Google Pixel 5 im Test

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Google macht 2020 alles anders und schickt erstmals kein „richtiges“ Highend-Smartphone ins Rennen. Ich habe mir das Pixel 5 angeschaut.

Das mit den Pixel-Smartphones ist so eine Sache. Viele mögen sie und bei uns ist das Interesse immer groß, aber auf dem Massenmarkt spielen sie noch keine große Rolle. Doch Google hält am eigenen Smartphone-Lineup fest und überarbeitet es.

In diesem Jahr gibt es das Pixel 4a in der unteren Mittelklasse, das Pixel 4a 5G in der „mittleren“ Mittelklasse und das Pixel 5 in der gehobenen Mittelklasse. Das Google Pixel 5 besitzt viele Highend-Features, es fehlen allerdings auch einige.

Google Pixel 5: Die Spezifikationen

  • Hersteller: Google
  • Modellbezeichnung: Pixel 5
  • Preis: 613,14 Euro
  • Verfügbar: ab 20. Oktober
  • Größe: 144,7 x 70,4 x 8 mm
  • Gewicht inklusive Akku: 151 g
  • Betriebssystem: Android 11
  • Akku: 4080 mAh
  • Display: 6″ OLED (FHD, 90 Hz)
  • Kamera: 12,2 + 8 MP (Ultraweit)
  • Speicher: 128 GB
  • CPU: Snapdragon 765 mit 5G
  • RAM: 8 GB

Das sind nicht alle Spezifikationen des Google Pixel 5. Auf der offiziellen Webseite von Google bekommt ihr weitere Informationen zum Android-Smartphone.

Google Pixel 5: Test als Video

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Google Pixel 5: Verarbeitung und Haptik

Fangen wir wie immer mit der Verarbeitung und Haptik an und damit wären wir auch schon bei meinem persönlichen Highlight vom Pixel 5. Das Gerät ist sehr kompakt, angenehm leicht und liegt deutlich besser, als alle anderen Flaggschiffe mit Android in der Hand. Es hat in etwa die gleiche Größe wie ein iPhone 11 Pro.

Google Pixel 5 Iphone Back

Das matte Aluminium ist mit einer Schicht überzogen, fühlt sich aber dennoch hochwertig und nicht so billig wie Plastik an. Die Tasten haben einen sehr guten Druckpunkt, allerdings hätte ich die Power-Taste lieber unter den Tasten für die Lautstärke gesehen (oder diese direkt auf die andere Seite gepackt).

Die Kamera steht kaum aus dem Gehäuse und das Google Pixel 5 wackelt auch nicht auf dem Tisch. Mich hat die mattschwarze Version erreicht, die ich mir auch kaufen würde (obwohl mir das Grün gefällt). Das Gerät wirkt in dieser Farbe extrem minimalistisch und nur der Power-Button und das G-Logo schimmern etwas.

Google Pixel 5 Hand Back

Das Google Pixel 5 hat für mich persönlich die derzeit beste Haptik von allen Android-Smartphones, die in den letzten Monaten auf den Markt kamen. Es fühlt sich wie ein mattschwarzes iPhone 11 Pro an, ist aber leichter. Die Größe und das Design sind mein Highlight, da gibt es für mich kein besseres Modell.

Google Pixel 5: Das Display

Google hat dem Pixel 5 ein sehr gutes OLED-Panel spendiert, welches eine gute Farbdarstellung und Blickwinkel mitbringt. Es kommt außerdem mit 90 Hz daher, was man beim Scrollen und Co. im Alltag merkt. Es ist aber nicht das beste Panel.

Google Pixel 5 Hand Seite

Es gibt noch ein Panel von Samsung Display mit 120 Hz, welches eine Ecke besser ist und noch etwas flüssiger wirkt. Außerdem ist es auch etwas heller, denn dieses Panel macht zwar Spaß bei 80+ Prozent Displayhelligkeit, ist aber viel zu dunkel im mittleren Bereich. Ich habe das Pixel 5 daher mit 100 Prozent genutzt.

