Alldocube X im Test: China-Tablet mit AMOLED-Display ausprobiert

Alldocube X Front

Das Alldocube X aus China soll eine günstige Alternative zum Samsung Galaxy Tab S4 bzw. Galaxy Tab S5e darstellen. Dazu hat es das gleiche 10,5 Zoll große Super-AMOLED-Display verpasst bekommen.

Wir haben uns angeschaut, ob das alleine ausreicht, um eine Empfehlung von uns zu erhalten. Alles Wichtige zum Alldocube X lest ihr in unserem folgenden Testbericht.

Technische Daten des Alldocube X

  • 10,5 Zoll AMOLED-Display mit 2.560 x 1.600 Pixeln
  • MediaTek MT8176 Hexa-Core-SoC
  • 4 GB RAM
  • 64 GB interner Speicher, erweiterbar per microSD-Karte
  • 8-Megapixel-Hauptkamera
  • 8-Megapixel-Frontkamera
  • 30,4 Wh Akku
  • Android 8.1 Oreo
  • WLAN b/g/n/ac, Bluetooth 4.0
  • 245 x 175 x 6,9 mm
  • 496 Gramm

Schickes Metall-Gehäuse mit Verarbeitsungsmangel

Alldocube X Front 2

Optisch braucht sich das Alldocube X nicht vor den teureren Modellen bekannter Marken zu verstecken. Der chinesische Hersteller setzt rundherum auf ein silbernes Metall-Gehäuse, das zusammen mit der weißen Front einen hübschen Eindruck macht. Dazu tragen auch die Displayränder des Tablets bei, da sie im Vergleich mit Konkurrenz-Produkten erstaunlich schmal ausfallen.

Zwar wirkt das Alldocube X optisch ziemlich edel, die Verarbeitung kann da aber leider nicht ganz mithalten. Problempunkt ist hier die Verwindungssteife des Gehäuses. Übt man etwas Druck darauf aus, fängt es leicht an zu knarzen. Das mag im Alltag nur wenig stören, könnte im schlimmsten Fall irgendwann aber in einem Defekt enden. Da das Problem allerdings nicht sonderlich ausgeprägt ist, gehe ich derzeit davon aus, dass solch ein Resultat vermutlich nicht eintreten wird.

Alldocube X Back

Abgesehen von diesem einen Aspekt kann sich die Verarbeitung beim Alldocube X dann aber doch wieder sehen lassen. Die links positionierten Power- und Lautstärke-Tasten haben einen exzellenten Druckpunkt und der Fingerabdrucksensor rechts im Rahmen ist gut zu erreichen.

AMOLED-Display brilliert bei Serien und Filme

Alldocube X Display

Besonders großen Wert legt Alldocube beim Marketing des Alldocube X auf das verbaute Display. Dabei handelt es sich um ein 10,5 Zoll großes Super-AMOLED-Panel, welches baugleich zu jenem des deutlich teureren Samsung Galaxy Tab S4 sein soll.

Damit eignet sich das Alldocube X prima zum Medienkonsum. Filme, Serien und Co. schauen auf dem AMOLED-Display exzellent aus, was besonders an den leuchtenden Farben liegt. Diese sind aber, so ehrlich muss man sein, häufig nicht besonders naturgetreu, sondern etwas übersättigt. Mich persönlich störte diese Tatsache im Alltag allerdings nicht wirklich – lieber als ein herkömmliches IPS-Panel war mir das AMOLED-Display des Alldocube X allemal.

Zum positiven Eindruck des Displays trugen aber auch noch einige weitere Aspekte bei. Zu nennen sind hier unter anderem die sehr scharfe Auflösung von 2.560 x 1.600 Pixeln, die immerhin durchschnittliche Helligkeit und die automatische Helligkeitsregulierung.

Festzuhalten bleibt, dass das Display des Alldocube X im Alltag einfach unglaublich Spaß macht. Egal ob man sich gerade nur eine Serie ansieht oder das ein oder andere Casual-Game spielt – Inhalte jeder Art sehen darauf einfach gut aus. Legt man jedoch viel Wert auf eine akkurate Farbwiedergabe, sollte man sich besser nach einer Alternative umschauen.

