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CES 2014: Auf der Suche nach dem heiligen Gral

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Die Consumer Electronics Show 2014 liegt hinter uns, einen bleibenden Eindruck hat sie zumindest bei mir nicht hinterlassen.

Höher, schneller weiter! Es langweilt mich. Ein ungutes Gefühl macht sich breit, ein Gefühl von Informationsübersättigung und Ideenlosigkeit. Brav haben wir auch hier im Blog versucht, der diesjährigen CES nennenswerte Inhalte und Produkte abzugewinnen, hängen geblieben ist wenig, begeistert hat fast nichts. Die Hersteller werden nicht müde, ihre Pressemitteilungen mit Superlativen zu bestücken, die über schwächelnde Innovationskraft hinwegtäuschen sollen. Alle sind sie auf der Suche nach dem heiligen Gral, allerdings bekommt man das Gefühl, dass aktuell erstmal erkundet werden muss, in welche Himmelsrichtung die Schatzkarte zu halten ist.

Gebogene Ultra-HD-TVs, Smart TVSmart Home, kleinere Smartphones, mehr einfache Smartphonesmehr Auflösung, mehr Tabletsmehr All-in-Onemehr smarte Technik in Autos, mehr Überangebot, mehr astronomische Preise, die kaum noch ein Endkunde bereit ist zu zahlen. Man zeigt was man jetzt bereits realisieren kann, praxistaugliche Produkte sind wie so oft Mangelware. Journalisten und Blogger vor Ort, die stets routiniert die Messen dieser Welt abarbeiten, wirken zunehmend gelangweilt, die Nutzer ebenso. Alles klingt neu, schaut man genauer hin, hätte uns vieles davon bereits zur CES 2013 nicht vom Hocker gehauen.

Wearable Computing

Wearable Computing, der Strohhalm der CES 2014. Ein Bereich, der wenigstens ein wenig Innovationskraft ausstrahlt. Neues kommt immer gut an. Neues? Viele Versprechungen, wenig Finales. Sicher, Hersteller zeigen auf derartigen Messen neue Produkte, die sozusagen direkt aus dem Entwicklungslabor kommen, um erst zukünftig auf dem Markt zu landen. Viele präsentieren mit den vorgestellten Produkten aber auch, dass sie mindestens das Jahr 2012 und 2013 verpennt haben, um dann Anfang 2014 ihr ersten unfertigen Schritte im Bereich der tragbaren Computer vorzustellen. Seien es smarte Uhren oder Fitness-Tracker, jeder große und viele kleine Hersteller haben eine Neuentwicklung in der Tasche und die (gefühlt) meiste Aufmerksamkeit im Bereich der Wearables bekommt mit der Pebble Steel eine Smartwatch, deren technische Basis bereits im April 2012 bei Kickstarter zur Finanzierung online gestellt wurde. Ein ernst gemeintes „Bravo!“, denn dieses Beispiel zeigt sehr schön, dass es auch auf Support, Software und Kontinuität ankommt.

Höher, schneller weiter? Final, kompatibel, sinnvoll! In Zeiten, in denen Vorjahresgeräte den Massenmarkt mehr als zufriedenstellen und auch die versierten Nutzer durch immer neue Spezifikationsorgien kaum noch gelockt werden, wünscht man sich mehr als jemals zuvor ein Umdenken. Nicht nur das, auch der mangelnde Weitblick mancher Hersteller stößt zunehmend sauer auf. Produkte, welche die großen Hersteller dieses Jahr vorstellen, sind nächstes Jahr Schnee von gestern. Updates, Support, Kompatibilität, diese Punkte sind keine sicheren Größen, denn sie passen anscheinend nicht zu börsennotierten Unternehmen, die auf reines Wachstum ausgerichtet sind. Zumindest scheint man das zu glauben.

Wer sich eine Sony Smartwatch 2 im Jahr 2013 gekauft hat, ist damit eventuell zufrieden, nicht vergessen sollte man aber, dass dieses Modell bereits zwei Vorgängermodelle hatte die beide (nett ausgedrückt) unausgereift waren, von denen redet niemand mehr, schon gar nicht Sony. Beispiel dieser Art findet man viele, gerade bei neuen Produktkategorien. Viel Geld steckt in der Branche, in den Ideenschmieden und Qualitätssicherungen der Firmen scheint davon nicht all zu viel zu landen.

Am Ende werden die erfolgreich sein, die sich dem Nutzer verschreiben, Ideen entwickeln, sowie hohen Wert auf die Qualität ihrer Produkte und vor allen deren Support legen. Derzeit erleben wir bei nahezu sämtlichen Firmen trial and error auf allen Ebenen, ab und an ist ein Glückstreffer dabei, der heilige Gral war es bisher nie. Die Suche geht weiter, ich vermute auch zur nächsten Consumer Electronics Show.

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