WhatsApp-Gründer: So schnell es geht von Facebook weg

Intern muss es einige große Auseinandersetzungen zwischen Mark Zuckerberg und den WhatsApp-Gründern gegeben haben. Und die wollten nur noch weg.

Im Mai wurde bekannt: Die Schonfrist ist vorbei, Facebook möchte nun die Daten der WhatsApp-Nutzer. Jan Koum verabschiedete sich vom CEO-Posten und kündigte an das Unternehmen zu verlassen. Und siehe da, zwei Tage später gab Facebook dann öffentlich zu, dass man Werbung bei WhatsApp nun doch nicht mehr ausschließt.

Machen wir uns nichts vor: Wir wussten alle, dass es so kommen wird. Die zweistellige Milliardensumme möchte Facebook nun wieder haben. Mit einem kostenlosen Modell und ein paar Business-Accounts geht sowas nicht. Da verdient man ein paar Dollar, doch Facebook denkt in anderen Dimensionen. Die WhatsApp-Gründer nicht.

WhatsApp: Facebook versprach Autonomie bei der Entwicklung

Die dachten glaube ich wirklich, dass sie den Messenger bei Facebook so entwickeln können, wie sie es sich vorgestellt haben. Doch Anfang 2017 ist ihnen dann vermutlich klar geworden: Das wird nicht passieren. Dann wollten sie so schnell gehen, dass sie sogar Aktienoptionen im Wert von 1,3 Milliarden Dollar liegen lassen.

Acton verließ Facebook bereits im Herbst 2017.

Klar, um Geld müssen sich die beiden im Leben keine Sorgen mehr machen, aber ihr Vertrag wäre laut WSJ wohl noch bis November gegangen. Koum verschwindet nun im August. 1,3 Milliarden Dollar lassen beide liegen. Kein schlechter Stundenlohn. Aber wenn man sich um Geld keine Gedanken mehr machen muss, ist das egal.

Doch auch wenn die Summe für Jan Koum und Brian Acton vermutlich keinen großen Unterschied gemacht hätte, sie liegen zu lassen ist eine eindeutige Botschaft. Man will so schnell es geht von Facebook weg. Kern des Problems: Wie verdient man mit dem Messenger nun Geld, ohne die Daten der Nutzer zu verletzen?

Die Antwort: Geht nicht. Geht bei Facebook nicht, geht bei Instagram nicht und auch WhatsApp scheint da keine Ausnahme zu sein. Facebook hatte den Gründern bei der Übernahme anscheinend Autonomie versprochen, doch nun ist der Zeitpunkt da, wo man sich nicht mehr daran halten möchte. Daher trennt man sich.

Acton ging übrigens schon letztes Jahr und ließ 900 Millionen Dollar liegen, Koum geht jetzt und lässt 400 Millionen Dollar liegen. Koum war anscheinend die Person, die bis zum Ende noch schlichten und eine Lösung finden wollte. Doch nun scheint auch er festgestellt zu haben: Es gibt nur eine Lösung für Facebook.

WhatsApp: Werbung kommt wohl noch 2018

Spätestens wenn Koum weg ist wird Facebook richtig loslegen, da bin ich mir sicher. Und es wird vermutlich noch dieses Jahr und vor November passieren, sonst hätte Jan Koum die Zeit sicher noch abgesessen. Ich vermute, dass er nun so schnell weg möchte, da nach August und vor November eine Ankündigung kommen wird.

Spekulation: Facebook hat sich Anfang des Jahres dazu entschieden ein Modell mit Werbung für WhatsApp auf die Beine zu stellen. Man hat versucht sich mit Koum zu einigen. Das hat nicht geklappt und das neue Modell gefällt Koum nicht.

Irgendwann im März oder April wird Koum festgestellt haben: Facebook wird seine neue Strategie nach August offiziell ankündigen und er muss vorher weg. Ich schätze er will nicht mit dem „neuen“ WhatsApp in Verbindung gebracht werden.

Ich erinnere mich noch gut an einen Blogeintrag von 2012 (das ist jetzt ziemlich genau sechs Jahre her), da betonte WhatsApp noch: Werbung wird nicht kommen. Und heute glaube ich Jan Koum, er meinte das damals ernst. Ein WhatsApp mit Werbung wird es unter seiner Flagge nicht geben. Daher verlässt er Facebook nun.

Heißt für uns: Bereitet euch schon mal auf Werbung in WhatsApp vor. Ich weiß noch nicht wie man das realisieren möchte, aber ich denke es wird noch 2018 passieren.

Quelle WSJ (Bezahlschranke, via SmartDroid)

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