EarFun Air Pro: Günstige True-Wireless-Kopfhörer mit ANC im Test

Earfun Air Pro 1

Vor einigen Jahren waren True-Wireless-Kopfhörer mit ANC nur im Premium-Bereich anzutreffen. Modelle wie die EarFun Air Pro versprechen heutzutage allerdings bereits zu einem Bruchteil des Preises eine hohe Audioqualität und verlässliche Reduzierung der Umgebungsgeräusche. Doch kann das wirklich gelingen?

Wir haben die EarFun Air Pro für euch mehrere Wochen lang getestet. In diesem Testbericht erfahrt ihr, ob die günstigen TWS-Kopfhörer aus Fernost wirklich eine Empfehlung wert sind.

Lieferumfang und Design

Earfun Air Pro Packaging 2

Daher kommen die EarFun Air Pro in einer ansprechenden Box, die nach dem Öffnen der magnetischen Klappe einen ersten Blick auf das kompakte Ladecase der Kopfhörer ermöglicht. Neben diesem befinden sich ein passendes USB-C-Ladekabel, verschiedene Eartips (S, M und L) sowie mehrere Anleitungen in der Verpackung.

Genauso wie die eigentlichen Kopfhörer besteht auch das Ladecase aus einem recht leichten Kunststoff, was angesichts des eher niedrigen Preises aber auch nicht anders erwartet werden sollte. Mit seinen kompakten Abmessungen eignet es sich ideal für den Transport und kommt beispielsweise auch in kleineren Hosentaschen gut unter. Im Inneren werden die Kopfhörer mit Magneten an ihrem Platz gehalten. Günstig wirkt lediglich das Scharnier, welches bei einer unbedachten Handlung schnell brechen könnte.

Die Kopfhörer selbst sind gut verarbeitet und erinnern ein wenig an die Libratone Track Air+. Ihr Stiel fällt genauso kantig, aber etwas breiter aus und lässt sie ziemlich markant wirken. Mir persönlich sagt das Design daher nicht sonderlich zu, das ist aber natürlich Geschmackssache. Immerhin ist die Farbgebung in dunklem Grau und Schwarz recht unauffällig gehalten.

Gute Passform und schwammige Bedienung

Earfun Air Pro Case 2

Auch der Tragekomfort eines Kopfhörers unterscheidet sich natürlich stark von Person zu Person. Persönlich würde ich die EarFun Air Pro allerdings als recht bequem bewerten. Über mehrere Stunden konnte ich mit ihnen Musik hören, bevor ich ein leichtes Drücken in meinen Ohren vernahm und sie lieber auszog. Das ist in meinen Augen in Ordnung, denn für den täglichen Pendelweg eignen sie sich damit allemal.

Ärgerlicher ist dafür die Bedienung. Denn anstelle eines Touchfelds oder Buttons verbaut EarFun lediglich einen Beschleunigungssensor, der bloß auf hartes Tippen reagiert. Das ist zum einen recht ungenau und zum anderen auch ziemlich störend, da man es im Ohr spürt und das Klopfen auch noch vernimmt.

Immerhin können so gut wie alle Einstellungen direkt am Kopfhörer vorgenommen werden. Die grundsätzliche Musiksteuerung wird um eine Auswahl der verschiedenen ANC-Modi und einen Zugriff auf den Sprachassistenten des eigenen Smartphones ergänzt. Eine Option, um zum vorherigen Song zurückzukehren, fehlt leider. Dafür besitzen die Kopfhörer einen Näherungssensor, durch den die Musik automatisch pausiert wird, sobald ihr einen der beiden aus eurem Ohr nehmt.

Gelungene Audioqualität mit Fokus auf Mitten und Bass

Kommen wir nun aber zu einer der wichtigsten, wenn nicht gar der wichtigsten Kategorie bei einem Kopfhörer: Dem Sound. Dieser fällt bei den EarFun Air Pro ihrer Preisklasse entsprechend aus. Für die Mehrheit an Musikrichtungen eignen sie sich sehr gut, bei einigen haben sie allerdings ihre Probleme.

Das liegt daran, dass der Klang der Kopfhörer, angeblich gemeinsam mit Edifier, auf den Musikgeschmack der Masse abgestimmt wurde. So besitzen sie ein warmes Klangbild mit einem Fokus auf den Mitten und dem Bass. Letzterer kommt mit ausreichend Power daher und macht vor allem bei Pop und Hip-Hop eine gute Figur. Die Höhen geraten dafür hin und wieder ins Hintertreffen, sodass sich Fans von Klassik, Jazz und ähnlichen Genres eher nach anderen Modellen mit einer neutraleren Abstimmung umsehen sollten.

Insgesamt bietet der EarFun Air Pro in meinen Augen einen guten Klang, der für die breite Masse taugt. Klar kommt er nicht an Kopfhörer im 200-Euro-Segment dran, das erwartet aber auch niemand. Wer mehr möchte, muss am Ende eben auch mehr zahlen.

Milde Geräuschreduzierung

Earfun Air Pro 2

Als besonders Feature bringen die EarFun Air Pro eine aktive Geräuschunterdrückung mit, die über sechs Mikrofone realisiert wird. Störende Außengeräusche sollen damit unterdrückt werden, um einem beispielsweise eine entspannte Fahrt in den öffentlichen Verkehrsmitteln zu garantieren.

In der Praxis gelingt das nur mittelmäßig. Denn vor allem tiefe Geräusche wie etwa das Motorenbrummen eines Busses werden nur teilweise herausgefiltert. Erst bei gleichzeitiger Wiedergabe von Musik können sie nicht mehr wahrgenommen werden. Erstaunt war ich hingegen darüber, wie gut höhere Töne, beispielsweise Stimmen, ausgeblendet werden. Wird man angesprochen, bekommt man das mit den Kopfhörern kaum noch mit.