Schnelle Performance, aber nichts fürs Gaming

Alldocube X Youtube

Vergleicht man das Alldocube X mit dem Samsung Galaxy Tab S4, dürfte einem der größte Unterschied wohl bei der Performance auffallen. Anstelle eines Snapdragon-SoCs von Qualcomm verbaut der chinesische Hersteller einen MediaTek Helio MT8176 Hexa-Core zusammen mit 4 GB Arbeitsspeicher.

Im Alltag erzielt diese Kombination eine durchaus zufriedenstellende Performance. Apps öffnen angenehm schnell, das Multitasking klappt gut und kurze Ruckler halten sich in Grenzen. Dennoch wird bereits hier deutlich, dass das Tablet verglichen mit echten Oberklasse-Modellen etwas hinterherhinkt.

Deutlicher wird dieser Unterschied dann noch einmal, sobald es ans Gaming geht. Klar, Casual-Games kann das Alldocube X flüssig wiedergeben und selbst etwas anspruchsvollere Spiele wie Vainglory laufen ohne wirkliche Probleme. Schluss ist dann aber bei aktuellen AAA-Titeln wie PUBG und Co. Hier wird nicht nur auf die niedrigsten (ergo ziemlich hässlichen) Grafikeinstellungen heruntergeregelt, zusätzlich treten auch noch solch auffällige Ruckler auf, dass an Spielspaß nicht wirklich zu denken ist.

Insgesamt kann das Alldocube X aber auch bei der Leistung einigermaßen überzeugen. Abgesehen vom anspruchsvollen Gaming erledigt es alle Aufgaben ohne Ruckler und in angemessenem Tempo.

Android 8.1 Oreo in Reinform

Alldocube X Software

Im Gegensatz zu manch anderem Hersteller setzt Alldocube beim Alldocube X auf reines Vanilla-Android in Version 8.1 Oreo. Käufer können sich somit an der originalen Android-Oberfläche erfreuen und müssen sich auch nicht mit Bloatware herumärgern. Wichtige Features wie der Multi Window-Modus sind trotzdem vorhanden, sodass es hier erst einmal nichts zu meckern gibt.

Dennoch existiert natürlich auch beim Alldocube X eine bekannte Grundproblematik: Vergleicht man Android mit iOS, kann das Betriebssystem auf Tablets einfach nicht mithalten. Auch 2019 laufen einige Apps immer noch nicht problemlos auf großen Displays, was ab und an für etwas Frust sorgt. Wer allerdings nur jeden Abend eine Episode bei Prime Video oder Netflix sehen möchte und gelegentlich mal im Internet surft, dürfte sich daran nicht sonderlich stören.

Erwähnt werden sollte zu guter Letzt noch, dass Alldocube zumindest bislang einen recht guten Software-Support an den Tag legt. Innerhalb der letzten Wochen trafen gleich zwei Updates ein, die kleinere Bugs behoben und den Sicherheitspatch des Monats März mitbrachten. Ein Update auf Android 9.0 Pie wurde allerdings nicht angekündigt und wird daher wohl nicht mehr erscheinen.

iPad-Akku, aber keine iPad-Laufzeit

Alldocube X Usb C

Obwohl der Akku des Alldocube X mit 30,4 Wh ähnlich groß wie bei den aktuellen iPads ausfällt, kann das Tablet hinsichtlich der Laufzeit bei Weitem nicht mit der Apple-Konkurrenz mithalten. Verwendet man es am Stück, ist eine Display-On-Time von 5-6 Stunden möglich. Verteilt sich die Nutzung auf mehrere Abende, sind in etwa noch 4 Stunden drinnen.

Das mag erst einmal nicht stören, wenn man das Tablet primär daheim zum Medienkonsum einsetzt. Nutzt man es nur alle paar Tage, muss es dann aber doch ziemlich häufig geladen werden. Denn schaltet man das Alldocube X in der Zwischenzeit nicht aus, verbraucht es auch im Stand-by weiter Strom, was den Akkustand nicht unmerklich belastet.

