Bowers & Wilkins PX7 im Test: Premium-ANC-Kopfhörer für den Massenmarkt

Bowers Wilkins Px7 Side 4

Nach meinem letzten Test der Bowers & Wilkins PX war ich so begeistert von ihnen, dass ich sie mir einige Zeit später selbst zulegte. Nun wurden vor einiger Zeit die Bowers & Wilkins PX7 als direkte Nachfolger vorgestellt.

Ich habe die neuen Over-Ear-Kopfhörer für euch ausführlich über einen Zeitraum von fünf Wochen getestet. In diesem Testbericht verrate ich euch, wie sie sich im Vergleich mit der Konkurrenz und ihren direkten Vorgängern schlagen – und ob sie in meinen Augen eine Empfehlung wert sind.

Design und Verarbeitung

Bowers Wilkins Px7 Front

Als Premium-Marke ist Bowers & Wilkins für eine hochwertige Verarbeitung und ein edles Design der eigenen Produkte bekannt. Der Bowers & Wilkins PX7 stellt hier keine Ausnahme dar und kann optisch sowie haptisch mehr als überzeugen. Mit seinem Materialmix aus Stoff, Metall und karbonfaserverstärktem Kunststoff fasst er sich extrem hochwertig an – und sieht auch genau so aus.

Im Vergleich mit seinem Vorgänger fällt das Design des Bowers & Wilkins PX7 etwas schlichter aus. Die Kabel an den Ohrmuscheln liegen nicht mehr frei, sondern werden durch die Halter aus einem Karbonfaser-Composite-Material geleitet. Diese besitzen ein interessantes Muster, das allerdings erst bei genauerem Hinsehen ins Auge sticht.

Bowers Wilkins Px7 Carbonfiber

Optisch machen die Bowers & Wilkins PX7 daher einen recht unauffälligen Eindruck. Trotz des Understatements sind sie jedoch als Premium-Produkt zu erkennen und schauen meiner Meinung nach echt schick aus. Schade ist lediglich, dass beide Farbvarianten diesmal sehr klassisch daherkommen. Mutige Personen konnten beim Vorgänger noch zu einer blau-goldenen Ausführung greifen.

Die Verarbeitung des Bowers & Wilkins PX7 kann nicht nur aufgrund der hochwertigen Materialien als tadellos bezeichnet werden. Der Over-Ear-Kopfhörer ist unglaublich robust gebaut und dürfte auch in vielen Jahren noch einwandfrei seinen Dienst verrichten. Gerade bei hochpreisigen Noise-Cancelling-Kopfhörern bin ich in diesem Punkt recht empfindlich, seitdem mir bei meinen einst privat genutzten Sony WH-H900N nach zwei Jahren einer der Ohrhörer abbrach.

Bowers Wilkins Px7 Case 2

Einschnitte müssen Käufer jedoch bei der Portabilität des Bowers & Wilkins PX7 verkraften. Der Kopfhörer lässt sich leider nicht zusammenfalten, was den Transport etwas erschwert. Hierfür ist eine hochwertige Tasche im Lieferumfang enthalten, welche unterwegs für ausreichend Schutz sorgt. Da lediglich die Ohrmuscheln eingedreht werden können, fällt sie jedoch sehr groß aus und nimmt daher ziemlich viel Platz in einem Rucksack ein. Einige Konkurrenz-Produkte lassen sich hier deutlich kompakter verstauen.

Tragekomfort des Bowers & Wilkins PX7

Bowers Wilkins Px7 Headband

Der Bowers & Wilkins PX7 fällt dank der neuen Materialien im Vergleich mit seinem Vorgänger um einiges leichter aus. Auch der Tragekomfort hat sich deutlich verbessert, da die Ohrmuscheln nun etwas größer und insbesondere deutlich besser gepolstert sind. Das eingesetzte PU-Leder ist wesentlich weicher und dicker, sodass selbst bei langen Hörsessions kein unangenehmer Druck an den Ohren aufkommt.

Musste ich beim Bowers & Wilkins PX den Tragekomfort noch etwas kritisieren, zählen die Bowers & Wilkins PX7 diesmal zu den bequemsten Kopfhörern, die ich bislang getestet habe. Selbst das Tragen einer Brille stellte kein Problem dar, wenn man einmal vom (Teil-)Verlust der passiven Geräuschisolierung absieht. Durchaus sind einige Konkurrenz-Modelle noch einmal etwas leichter. Doch dank der überzeugenden Polsterung am Kopfhörerbügel und den Ohrpads spielte das für mich im alltäglichen Einsatz keine Rolle.

