ASUS Zenfone 5 LTE Testbericht

ASUS Zenfone 5 LTE Header

Nachdem ASUS Anfang des Jahres die Zenfone-Reihe offiziell vorstellte, gingen die Geräte vor kurzem endlich in den Verkauf. Über die letzten Wochen hatte ich die Gelegenheit mir das Zenfone 5 in der LTE-Ausführung anzuschauen – nach meinem ersten Eindruck gibt es nun also den vollständigen Testbericht.

Technische Ausstattung und Lieferumfang

  • Display: 5” IPS, 720p-Auflösung (294 ppi)
  • Prozessor: Snapdragon 400 Quad-Core mit 1,2 GHz, Adreno 305 GPU
  • Speicher: 1/2 GB RAM, 8/16/32 GB intern (per microSD um max. 64 GB erweiterbar)
  • Kameras: 8 Megapixel Hauptkamera, 2 Megapixel Frontkamera
  • Akkukapazität: 2.110 mAh Li-Po (nicht austauschbar)
  • Betriebssystem: Android 4.4.2 KitKat mit ASUS ZenUI
  • Maße und Gewicht: 148,2 x 72,8 x 10,3 mm, 145 Gramm
  • Konnektivität: HSPA, LTE Cat.4, WiFi 802.11 b/g/n, Bluetooth 4.0, A-GPS
  • Farbvarianten: Charcoal Black, Pearl White, Cherry Red, Champagne Gold, Twilight Purple
  • Lieferumfang: ASUS Zenfone 5 LTE, Micro-USB-Kabel, Netzteil, In-Ear-Kopfhörer mit verschiedenen Ohrpolstern, Schnellanleitungen

Hardware und Design

ASUS Zenfone 5 01

Die abnehmbare Rückseite des Smartphones fässt sich recht angenehm an, da die Kunststoff-Rückseite durchgehend in Soft-Touch-Manier gehalten wurde. Das wiederum verhindert im Vergleich zu einer Glossy-Rückseite natürlich, dass Fettflecken und Fingerabdrücke extrem sichtbar sind, wobei ich trotzdem anmerken muss, dass man Fingerabdrücke noch recht gut sehen kann – wer sein Gerät also ansehnlich halten will, wird des Öfteren zum Mikrofasertuch greifen müssen.

Des Weiteren auffällig ist der Übergang von der Rückseite hin zur Vorderseite, denn der nicht eben, was sich etwas unschön anfühlt, im Alltag aber nicht sonderlich auffällt – am Ende des Tages ist es eben immer noch ein Midrange-Device, da kann man es schonmal vergeben, wenn nicht jedes Detail stimmt. Auffällig sind bei der Bauweise des Zenfone 5 hingegen vor allem die ausgeprägten Randmaße, die das Gerät verhältnismäßig breit erscheinen lassen. Ich für meinen Teil bevorzuge Geräte um die 5,5“-Größe, weswegen sich das Zenfone 5 LTE für mich noch recht kompakt anfühlt – wer aber sowieso eher Geräte dieser Größe bevorzugt, dürfte sich definitiv an den dicken Rändern stören.

Die Vorderseite kommt weitgehend schlicht, aber relativ gefällig daher. Auf der unteren Seite sieht man die ASUS-typische Riffelung, die im Licht nette Reflexionen erzeugen – ein insgesamt schönes Detail. Ansonsten gibt es hier nichts großartig spannendes zu sehen – wie gesagt, die Vorderseite ist eben schlicht gehalten.

Die Buttons, die sich allesamt auf der rechten Seite befinden, sind fest angebracht, sodass sie nicht wackeln. Bei Betätigung fühlt sich der Druckpunkt meiner Meinung aber leicht schwammig an. Immerhin haben aber auch die Buttons die zirkulare Riffelung, aber wie gesagt: In Aktion könnten sie durchaus etwas besser sein.

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Display

ASUS Zenfone 5 LTE 03

Zum Einsatz kommt hier ein fünf Zoll großes Display mit einer Auflösung von 720 x 1.280 Pixeln, was insgesamt in einem Schärfegrad von 296 Pixel pro Zoll resultiert. Das ist an sich völlig in Ordnung, vor allem in dieser Preisklasse. Die Blickwinkelstabilität ist ebenfalls in Ordnung, sodass man problemlos von der Seite auf den Bildschirm schauen kann, wenn das Gerät beispielsweise auf dem Tisch liegt.

Nichtsdestotrotz wirkt das Display vergleichsweise relativ blass. Auch in diesem Preisbereich gibt es inzwischen besseres, der Schwarzwert fällt ebenfalls negativ auf, da Schwarz eher gräulich dargestellt wird und des Weiteren ist auch ein Blaustich erkennbar. Sicher: Das Display ist benutzbar, „schön“ ist aber definitiv anders – auch in dieser Geräteklasse.

Akkulaufzeit und Performance

ASUS Zenfone 5 02

Dadurch, dass ASUS hier Komponenten verbaute, die natürlich wesentlich stromsparender sind, als ihre High-End-Counterparts, erreicht das Zenfone 5 LTE mit dem 2.120 mAh großen Akku formidable Akkulaufzeiten. Mir war es problemlos möglich, anderthalb Tage mit einer Akkuladung zu überstehen. Zwar wird das Zenfone, sofern es nicht nur unbenutzt rumliegt, keine vollen zwei Tage durchhalten, allerdings kann man sich sicher sein, dass man der Akku auch einen Tag mit starker Benutzung überstehen wird.

Im Akku-Bereich kann es also auch durch die „kleinere“ Hardware punkten, bei der Performance sieht es dagegen nicht ganz so rosig aus. Zwar läuft das Smartphone über die meiste Zeit sehr ordentlich, allerdings schleichen sich immer mal wieder Ruckler an den gleichen Orten ein – ein Paradebeispiel ist das Wechseln der Seiten im App-Drawer.

