Apple Watch (Series 2) Testbericht

Seit über einem Jahr begleitet mich nun die Apple Watch am Handgelenk und seit einigen Wochen teste ich die zweite Generation, auch Series 2 genannt.

Die Zeit ist also reif für ein Fazit und ein paar Worte zum ersten Wearable aus dem Hause Apple. Zu Beginn war ich übrigens sehr skeptisch bei der Apple Watch. Eine Smartwatch begleitet mich zwar seit vielen Jahren am Handgelenk, bis Mitte 2015 wusste jedoch die Pebble zu überzeugen. Die Time war dann jedoch der Anfang vom Ende von meiner langjährigen Pebble-Beziehung (und Pebble selbst).

Apple Watch Series 2 Testbericht als Video

Es würde mich freuen, wenn ihr dem Video bei YouTube einen Daumen hoch gebt. Natürlich nur, wenn es euch auch gefallen hat. Damit erkennt YouTube, dass es kein Clickbait ist.

Ein Tag Akkulaufzeit reicht bei der Apple Watch aus

Bis heute bereue ich den Wechsel nicht. Ich war lange Zeit sehr skeptisch, ob ich mit der doch sehr kurzen Akkulaufzeit zurecht komme. Aber ganz ehrlich: Ich trage mein Wearable nicht in der Nacht. Mir ist das Schlaftracking egal (Ich merke, wenn ich gut oder schlecht geschlafen habe und unternehme dann etwas. Obwohl ich sehr gerne Daten sammle, ist mir das hier egal) und mich stört ein Wearable beim Schlafen.

Ob ich meine Pebble am Abend auf den Schreibtisch lege, oder die Apple Watch auf das Ladepad, macht für mich keinen Unterschied. Unterwegs ist das eine andere Sache und hier wären mehrere Tage Laufzeit nett. Ich bin aber nicht oft unterwegs und übernachte meistens daheim. Und für die paar Mal wo das vorkommt, nehmen wir zum Beispiel mal einen Urlaub, kommt das Ladekabel so oder so mit.

Was ich nach einem Jahr also festgestellt habe: Ein Tag Akkulaufzeit reicht mir bei einer Smartwatch. Man gewöhnt sich auch daran. 2-3 wären auf lange Sicht aber durchaus wünschenswert, denn man hat ja auch gerne mal etwas Puffer. Die zweite Generation der Apple Watch kommt übrigens auf gut 2 Tage. Zumindest habe ich festgestellt, dass man den Unterschied des größeren Akkus im Alltag merkt.

Die erste Generation der Apple Watch landete am Anfang mit knapp 20-30 Prozent am Abend auf der Ladestation. Ich nutze aber an den meisten Tagen auch eine volle Stunde (eher mehr) die Workout-App, die kontinuierlich den Puls misst. Nach dem Update auf watchOS 3 wurde das besser und ich landete bei 30-40 Prozent. Mit der zweiten Generation komme ich aktuell auf etwas mehr als 50 Prozent.

Apple Watch Series 2 hat einen besseren Akku

An einem Tag, an dem ich keinen Workout starte, komme ich sogar auf 60-70 Prozent Restlaufzeit. Ich würde also, und ich habe das auch getestet, auf knapp 2 Tage Laufzeit mit der Apple Watch 2 kommen. Mir persönlich ist das aber etwas zu riskant, denn am Abend des zweiten Tages wird es schon eng und ich will nicht ständig das Gefühl haben, dass die Apple Watch gleich ausgeht.

Ein Pluspunkt der Apple Watch 2 ist, im Vergleich zu ersten Generation, der Akku. Wobei dieser eben noch nicht für zwei volle Tage ausreicht. Da ich sie also sicher am Abend laden muss, macht das bisschen Zusatzakku leider keinen Unterschied. Das gleiche gilt für die Performance. Die Apple Watch 2 besitzt eine bessere CPU, als die erste Generation. Doch merkt man diese Power auch im Alltag?

