Beyerdynamic Aventho Wireless Kopfhörer Testbericht

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Beyerdynamic Aventho Wireless

Nachdem erst jüngst der Testbericht der Beyerdynamic DT 240 Pro online ging, folgt nun auch schon der Testbericht des schnurlosen Kollegen Aventho Wireless aus dem Hause Beyerdynamic, welcher sich ebenfalls in dem Paket befand.

Die Aventho spielen allerdings nicht nur optisch, sondern auch technisch und preislich in einer völlig anderen Liga. Verwendet wurden Materialien, welche es ermöglichen die OnEars bequem und zugleich stilvoll zu tragen.

In meinem Fall habe ich die Variante mit den braunen Leder-Elementen, es gibt aber auch eine Variante, welche in schwarz/silbern gehalten ist. Ich würde das Erscheinungsbild der Kopfhörer als „Im Retro-Look“ bezeichnen, was in meinen Augen keineswegs als Kritik gedacht ist, denn diese Schiene befahren zur Zeit ja viele Hersteller.

Beyerdynamic Aventho Wireless Schwarz Und Braun

Die wichtigsten technischen Details

  • Übertragung: Bluetooth 4.2
  • Verbindung: NFC
  • Nennimpedanz: 32 Ohm
  • Gewicht: 238g (ohne Kabel)
  • Übertragungsbereich: 10 – 40.000 Hz
  • Kennschalldruckpegel: 105 dB SPL (1 mW / 500 Hz)
  • Protokoll: aptX™ HD Codec von Qualcomm® und aptX, AAC und SBC
  • Anschluss: USB Typ-C und Klinkenstecker

Im Lieferumfang befinden sich die Kopfhörer selbst, ein USB-Typ-C-Kabel zum Aufladen der Kopfhörer, ein kurzes Klinkensteckerkabel, ein wenig Papierwerk und eine graue, leicht gepolsterte Stofftasche, um die Kopfhörer ohne große Macken transportieren zu können.

Lieferumfang

Die Polster sind hochwertig verarbeitet und ermöglichen langes entspanntes Musik hören. Das Touchpad zur Steuerung auf der rechten Hörmuschel passt sich wunderbar in das Retro-Design ein und auch die Anschlüsse an der Unterseite des rechten Kopfhörers stören den Look überhaupt nicht.

Die silbernen Akzente, bedingt durch das verwendete Metall, machen den Aventho Wireless optisch zu einen Hingucker.

Aventho Wireless

Der Aventho Wireless ist ein OnEar-Kopfhörer und der Tragekomfort ist im normalen Betrieb angenehm. Bedingt durch die Bauform muss ich aber sagen, dass ich als Brillenträger bei längerer Nutzung (und hier rede ich dann von mindestens zwei Stunden aufwärts) einen leichten Druck auf den Brillenbügeln verspüre.

Dies ist aber vermutlich ein Kompromiss, den man bei OnEars eingehen muss, da die Kopfhörer ja nicht bei jeder kleinen Bewegung vom Ohr rutschen sollen. Von daher ist das in meinen Augen eher ein generelles Brillenträger/OnEar-Problem.

Touchpad

Zur Steuerung wird ein Touchpad auf dem rechten Hörer genutzt. Mittels Gesten wie beispielsweise wischen nach oben für „lauter“, oder wischen nach rechts für „nächster Titel“ usw. kann das gekoppelte Smartphone gesteuert werden. Hierüber informiert zum einen das Handbuch und auch der Installationsassistent auf dem Handy.

Zu der App dann später noch mehr. Die Bedienung des Touchpads selbst funktionierte in meinem Test absolut problemlos. Ich kann mich an kein einziges mal erinnern, dass eine falsche oder nicht korrekte Geste erkannt oder umgesetzt worden wäre.