Bedienung

Bowers Wilkins Px7 Controls 2

Während andere Kopfhörer auf Touchpads setzen, werden die Bowers & Wilkins PX7 ganz klassisch über mehrere Knöpfe bedient. An der rechten Ohrmuschel befinden sich neben dem Ein- und Ausschalter der Lautstärkeregler und der Play-/Pause-Knopf, die eine Einheit bilden. Sie lassen sich einfach ertasten und besitzen einen klaren Druckpunkt. Dennoch ist es verwunderlich und passt nicht ganz ins Konzept des sonst so hochwertigen Kopfhörers, dass die Bedienelemente aus Kunststoff bestehen.

Mit den separaten Tasten für die Mediensteuerung gelingt die Bedienung recht intuitiv. Die Knöpfe sind einfach zu ertasten und logisch angeordnet.

Verbesserungswürdig erscheint allerdings die Mehrfachbelegung des mittig positionierten Play-/Pause-Buttons, mit dem man mit zwei bzw. drei schnell aufeinanderfolgenden Klicks auch einen Song vor- bzw. zurückwechseln kann. Diese Abfolge bedarf immer mal wieder mehrerer Anläufe, da einzelne Klicks entweder nicht erkannt oder schon zu früh ein ungewollter Befehl ausgeführt wird.

Praktikabler wäre es wohl, wenn das Wechseln eines Songs über die Lautstärketasten gelöst worden wäre. Auf diese Weise wäre man immerhin nur bei einer Doppelt- und keiner Dreifachbelegung eines Bedienelements gelandet.

Bowers Wilkins Px7 Controls 3

Besser gelingt bei den Bowers & Wilkins PX7 die Steuerung des integrierten Noise Cancellings, auf das ich an späterer Stelle noch einmal genauer eingehen werde. Hierzu befindet sich an der linken Ohrmuschel eine extra Taste, mit der zwischen den 3 verfügbaren Stufen gewechselt werden kann. Der Ambient Modus ist sogar stets schnell mit einem langen Druck auf diese Taste erreichbar.

Zu guter Letzt bieten die Bowers & Wilkins PX7 aber auch noch eine überaus praktische Trageerkennung, wie sie heutzutage vor allem bei TWS-In-Ears verbreitet ist. Setzt man die Kopfhörer ab, wird der gerade abgespielte Track automatisch pausiert.

Und setzt man sie auf, fängt er wieder an zu spielen. Das gelingt sogar noch bei aktiviertem Stand-By-Modus, sodass die PX7 selbstständig aufwachen, sobald man sie aus der Tasche nimmt und über den eigenen Ohren platziert – praktisch, wenn man zu faul ist, sie jedes Mal an- und wieder auszuschalten.

Sound des Bowers & Wilkins PX7

Bowers Wilkins Px7 Ear Cushions

Die Bowers & Wilkins PX7 bringen ab Werk gute Voraussetzungen für einen starken Sound mit. So sind sie mit großen 43,6mm-Treibern ausgestattet und unterstützen per Bluetooth 5.0 den neuen aptX Adaptive Codec. Dieser vereint die Vorteile seiner Vorgänger aptX HD sowie aptX Low Latency.

Trotz Drahtlosverbindung sind bei einem kompatiblen Smartphone somimt hochauflösende Streams bei gleichzeitig geringer Latenz möglich. Das ist insbesondere bei interaktiven Anwendungen wie dem Ansehen von Filmen oder Gaming von Vorteil.

Zeichneten sich die Bowers & Wilkins PX noch durch einen sehr analytischen Klang aus, zielen die Bowers & Wilkins PX7 nun deutlich stärker auf den Massemarkt ab. Sie bieten einen lebendigen und warmen Sound mit einer hohen Räumlichkeit. Die Mitten und der Bassbereich stehen dabei leicht im Vordergrund, dennoch erscheint das Klangbild stimmig und ziemlich ausgewogen.

Bowers Wilkins Px7 Front 2

Mit ihrem dynamischen Sound machen die Bowers & Wilkins PX bei Songs aus sämtlichen gängigen Genres eine gute Figur. Insbesondere bei Pop- und Rock-Titeln brillieren sie mit ihren klaren Mitten und dem treibenden, aber dennoch akkuraten Bassbereich. Bessere Alterantiven finden sich hingegen, falls der eigene Musikgeschmack eher in Richung Klassik oder (sanfte) Gitarrenmusik tendiert. Diese Genres profitieren von einem analytischeren Klangbild und ausgeprägteren Höhen.