Google Pixel 5 Hand Hell

Was mir beim Pixel 5 sehr gut gefällt: Die Ränder sind alle gleichmäßig, schön dünn und oben links gibt es nur ein kleines Loch, was kaum stört. Ich verstehe bis heute nicht, warum kaum ein Android-Hersteller auch symmetrische Ränder setzt.

Google Pixel 5: Die Kamera

Die Kamera war schon immer das Highlight der Pixel-Smartphones und sie ist es auch in diesem Jahr wieder. Allerdings hieß es bisher oft: Kamera, dann der Rest. Mittlerweile steht auch der Rest im Fokus. Bei der Kamera liefert man ab, doch es fehlt noch ein Punkt, den die meisten Flaggschiffe in der heutigen Zeit haben.

Die normale Kamera mit 12,2 Megapixel gehört für mich bei den Farben, beim Dynamikumfang, beim Nachtmodus und beim Porträtmodus weiterhin zu den besten auf dem Markt, Google holt hier unglaublich viel mit Software heraus.

Google Pixel 5 Kamera

Ein großer Pluspunkt: Google hat jetzt eine zweite Kamera für Ultraweitwinkel-Aufnahmen und die liefert sehr gute Resultate. Nicht ganz so gut wie der Sensor der Hauptkamera, aber dennoch sehr gut und besser, als bei vielen anderen.

Google bleibt aber leider bei einer Dual-Kamera und wirft dafür die Tele-Kamera für bessere Zoom-Fotos aus dem Pixel 5. Das Pixel 5 macht gute Zoom-Fotos dank KI, aber eine richtige Tele-Kamera hätte sicher für weniger Bildrauschen gesorgt.

2021 wird es wirklich Zeit, dass Google nicht mehr den Kompromiss fährt und nur eine der beiden Kameras (Tele oder Ultraweit) verbaut und endlich auf eine Triple-Kamera setzt. Diese sind nämlich in der 600+ Euro-Kategorie bereits Standard.

Google Pixel 5 Tisch Bunt

Die Frontkamera (8 MP, Erfassungswinkel: 83°) liefert gewohnt gute Ergebnisse ab und nutzt die gleiche KI für Porträtfotos, was sie zu einer der besten Frontkameras für solche Aufnahmen macht (nur Modelle mit einem 3D-Sensor wie das iPhone können hier ähnlich gute Resultate mit nur einer Frontkamera abliefern).

Videos sind mit 4K und bis zu 60 fps möglich und ich bin mit den Aufnahmen sehr zufrieden. Der Fokus ist schnell und die Bildstabilisation gut. Ich bin aber kein Experte für Videos, mir würde das Google Pixel 5 locker im Alltag ausreichen.

Google Pixel 5: Der Akku

Der Akku im kleinen Pixel war in den letzten Jahren oft etwas knapp bemessen und daher die Akkulaufzeit nicht so gut. In diesem Jahr ist sie besser und ich kam gut über den Tag. Das Pixel 5 ist allerdings kein Akkuwunder, zumindest bei mir nicht.

Google Pixel 5 Iphone Front

Das iPhone 11 Pro hält bei mir mit der gleichen Gerätegröße etwas länger durch, allerdings hatte ich durchgehend die 90 Hz aktiviert und volle Displayhelligkeit an. Da kann man sicher einiges aus dem Pixel 5 holen, ich habe es aber ausgereizt.

Das mit der Akkulaufzeit ist sowieso immer subjektiv, denn jeder nutzt andere Apps und Dienste im Hintergrund. Bei mir gilt: Komme ich bei einem intensiven Tag bis zum Ende des Tages? Ja. Geladen wird mit bis zu 18 Watt, was okay, aber nicht der Bestwert ist. Mir persönlich reichen knapp 20 Watt im Alltag locker aus.

