Air Prime: Amazon verrät neue Details zur Lieferung mit Drohnen

Paul Misener von Amazon hat sich in einem Interview mit David Pogue von Yahoo diversen Fragen zum Drohnen-Programm gestellt und sie beantwortet.

Bei Amazon arbeiten zahlreiche Mitarbeiter mit Hochdruck an Prime Air, einem Programm, welches sich mit der Lieferung von Paketen via Drohne beschäftigt. Für viele ist das immer noch Science Fiction, doch Amazon ist sichtlich bemüht diesen Eindruck zu ändern. In einem Interview mit Yahoo hat Paul Misener von Amazon diverse Fragen gestellt bekommen und diese ausführlich beantwortet.

  • Es ist noch nicht sicher, ob die Lieferung via Drohne zusätzliche Versandkosten mitbringt, das wird sich dann noch zeigen.
  • Man hofft, dass Leute die Drohnen nicht mit Gewehren vom Himmel holen und sie eines Tages so selbstverständlich wie Lieferwagen werden. Auf diese wird immerhin auch nicht (oder selten) geschossen.
  • Die Lieferung des Pakets erfolgt an einen Wunschort, sei es vor die Haustür, oder in den Hinterhof. Dort kann das Paket zum Beispiel abgelegt werden, wenn man nicht daheim ist.
  • Eine Lösung für Häuser mit mehreren Wohnungen hat man noch nicht. Eine wäre ein Landeplatz auf Dächern, falls möglich, doch das ist ein Problem, für das Amazon noch keine konkrete Lösung hat.
  • Die Drohnen von Amazon entwickelt man selbst und sie unterscheiden sich von den Drohnen, die man als Konsument kennt. Sie fliegen komplett selbstständig und werden entsprechend entwickelt. Es gibt außerdem unterschiedliche Drohnen für unterschiedliche Gebiete (z.B. Gebiete mit viel Regen haben andere Drohnen, als trockene Gegenden).
  • Die größte Herausforderung ist nicht die Technik, es ist die Politik. Man muss eine Einigung mit der Regierung finden, die die Lieferung von Drohnen erlaubt. Das ist alles andere als leicht und man arbeitet hier in den USA mit der FAA und NASA zusammen.
  • Sollte die Technik fertig sein, bevor es die Regierung ist, schließt Amazon nicht aus, dass man das System erst in anderen Ländern testen wird. Das hofft man allerdings nicht. Man möchte es zuerst in den USA anbieten.
  • Die Drohnen werden so entwickelt, dass sie möglichst leise sind. Das ist ebenfalls eine große Herausforderung, immerhin werden täglich sehr viele Pakete ausgeliefert. Sollten Drohnen die Zukunft bei der Paketlieferung sein, würde das auch bedeuten, dass wir viele davon ständig am Himmel sehen werden und für die Bürger darf das natürlich nicht störend sein.

Zugegeben, die Idee ist gut und die Lieferung via Drohne scheint für mich auch nicht abwegig. Eine Frage, die Misener sehr oft beantworten muss: Ist das alles Realität, oder nur ein großer Marketing-Gag von Amazon? Die Antwort: Es ist Realität. Und Amazon steckt viel Geld in die Entwicklung des Projekts. Vielleicht auch, um etwas unabhängiger von klassischen Lieferdiensten zu sein.

Die technischen Herausforderungen sind eine Sache, doch politischen Fragen und die Anpassung der Umwelt (ich kann mir nicht vorstellen, dass an meinem jetzigen Wohnort jeden Tag mehrere Drohnen sicher fliegen und landen können) ist die viel größere Aufgabe. Doch Amazon sieht in Prime Air die Zukunft und wird das Projekt weiter vorantreiben, da bin ich mir sicher. Bis so etwas aber wirklich Alltag und für uns normal ist, werden mit Sicherheit noch einige Jahre ins Land ziehen.

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