Insgesamt erfüllt der Bowers & Wilkins PX7 beim Sound definitiv die Erwartungen, obwohl diese aufgrund des hohen Preises hoch angesetzt waren. In Hinblick auf seine Klangcharakteristik ähnelt er der Konkurrenz im Bereich der hochpreisigen Noise-Cancelling-Kopfhörer.

Klanglich liegt er mindestens auf einer Höhe mit ihr und kann im Vergleich mit manch einem Modell sogar noch einmal eine Schippe drauflegen. Auf Anhieb würde ich wohl keinem anderen Kopfhörer bescheinigen, dass sein Sound mehr Spaß macht als jener des PX7.

Noise Cancelling

Bowers Wilkins Px7 Side 1

Neben dem Sound dürfte für viele auch die Qualität der Geräuschunterdrückung eines der entscheidenden Kaufargumente für einen Noise-Cancelling-Kopfhörer darstellen. Der Bowers & Wilkins PX7 bietet in diesem Bereich drei verschiedene NC-Modi (low, high und auto), die einfach über eine Taste am linken Ohrhörer gewechselt werden können.

Auf höchster Stufe kann der Over-Ear-Kopfhörer mit einer guten Geräuschunterdrückung überzeugen. Die verbauten Mikrofone reduzieren gemeinsam mit der passiven Abschirmung durch die Ohrpolster Störgeräusche im Tieftonbereich auf ein Minimum, sodass Fahrgeräusche bei aktivierter Musikwiedergabe eigentlich nicht mehr zu vernehmen sind.

Höhere und unregelmäßigere Geräuschquellen, wie beispielsweise Unterhaltungen, werden nicht ganz so zuverlässig herausgefiltert, doch das ist auch bei der Konkurrenz immer noch üblich. Lobenswert ist allerdings, dass die Bowers & Wilkins PX7 Windgeräusche nicht allzu sehr aufnehmen, wie es mir bei ihren Vorgängern noch (negativ) aufgefallen ist.

Wie die meisten aktuellen Noise-Cancelling-Kopfhörer bieten auch die Bowers & Wilkins PX7 einen Ambient-Modus, mit dem die Außengeräusche absichtlich hereingelassen werden können. Praktisch ist das zum Beispiel am Bahnsteig, um zwischendurch einmal einer Durchsage zu lauschen.

Der Modus ist flott mit einem langen Druck auf den NC-Button aktiviert, woarufhin die Musik pausiert und die Außengeräusche wiedergegeben werden. Das klingt so außerordentlich natürlich, dass man beinahe vergessen könnte, dass man gerade Kopfhörer trägt, die Sekunden zuvor die Außenwelt noch beinahe ausgeblendet haben!

Das Noise Cancelling des Bowers & Wilkins PX7 liegt auf einem hohen Niveau und reichte mir im Test allemal aus. Dennoch muss ich sagen, dass insbesondere die Konkurrenz-Modelle von Bose Außengeräusche noch einmal etwas besser ausblenden. Seid ihr viel unterwegs und benötigt zum Arbeiten absolute Ruhe, wäre das ein Punkt, über den ihr euch im Klaren sein solltet.

Akkulaufzeit des Bowers & Wilkins PX7

Bowers Wilkins Px7 Controls 1

Die Akkulaufzeit der Bowers & Wilkins PX7 ist mehr als zufriedenstellend. Laut Hersteller sollen sie bis zu 30 Stunden durchhalten, was ich nach meinem Testzeitraum für durchaus realistisch halte. Je nachdem, wie intensiv der eigene Musikkonsum ist, wird man sie im Alltag wohl alle par Wochen laden müssen.

Das gelingt glücklicherweise per USB-C und auch noch relativ kurzfristig. Denn innerhalb von 15 Minuten laden die Kopfhörer so weit auf, dass sie rund 5 Stunden Spielzeit bieten. Ganz vergessen solltet ihr das Laden jedoch nicht. Denn obwohl eine Klinkenbuchse die kabelgebundene Verbindung zum Smartphone ermöglicht, spielen die Bowers & Wilkins PX7 auch in diesem Modus nur Musik ab, solange der Akku geladen ist. Gut möglich, dass man bei einer längeren Nutzung das ein oder andere Mal über diesen Umstand fluchen wird.