Zweite Watch-Generation ist schneller

Gleiches Fazit, wie beim Akku: Ein kleines bisschen. Entscheidend für die Apple Watch war das watchOS 3-Update. Mit diesem sind sich die Modelle von Apple im Grunde sehr ähnlich. Hier und da braucht die erste Generation etwas länger, aber das ist kein Unterschied, der mich vom Hocker haut. Dachte ich ehrlich gesagt am Anfang. Mit der Uhr interagiert man eben auch weniger, als mit dem Smartphone.

Sowohl der Akkuunterschied, als auch der Performance-Zuwachs sind für mich kein Grund, um zur zweiten Generation zu greifen. Das gleiche gilt auch für das Display. Es ist etwas heller, ja, aber um den Unterschied ständig zu sehen, müsste man sich schon viel in der Sonne aufhalten. Ich habe meine erste Generation auf voller Helligkeit (Akku hält ja sowieso nur für einen Tag) und das reicht mir aus.

Series 2 ist wasserdicht und besitzt GPS

Was gibt es noch, was einen zum Kauf der Series 2 bewegen könnte? Richtig, GPS. Leider bin ich kein regelmäßiger Läufer. Das ist mir also nicht wichtig. Hinzu kommt, dass ich bei einem Lauf in freier Natur immer (!) mein Smartphone (am Arm) dabei habe. Und ist die Watch mit dem iPhone verbunden, dann nutzt sie, auch die zweite Generation, sowieso das GPS vom iPhone. Also: Ich benötige kein GPS.

Doch es gibt einen riesigen Pluspunkt der Apple Watch 2: Sie ist bis zu 50 Meter wasserdicht. Ich gehe gerne mal eine Runde schwimmen und da hat es mich schon öfter gestört, dass ich die Apple Watch dabei nicht tragen kann. Im Winter ist das zwar nicht so oft der Fall, aber es wäre dennoch nützlich. Die Eigenschaft ist bei mir kein Muss für ein Wearable, doch ein sehr großer Pluspunkt.

Bei mir ist das ähnlich wie beim iPhone 7: Was man hat, das hat man. Ich gehe jetzt bestimmt nicht jeden Tag mit dem iPhone unter die Dusche und ins Schwimmbad, aber es gibt Situationen, in denen das vorkommt. Also Situationen, in denen die Technik mit viel Wasser in Berührung kommt. Und für diese Situationen ist es toll, wenn man sich keine Gedanken über einen Wasserschaden machen muss.

Apple Watch mit Aluminium oder Edelstahl?

Meine Apple Watch war bis zum Testgerät der Series 2 übrigens eine Sport. Stellt sich also noch die Frage: Aluminium, oder Edelstahl? Schwierige Frage, die man fast nur subjektiv beantworten kann. Technisch gesehen sind beide gleich, allerdings hat die Edelstahl-Version einen Schutz aus Saphirglas über dem Display. Dafür ist das Display der Aluminium-Version etwas besser bei der Darstellung.

Es ist glaube ich eine persönliche Vorliebe. Die Edelstahl-Watch ist etwas schwerer, als das Aluminium-Modell. Außerdem ist das Alu-Gehäuse matt, wohingegen die Edelstahl-Modelle glänzen. Ich bevorzuge matte Farben. Ich bevorzuge aber auch Schwarz gegenüber Grau. Leider gibt es die Sport nur in Grau. Das Modell mit Edelstahl kann man in Schwarz kaufen. Perfekt wäre für mich eine Kombination.

Also eine Apple Watch mit Aluminium-Gehäuse und dem Schwarz des iPhone 7. Das liegt mit Sicherheit auch irgendwo in der Schublade von Tim Cook, wird aber aus marketingtechnischen Gründen zurückgehalten. Vielleicht sehen wir dann nächstes Jahr eine mattschwarze Aluminium-Watch. Welches Modell soll man jetzt wählen? Ich werde mich weiter für Aluminium entscheiden. Grund: Der Preis.