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Mögliche Gesten:

  • links nach rechts = nächster Titel
  • rechts nach links = voriger Titel
  • hoch = lauter
  • runter = leiser
  • 2 Sekunden gedrückt halten = Siri / Google Assistent
  • doppelt tap = Gespräch annehmen oder beenden

Eingeschaltet wird der Kopfhörer über einen kleinen Knopf an der Unterseite. Wie üblich genügt ein kurzes Drücken zum Einschalten. Etwas länger geht dann direkt in den Pairing-Mode und noch länger (10 Sekunden gedrückt halten) löscht vorhandene Bluetooth-Kopplungen.

Über den Betriebszustand informiert das Headset mit einer Frauenstimme auf Englisch. Nach dem Einschaltvorgang sagt die Stimme dann beispielsweise:

„Power on. Battery 70 percent. Your headset is connected.“

Eine LED neben dem Powerbutton zeigt zudem den jeweiligen Betriebszustand an. Man sieht also auch sofort, ob der Akku leer ist, das Gerät sich im Kopplungszustand befindet usw.

Zur Verbindung nutzt Beyerdynamic Bluetooth 4.2 mit einem Protokoll bis zu aptx HD, je nach unterstütztem Standard des Abspielgeräts. Was letztendlich ausgewählt wurde steht im Falle des Huawei P20 Pro in den Bluetooth-Einstellungen und auch die freundliche Frauenstimme souffliert die Verbindungsqualität z. B. in Form des Satzes „aptx HD active!“ ins Ohr.

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Ebenfalls auf der rechten Seite finden wir auch noch einen Klinkenstecker-Anschluss. Hier kann der Kopfhörer ganz oldschool via Kabel betrieben werden. Zum Beispiel dann, wenn nach guten 30 Stunden der Akku leer ist. Diese 30 Stunden erreichte der Kopfhörer in der Realität übrigens tatsächlich.

Nach 2-3 Ladezyklen habe ich den Kopfhörer über Nacht Musik abspielen lassen und bin auf gute 29 Stunden Abspieldauer gekommen.

Polster Aventho Wireless

Der Kopfhörer bekam von Beyerdynamic übrigens kein ANC (Active Noise Cancelling) verpasst. Das finde ich persönlich prima, denn es würde am Ende doch nur den Klang verzerren. Der OnEar schafft es aber auch so, mit seinem Polster die Umgebungsgeräusche in beide Richtungen gut abzuschirmen. Weder die Umgebung hatte sich über hörbare Musik beschwert, noch konnte ich selbst zu aufdringliche Gespräche wahrnehmen.

Klar hört man gedämpfte Gespräche, wenn mal gerade keine Musik läuft, aber sobald etwas abgespielt wird, wird das übertönt. Das muss am Ende aber natürlich jeder für sich selbst ausprobieren, da jede Person anders auf Umgebungslärm reagiert.

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Ziemlich cool finde ich die Kooperation mit Mimi Hearing Technologies und der MIY-App. MIY steht für Make it yours und so kann der Aventho Wireless über eine Anwendung dem eigenen Hörempfinden angepasst werden.

MIY
Preis: Kostenlos
MIY beyerdynamic
Preis: Kostenlos

Der Anwender stellt dabei während des Installationsassistenten die Lautstärke auf 50 % und drückt einen Button auf dem Display sobald und so lange er einen bestimmten Ton hört. Das passiert dann so ca. 10 mal pro Seite und das daraufhin angelegte Ton-Profil wird auf den Kopfhörer übertragen.

Der Klang war zwar auch ohne dieses Profil schon absolut in Ordnung, aber nach der Personalisierung war der Klang noch einmal deutlich ausgewogener und angenehmer für meine Ohren. Das personalisierte Profil kann jederzeit über die App noch in 20 % Schritten zugeschalten oder vermindert werden.

Wer nicht direkt Lust auf den ausgiebigen Hörtest hat, kann auch zu Beginn lediglich Alter und Geschlecht einstellen und wird daraufhin mit Erfahrungswerten des Unternehmens eingepegelt. Auch dies macht schon einen spürbaren Unterschied aus. Ich kann aber natürlich nur wärmstens empfehlen, den ausführlichen Test zu absolvieren.

