Arduboy: Spielekonsole basierend auf dem Arduino ausprobiert

Vor kurzem konnte ich mein unterstütztes Projekt „Arduboy“ endlich vom Zoll abholen. Finanziert hatte ich das Projekt bei Kickstarter* am 12. Mai 2015. Nach zwanzig Mails und Updates, in denen immer schöne Clips zur Herstellung und irgendwelchen Updates etc. zu sehen waren ist es nun nach schon einem Jahr und mit leichter *hust* Verspätung (ursprünglich Oktober 2015) endlich soweit gewesen.

Damals hatte ich den Arduboy für 39 Dollar auf Kickstarter unterstützt. Dazu kamen dann noch vergleichsweise fast unverschämte 15 Dollar Versandkosten nach Deutschland und dort musste ich dann auch noch 9 EUR und 2 Cent für den lieben Kollegen beim Zoll berappen, der nur vor sich hin murmelte, dass das Ding kein CE-Zeichen hat. Dennoch hatte ich noch einmal Glück gehabt und den Arduboy trotzdem mitbekommen. Insgesamt waren also fast 60 EUR fällig, was dann die Stimmung schon ein wenig gedrückt hatte.

Lieferumfang des Arduboy

Geliefert wurde lediglich der Handheld selbst in einer Luftpolsterfolie. Kein USB-Kabel, kein Ladegerät.

Arduboy in seinen Einzelteilen

Der Arduboy basiert auf dem Arduino Leonardo und ist im Grunde ein Mini-PC mit direkt aufgelötetem Powerswitch, 180 mAh Akku, sw-Display nebst Lautsprecher, Reset-Knopf und Steuerkreuz nebst A und B-Button.

Arduboy disassembling

Größenvergleich Arduboy und Samsung Galaxy S7 edge

Arduboy Size

Hübsch klein und dennoch problemlos mit meinen Wurstfingern zu bedienen.

Ein paar technische Details zum Ardoboy

Natürlich kann ich auch mit ein paar Fakten zur verbauten Hardware dienen. Ein ATmega32u4-Prozessor sorgt für die Verarbeitung der Daten. 32 KByte Flashspeicher, sowie 2,5 KByte Arbeitsspeicher sind verbaut und werden über ein MicroUSB-Kabel mit Daten versorgt. Der OLED-Bildschirm hat eine Auflösung von 128×64 Bildpunkte in Schwarz-Weiß. Der 180mAh Akku soll für knapp 9 Stunden Spielzeit sorgen.

Einrichtung des Arduboy

Ich war eigentlich davon ausgegangen, dass mich nach dem Kauf ein kleines Arduboy-Ökosystem erwartet. Also einfach Spiele updaten und aufspielen usw. Vielleicht bin ich da auch zu weit vorgeprescht, aber bisher ist der Markt an Spielen noch recht überschaubar. Auf der anderen Seite ist das Projekt auch jetzt erst so 90 Prozent beendet und die Geräte teilweise erst jetzt bei ihren Fans und Entwicklern angelangt. So lange hier also noch nicht viel passiert ist, muss ein etwas (für den Normalo) komplizierter Quickstart-Guide abgearbeitet werden:

  • Arduino IDE auf der entspr. Website für Windows, Linux oder OSX runterladen
  • Arduino IDE starten
  • Sketch -> Bibliothek einbinden -> Bibliotheken verwalten
  • Nach Arduboy suchen, anklicken und installieren
  • Datei -> Voreinstellungen und dort unter zusätzl. Boardverwalter URLs die folgende Zeile einfügen und mit dem Icon daneben abspeichern und ok drücken:

https://arduboy.github.io/board-support/package_arduboy_index.json

Arduboy

  • Werkzeuge -> Board -> Boardverwalter -> nach Arduboy suchen auswählen und installieren
  • Werkzeuge -> Board -> Arduboy auswählen
  • Werkzeuge -> Port -> Den Port des Arduboy auswählen (auf OSX musste ich hier vorher neustarten oO)

Das sollte die Installation soweit gewesen sein. Einfach, oder? *hust* Nun können die Spiele (werden hier „Sketch“ genannt) meist auf Github heruntergeladen und installiert werden. Ich lade dazu rechts das ZIP und entpacke es in den vorhandenen Examples-Ordner (siehe vorheriger Screenshot ziemlich oben „Sketchbook Speicherort). Squario findet ihr übrigens hier.

Squario Arduboy

Anschließend die Arduino App neu starten und über Datei -> Beispiele -> Arduboy -> SQUARIO (oder was ihr eben installiert und kopiert habt) anklicken. Es sollte sich dann eine neue Instanz von Arduino öffnen. Hier würde ich zuerst links den Haken anklicken. Damit wird das Projekt kompiliert und ihr erhaltet unten im Fenster direkt eine Fehlermeldung falls etwas schief geht. Falls nicht – den Pfeil oben neben dem Haken klicken, nachdem ihr den Arduboy angeschlossen hab. Danach wird der Sketch aufgeladen und schon kann es losgehen:

Bild auf Instagram anzeigen →

Sollte etwas nicht klappen, so kann ich euch noch einmal den oben verlinkten Quickstart-Guide empfehlen. Dort findet sich dann auch diverse Links zu den bisher veröffentlichten Spielen. Ich habe auf unserem Instagram-Kanal auch noch einen kleinen Rundgang um den Arduboy gemacht, damit man sieht, wie klein die ganze Geschichte ist. Er dürfte damit wirklich fast schon in diverse Geldbeutel passen. Die Rückseite ist aus Aluminium und da keine beweglichen Teile (abgesehen von den Tasten) verbaut wurden, dürfte die Kiste auch ziemlich robust sein.

Bild auf Instagram anzeigen →

Fazit zum Arduboy

Für Nerds wie mich ist der Arduboy ein tolles Gadget. Es erinnert mich zwangsläufig an den guten alten Gameboy in verkleinerter Form. Durch das Konzept mit dem verbauten Mini-PC sollten schon bald noch einige Spiele mehr auf dem Markt erscheinen. Mal sehen, wie sich die Community entwickelt. Negativ fällt am Ende nur der Preis auf. Am Ende fast 60 EUR sind dann schon eine Hausnummer, bei der sich so manches Tamagotchi von früher im Grab umdrehen dürfte. :) Die Programmierung ist auch noch ausbaufähig. Dennoch finde ich den Arduboy cool und spreche eine nerdige Kaufempfehlung aus!

*Kickstarter ist eine Webplattform, auf der jeder seine Ideen ausführlich vorstellen und dann von der Community finanzieren lassen kann. Sobald ausreichend Geld zusammen gekommen ist, geht das vorgestellte Produkt in Produktion. Die Nutzer gehen also erstmal in Vorleistung, haben aber keine Garantie, dass ihr Projekt ein Erfolg wird, oder wirklich zustande kommt. Finden sich nicht ausreichend Unterstützer, muss keiner zahlen.

Wertung des Autors
Michael Meidl bewertet Arduboy mit 4.5 von 5 Punkten.

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