Zu guter Letzt sollte sich die Ladedauer des Alldocube X dank Pump Express 2.0 mit 18 Watt eigentlich in Grenzen halten. Dennoch dauert es ungefähr 3-4 Stunden, bis der leere Akku wieder voll aufgefüllt ist. Möchte man das Tablet abends nutzen, sollte man es also bestenfalls vorher ausreichend laden – oder man ist gezwungen, sich in der Nähe einer Steckdose zu platzieren.

Und sonst noch?

Alldocube X Fingerprint

  • Für viele Tablets, besonders solche aus China gilt, dass der Widevine L1-Standard nicht unterstützt wird. Das trifft leider auf das Alldocube X zu, welches lediglich nach Widevine L3 zertifiziert ist. Streams bestimmter Anbieter (zB Amazon Prime, Netflix) können daher nur in SD-Auflösung angesehen werden. Das schaut dank des AMOLED-Displays zwar besser aus, als ich es eigentlich erwartet hätte, dennoch ist es für Freunde des Streamings natürlich eine große Einschränkung. Ausgereizt werden kann die hohe Auflösung des Displays immerhin bei YouTube und Co.
  • Der Fingerabdrucksensor des Alldocube X kann hinsichtlich Trefferquote und Geschwindigkeit nicht ganz mit den Modellen in aktuellen Smartphones mithalten. Dennoch ist es auf jeden Fall angenehm, diese Entsperrmethode auch bei einem Tablet verwenden zu können.
  • Die beiden 8-Megapixel-Kameras auf der Vorder- und Rückseite des Alldocube X sind nicht wirklich zu gebrauchen. Klar, für einen kurzen Videochat reichen sie aus, Fotos sollte man damit aber lieber nicht schießen.
  • Der ab Werk 64 GB große interne Speicher des Alldocube X kann per microSD-Karte einfach und kostengünstig erweitert werden. Größere Musik- oder Filmsammlungen finden somit definitiv Platz auf dem Tablet.
  • Auf der Oberseite hat das Alldocube X links und rechts jeweils einen Lautsprecher verbaut. Der von ihnen erzeugte Stereo-Sound klingt bei Serien und Filmen richtig gut und deutlich besser als bei manch anderem Tablet. Zur Musikwiedergabe sind sie trotzdem nicht wirklich geeignet: Dreht man sie zu weit auf, klingen sie dann blechern und doch etwas flach.
  • Doch Alldocube hat nicht nur bei den Lautsprechern auf einen guten Sound geachtet. Ein verbauter AKM-HiFi-Soundchip soll auch bei angeschlossenen Kopfhörern für einen starken Klang sorgen. Das funktioniert in der Praxis ziemlich gut.

Zusatz: Alldocube F40

Damit wir den Sound des Alldocube X ausprobieren konnten, ließ uns der Hersteller gemeinsam mit dem Tablet auch seine neuen In-Ear-Kopfhörer namens Alldocube F40 zukommen. Da wir ihnen keinen ganzen Testbericht widmen wollten, gibt es hier die wichtigsten Informationen dazu kompakt zusammengefasst:

  • Die Alldocube F40 sind exzellent verarbeitet und besitzen ein sehr robustes Kabel. Die Enden sind mit Silikon umhüllt, wodurch sie ihre Biegung beibehalten und der Kopfhörer auch beim nächsten Musikhören gut sitzt.
  • Denn anders als viele In-Ear-Kopfhörer setzen die Alldocube F40 auf ein Over-Ear-Design, bei dem das Kabel für einen besseren Sitz um das Ohr herum gelegt wird. Bei mir mochte das allerdings nicht immer funktionieren, weshalb ich sie persönlich als nicht allzu bequem empfand.
  • Der Klang der Alldocube F40 konnte mich allerdings vor allem in Anbetracht des Preises überzeugen. Mit ihrem Quad-Treiber erzeugen sie ein sehr ausgewogenes Klangbild, das bei so gut wie allen Musikrichtungen überzeugen kann. Müsste ich etwas kritisieren, wäre es wohl, dass die Klangbühne etwas offener und der Detailgrad bei komplexen Stücken noch etwas detaillierter sein könnte.

