Bose QuietComfort 25 Special Edition Testbericht

Wer auf der Suche nach Kopfhörern mit aktiver Geräuschunterdrückung ist, der kommt an den Bose QC 25 kaum vorbei. Damit ihr wisst, worauf ihr euch bei einem Kauf einlasst, habe ich den Nachfolger des fast schon legendären QC 15 eingehend getestet.

Eins vorweg: Bei der Special Edition handelt es sich nicht um eine technisch aufgewertete Variante, vielmehr ist einfach das gesamte Gehäuse in schwarz gehalten. Die Standard-Variante ist schwarz-grau mit einem blauen Streifen um die Ohrmuscheln. Da mir das nicht so gut gefallen hat, war ich wie geflashed, als die Sonderausgabe herauskam. Meines Erachtens nach wird sie der Marke und der Qualität durch ihr edles Aussehen auch viel gerechter.

Der erste Eindruck

Als ich das Paket mit den Kopfhörern erhalten habe, war ich erst einmal erstaunt, wie klein es ist. Nach dem Öffnen der Verpackung sticht dann sofort das Case mit Lederoptik ins Auge. Es ist relativ robust und dürfte den Kopfhörern auch in einem unordentlich gepackten Rucksack Schutz bieten. Nicht ganz so gut gefällt mir dabei allerdings, wie leicht sich Fingerabdrücke darauf abzeichnen, außerdem liegt es etwas rutschig in der Hand. Die Netztasche an der Rückseite kann für Kabel oder ähnliches genutzt werden, sorgt aber vor allem für ein wenig mehr Grip. Ich transportiere darin aber nichts. Zur Kratzfestigkeit der Obefläche kann ich noch nichts sagen.

Per Reißverschluss, der übrigens wirklich reibungslos funktioniert (ja auch etwas so banales wie ein Reißverschluss kann einem den Spaß verderben), gelangt man an das Innere. Die Kopfhörer werden mit einer speziellen Faltweise in die Hülle gelegt, an die man sich erstmal ein paar Tage gewöhnen muss. Dieser Faltmechanismus sorgt für eine wichtige Sache: Er verringert die Gesamtgröße der Hülle deutlich im Vergleich zum Vorgängermodell.

Im unteren Bereich findet sich noch einen Flugzeugadapter, denn Flugzeuge sind ein beliebtes Einsatzgebiet und den Steckplatz für eine Ersatzbatterie. Da es heutzutage nicht immer selbstverständlich ist, sei es an dieser Stelle lobend erwähnt: Eine passende Batterie ist mit dabei, man kann also direkt loslegen. Das Gute an einem Betrieb mit Batterien ist übrigens, dass sie leicht, klein und an jeder Ecke erhältlich sind.

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Die Kopfhörer

Die Kopfhörer wirken, wie bereits geschrieben, sehr edel. Schaut man ganz genau hin, erkennt man, dass die Oberfläche zwar schwarz ist, aber sich dazwischen winzig kleine silberne Pünktchen tummeln. Das hängt denke ich ganz einfach mit dem Farbton zusammenhängt und führt sogar zu einer Art edlem Glanz.
Jeder der die Headphones bis jetzt in der Hand hatte, war erstaunt über das leichte Gewicht, aber sie wirken trotz dessen nicht billig oder gar minderwertig. Außerdem sind sie sehr klein und kompakt, man fragt sich fast schon, wo die ganze Technik untergebracht sein soll.

Ich sehe das definitiv als Vorteil, besonders im Vergleich zu anderen Kopfhörern, wie zum Beispiel dem Sony MDR-1RNC, der doch recht massig ist. Im Inneren der Ohrmuscheln ist riesengroß vermerkt, wo rechts und wo links ist. Das ist zwar keine riesige Innovation, aber es fällt das ewige Suchen nach den kleinen Buchstaben auf der Innenseite der Bügel weg und je weniger Schrift direkt auf dem Kopfhörer, desto schöner sieht es aus.

