Business-Smartphone Motorola Pro im ersten Test

Nachdem ich in der vergangenen Woche das Atrix, ebenfalls aus dem Hause Motorola, etwas genauer unter die Lupe genommen habe, war diese Woche das PRO an der Reihe. Der Hersteller bewirbt das Gerät mit folgendem Slogan:

Ein Business-Phone, das auch Freizeit-Profi ist. Die Business-Klasse für professionelles Arbeiten, mit neuesten Features für optimale Leistung und Sicherheit.

Wie sich das PRO im Businesseinsatz schlagen kann und ob es wirklich fit für die Freizeit ist, das erfahrt Ihr in diesem ersten Test.

Haptik

Als erstes in Auge gefallen sind mir die „ulkig“ designten Tasten des Motorola PRO. Das Design ist platzsparend und soll die Treffergenauigkeit beim Tippen gegenüber herkömmlichem Tastaturlayout deutlich verbessern. Die Tasten sind in zwei Richtungen abgeschrägt – asymmetrisch.

Das ganze sieht in erster Linie wie ein Fehler aus, erweist sich aber als durchaus nützlich, gerade bei dickeren Fingen. Die Tastatur hat keine Zwischenräume und wirkt sehr smart. Umrandet werden die äußeren Drücker durch einen schwarzen Zierrahmen, der die komplette Vorderseite zusammenhält.

Größentechnisch passt der Businessheld perfekt in meine Hand. Mit dem Daumen kann ich bequem „Ein-Finger-Handling“ betreiben. Jetzt zum Haken dieser schnuckligen Tastatur: Zweifinger-Tippen ist mit meinen Fingern nicht möglich – entweder hatten die Designer Pinzetten-Finger oder aber das Tippen mit zwei Fingern ist nicht vorgesehen. Schade, soll doch im Business alles schnell, schnell gehen!

Mit 134 Gramm ist das PRO nur 1 Gramm leichter als das Atrix. Die Touchtasten in der Front reagieren noch schlechter als beim Atrix, von Aussetzern der Funktion sowie der Beleuchtung muss man bei der Handhabung teilweise absehen.

Die Rückseite ist schön gummiert – das PRO liegt gut in der Hand. Leider hat das PRO nur ein Mikrofon, sodass die aktive Rauschunterdrückung flach fällt – gerade bei Autofahrten ein Muss!

Optik

Neben dem außergewöhnlichen Design der Tasten, fällt sofort die Chromzierleiste auf, die das Smartphone umrandet. Letztere verschmutzen leider zu schnell (Fingerabdrücke etc.).

Die Lautstärkewippe befindet sich auf der linken Seite in der oberen Hälfte. In der Unteren ist der microUSB-Slot angesiedelt. Die Umrandung ist allerdings eher gewöhnungsbedürftig (ist durchsichtig, sieht unfertig aus, leuchtet bei Konnektivität). Oben links befindet sich der ON/OFF/SLEEP/AWAKE.

  

Oben mittig befindet sich der 3,5“-Klinkenanschluss. Besonderes Gimmick ist eine Shortcut-Taste zum Kalender, an der rechten Außenseite, direkt in Daumenhöhe. Äußerst praktisch, auch unterwegs.

Software

Genau wie das Atrix, basiert unser PRO auf Android 2.2.2 (Codename Froyo) mit MotoBlur-UI in der aktuellen Version. Ich bin offen zugegeben kein Freund von anderen Launchern, UI usw. Bei MotoBlur mache ich da keine Ausnahme. Auf Gefahr hin, dass einige Leser wieder protestieren werden, bei mir ist das Überspringen definitiv nicht möglich (Siehe Screenshot)

 

Motorola scheint die Kunden mit seinem Launcher binden zu wollen: Das Smartphone ist ohne die Anmeldung an einem MotoBlur-Konto NICHT zu gebrauchen. Lediglich das Absetzen eines Notrufs und das Auslesen der IMEI sind möglich. Schlimmer als Simlock – wobei man hier den Sinn noch nachvollziehen kann.

  

Ansonsten ist die Software die gleiche wie beim Atrix. Das Gerät bootet abzüglich SIM-Entsperren innerhalb von 44 Sekunden durch. Das ist gutes Mittelmaß. Besonders gefallen hat mir die liebevoll animierte Galerie.

Hardware

Angetrieben wird der intern XT610 bezeichnete Business-Androide durch den OMAP3620 aus dem Hause Texas Instruments. Die CPU verfügt über 1GHz Taktfrequenz und agiert mit der PowerVRSGX530 GPU – also dem Vorgängergrafikchip des iPhone 4. Dem Prozessor stehen 512MB RAM und 2GB ROM zur Seite.

  

Aufgaben erfüllt das Gerät recht schnell und ordentlich. Genügend Power spendiert der BP7X genannte Li-Ion-Akku mit mind. 1820 aber typischerweise 1860 mAh. Der Akku hielt bei uns im Test je nach Nutzungsgrad zwischen 1,5 und 3 Tagen durch. Nicht schlecht. Achtung, auch das kann stark schwanken.

Wie schon beim Atrix, funktionieren auch beim PRO die Touchtasten während meines Tests nur sporadisch und sehr lückenhaft. Mir ein Rätsel was das soll, aber möglicherweise bin ich mit meiner negativen Motorola-Aura einfach nicht für solch ein Telefon geeignet. ;-)

   

Technische Daten

  • CPU: TI OMAP3620 1GHz
  • RAM: 512MB
  • Speicher intern: 2 GB
  • Kamera: 5 MegaPixel, Dual LED-Blitz, Autofokus, Digitaler Zoom
  • Akku: 1860 mAh Li Ion
  • Display: 3.1″, (320 x 480)
  • Maße: 61 x 119 x 11.7 mm, 134g
  • Anschlüsse: microUSB, 3,5“-Klinke, microSD (bis 32GB)
  • Weiteres: W-LAN, Bluetooth, UMTS/HSDPA

Lieferumfang

Stromadapter, USB-Kabel, Mini-Werbe-Broschüre, Kopfhörer (leider kein In-Ear), Quickstart-Guide, „Sicherheit & rechtliche Informationen“ (Broschüre) und als kleines Gimmick wegen dem geringen internen Speicher eine 8GB MicroSDHC Class4 von SanDisk

Erstes Fazit

Persönlich bin ich kein Fan von Hardwaretastaturen, beim PRO mache ich da aber eine Ausnahme: Die speziell designten Tasten machen das Tippen zu einem echten Erlebnis. Displaytechnisch sind die Farben besser als beim Atrix, für den Mediaeinsatz allerdings nicht zu gebrauchen, alleine schon wegen der Größe.

Die Kamera ist mit 5 Megapixel normaler Durchschnitt (Testfoto) und auch die Software lässt leider etwas zu wünschen übrig. Als Business-DROIDE ist es dennoch generell zu empfehlen, wenn man denn mit MotoBlur leben kann.

Was sagt ihr zu Motorolas Business-Klasse? Habt ihr eigene Erfahrungen gemacht?

Das Testgerät wurde uns freundlicherweise durch den Vodafone Business Premium-Store Alsfeld zur Verfügung gestellt.

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