Da die Alldocube F40 dem Alldocube X nicht beiliegen, müssten sie separat erworben werden. Das muss nicht sein, kann sich aber lohnen, falls man an In-Ear-Kopfhörern mit diesem Design interessiert ist. Denn zum aktuellen Preis von ca. 45 Euro konnten sie mich durchaus überzeugen.

Fazit zum Alldocube X

Alldocube X F40 1

Kommen wir nun aber wieder zurück zum Alldocube X. Im Test bestach das Tablet mit seinem leuchtstarken AMOLED-Display, dessen schwache Farbtreue zumindest mich bei meinen Anwendungsfällen kaum störte. Das (dünne) Metall-Gehäuse ist zudem ziemlich schick und für alltägliche Aufgaben geht auch die Performance mehr als in Ordnung.

Demgegenüber stehen beim Alldocube X allerdings auch einige Kritikpunkte. So ist die Verarbeitung nicht tadellos und für anspruchsvolles Gaming reicht die Leistung des verbauten MediaTek-Prozessors schlichtweg nicht aus. Unverständlich ist zudem, weshalb vom Hersteller keine Widevine L1-Zertifizierung angestrebt wurde. Dass eine solche noch per Update nachgeliefert wird, ist ehrlich gesagt ziemlich unwahrscheinlich.

Abgesehen davon ist das Alldocube X für seinen Anwendungsfall aber gut geeignet. Mit seinem AMOLED-Display und den guten Stereo-Lautsprechern brilliert es bei der Wiedergabe von Serien und Filmen. Auch Casual-Games schauen auf dem Bildschirm toll aus und werden ohne jegliche Ruckler wiedergegeben. Möchte man sein Tablet primär für diese Zwecke einsetzen, ist man mit dem Alldocube X also super bedient.

Dennoch spricht letztendlich vor allem der Preis für das Alldocube X. Erstmals bekommt man bereits für ca. 300 Euro ein AMOLED-Display in einem Tablet. Bislang musste man hier deutlich tiefer in die Tasche und zu der Galaxy Tab S-Serie von Samsung greifen. Bedenkt man dann noch, dass ein ordentliches Tablet dieser Größe sowieso mindestens 200 Euro kostet, erscheint der Aufpreis in Anbetracht des tollen Displays und guten Sounds meiner Meinung nach gerechtfertigt zu sein.

Das Alldocube X ist aber natürlich nicht ohne Konkurrenz. Morgen erscheint hierzulande das Samsung Galaxy Tab S5e, welches ebenfalls mit einem AMOLED-Display ausgestattet ist. Zwar ist es mit 390 Euro momentan noch deutlich teurer, dafür bringt es aber auch eine bessere Performance, Akkulaufzeit und vermutlich auch einen verlässlicheren Software-Support mit. Außerdem dürfte der Preis in den nächsten Wochen und Monaten noch weiter fallen.

Legt man viel Wert auf ein starkes Ökosystem und eine große App-Auswahl, kommt natürlich auch noch das aktuelle iPad infrage. Mit seinem IPS-Display im 4:3-Format taugt dieses aber bei Weitem nicht so gut zur Medienwiedergabe wie die Konkurrenz aus der Android-Welt.

tl;dr: Zum derzeitigen Preis von 300 Euro bietet das Alldocube X ein gutes Gesamtpaket, das vor allem überzeugt, wenn man es primär zum Ansehen von Serien und Filmen einsetzen möchte. Für diesen Einsatzzweck können wir das Tablet auf jeden Fall als Budget-Lösung empfehlen. Der Aufpreis für das Samsung Galaxy Tab S5e rentiert sich dann, wenn man fürs Gaming eine stärkere Performance benötigt oder auf eine lange Akkulaufzeit angewiesen ist.

Vielen Dank an Alldocube für die Bereitstellung des Alldocube X und der Alldocube F40. Tablet und Kopfhörer sind in Deutschland direkt über Amazon erhältlich. Mit dem Code „ALLDOCUBE“ könnt ihr bis zum 30. April noch 10 Euro beim Kauf des Alldocube X sparen.

Wertung des Autors
Niklas Jutzler bewertet Alldocube X mit 3.8 von 5 Punkten.

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