Ohne Strom lassen sich die Kopfhörer zumindest an einem Laptop oder PC betreiben. Werden sie dort per USB-C angeschlossen, werden sie nämlich als Audiogerät erkannt und können parallel zum Laden zur Musikwiedergabe verwendet werden.

Und sonst noch?

Bowers Wilkins Px7 Side 3

  • Die Bowers & Wilkins PX7 lassen sich gleichzeitig mit zwei Endgeräten verbinden. Dabei wechseln die Kopfhörer automatisch den derzeit aktiven Zuspieler, sobald am anderen eine Tonausgabe erfolgt. Praktisch ist das nicht nur bei der parallelen Benutzung von Smartphone und Laptop. Denn es erspart auch das ständige Pairen und Trennen von Verbindungen, wenn man die Kopfhörer an mehreren Geräten verwenden möchte.
  • Bowers & Wilkins bietet für Android und iOS eine passende Companion-App an, über die sich einige Einstellungen direkt am Smartphone vornehmen lassen. Nutzer können darüber beispielsweise die einzelnen Noise Cancelling-Modi ihren Bedürfnissen entsprechend anpassen und Software-Updates für die Kopfhörer installieren. Insgesamt wirkt die App recht aufgeräumt. Einigen dürfte allerdings ein integrierter, anpassbarer Equalizer fehlen.
  • Die integrierten Mikrofone der Bowers & Wilkins PX7 reichen aus, um den ein oder anderen Anruf direkt über die Kopfhörer zu tätigen. Insbesondere in lauten Umgebungen sollte man jedoch lieber zum Smartphone greifen, da dieses eine bessere Sprachqualität bietet.
  • Im Lieferumfang der Bowers & Wilkins PX7 sind sowohl ein Klinkenkabel als auch ein USB-C auf USB-A-Kabel zum Laden der Kopfhörer enthalten. Genauso wie die Kopfhörer können sie im mitgelieferten Transportcase verstaut werden, sodass man sie immer bei sich hat.

Fazit zum Bowers & Wilkins PX7

Bowers Wilkins Px7 Case 1

Bowers & Wilkins ist mit dem PX7 ein toller Noise-Cancelling-Kopfhörer im Over-Ear-Stil gelungen. Das Modell überzeugt mit einem hübschen Design, wertigen Materialien und einem hohen Tragekomfort. Die Akkulaufzeit ist erfreulich lang, allerdings wurde die Bedienung in meinen Augen nicht ganz optimal gleöst.

Neben der hübschen Optik spricht vor allem der Sound für die Bowers & Wilkins PX7. Er wurde für den Massenmarkt optimiert und siedelt sich auf absolutem Top-Niveau an. Mit seiner lebendigen, aber dennoch ausgewogenen Klangcharakteristik taugt der Kopfhörer für alle gängigen Musikrichtungen und macht im Alltag unglaublich Spaß!

Beim Noise-Cancelling liegt der Kopfhörer im Vergleich mit der ebenso hochpreisigen Konkurrenz von Sony und Bose leicht hintendran. Nichtsdestorotz blendet er Störgeräusche durchaus zuverlässig aus und kann vor allem mit dem natürlichen Ambient-Modus überzeugen.

In meinen Augen bietet der Bowers & Wilkins PX7 ein überzeugendes Gesamtpaket. Wer viel Wert auf Design und Klang legt, wird mit dem Kopfhörer definitiv glücklich und findet derzeit wohl kein besseres Modell am Markt. Gegen einen Kauf könnte für einige vor allem die mangelnde Portabilität sprechen. Im Gegensatz zu den PX7 lässt sich manch ein Konkurrenz-Produkt vollständig zusammenklappen und nimmt daher deutlich weniger Platz im Rucksack ein.

Mit einem Preis von momentan 319 Euro zählen die Bowers & Wilkins PX7 zu den teuersten Noise-Cancelling-Kopfhörern am Markt. Preislich liegen sie allerdings nur minimal über der direkten Konkurrenz und bieten dafür auch eine deutlich hochwertigere Verarbeitung. Bei einem so teuren Produkt wäre mir die damit verbundene Langlebigkeit den Aufpreis wohl wert.

Wertung des Autors

Niklas Jutzler bewertet Bowers & Wilkins PX7 mit 4.6 von 5 Punkten.

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