1.100 Lumen für die Jackentasche: ThruNite TC12 V2 im Test

Thrunite Tc12 V2
ThruNite TC12 V2

Ihr wollt mehr Gear Reviews? Ihr bekommt sie! Diesmal hatte ich die Möglichkeit, eine wiederaufladbare Taschenlampe von ThruNite genauer unter die Lupe nehmen.

Zu Beginn gibt es direkt mal ein paar harte Fakten:

Die Lampe strahlt ihre maximal 1.100 Lumen bis zu 240 Meter weit. Abgestuft sind die sechs Modi wie folgt:

  • Turbo (1.100 Lumen / 2,2h Laborlaufzeit)
  • High (472 Lumen / 3,4h)
  • Medium (200 Lumen /8,7 hrs)
  • Low (21 Lumen /2,5 Tage),
  • Firefly (0.5 Lumen /49 Tage)
  • Strobe (1100 Lumen / 3,6h)

Natürlich ist das aus Aluminium gefertigte Gehäuse nach IPX8 Standard vor Wasser und Stößen geschützt, was ich in dieser Klasse aber als selbstverständlich erachte. Nichtsdestotrotz sollte man sich dadurch keine Sorgen machen müssen, wenn die Funzel mal auf den Boden stürzt oder ein Bad nimmt.

Auch wenn in meinem Praxistest alles dicht gehalten hat, bin ich gegenüber der Gummiklappe über dem USB-Anschluss etwas skeptisch. ThruNite scheint das auch zu sein und hat direkt mal zwei Ersatzklappen mit beigelegt. Irgendwie fühlt dich das kleine Teil nicht so an, als würde es hundertprozentig abdichten und
manchmal musste ich es nach dem Transport, zum Beispiel in der Jackentasche, sogar wieder ein wenig rein drücken.

Thrunite Tc12 V2 Schalter

Ansonsten ist die Taschenlampe aufgebaut wie alle anderen in ihrem Segment: Wegrollsicheres Gehäuse, Tailswitch zum Ein-/Ausschalten sowie ein Schalter hinter dem Reflektor um den Modus zu wechseln.

Letzterer ist mit einer LED versehen und genau wie bei der Fenix extrem schwer zu erfühlen. Eine geriffelte Oberfläche sorgt weiterhin für mehr Grip und ein abnehmbarer Clip ermöglicht eine Befestigung zum Beispiel am Gürtel.

Gehäuse und Aufladefunktion

Wo wir schon einmal beim Gehäuse sind: Die Maße belaufen sich auf nachgemessene 14cm Länge und 2,6cm im Durchmesser. Das ist auf jeden Fall größer als die PD32 von Fenix, die 960 Lumen und keine Aufladefunktion an Bord hat.

Thrunite Vs Fenix

Im direkten Vergleich fällt mir der Größenunterschied schon irgendwie leicht negativ auf, aber auch sonst habe ich (persönlich) das Gefühl, dass hier mehr oder weniger eine Art goldene Grenze knapp überschritten wurde. Ansonsten liegt die TC12 aber angenehm in der Hand und wirkt auch hochwertig verarbeitet.

Ein zentrales Feature dieser Lampe ist natürlich die Möglichkeit, den Akku per Micro-USB aufzuladen. Es lässt sich natürlich diskutieren, inwieweit so etwas im Outdoor- bzw. taktischen Einsatz Sinn ergibt, denn dort hat man ja oft nicht die Möglichkeit, mal eben einen Kabel anzuschließen und außerdem benötigte das volle Aufladen an einer 220 Volt Steckdose in meinem Test ca. 5 Stunden.

Thrunite Tc12 Micro Usb

Aus diesem Grund habe ich im Outdooreinsatz meist mehrere geladenen Akkus in einer speziellen Box dabei, um innerhalb von Sekunden wieder das Maximum an Saft verfügbar zu haben.

Aber im EDC-Bereich ist es schon sehr angenehm, das Teil mal eben anzuschließen und eigentlich nie einen leeren Akku riskieren zu müssen, selbst wenn man einmal bei Freunden ist. Man kann zwar immer nur einen Akku laden, spart sich dafür aber trotzdem ein externes Ladegerät.

Der Preis für diese Funktion ist dann die Gummiklappe über dem USB Anschluss und wahrscheinlich der etwas größere Formfaktor. Dafür kann man sich aber auch ein externes Ladegerät sparen und muss nicht ständig CR123A Batterien nachkaufen.
Wäre USB-C besser gewesen? Zumindest wäre es zukunftssicherer, aber bis wir bei solchen Geräten einen C-Anschluss sehen, müssen wahrscheinlich noch einige Jahre und ein paar Lizenzgebühr-Senkungen ins Land ziehen.