Wie immer gibt es auch hier zwei Seiten der Medaille. Der positive Aspekt der Kooperation mit Mimi und der MIY-App ist klar, allerdings gab es bei der Kopplung und Einrichtung ein paar kleine Verbindungsschwierigkeiten und so musste ich den Kopfhörer einmal komplett zurück setzen, um ihn frisch koppeln zu können und dann die Personalisierung durchführen zu können.

In den Bewertungen der App liest man auch von anderen Usern mit kleineren Schwierigkeiten hier und dort. Das ist ein wenig ärgerlich, wenn man den angestrebten Verkaufspreis des Aventho Wireless im Hinterkopf behält. Wie gesagt trat bei mir nur beim ersten Verbindungsversuch ein leicht zu behebendes Problem auf, aber es sollte einfach nicht sein.

Der Klang!

Die verbauten Tesla-Treiber bringen den Ton astrein rüber. Ich habe für den Test beispielsweise eine FLAC von Michael Jacksons Thriller laufen lassen. Anschließend habe ich das Hörvergnügen auch mal in die Klassik entführt und astrein und mit hohen Bitraten aufgenommenes Violinen-Konzert von Mozart abgespielt. Abgesehen davon habe ich natürlich auch mal ganz nüchtern die neuesten Westworld-Teile via Sky Ticket angeschaut und solche Dinge. Klanglich könnte man meinen, man säße mitten im Geschehen!

Der Ordnung halber muss ich erwähnen, dass ich für den Test natürlich mein vermessenes und gespeichertes Soundprofil aktiviert gelassen habe. Kurzes deaktivieren zeigt zwar, dass der Klang trotzdem super ist, aber ich persönlich finde, dass die MIY-App ihre Sache wirklich gut macht und möchte diese Einstellungen nutzen.

Die Höhen werden glasklar und dabei trotzdem nicht schrill wiedergegeben. Die Mitten sind gut ausgeprägt und geben auch wirklich keinen Grund zur Kritik. Ich bin wirklich sehr angetan davon! Auf meinen Ohren durften schon hochpreisigere Kopfhörer Platz nehmen, die mir klanglich teilweise nicht das Erlebnis vom Aventho rübergebracht haben.

Bleibt noch der tiefe Bereich rund um den Bass. Er ist wunderbar präsent und keinesfalls zu schwach. Je nach abgespielter Musik und eingestelltem Profil mal knackig, mal wummernd. Genau wie er sein soll. Ich habe ehrlich selten einen Kopfhörer testen bzw. ausprobieren können, der so ausgewogen und doch an den nötigen Stellen auch mal aufdringlichen Sound präsentiert.

Fazit zum Beyerdynamic Aventho Wireless

Die Beyerdynamic Aventho Wireless sind eine ausgewogene Mischung aus Retro-Design, Qualität und super Klang. Bisher dachte ich, OverEars wären für mich die optimale Bauform, weil ich der Meinung war, dass nur diese Bauform auch Umgebungsgeräusche optimal eindämmen kann. Der Aventho Wireless hat mich eines besseren gelehrt. Klar werden Umgebungsgeräusche nie so sehr dezimiert, wie mit ANC, aber da bevorzuge ich persönlich dann lieber den perfekten Klang ohne ANC-Verzerrung.

Zu einem Verkaufspreis von aktuell 449,- EUR bekommt der Käufer einen Kopfhörer, der klanglich absolut weit vorne ist. Man muss aber natürlich auch sehen, dass es für die Hälfte des Preises schon sehr gute Kopfhörer gibt und für sich selbst abwägen, ob der Klang oder das Design o. ä. den Preis rechtfertigt.

Wertung des Autors
Michael Meidl bewertet Beyerdynamic Aventho Wireless mit 4.7 von 5 Punkten.

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