Praktisch ist daher, dass die EarFun Air Pro einen Ambient Mode besitzen, der Außengeräusche bei Bedarf verstärkt. So könnt ihr am Bahnsteig einfach doppelt auf den linken Hörer tippen, um zum Beispiel einer Durchsage zu lauschen. Das gelingt recht gut, wenngleich mit der Verstärkung der Außengeräusche ein recht starkes Rauschen einhergeht.

Insgesamt würde ich die Geräuschunterdrückung der EarFun Air Pro als gerade noch gut beschreiben. Was sie bei tiefen Geräuschen nicht ganz so zuverlässig hinbekommen, machen sie im Hochtonbereich wieder wett. Die ANC-Leistung reicht lange nicht an die von Premium-Modellen heran, ist für den alltäglichen Einsatz aber brauchbar.

Ausdauernde Langläufer

Earfun Air Pro Case

In der Praxis erwiesen sich die EarFun Air Pro als echte Langläufer. Mit aktiviertem ANC erreichten sie annähernd die versprochene Laufzeit von 7 Stunden ohne zwischendurch ins Ladecase zu müssen. Das ist mehr als genug, um selbst die längsten Trips und Sessions mit euch zu überstehen.

Zusätzlich bietet das Ladecase der Kopfhörer trotz seiner geringen Größe eine ausreichend hohe Kapazität, um sie rund dreimal erneut nachzuladen. Habt ihr keine Steckdose in Reichweite, könntet ihr somit rund 30 Stunden Musik genießen, bevor den EarFun Air Pro irgendwann der Saft aus geht.

Aufgeladen werden kann das Case ausschließlich per USB-C, was ca. 2 Stunden benötigt. Auf drahtloses Laden per Qi wurde leider, vermutlich aus Kostengründen, verzichtet. Eine kleine LED an der Seite weist euch rechtzeitig darauf hin, wenn wieder Strom nachgetankt werden muss.

Und sonst noch?

  • Für einige ein wichtiges Feature: Die EarFun Air Pro können auch einzeln genutzt werden. Dafür lassen sich die Kopfhörer trotz Bluetooth 5.0 nur mit einem Gerät gleichzeitig verbinden.
  • Während des Tests traten bei mir mehrfach Verbindungsprobleme auf, bei denen die Kopfhörer ihre Verbindung zum Smartphone für rund eine Minute verloren. Das passierte zwar nicht häufig, ist aber natürlich ganz schön nervig. Laut Support ist das Problem bekannt und soll nur in Kombination mit einigen bestimmten Geräten auftreten. Persönlich konnte ich es allerdings sowohl mit meinem Google Pixel 5 als auch einem Bluetooth-Adapter an meinem Desktop-PC reproduzieren.
  • Das verbaute Mikrofon der EarFun Air Pro bietet einen guten Klang. Somit könnt ihr problemlos auch längere Telefongespräche mit den Kopfhörern führen.
  • Mit ihrer IPX5-Zertifizierung sind die EarFun Air Pro schweiß- und wasserdicht. Einem Einsatz beim Sport steht somit nichts im Weg.

Fazit zu den EarFun Air Pro

Earfun Air Pro Packaging

Mit einem Preis von 69,99 Euro zählen die EarFun Air Pro zu den günstigeren TWS-Kopfhörern mit ANC-Unterstützung. Dementsprechend können sie in vielen Punkten nicht mit den bekannten Premium-Modellen mithalten. So wurde beispielsweise die Bedienung suboptimal gelöst und die Unterdrückung tiefer Geräusche könnte besser ausfallen.

Dennoch würde ich sagen, dass der durchschnittliche Nutzer mit den Kopfhörern zufrieden sein dürfte. Bei Musikrichtungen wie Pop und Hip-Hop machen die EarFun Air Pro mit ihrer leicht mitten- und basslastigen Abstimmung viel Spaß. Darüber hinaus fällt die Akkulaufzeit sehr lang aus und kleinere Features wie die Trageerkennung und IPX5-Zertifizierung sind eine nette Beigabe. Insgesamt erhält man somit ein rundes Gesamtpaket zu einem günstigen Preis.

Würde dieser immer 69,99 Euro betragen, würde ich aber wohl dennoch eher von einem Kauf abraten. So existiert im mittleren bis unteren Preissegment eine große Konkurrenz anderer chinesischer Hersteller, deren Produkte vermutlich mit jedem Gerät ohne Verbindungsprobleme funktionieren. Denn obwohl sie in den über 4 Wochen nur wenige Male auftraten, fällt es mir schwer, ein Produkt zu empfehlen, bei dem ich den Umfang eines solchen Fehlerpotenzials nicht komplett abschätzen kann.

Wie viele andere Hersteller reduziert aber auch EarFun seine Kopfhörer teils stark. So kommt ihr mit unserem Rabattcode EARFUN21 und einer weiteren Aktion auf der Amazon-Produktseite bis zum 31. August auf einen Endpreis von 52,29 Euro. Das ist in meinen Augen fair für das gebotene – vor allem dann, wenn die Verbindungsprobleme bei euch nicht auftreten.

Wertung des Autors

Niklas Jutzler bewertet EarFun Air Pro mit 3.8 von 5 Punkten.

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  1. Martin sagt:

    Ich finde es gut, dass die Kopfhörer optisch mal deutlich aus dem Einheitsbrei herausstechen.

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