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Meine Eindrücke von der CES 2014

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Die CES ist zu Ende und mit ihr die erste und eine der wichtigsten Messen für Elektronik des Jahres. In den letzten Tagen gab es daher einige Meinungen zur Messe, unter anderem auch von uns gestern. Zeit für ein persönliches Fazit.

Ein neues Jahr steht oftmals für so etwas wie einen Neuanfang und die CES wird vor allem in der Technikbranche gerne mal genutzt, um Trends vorherzusagen. Was ist dieses Jahr angesagt. Was brauche ich? Was ist neu und innovativ? Diese Antworten wollen wir in diesen wenigen Tagen haben. Diese versuchen euch die Hersteller zu geben. Doch dann zeigen sie uns doch nur Technik von gestern, oder geben einen Ausblick, der noch so weit entfernt ist, dass er für uns erst mal irrelevant erscheint.

Erwarten wir zu viel? Ja. Und nein. Die Technikwelt dreht sich jeden Tag weiter, der Fortschritt der letzten Jahre war nur so unglaublich schnell, dass wir diesen heiligen Gral, wie René ihn genannt hat, nicht mehr finden werden. Ich war in Las Vegas vor Ort und bin über die Stände der Hersteller gelaufen und habe versucht mir einen Eindruck zu machen. Doch was war das Highlight der diesjährigen Messe? Es gibt kein großes Highlight. Und genau das ist mein persönliches Highlight der CES 2014.

Wir sind an einem Punkt angekommen, wo wir in vielen Bereichen einfach keine bahnbrechenden Ideen mehr brauchen. Unsere Smartphones können heutzutage Autos einparken, die sich selbst steuern, unsere Schuhe wissen wie viele Schritte wir gemacht haben und gleichen das mit unserem Gewicht ab und zeigen die Daten schön aufbereitet in einer App an und wenn uns Milch fehlt, dann erkennt das der Kühlschrank und schreibt es auf einen Einkaufszettel, der in der Cloud liegt.

Unsere Fernseher gehen ins Internet und laden große Daten runter, damit wir uns den neuesten Blockbuster im 1080p, und bald 4K, anschauen können und danach ein Fazit in irgendein soziales Netzwerk hauen, welches der Bekannte vielleicht auf seiner Smartwatch beim Skifahren im Urlaub sieht. Wir sind an einem Punkt angelangt, wo wir erst mal kein weiteres Highlight brauchen. Die nächsten Monate gilt es den aktuellen Stand der Technik zu verbessern und zu perfektionieren. Der Nutzer ist ja jetzt schon vollkommen überfordert von dem ganzen Angebot der Hersteller.

Nehmen wir zum Beispiel mal die ganzen Uhren mit Anbindung an das Smartphone. Viele Hersteller packen hier immer mehr Funktionen rein und testen, was der Nutzer brauchen könnte. Sei es eine Tastatur zum Beantworten der Mail, oder eine Kamera, um Fotos zu machen. Das nächste große Ding ist also vielleicht schon da, die Uhr, jetzt müssen wird es optimieren. Ich glaube genau das wird auch passieren und das konnte man auch hier und da ein bisschen auf der CES beobachten.

CES_Consumer Electronics Show_Logo

Gibt es denn gar keine Highlights und Trend? Es gibt ein paar Bereiche, die in den nächsten Jahren noch eine große Veränderung durchmachen werden.

Der erste Bereich ist Entertainment in den eigenen vier Wänden. Fernsehen und alles was dazu gehört wird sich verändern. Smart TVs sind nur ein erster Schritt und glaube ich noch lange nicht ausgereift. Der Kunde wird überschüttet von Funktionen. Der Kunde ist noch nicht zufrieden und das richtige Konzept wurde nicht gefunden. Und das zeigt die CES, denn auch in diesem Jahr wurden wieder neue Oberflächen und Bedienkonzepte vorgestellt. Ob wir die Zukunft gesehen haben. Ich weiß es nicht.

Ein zweiter Bereich ist die Automobilbranche, die für mich persönlich ein spannendes Feld ist. Dieser Markt war bisher langsam und die Entwicklung ging schleppend. Doch wir leben in einer Zeit, in der es einen aktuellen Trend ein paar Monate später nicht mehr geben kann. Hersteller müssen darauf reagieren können und flexibler werden. Einige Hersteller haben gezeigt, dass sie auf diesem Weg sind. Andere werden diesen Schritt noch gehen. Ob das überhaupt der richtige Weg ist? Ich weiß es nicht.

Ein Feld, dem ich letztes Jahr viel Aufmerksamkeit geschenkt habe und welches dieses Jahr noch stärker in den Fokus rücken wird sind so genannte Wearables. Hier will momentan jeder mitmischen und das sorgt dafür, dass wir viele innovative Produkte sehen. Diese hauen uns vielleicht nicht vom Hocker, aber sie sind wichtig für die Entwicklung der nächsten Jahre. Wird es am Ende eine Brille, eine Uhr, ein Armband, ein Ring, ein Gürtel oder etwas ganz anderes sein? Ich weiß es nicht.

Ich weiß nicht, was uns genau erwartet. Aber wir bekommen Möglichkeiten gezeigt und das macht so eine Messe für mich dennoch spannend. Die Highlights heben sich die Hersteller mittlerweile für eigene Events auf, das ist kein Geheimnis mehr. Für mich wird es spannend, wie man diese ganzen Bereich miteinander vernetzen will. Das wird eine der großen Herausforderungen in den kommenden Jahren.

Hunderte von Fernsehern, unterschiedliche Standards in Autos, ein Fitness-Armband von jedem Hersteller, bei so einer Messe wird keine optimale Lösung vorgestellt. Wir bekommen oftmals einen Einblick in die Entwicklung und das Feedback nutzen die Hersteller, um dann an einem finalen Produkt zu arbeiten. Den heiligen Gral gibt es hier nicht und ich persönlich habe auch noch nie auf einer Messe danach gesucht.

Die Hersteller machen es uns aber natürlich nicht leicht, denn sie veröffentlichen eine Mitteilung nach der anderen und feiern Produkt XY so dermaßen in den Himmel, dass es schwer fällt die Spreu vom Weizen zu trennen. Vor allem vor Ort ist das fast schon unmöglich. Ich freue mich aber auf die Zukunft und glaube wir haben spannende Jahre vor uns. Viele Themen der Consumer Electronic Show 2014 werden sich bald als Ente herausstellen, andere wiederum in wenigen Jahren ganz normal sein.

Was ich also damit sagen will: Das eine Highlight gab es dieses Jahr nicht in Las Vegas, aber die Messe hatte dennoch ein paar spannende Themen zu bieten und war in meinen Augen keine Enttäuschung. Was meint ihr dazu?

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