Für Hobbyfilmer – Flip Ultra HD und Mino HD im Test

Mit mobilen HD-Kameras ist das so eine Sache, brauche ich sie nur ab und zu in der Freizeit, sollten diese nicht so teuer sein, aber dennoch eine gute Qualität liefern. Brauche ich sie als Blogger bzw. beruflich, können sie ruhig ein paar Euro kosten, sollten aber so kompakt wie möglich sein. Meiner Meinung nach gibt es nur wenige Modelle, die alle Eigenschaften in sich vereinen, die Kodak Zi8, welche ich bereits getestet habe und die Flip-Kameras, welche ich mir in folgendem Bericht, in zwei Ausführungen, näher anschauen werde.

Es gibt nicht die Flip-Kamera, sondern verschiedene Modelle der Flip-Serie, ich habe hier die Flip Ultra HD und die Flip Mino HD, beide Kameras haben einige Gemeinsamkeiten, sind aber dennoch für unterschiedliche Einsatzgebiete gedacht, dies schlägt sich auch etwas im Preis nieder.

Flip Mino HD – Die kompakte Kamera für zwischendurch

Bei der Mino HD geht es nicht um pure Leistung, sondern vor allem um Kompaktheit, dennoch muss sich die Kleine technisch nicht verstecken. Mit einem 1,5 Zoll Bildschirm, einer festen Brennweite und fest verbautem Akku spielt die Kamera sicher nicht in der Oberliga, aber bis auf das Display nehme ich die Schwachpunkte der Flip-Serie schon mal vorweg. Kein Makro-Modus, kein SD-Slot, kein Ladegerät (laden per USB), kein austauschbarer Akku bei der kleinen Version.

Diese Punkte würde ich auch bei dem besseren Modell Ultra HD bemängeln, da hat die Kodak Zi8 ganz klar die Nase vorn.

Aber technische Daten hin oder her, was zählt ist der Praxiseinsatz, schließlich hat nicht jeder die gleichen Ansprüche und mit einem Auge sollte man auch immer noch den günstigen Preis beachten. Denn im Alltag schlägt sich die Mino HD wirklich recht passabel.

Die Aufnahmezeit von einer Stunde sollte für den gepflegten Nachmittagsausflug oder Grillabend ausreichen, wer dauerhaft filmen will, sollte sich nach Alternativen umsehen, die Kamera ist da um spontane Momente festzuhalten, die meist nicht lange dauern, dafür reicht auch der verbaute 4GB Festspeicher.

Das Display ist mit einer Diagonale von 38mm etwas klein, dafür passt aber die Auflösung, welche 528 x 132 Pixel beträgt, zudem kann man auch bei hellem Sonnenlicht alles sehr gut erkennen. Das Wichtigste ist natürlich das Filmen und das ist in 1280 x 720 Pixel Auflösung, also HD ready, möglich und funktioniert sehr flüssig, optimal für unterwegs und mit 30 Bildern pro Sekunde auch für schnelle Aufnahmen ausreichend.

Das Videoformat entspricht dem H.264 Standard und lies sich auf meinem Windows 7 PC problemlos wiedergeben und  bearbeiten, auf der Kamera befindet sich auch eine Software, um die Videos zu editieren, diese habe ich allerdings nicht installiert, da ich meine gewohnten Programme hierfür genutzt habe.

Etwas schade für mich persönlich ist die Brennweite, diese beträgt 1,5m bis unendlich, leider sind damit wirkliche Nahaufnahmen nicht möglich, hier muss ich einfach auf den Marko-Modus der Zi8 verweisen, denn wer sich mit dem Thema etwas auskennt weiß, dass die HD-Filmerei nur mit Makro so richtig edel ist.

Der integrierte Lithium-Ionen-Akku wird über den USB-Port eines Computers geladen und liefert in jedem Fall genügend Energie für die verfügbare Aufnahmezeit. Der ausklappbare USB-Stecker funktioniert gut, ist aber nicht flexibel, liegt euer USB-Port am PC ungünstig, könnte dies zum Problem werden. Lautsprecher und Mikro sind okay und via Composite-Videoanschluss kann man aufgenommene Inhalte direkt an einem Monitor bzw. TV-Gerät wiedergeben.