Optisch gesehen gefällt mir das schwarze Edelstahl-Modell etwas besser. Es passt auch besser zu vielen Armbändern wie ich finde. Silber ist überhaupt nicht mein Fall. Wie ihr aber an den letzten Zeilen erkennen könnt: Das ist eine rein subjektive Frage und falls euch der Preisunterschied egal ist, dann sucht euch einen lokalen Apple Store (geht auch bei Media Markt und Co) und probiert alle Modelle an.

Braucht man eine Apple Watch?

Wearables sind eine sehr junge Kategorie und ich werde oft gefragt, ob sich sowas überhaupt lohnt. Oft haben sich die Leute schon ihr eigenes Urteil gebildet und ich antworte gerne „Muss man nicht haben, ist aber ganz nett“, um die Diskussion schnell abzukürzen. Werde ich aber mit ehrlichem Interesse gefragt, dann gibt es von mir auch eine ausführliche Antwort. Die Kurzfassung: Auf jeden Fall.

Ich persönlich möchte meine Apple Watch nicht mehr missen. Sie ist nicht nur eine Uhr, sie ist mein Fitness-Tracker, sie erinnert mich an Termine, sie gibt mit dezent einen Hinweis über neue Nachrichten (sowohl das Display des iPhone, als auch der Watch bleiben erst mal aus, man spürt nur eine Vibration), sie ist dank Siri ein Timer, den ich ohne Hände in der Küche bedienen kann und vieles mehr.

Dinge wie „Hey Siri, Timer 10 Minuten“ beim Kochen, oder „Schreibe (Freundin) bin gleich da“ im Auto sind selbstverständlich im Alltag geworden. Ob man ein solches Gadget „braucht“ ist also nicht objektiv zu beantworten. Vor ein paar Jahren war mein Smartphone „nice to have“ und mittlerweile geht es nicht ohne. Eine Smartwatch hat bei mir einen ähnlichen Stellenwert wie ein Smartphone.

Erste Watch-Generation immer noch gut

Die Apple Watch ist für mich die beste Smartwatch auf dem Markt und das mit sehr großem Abstand. Ich persönlich würde jedem, der sich eine solche zulegen möchte, das Sport-Modell der ersten Generation empfehlen. Das ist mittlerweile nicht mehr so teuer und es ist ein sehr guter Einstieg. Falls euch die Smartwatch gefällt, kann man sich bei der dritten Generation immer noch ein besseres Modell holen.

Sollte euch dieser Bericht jetzt aber überzeugt haben und ihr seid euch sicher, dass die Apple Watch genau richtig für euch ist, dann kommt auch Series 2 in Betracht. Vielleicht seid ihr ja aktiver Läufer und/oder Schwimmer. Ich persönlich habe mich, und das Testgerät hat mich darin bestätigt, dazu entschieden auf die nächste Generation zu warten. Dann vielleicht auch als Edelstahl-Modell.

Fazit zur Apple Watch Series 2

Machen wir es kurz: Eine Apple Watch braucht man nicht. Genauso wenig, wie ein Smartphone. Aber ob man etwas braucht oder nicht, ist eine persönliche Frage. Die kann jeder nur für sich beantworten. Ich bin jedenfalls der Meinung, dass so ein Gadget ein Mehrwert im Alltag ist und will es nicht mehr missen. Und wenn man ein iPhone besitzt, dann ist die Apple Watch die beste Wahl.

Apple Watch 1 oder 2: Ich würde zur ersten Generation greifen und das nächste Modell abwarten. Es sei denn man will die Extras der Watch 2. Eine Apple Watch Series 1 (es gibt ein Modell mit einem etwas besseren Prozessor, welches der ersten Generation sonst gleich ist) würde ich aber definitiv nicht kaufen. Ich bin mir auch sicher, dass Apple nicht wirklich viele Modelle der Series 1 verkauft.

Falls ihr Fragen oder Anregungen zum Testbericht und der Apple Watch habt, dann könnt ihr mir sehr gerne einen Kommentar unter diesem Beitrag hinterlassen.

Wertung des Autors

Oliver Schwuchow bewertet Apple Watch Series 2 mit 4.3 von 5 Punkten.

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