servern gemacht hat, dürft ihr gerne mal ansagen, was ihr so daheim rumstehen habt und wofür ihr die Kiste nutzt. Eventuell finde ich ja auch noch weitere für mich nützliche Einsatzgebiete. Auch Fragen sind gerne gesehen, da das Gerät ja noch hier steht, kann ich gerne das ein oder andere für euch testen.

PS: Ihr solltet in den nächsten Tagen die Augen offen halten, denn drei von euch werden die Möglichkeiten haben einen Synology DS212j NAS-Server selbst zu testen! Details hier. ;)

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