Was ich bei der Ladefunktion absolut nicht intuitiv finde: Damit die Taschenlampe lädt, muss man sie einschalten und darf erst dann den Stecker einstecken. Danach geht sie wieder aus und die LED am oberen Knopf leuchtet Rot.

Tut man dies nicht, blinkt sie Lila, was soviel wie „Ladefehler“ bedeutet. (Und wenn man, so wie ich, die Bedienungsanleitung nicht gelesen hat, dann wundert man sich, warum der Akku nach einem halben Tag immer noch leer ist. 😄) Während des Ladens kann man übrigens die beiden dunkelsten Stufen nutzen.

Lichtleistung und Bedienung

Kommen wir zum Herzstück einer jeden Lampe, nämlich dem Output an Licht. Dieser wirkt bei der TC12 V2 schon gewaltig und lässt in der Größenkategorie sicherlich keine Wünsche offen.

Bei der verbauten LED handelt es sich um ein kaltweißes Modell, im direkten Vergleich zur Fenix wirkt sie jedoch etwas wärmer. Und für alle Spec-Junkies: Man merkt in Sachen Helligkeit keinen Unterschied zwischen 1.100 und 960 Lumen. Durch die Lichtfarbe wirkt die Fenix teilweise fast noch einen Ticken heller.

Thrunite Tc12 V2 Bild 2

Was das Lichtbild angeht, ist die TC12 schön ausgewogen, man kann also sowohl weit entfernte Objekte erhellen, als auch den Nahbereich ausleuchten. Was mir bei dem Wechsel der Modi negativ aufgefallen ist: Hat man einmal eine Helligkeitsstufe eingestellt und drückt den Knopf nach kurzer Zeit erneut, dann schaltet die Lampe nicht in die nächst hellere Stufe, sondern springt auf die niedrigste Stufe zurück. Ich kann mir da keinen Reim drauf machen und finde es ziemlich nervig.

Bei den Fotos müsst ihr beachten, dass leichter Schnee-Frost lag, was die Wirkung der Lampe natürlich ein wenig verfälschen könnte. Ich denke man bekommt aber trotzdem einen guten Eindruck von der Lichtleistung. Die 0,5 Lumen Stufe ließ sich mit meiner Kamera verständlicherweise nicht einfangen.

Das Zubehör

Was das Zubehör angeht, so sind noch Ersatz-Gummi-Endkappen und -Dichtungsringe enthalten. Außerdem wird eine Armschlaufe mitgeliefert, welche vom Material her rund und relativ dünn ist. Man hat hierbei zwar die Möglichkeit, das Band ums Handgelenk zu fixieren, diese Fixierung kann jedoch nicht festgestellt werden und weitet sich daher immer ein wenig.

Das ist zwar besser als nichts, aber einen Schritt weiter denken hätte hier definitiv nicht geschadet.

Thrunite Tc12 V2 Tailswitch

In Sachen Zubehör kann man außerdem nicht oft genug loben, wenn etwas so Wichtiges wie die Energiequelle im Lieferumfang enthalten ist. Und im Gegensatz zu Fenix liefert Thrunite einen Akku und keine Batterien mit. Für den Fall, dass sich das jemand fragt: Normale AAA oder AA Batterien bringen einfach zu wenig Leistung um 1.100 Lumen abzufeuern.

Schade fand ich noch die fehlende Gürteltasche, denn wenn diese sinnvoll konstruiert ist (wie man es nicht machen sollte lest ihr im Review zur PD32), ist sie durchaus sehr nützlich.

Das Fazit zur ThruNite TC12 V2

Mit der ThruNite TC12 V2 bekommt man eine solide Lampe, die einen im wahrsten Sinne des Wortes nicht im Dunkeln stehen lässt. Ich würde mir zwar wünschen, dass die Lampe einen Hauch kleiner ist, aber das empfindet ja jeder angesichts des Einsatzzweckes anders. Zudem gefällt mir der Firefly Modus mit 0,5 Lumen, da er äußerst sparsam ist und man damit, besonders bei Aktionen im Nahbereich, nicht geblendet wird.

Wenn ihr auf der Suche nach einer EDC Lampe seid, die nicht nur robust ist, sondern sich auch komfortabel aufladen lässt, solltet ihr euch das Modell einmal näher anschauen. Aktuell kostet die ThruNite TC12 V2 circa 60 Euro, was ich als angemessen empfinde.

Welche Taschenlampe nutzt ihr und was haltet ihr von einer integrierten Aufladefunktion?

Wertung des Autors
Tim Berghoff bewertet ThruNite TC12 V2 mit 4.1 von 5 Punkten.

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