Die Verarbeitung der Kopfhörer ist gut, nichts klappert oder knarzt, selbst wenn man es drauf anlegt. Etwas unschön ist aber, dass die Stelle an der die Bügel ausgefahren werden etwas Spiel haben. Das ist in der Praxis nicht weiter schlimm, sollte aber bei einem so teuren Kopfhörer nicht passieren.

Wo wir gerade bei Kritik sind: Ich würde mir für die nächste Version wirklich wünschen, dass das Plastik durch Aluminium ausgetauscht wird und die Ohrmuscheln „aus einem Guss“, also ohne den (gewollten) Spalt sind. Die neuen Sony h.ear on Modelle machen das wirklich gut vor und es gibt sogar eine drahtlose Version inklusive aktiver Geräuschunterdrückung. Eine weitere Alternative wären wol die Parrot ZIK 3.0. Ich würde beide nur zu gerne einmal testen und mit den Bose vergleichen.

Das zusätzliche Gewicht durch Aluminium würde ich übrigens gerne in Kauf nehmen :-D Zum Look noch zwei Sachen, bei denen es sich zwar um meckern auf hohem Niveau handelt, aber je besser ein potentieller Nachfolger wird, desto besser: Der Batterieinschub könnte dezenter und etwas verstecker sein, indem er zum Beispiel auf die Unterseite gebracht wird. Genauso verhält es sich mit dem Einschaltknopf für die Noise Cancelling Funktion.

Der letzte kleine Kritikpunkt richtet sich gegen das Kabel, welches flexibler sein sollte. Nach festerem zusammenlegen entstehen nämlich leichte Abdrücke im Kabel. Man erkennt bei mir zum Beispiel noch etwas die „Knicke“, die durch das Aufrollen in der Fabrik entstanden sind und ich bin mir nicht sicher, ob sie jemals zu hundert Prozent verschwinden. Am besten wäre wohl sowieso eine Bluetooth Funktion.

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Der Komfort

Was ich an diesen Kopfhörern absolut gut finde sind die ovalen Ohrmuscheln, denn ich sage es gerne noch einmal: Ohren sind nicht kreisrund, sondern oval beziehungsweise D-Förmig. Deshalb passen auch größere Ohren ohne Probleme in die Ohrmuscheln der Bose Kopfhörer. Zudem sind die Ohrpolster angenehm weich und drücken überhaupt nicht, das geringe Gewicht tut dann ihr übriges. Der Winkel der Ohrmuscheln lässt sich gut an den Kopf anpassen und die Kopfhörer sitzen trotz des angenehmen Tragekomforts knackig. Ob man damit joggen gehen könnte weiß ich nicht, aber einen Versuch wäre es auf jeden Fall wert.

Ich denke, es hängt alles in allem immer auch von der einzelnen Person ab, wie lange sie Kopfhörer am Stück tragen kann. Bei manchen ist das länger, bei manchen kürzer, aber die QC 25 machen es einem auf jeden Fall sehr leicht, sie lange Zeit am Stück zu tragen.

Die Klangqualität

Um etwaigen Kommentaren vorzugreifen: Wäre ich auf der Suche nach einem Kopfhörer gewesen, der mir einen Musikgenuss aller erster Güte beschert, hätte ich mich bei Beyerdynamic oder Sennheiser umgesehen. Ein solcher Kopfhörer ist aber eher für den Einsatz in einer ruhigen Umgebung gedacht (besonders bei einer offenen Konstruktion) und ich wollte meine bei lauten Umgebungsgeräuschen einsetzen.

Mein Ziel war es, eine ruhige Umgebung zu schaffen, wo ich sonst von allerlei störendem Lärm umgeben war. Mir also die Ruhe von Zuhause so gut es geht in zum Beispiel die Öffis, zu holen und so das Rumpeln, Klappern, Kinderschreien, und so weiter loszuwerden. Mit seiner aktiven Geräuschunterdrückung ist der Kopfhörer ja geradezu prädestiniert dafür.

Getestet habe ich die Bose Kopfhörer an meinen Laptops und an meinem Smartphone, denn mit solchen Geräten werden wohl die meisten diesen Kopfhörer verwenden. Auch habe ich keine Audioquellen mit überdurchschnittlich hoher Bitrate verwendet. Was Musik angeht bin ich außerdem niemand, der Audiophil oder ein extremer Musikfetischist ist.

