/dev Interview – Jan Berkel zum Thema Android

Gestern haben wir euch eine tolle App für Android präsentiert. Sie heißt SMS Backup+ und ist ein feines Tool von Entwickler Jan Berkel, welches SMS in Google Mail sichern und wiederherstellen kann. Jan habe ich mir auch direkt geschnappt und Ihn für euch für ein /dev Interview Rede und Antwort stehen lassen. Genug von mir, genießt ein tolles Gespräch, mit einem netten Programmierer.

Hallo Jan, herzlich willkommen zum 3. Teil der Serie /dev Interview. Bitte stell dich unseren Lesern kurz vor.

Hallo, also ich bin eigentlich mehr ein Web-Entwickler, arbeite zur Zeit bei Soundcloud in Berlin wo ich hauptsächlich Ruby benutze. Android ist mehr so ein Hobby um auch mal was anderes zu machen, hab auch schon professionell Java programmiert, ist aber ne Weile her.

Wie alt bist du denn, wenn ich fragen darf?

31

Die Soundcloud, magst du uns das kurz näher erläutern? Was ist die Soundcloud?

Oh, ja klar. Soundcloud ist eine Art Musikdistributions-Plattform, Musikproduzenten (Bands , Hobbymusiker etc) können ihre Tracks hochladen und mit anderen Leuten teilen, Feedback bekommen usw. Ein bisschen wie Flickr oder YouTube für Musik.

Nicht schlecht. Du bist also an der Entwicklung dieser Plattform beteiligt?

Ja, ich arbeite hauptsächlich auf der Backend-Seite. Aber wir wollen zukünftig auch mehr im mobile Bereich machen und haben auch schon eine Android-App in Planung bei der ich eventuell mitentwickeln werde.

Jetzt wird es richtig interessant. Denn du bist ja auch schon Autor der heute vorgestellten App SMS Backup+. Also ist Android doch nicht nur ein Hobby für dich?

Naja, ich habe das Gefühl immer mehr in die Entwicklung hineingesogen zu werden. Ursprünglich wollte ich nur mal was anderes ausprobieren, nach einigen Jahren Webentwicklung, aber jetzt finde ich mobile development zur Zeit einfach spannender.

Und das hat großes Potential. War SMS Backup+ deine erste App für Android, oder wie kam es zu deinem Engagement auf der Plattform?

Ja es ist die erste. Es hat damit angefangen dass ich vor einem Jahr meine SMS sichern wollte (um Cyanogen zu installieren). Ich fand die Open Source App „SMS Backup“ im Market, die das Backup erledigt hat aber nicht das Wiederherstellen. Es war eine gute Gelegenheit, um mal selbst was zu entwickeln, daher hab ich die Restorefunktion hinzugefügt.

Der Author von SMS Backup hat allerdings das Projekt scheinbar aufgegeben, daher hab ich die verbesserte Version selbst veröffentlich. Mittlerweile ist jedoch nicht mehr viel vom alten Code übrig.

Ich denke das wird dir als Java-Programmierer nicht schwer gefallen sein, oder?

Nein, aber ich bin einer von den vielen Entwicklern die vor ein paar Jahren massenhaft von Java zu Ruby gewechselt sind, und es ist nicht unbedingt meine bevorzugte Sprache, daher arbeite ich nebenbei an ein paar Projekten die es ermöglichen sollen andere Sprachen wie Ruby oder Scala auf Android einzusetzen.

Das bringt mich zu einer weiteren Frage, Jan. Ich habe ein paar Folien von dir gesehen, Vorträge zum Thema Ruby auf Android. Kannst du uns das etwas näher ausführen? Worum geht es genau bei dem Projekt, außer Ruby Code auf Android zu benutzen?

Es ist zur Zeit hauptsächlich ein Experiment um zu schauen, wieviel Aufwand es ist, dynamische Sprachen auf Android benutzbar zu machen. Das Hauptproblem ist der größere Resourcenaufwand, der Vorteil jedoch von Sprachen wie Ruby sind kürzere Entwicklungszeiträume und erhöhte Produktivität. Das Rails-Framework hat die Webentwicklung vor ein paar Jahren komplett revolutioniert, ich hoffe das irgendwann ähnliches auf der mobilen Seite passiert.

Was wäre denn effektiv der Vorteil von Ruby, neben den kürzeren Entwicklungszeiträumen? Hast du denn schon eine konkrete App im Auge, die du mit Ruby gerne auf Android verwirklichen würdest?

Nein, zur Zeit nicht, vielleicht ein Spiel oder ein Widget? Ruby ist besonders gut für Anwendungen die auf APIs zurückgreifen, man schreibt als Entwickler einfach viel weniger Code. Außerdem lässt es sich komfortabler und schneller auf dem Laptop/Desktop testen.

Okay. Das ist auf jeden Fall ein Vorteil. Wir nähern uns nun langsam dem Ende des Interviews. Von Tim und Marcus haben wir schon gehört, was sie in der Zukunft für Android erwarten. Von dir hätte ich gerne eine Einschätzung, die Geschichte von Android betreffend. Was denkst du, hat dieses Betriebssystem so boomen lassen?

Auf der technischen Seite auf jeden Fall der leichte Einstieg, der es einer breiten Masse ermöglicht Android-Anwendungen zu erstellen (im Gegensatz zu ObjectiveC/IOS). Zum anderen, der relative offene Charakter der Plattform, der allen liegt, die sich von Apple bervormundet fühlen. Und als letztes eine große Menge an qualitativ hochwertigen Handsets.

Du findest also nicht, dass die vielen Android-Geräte mit ihren diversen Versionen Android eher schaden?

Nein, im Gegenteil. Es ist natürlich nervig für Entwickler sich damit auseinandersetzen zu müssen, aber sehr gut für Endanwender, da sie mehr Auswahl haben.

Okay, möchtest du unseren Lesern zum Schluss noch ein paar Worte mitgeben?

Falls jemand von euch Lust hat Musik und Mobile zu verbinden – we’re hiring

Ich gebe es weiter. Vielen Dank Jan, für deine Zeit und ein nettes Gespräch!

Danke ebenfalls, schönes Wochenende!

Sehr interessant, was uns Jan da zu erzählen hatte und vielleicht gibt es mit Ihm auch noch einen zweiten Teil. Aber vorerst dürft Ihr euch auf das nächste  /dev Interview freuen, denn dann geht es um das Thema BlackBerry OS. Fragen und Anregungen sind immer gern gesehen.

Teilen

Hinterlasse deine Meinung
Du kannst auch als Gast kommentieren (Anleitung). DISQUS respektiert „Do Not Track“ und bietet einen Datenschutz-Modus an. Informationen zum Datenschutz auf mobiFlip.de findest du hier.