Facebook: Ist die Grenze erreicht?

Facebook Smartphones

Facebook wächst, doch man scheint eine Grenze erreicht zu haben. Noch ist nicht so ganz klar wie es sich entwickeln wird, aber Investoren sind beunruhigt.

In den letzten Jahren sah es bei Facebook so aus: Neuer Rekord bei den neuen Nutzern und bei den täglich aktiven Nutzern. So ziemlich jedes Quartal lief gut und das freute vor allem die Investoren, denn das Wachstum lockte Werbepartner an.

Nun gab es einige Dämpfer für Facebook. Sei es der Cambridge-Datenskandal oder die DSGVO, die Facebook 1 Million aktive Nutzer kostete. In den USA wächst man bei den aktiven Nutzern nicht mehr (hier ging es 2018 sogar schon mal zurück) und in Europa nutzten das Netzwerk im zweiten Quartal drei Millionen weniger, als im ersten.

Weltweit konnte Facebook zwar 22 Millionen neue Nutzer dazu gewinnen, doch das ist trotzdem das schwächste Wachstum seit 2011. Und die Prognose von Facebook selbst sieht für das restliche Jahr auch nicht besser aus. Hat man die Grenze erreicht?

Facebook: Das Ende des Wachstums

Schwer zu sagen, die kommenden 2-3 Jahre werden zeigen, wie es bei den neuen und aktiven Nutzern weiter geht. Wobei die Zahl der neuen Nutzer eine natürliche Grenze hat, denn Facebook blickt bereits auf über 2,2 Milliarden Nutzer. Potentiell kommen im Moment aber vielleicht etwas mehr als 3 Milliarden Nutzer in Frage.

Facebook wird sicher nicht unwichtig in Zukunft, aber es wird der Punkt kommen, da muss man sich auf ein Ende des Wachstums einstellen. Da wird dann sicher auch mal ein Quartal kommen, wo die Zahlen weltweit rückläufig sind. Doch bei der Zahl der neuen Nutzer ist das zu erwarten und das wird auch niemanden überraschen.

Wichtiger wird die Zahl der täglichen aktiven Nutzer. Hier muss Facebook in Zukunft mehr tun, um die Zahl zu halten oder zu steigern. Man arbeitet ja schon jetzt mit allen möglichen Tricks, um Nutzer einmal am Tag in die App zu locken.

Das Problem ist aber: Nur anlocken reicht nicht, wenn sie nicht mehr aktiv sind, dann spüren das am Ende auch die Werbekunden, denn ihre Anzeigen werden dann weniger geklickt. Daher schlachtet man nun das komplette Netzwerk aus. Die Werbung bei WhatsApp dürfte nur noch eine Frage der Zeit sein.

Facebook: WhatsApp als nächste Einnahmequelle

Mit Instagram und WhatsApp hat Facebook jedoch zwei kluge Investitionen getätigt, Instagram ist verdammt lukrativ und wächst immer noch gut. Vor allem die Stories waren die richtige Entscheidung, auch wenn sie eine Snapchat-Kopie sind.

WhatsApp wirft hingegen so gut wie nichts ab, hätte aber anhand der Nutzer das Potential. Ich denke das wird man spätestens 2019 auch nutzen wollen.

Ich finde Facebook momentan jedenfalls sehr spannend. Die großen Änderungen in der Timeline haben meiner Meinung nach deutlich gemacht: Facebook hat Panik. Nicht unbedingt davor, dass die Nutzer nicht einmal am Tag reinschauen, sondern dass sie sich nach wenigen Sekunden wieder verabschieden. Keine Klicks für die Timeline bedeutet keine Werbeeinnahmen. Facebook benötigt aktive Nutzer.

Das wird glaube ich ein interessanter Prozess in den kommenden 2-3 Jahren und auch wenn man sich das mit über 2 Milliarden Nutzern vielleicht nicht vorstellen kann: Ich glaube Facebook wird größere Probleme bekommen. Selbst mit 1,5 Milliarden Nutzern wäre es noch eine super Plattform, aber die Investoren kennen nur eins: Wachstum.

via Recode

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