Apple: Smart Connector kommt bei Zubehör-Industrie nicht gut an

Apple Ipad Smart Connector

Der Smart Connector-Anschluss ist jetzt bald zwei Jahre alt, doch die Zubehör-Industrie hat den Anschluss von Apple bisher weitestgehend ignoriert.

Als Apple das erste iPad Pro präsentierte zeigte man nicht nur den Pencil, sondern auch eine eigene Tastatur. Diese wird über den Smart Connector, das sind 3 Pins auf der längeren Seite, mit dem iPad verbunden. Alle Pro-Modelle besitzen so einen Smart Connector. Doch das Zubehör für diesen Anschluss bleibt aus.

Sieht man mal von der offiziellen Tastatur von Apple ab, dann gibt es nur einen weiteren Hersteller: Logitech. Dort verkauft man ebenfalls Tastaturen für die iPads und auch eine Dock zum Laden. Alle Zubehör-Produkte kamen immer zeitnah zu einer neuen iPad-Generation, Apple arbeitet also mit Logitech zusammen.

Die restlichen Zubehör-Hersteller ignorieren diesen Port bisher aber. Sowas ist für Apple-Produkte eigentlich unüblich, hat hier aber mehrere Gründe. Einer wäre, dass es mit Bluetooth bereits eine gute Verbindungsmöglichkeit gibt. Ein anderer, dass die Bauteile für den Smart Connector nur zusätzliche Kosten bedeuten würden.

Smart Connector: Marktanteil zu gering

Die Zubehör-Hersteller, Fast Company hat mit ein paar gesprochen, haben auch keine Lust mit dem Zubehör von Apple und Logitech zu konkurrieren. Das ist schon ziemlich gut und die eigenen Produkte würden außerdem auch später kommen, da beide Unternehmen zusammenarbeiten. Auf so einen unfairen Konkurrenzkampf haben viele keine Lust. Hinzu kommt, dass der Marktanteil von iPad Pro-Modellen nicht so groß ist und viele Kunden sowieso zum Zubehör von Apple greifen.

Der Smart Connector wird Ende des Jahres zwei Jahre alt, wird aber (außer von Apple) nur von einem Zubehör-Hersteller unterstützt. Laut Apple sind weitere Produkte für den Smart Connector in Planung und es sollen mehrere Hersteller daran arbeiten. Details wollte das Unternehmen aber nicht nennen.

Apple hat im letzten Quartal fast 12 Millionen iPads verkauft und das Tablet ist im Aufschwung. Doch der Gewinn für das iPad ist nicht groß gestiegen, den großen Bärenanteil dürften also die günstigeren iPads ausmachen. Gehen wir mal sehr großzügig von 5-6 Millionen Pro-Modellen aus, dann ist das für die Hersteller nicht besonders lukrativ. Denn von diesen Verkäufen schlagen mit Sicherheit über 50 Prozent bei der Tastatur von Apple selbst zu. Und der Rest hat direkt zum Start die Lösung von Logitech. Wieso also um 1-2 Millionen Käufer pro Quartal kämpfen, die sich im schlimmsten Fall ebenfalls für Apple/Logitech entscheiden könnten.

Kurz: Es wundert mich überhaupt nicht, dass es so läuft. Ist aber auch nicht weiter schlimm, denn die Produkte von Apple und Logitech sind gut. Und wer mindestens 730 Euro für ein iPad Pro ausgibt, dem ist eine günstige Alternative vermutlich egal. Die meisten werden nicht nur einen Apple Pencil für 109 Euro, sondern auch eine Tastatur für knapp 160 Euro mit in den Warenkorb legen, wenn sie sowas wollen.

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