Unterm Strich ist die Flip Mino HD genau das was sie sein will, eine (mit 115 Euro) preisgünstige Spaßkamera für Zwischendurch, die inkl. Composite-TV-Kabel, Trageschlaufe, Schutzhülle und Kurzanleitung zu euch nach Hause kommt und zudem sehr kompakt und meist genau im richtigen Moment einsatzbereit ist.

Sucht bei YouTube einfach mal nach Testvideos, dort findet Ihr jede Menge z.B.

Flip Ultra HD – Die eckige Kamera für Dauerfilmer

In vielen Punkten ähneln sich die Mino HD und die Ultra HD, gerade die genannten negativen Eigenschaften besitzen leider beide Kameras, da der Preisunterschied zwischen beiden Modellen aber mittlerweile weniger als 20 Euro beträgt, sollte man sich die größere Version ruhig mal genauer anschauen.

Mir ist zuerst aufgefallen, dass das Design der Ultra HD recht klobig und auch etwas unhandlich ist, dies wird in erster Linie am größeren Akku liegen, dadurch lies sich zwar ohne Probleme ein besseres Display (51mm 960 x 240 Pixel) verbauen, die Kamera an sich liegt dafür aber etwas unpassend in der Hand.

Großer Vorteil der Ultra HD ist die verdoppelte Aufnahmezeit von 2 Stunden, so kann der interne Festspeicher von 8GB problemlos gefüllt werden. Der Akku schaft mit etwas Glück auch diese Aufnahmezeit, so lange die Kamera nicht zu oft aus- und eingeschaltet wird. Die Ultra HD läuft mit der Flip Video Engine 3.5, was auch immer das heißen mag, ich könnte von der Qualität der Videos keinen großen Unterschied feststellen.

Was mir etwas negativ auffällt, ist die Ladezeit von 6(!) Stunden über den USB-Anschluss, hier fehlt eindeutig ein USB-Netzteil, welches aber auch günstig nachgekauft werden kann, zumindest lässt sich bei der großen Variante der Akku austauschen.

Eindeutig besser bei der Ultra HD sind die Hardwaretasten, denn die Sensortasten der Mino HD kommen an den Bedienkomfort von echten Tasten einfach nicht ran und gerade unterwegs sollte und will man schon treffsicher sein.

Sonst ähneln sich die Kameras schon sehr, wenn man bedenkt das man die Flip Ultra HD für etwas über 130 Euro bei Amazon kaufen kann, sollte man sich nur für die Mino HD entscheiden, wenn man wert auf die Kompaktheit legt.

Auch zur Ultra HD finden sich jede Menge Testvideos bei YouTube z.B.

Fazit

Zugegeben, die beiden Flip’s hatten es schwer, den ich habe das vergleichbare Konkurrenzmodell Kodak Zi8 schon eine Weile im Einsatz, hätte ich dies nicht, würde mein Fazit eindeutig positiver ausfallen, aber man gewöhnt sich einfach zu sehr an Makro-Modus, Netzkabel zum Laden und austauschbare SD-Karte.

Dennoch sind die Flips, gerad im Hinblick auf den Preis, sehr solide und zuverlässige Kameras, gerade der Umschwung von hell auf dunkeln stört die beiden Kameras recht wenig, sie rechnen schnell, sind schnell einsatzbereit und liefern gute Ergebnisse. Für die ersten Schritte des Sprösslings oder einen Zoobesuch sind sie perfekt, für den proffesionellen Einsatz sollte man sich in den höheren Preisklassen umschauen.

Zusätzliche Infos gibt es direkt auf der Hersteller-Webseite und weitere Fragen beantworte ich gerne in den Kommentaren. ;)

Kaufmöglichkeit

Flip Ultra HD bei Amazon und Flip Mino HD bei Amazon.

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