Game of Thrones ist vorbei: Mein Fazit zum Finale

Tyrion Lennister Game Of Thrones Header
Tyrion Lannister (Bild: HBO)

Heute wurde die letzte Folge von Game of Thrones ausgestrahlt und bevor ihr weiterlest: Dieser Beitrag wird natürlich voll mit Spoilern sein.

Vor knapp 8 Jahren machte mich ein Kommilitone auf diese neue Serie von HBO aufmerksam, die gerade in den USA läuft. Ein paar Tage vorher wurde die 9. Folge der ersten Staffel ausgestrahlt und er war begeistert. Selten habe er eine Serie gesehen (er ist bis heute ein Serienjunky), die ihn so begeistert hat.

Als ich den Trailer sah, dachte ich eher an sowas wie Herr der Ringe und war skeptisch. Doch nach dem Serienfinale folgte ich dann doch dem Rat und schaute mir im Sommer 2011 die ersten Folgen an. Für eine komplette Nacht war ich zu müde, doch die restlichen 3 Folgen beendete ich am nächsten Morgen.

Game of Thrones: Unerwartete Wendungen

Keine andere Serie konnte bei mir in den Jahren danach mithalten, weder bei der Qualität, bei der Story, noch bei den überraschenden Wendungen. Am ersten Abend dachte ich noch, dass wir die „Abenteuer“ von Ned Stark miterleben werden, dann dachte ich Rob Stark rückt in den Fokus und dann kam die bekannte Folge, bei der jeder Zuschauer jetzt genau weiß, wovon ich spreche.

Game of Thrones hat mir nie aufgrund der Drachen oder epischen Schlachten gefallen, vor allem die Story mit ihren Wendungen und Überraschungen sorgte dafür, dass Standard-Serien oft langweilig wirkten. Hier konnte jeder sterben.

Als jemand, der die Bücher nie gelesen hat, kann ich nur die Serie beurteilen. Ich wollte die Bücher auch nie lesen, denn ich wollte auch keinen Vergleich zwischen Serie und Buch ziehen. Deshalb war ich auch froh, als irgendwann die Serie die Bücher überholte und man ohne Spoiler im Internet unterwegs sein konnte.

Ich bin übrigens mal gespannt, ob George R.R. Martin die letzten zwei Bücher jemals beenden wird, immerhin ist er auch nicht gerade der „fitteste“ Mensch.

Game of Thrones: Ein Finale ist nie leicht

Zum Ende wurde die Serie weniger komplex und man erkannte natürlich auch irgendwann, worauf es hinauslaufen wird. In Staffel 1 dachte ich noch nicht an den Showdown zwischen Daenerys und Cersei. Doch wenn man zum Ende kommt, dann müssen die Handlungsstränge natürlich simpler werden.

Nach Staffel 7 hat wohl niemanden überrascht, wie Staffel 8 ablief.

Staffel 8 wird gerade von vielen kritisiert und es gibt sogar schon eine Petition, die eine Neuverfilmung der Staffel wünscht. Über 1 Million Menschen haben sie schon unterschrieben und es ist „im Trend“ das Finale der Serie zu hassen.

Es ist nie leicht, etwas zu beenden und schon viele Serien sind genau an diesem Punkt gescheitert. Ich bin in erster Linie froh, dass man sich zu einem Finale entschieden hat und es nicht wie bei Scrubs endet. Hier hätte man nach der 8. Staffel einfach aufhören sollen, denn die letzten zwei Folgen waren perfekt.

Doch das ist ein anderes Thema, worauf ich hinaus will: Man kann es als Produzent nicht allen recht machen. Es ist immer eine subjektive Entscheidung, wobei die Erwartungen bei Serien wie Game of Thrones natürlich enorm sind.

Game of Thrones: Ein gelungenes Ende

Mir persönlich haben die letzten beiden Folgen der Staffel gefallen, gemeinsam betrachtet wirkte es wie ein stimmiges Finale. Allerdings finde ich auch, dass die ersten vier Folgen nicht optimal waren. Das liegt nicht an der Story oder der ebenfalls oft kritisierten dunklen Folge 3, es war zu wenig Zeit.

Tode wie der von Varys hätten meiner Meinung nach mehr Zeit verdient gehabt und die hat man sich in den 7 Staffeln davor auch immer genommen. Charaktere wurden über mehrere Folgen intensiv aufgebaut, dafür war hier nur noch wenig Zeit vorhanden. Es hätte dieser Staffel glaube ich gutgetan, wenn man ihr ein paar Folgen mehr spendiert hätte. Zum Beispiel 6 Folgen bis zum Nachtkönig und dann noch mal 6 Folgen für das Finale in Königsmund.

Ich lese oft, dass die Wandlung von Daenerys nicht logisch sei, doch dem kann ich nicht zustimmen. Sie ergibt Sinn, aber man hat versucht sich diese Wendung bis zur 8. Staffel aufzuheben. Es hat sich schon vorher angedeutet, aber eine so krasse Veränderung kann man bei so einer Serie nicht in 4 Folgen abhandeln.

Die Story mag zum Ende hin etwas abgeflacht sein und ich hätte noch mal mit dem ein oder anderen WTF-Moment gerechnet (was gab es alles für Theorien zum Nachtkönig), doch vor allem die Bilder und die Musik waren wieder ein Highlight. Vor allem Ramin Djawadi hat auf ganzer Linie abgeliefert.

Game of Thrones: Kritik ist immer leicht

Es ist immer leicht, etwas zu kritisieren, wenn man nur Zuschauer ist. Beim Fußball habe ich schon viele bessere Trainer erlebt, die mit ihrem Bierchen auf der Couch daheim natürlich genau richtig gehandelt hätten. Würde man es endlich so wie sie machen, dann wäre der eigene Verein schon Meister.

Mein größer Respekt gilt daher David Benioff und D. B. Weiss, sie haben in den letzten 8 Jahren einen unglaublich guten Job gemacht. Und auch wenn ich mir etwas mehr von den ersten vier Folgen (S08) erhofft hätte, so hat mir diese Serie im Ganzen betrachtet sehr gut gefallen. Und ich will auch nicht hingehen und nur darauf herumreiten, denn sie hatten sicher ihre Gründe.

Das Finale war mir persönlich ein kleines bisschen zu „happy“, da hätte ich von George R.R. Martin eigentlich eher ein etwas dramatischeres Ende mit mehr Toten (wie Tyrion oder Jon) gerechnet. Man konnte es aber trotzdem gut beenden und auch wenn es viele offene Fragen gibt, so bin ich zufrieden.

Wie sieht es bei euch aus? Hat das Finale die hohen Erwartungen der letzten Wochen erfüllt? Gibt es Dinge, die euch gut oder schlecht gefallen haben?

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