Ich finde ich die Musikqualität wirklich gut, würde sie aber dennoch nicht als bahnbrechend bezeichnen. Allgemein ist Qualitätsempfinden in Sachen Kopfhörern ja auch immer subjektiv und wird beeinflusst von den eigenen Vorlieben sowie dem präferierten Genre. Ich habe den QuietComfort mit allen möglichen Genres getestet und kann ihn aus meiner persönlichen Sicht heraus sowohl für alltägliche Charts, klassische Musik und gegen alle Erwartungen auch für stark basslastige Musik empfehlen. Das eingebaute Mikrofon ist ebenfalls wirklich gut, man kann sehr angenehm mit dem Kopfhörer telefonieren. Ein Vorteil gegenüber dem Vorgängermodell ist, dass die Kopfhörer auch funktionieren, wenn die Noise Cancelling Funktion abgeschaltet ist. Hierbei ist der Sound jedoch deutlich dumpfer, die Musik klingt also einfach nicht so gut. Dumpfe Musik ist aber immer noch besser als gar keine hören zu können.

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Die aktive Geräuschunterdrückung

Einen Noise Cancelling Kopfhörer kaufen die meisten aus dem gleichen Grund wie ich, nämlich weil sie Umgebungsgeräusche ausblenden wollen. Hier beweist der QC 25 auch seine volle Stärke. Setzt man den Kopfhörer auf, dann wird, wie bei vielen anderen Kopfhörern auch, ein kleiner Teil der Geräusche bereits leicht gedämpft. Um die aktive Geräuschunterdrückung (hier eine Erklärung zur Funktionsweise) zu aktivieren, schiebt man einfach den kleinen Schalter auf der rechten Ohrmuschel nach vorne.

Man hört ein saftiges knacken und merkt sofort, dass die Umgebungsgeräusche „entfernt“ werden. Danach nimmt man ein ganz leises rauschen wahr, das wird von der Musik aber komplett übertönt. Es ist eigentlich auch nicht wirklich störend und man kann sich leicht daran gewöhnen, besonders wenn ein bisschen Rauschen der Preis für fast komplette Stille ist.

Wenn ihr euch angeschaut habt, wie die aktive Geräuschunterdrückung funktioniert, dann wisst ihr, dass das System die Geräusche ein wenig im Voraus erraten muss. Deshalb werden monotone Geräusche, wie zum Beispiel das Brummen eines Zuges, gut gefiltert. Plötzliches, wie zum Beispiel lautes Tastaturtippen, Lachen oder Unterhaltungen dringen doch noch durch, sind aber auf jeden Fall leiser. Das Endergebnis hängt natürlich auch sehr stark von der Musiklautstärke und dem Genre ab, wenn man die Musik etwas lauter stellt und nicht gerade ein Blockflötensolo hört dann wird man so gut wie gar nichts mehr von seiner Umgebung mitbekommen.

Natürlich wünscht man sich zwar irgendwie, dass auch ohne Musik absolut nichts mehr zu einem durchdringt, aber bis es so weit ist, müssen wir wahrscheinlich noch ein paar QuietComfort Versionen abwarten. Übrigens: Ich rate euch dazu sehr aufmerksam zu sein, sobald ihr die Kopfhörer tragt, denn ich habe in der Stadt schon das ein oder andere Auto komplett überhört.

Mein Fazit zu den Bose QuietComfort 25

Bei den Bose QuietComfort 25 handelt es sich um einen edel aussehenden, angenehm zu tragenden, gut klingenden und vor allem Geräusche gut unterdrückenden Kopfhörer. Er hat minimale Schwächen und bietet trotzdem ein extrem gutes Gesamtpaket. Seine größte Schwäche ist wahrscheinlich der hohe Preis, aber jedem, der ihn für nicht mehr als 250 Euro irgendwo erwischt, sei er wämstens ans Herz gelegt. Klar muss man bereit sein so viel Geld für einen Kopfhörer auszugeben, dafür hat man aber auch endlich seine Ruhe in lauten Umgebungen.

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