Fotonachbearbeitung unter iOS: Snapseed, PS Express und iPhoto im Vergleich

Die in Smartphones eingebauten Kameras werden immer leistungsfähiger, die Besitzer eines Smartphones immer zahlreicher und im gleichen Maße steigen die Möglichkeiten, die geschossenen Fotos direkt auf dem Smartphone nachzubearbeiten. In diesem Artikel stelle ich euch drei dieser Möglichkeiten für iOS vor, mit denen ich persönlich am häufigsten arbeite.

Snapseed

Im Vergleich finden sich dabei zwei kostenlose und eine kostenpflichtige App, wobei es für eine der kostenlosen gegen Bezahlung auch Erweiterungen gibt. Den Beginn macht Snapseed, eine kostenlose App von Google, nachdem diese im letzten Jahr die deutsche Firma Nik Software übernommen hatten.

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Das Bedienkonzept der App ist sicher einer der großen Vorteile, denn egal, ob man nun verschiedene Bildparameter verstellt, an der Schärfe spielt oder einen Effekt auf das Bild legen will: auf der linken Seite (Landscape) beziehungsweise am unteren Rand (Portrait) wählt man den entsprechenden Tab und kann nun durch einen Swipe über das Bild nach oben und unten auswählen, was man genau anpassen möchte.

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Anschließend verstärkt oder verringert man die Wirkung, indem man einen imaginären Regler per horizontalem Swipe nach rechts und links verschiebt, am unteren Rand sieht man die Stärke zusätzlich als Zahlenwert. Ist man fertig und mit dem Zwischenergebnis zufrieden, speichert man die Änderungen mit dem Pfeil auf der rechten Seite ab und landet wieder im „Hauptmenü“.

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Der generelle Funktionsumfang ist für eine kostenlose App wirklich beachtlich, es können nicht nur Dinge wie Helligkeit, Kontrast, Sättigung oder auch der Weißabgleich angepasst werden, sondern ihr könnt verschiedene Effekte (Vintage, Tilt-Shift, Grunge, …) auf das Bild legen, deren Stärke und Art anpassen – all das lässt sich natürlich auch beliebig kombinieren.

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Euch werden übrigens beim ersten Start der App zu jedem Menü und jeder Option, Bedienart und Effektart per Overlay Erklärungen angezeigt, dadurch kann man kaum „verloren“ gehen. Einziger Wehrmutstropfen: ich kann ein bearbeitetes Bild zwar komplett zurücksetzen, eine Art Verlauf mit den einzelnen Schritten oder zumindest eine Undo-Option wären sehr hilfreich, gerade wenn man nur einen von mehreren Schritten rückgängig machen will.

Snapseed
Preis: Kostenlos

Das Programm gibt es auch für Android.

Snapseed
Preis: Kostenlos

Adobe Photoshop Express

Womit ich gleich bei der nächsten App bin, die diese Funktion glücklicherweise bietet: Photoshop Express. Bei dem Wort „Photoshop“ horchen viele auf, verbindet man die umfangreiche Bildbearbeitungssoftware doch normal mit immensen Kosten. So nicht auf iOS, die entsprechende App von Adobe ist in der Grundversion kostenlos, lediglich einige Zusatzfilter kosten.

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Sicher kann man nie im Leben mit dem annähernden Umfang eines Photoshop CS6 rechnen – doch dafür ist die App auch nicht gedacht. Davon abgesehen, dass professionelle Bildbearbeitung auf einem Smartphone wenig sinnvoll ist, möchte man mit der App vor allem das schnelle und unkomplizierte Feinjustieren eines Bildes ermöglichen.

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Dazu gehört ein ähnlicher Funktionsumfang, wie ihn auch schon Snapseed bietet, auch die Bedienung ist ähnlich, da per Swipe jeweils die Stärke einer Anpassung reguliert wird. Dennoch ist die Bedienung etwas umständlicher, da sich die einzelnen Möglichkeiten in aufklappbaren Untermenüs verstecken und man auch nur immer eine Bearbeitung auf einmal durchführen kann.

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Alles in allem bietet PS Express also ähnliche, wenn auch nicht die gleichen, Funktionen, wie schon Snapseed. Ich verwende dennoch beide Apps parallel, da es Feinheiten gibt, die ein Programm besser als das andere erledigt – und umgekehrt. Anders als der Name „Photoshop“ vermuten lässt, ist übrigens keine gezielte Retusche einzelner Bildbereiche möglich.

Adobe Photoshop Express
Preis: Kostenlos

Das Programm gibt es auch für Android.

Apple iPhoto

Um diese Möglichkeit zu erhalten, muss man dann doch ein wenig Geld in die Hand nehmen, und beispielsweise zu iPhoto von Apple greifen. Diese App ist mit 4,99 € sicher nicht ganz günstig, dennoch bezahlbar und lohnenswert, wenn man einen näheren Blick auf den doch beachtlichen Funktionsumfang bietet.

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Das fängt schon bei der bereits erwähnten Funktion einer Retusche einzelner Bildbereiche an, die man Sättigen, Aufhellen, Scharfzeichnen und anderweitig bearbeiten kann. Dazu muss aber gesagt werden, dass diese Art der Bearbeitung auf einem iPhone oder iPod schon funktionieren, richtig Spaß macht das aber erst auf einem iPad, da ein ständiges Zoomen an einzelne Bildteile doch auf Dauer nervt.

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Des Weiteren gibt es neben üblichen Dingen wie Kontrast-, Helligkeit und Tonwert-Anpassung auch die Möglichkeit, einzelne Farbbereiche zu bearbeiten. Apple kennzeichnet diese Funktion mit einer Palette und die einzelnen Bereiche mit „Himmel“, „Vegetation“ und „Wärme“.

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In der Tat verändern die einzelnen Regler genau die entsprechenden Farbbereiche, sodass man beispielsweise einen blauen Himmel etwas verstärken kann, dem Bild aber trotzdem einen warmen Farbton verleihen kann. Hier muss man etwas herumspielen und probieren, mit etwas Geduld kann man aber recht anschauliche Ergebnisse erzielen.

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Die App bietet übrigens auch eine Führung und Erklärung jeder einzelnen Funktion und Möglichkeit, ein Klick auf das „Fragezeichen“ genügt hierfür. Und auch wenn man viele Fotos mit ähnlichen Effekten versehen möchte, kann man bei iPhoto als einziger der vorgestellten Apps vorgenommene Anpassungen zwischen Fotos kopieren und auch mehrere auf einmal bearbeiten. Teilweise sehr angenehm.

Die App konnte im App Store nicht gefunden werden. :-(

Als Fazit kann man wohl sagen, dass jede der Apps einen Versuch wert ist, vor allem die beiden kostenlosen Apps Snapseed und PS Express sollte man auf jeden Fall ausprobieren. Für wen sich die vorgestellten Funktionen der kostenpflichtigen App iPhoto interessant anhören, der sollte hier ein wenig Geld investieren, der große Funktionsumfang wird ihn belohnen. Um diesen aber richtig ausnutzen zu können, ist ein größerer Screen wie der des iPads oder zumindest des iPad Minis aber sinnvoll.

Natürlich interessiert mich nun, ob und wenn ja wie ihr Fotonachbearbeitung auf euren mobilen Geräten umsetzt.

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