Sicherlich ist das ein Aspekt, der verschmerzbar ist, weil er nicht überhand nimmt, allerdings zeigen andere Geräte, wie das erste Moto G aus dem letzten Jahr, dass auch Geräte mit nüchterner Hardware-Ausstattung hervorragend performen können. Ich würde hier also vermuten, dass die Abstimmung zwischen ASUS‘ eigenen Software-Bestandteilen und der verbauten Hardware noch ein wenig optimierungsbedürftig ist.

Kamera

ASUS Zenfone 5 LTE 07

Das Gerät kostet derzeit rund 260 Euro. Dass es sich damit im preislichen Mittelfeld bewegt merkt man vor allem an der Kamera, denn die ist – um es kurz zu halten – alles andere, als gut. Fotos lassen immer Schärfe und Details missen, dazu muss man schnell mit Rauschbildungen kämpfen. Letzteres zeigt sich bereits dann, wenn die Lichtverhältnisse nicht optimal sind, im Lowlight-Bereich kann man die Qualität gänzlich vergessen.

Einen Pluspunkt sammelt ASUS allerdings beim Kamera-UI, denn dieses ist simpel und zielbringend gestaltet. Des Weiteren hat ASUS ein spezielles Feature entwickelt, welches die Bildqualität bei schlechten Lichtverhältnissen verbessern soll, sofern man es aktiviert. Jene Verbesserungen bewegen sich aber in sehr kleinem Rahmen.

Im Prinzip hatte ich mit dem Zenfone 5 LTE überhaupt kein Vertrauen in die Kamera, sodass ich es mir nach den ersten Tagen oft schlichtweg verkniff, mit dem Gerät Fotos zu schießen. Mit diesem Manko ist das Zenfone 5 LTE in dieser Preisklasse aber natürlich nicht alleine und eine solche Performance war auch zu erwarten – besser macht es das Ganze dennoch nicht, enttäuscht bin ich also trotzdem in gewisser Weise.

ASUS Zenfone 5 LTE 32

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Software

ASUS Zenfone 5 LTE 11

Das Zenfone 5 LTE kommt von Haus aus mit Android 4.4.2 vorinstalliert daher, über das Betriebssystem hat ASUS dann noch das hauseigene ZenUI gelegt. Dieses ist optisch durchaus interessant, geht den Flat-UI-Trend mit und erinnert stellenweise sogar an das Material-Design, welches mit Andrid 5.0 Einzug halten wird.

Die zusätzlichen Features, die ASUS den Nutzern mit auf den Weg gibt, sind relativ vielfältig, im Vergleich zur Konkurrenz in vielen Bereichen aber dennoch zurückhaltend. Angefangen von einem (durchaus gelungenen) Lockscreen mit Shortcuts zur Kamera, dem Dialer und der SMS-App sowie einer Agenda-Ansicht, geht es über einen eigenen Homescreen, einer erweiterten Energiesteuerung in der Benachrichtigungsleiste bis hin zu einer Quick-Memo-Funktion, die über die Energiesteuerung angesteuert wird und Notizen entweder als Sticky-Note als Overlay über den Homescreen einblendet oder für den späteren Gebrauch in der ToDo-App „Do it Later“ speichert.

Die erwähnte Energiesteuerung kann dabei angepasst werden, ebenso können Apps, sofern präferiert, standardmäßig auf die SD-Karte installiert werden und auch ein Handschuhmodus wurde integriert, durch den das Display sensibler auf Bedienung reagiert. Ebenfalls wurde ein Energiesparmodus integriert, der die Leistung des Gerätes in zwei vorkonfigurierten Stufen sowie einer Benutzerdefinierten regeln und so gegebenenfalls die Akkulaufzeit erhöhen kann.

Mir persönlich gefällt, wie gesagt, vor allem der optische Aspekt an ASUS‘ eigenem Skin, denn der schaut recht gelungen aus und frischt die Bedienung doch merklich auf. Auch die eigene Agenda-Ansicht, die übrigens nicht nur auf dem Lockscreen, sondern auch in einer eigenen Applikation genutzt werden kann, macht einen sehr guten Eindruck Insgesamt bin ich mit dem Software-Aspekt also weitgehend zufrieden.

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Fazit

ASUS Zenfone 5 LTE 08

Alles in allem ist das ASUS Zenfone 5 LTE ein durchweg solides Gerät im Mittelklasse-Sektor, welches durch eine gute Haptik, gute Akkulaufzeiten und ein nicht zu stark angepasstes Android-System zu Gefallen weiß. Darüber hinaus gibt es mit dem microSD-Slot sowie dem austauschbaren Akku zwei Aspekte, die von vielen Nutzern immer wieder gefordert und gelobt werden.

Dem gegenüber stehen die miserable Kamera, die ausgeprägten Randmaße sowie das, auch in diesem Bereich, höchstens durchschnittliche Display. Insgesamt hat mich das Gerät leider nicht allzu positiv beeindrucken können, denn so ziemlich alles macht das Moto G besser – sofern man also nicht unbedingt auf LTE-Konnektivität angewiesen ist, wüsste ich keinen Grund, der das Zenfone 5 LTE auf eine wirklich bedeutenswerte Art und Weiste herausstechen lässt.

Versteht mich nicht falsch: Das Gerät ist keinesfalls schlecht oder gar ein Komplettausfall, aber eben nicht auf dem Niveau einiger konkurrierender Geräte, zumal es mit aktuell knapp 280 Euro eigentlich in einer anderen Leistungsklasse spiegeln sollte, was aber eben nicht der Fall ist.

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