Amazon: Kein Verkauf von Streaming-Hardware ohne Amazon-Video-App

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Amazon wird den Verkauf von Streaming-Hardware, auf der kein Amazon Video nativ als App läuft, Ende Oktober einstellen und untersagt dies auch Marketplace-Händlern.

Zunächst landete diese Information gestern bei reddit, wurde dann von ersten Webseiten aufgegriffen, später vom Nachrichtendienst Bloomberg verteilt und schlussendlich von Amazon selbst auch bestätigt. Wir hatten natürlich direkt bei Amazon nachgefragt, was es damit auf sich hat und vor allem, ob das auch den deutschen Markt betrifft und dem ist so. Man will keine Hardware mehr verkaufen, über die Kunden Amazons Videodienst nicht nutzen können. Die Stellungnahme dazu fällt relativ dünn aus:

In den letzten drei Jahren hat sich Prime Video zu einem wichtigen Bestandteil von Prime entwickelt. Es ist wichtig, dass die Medienplayer, die wir für die Wiedergabe von Streaming-Angeboten verkaufen, kompatibel zu Prime Video sind, um Verwirrung bei Kunden zu vermeiden. Roku, Xbox, PlayStation und Fire TV sind ausgezeichnet geeignet, Inhalte von Prime Video wiederzugeben.

Ich verstehe irgendwo die Logik dahinter und ja, mir würden sofort ein paar Menschen einfallen, die es fertig bringen würden, einen Chromecast bei Amazon zu bestellen und sich dann zu beschweren, dass dieser kein Amazon Video unterstützt. Diese Art von Unterstützung liegt aber vielmehr in Amazons Hand. Man könnte „einfach“ entsprechende Apps veröffentlichen. Aber so simpel ist das nicht, wie wir ja an den anderen Playern am Markt sehen. Alle stehen in Konkurrenz miteinander.

Amazon will die eigene Fire-Hardware pushen. Google Play Movies gibt es nicht für einen Fire TV Stick (von dem eventuell sogar mehr verkauft wurden, als Chromecasts im Umlauf sind), auch iTunes kann niemand auf einem Fire TV nutzen, Amazon macht also erstmal nichts anders, als die Konkurrenz und schottet ein wenig das eigene Angebot ab, während man auf der anderen Seite Android, iOS, TV-Apps und AirPlay in Sachen Amazon Video unterstützt.

Dass Amazon aber auch ein riesiger Onlineshop ist, macht das Ganze nun zu einem Skandälchen. Für mich nicht weiter wild, denn ich kaufe dann eben zukünftig einen Fire TV nicht im Google Store, einen Apple TV nicht bei Amazon und einen Chromecast nicht im Apple Store. Am Ende muss jeder Händler und Contentprovider selbst wissen, ob er sich aktiv gegen die Konkurrenz stellt oder nicht und dann eben auch mit den Reaktionen der Kunden leben.

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