Google Pixel 5 Button

Was mir gut gefällt: Das Pixel 5 bietet Qi und kann auch andere Geräte kabellos aufladen. Google hat scheinbar ein Loch im Aluminiumgehäuse untergebracht und dort liegt die Qi-Spule. Qi wird also nicht durch das Aluminium ermöglicht, das geht weiterhin nicht, Google hat aber eine clevere Lösung dafür gefunden.

Google Pixel 5: Die Software

Google liefert das Pixel 5 logischerweise mit Android 11 aus und Android läuft sehr flüssig. Ich habe ehrlich gesagt keinen Unterschied zu den Modellen mit einem Snapdragon 865 feststellen können, aber ich reize das auf dem Smartphone auch nicht mit Spielen (es gibt sowieso wenige, die das voll ausnutzen) aus.

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Die Pixel-Oberfläche und OxygenOS sind für mich die besten Oberflächen in der Android-Welt und ich teste aktuell von beiden Android 11. Ich kann mich bei der Optik nicht entscheiden, beide sind super, OxygenOS läuft aber tatsächlich ein kleines bisschen flüssiger (allerdings hat das OnePlus 8T auch 120 Hz).

Wer die beste Software im Android-Bereich möchte, der greift zum Pixel, so eine oft geteilte Meinung. Das sehe ich auch so, wobei ich mir jedes Jahr von Google wünsche, dass man noch weiter geht. 3 große Major-Updates sind gut und das bietet sonst nur Samsung, aber Google will die iPhone-Nutzer abholen.

Und die sind 4 oder sogar 5 Jahre gewohnt.

Google Pixel 5: Der Fingerabdrucksensor

Diesen Punkt hake ich eigentlich unter Sonstiges ab, will ihm aber beim Pixel 5 einen eigenen Punkt spendieren. Der 3D-Scanner vom Pixel 4 ist verschwunden und zum Entsperren gibt es jetzt einen Fingerabdrucksensor auf der Rückseite.

Es ist lange her, dass ich so eine Position genutzt habe und ich weiß auch warum: Es ist für mich die schlechteste Position. Es gibt kein Face Unlock mehr, was schade ist, da ich das bevorzuge, und daher hätte ich mir einen Sensor unter dem Display oder an der Seite (Power-Button, wie beim Sony Xperia 5 II) gewünscht.

Google Pixel 5 Hand Back

Der Sensor auf der Rückseite ist gut und schnell – wenn man in trifft. Da er aber die gleiche Oberfläche, wie die Rückseite hat, sieht das zwar gut und minimalistisch aus, ich musste ihn aber immer wieder suchen. Die Art das Pixel zu Entsperren war mein Highlight beim Pixel 4, beim Pixel 5 ist es der größte Kritikpunkt.

Ich bin nicht grundsätzlich gegen einen Fingerabdrucksensor, im Gegenteil, in Zeiten von Corona ist das sogar sehr praktisch. Mir geht es nur um die Position und die Haptik. Die Seite ist für mich mittlerweile der optimale Platz dafür.

Google Pixel 5: Sonstiges

  • Das Pixel 5 besitzt 128 GB in der Basisversion, allerdings gibt es auch nur diese und man kann den Speicher nicht erweitern. 128 GB für die Basisversion sind Pflicht im Jahr 2020, allerdings benötige ich bald mehr und ohne SD-Slot hätte man ruhig noch 256 GB anbieten können. Google setzt zwar voll auf die Cloud, ich speichere aber auch noch sehr viel offline.
  • Es gibt eine IPX8-Zertifizierung, das Pixel 5 ist also gegen Spritzwasser geschützt. Eine IP68-Zertifizierung (die erste Zahl steht dafür, wie gut das Gerät gegen Staub geschützt ist) wollte man wohl nicht bezahlen.

Google Pixel 5 Apps Detail

  • Wir haben Stereo-Lautsprecher, wobei der obere nicht zu sehen ist und wohl unter dem Display verbaut ist. Es gibt ja keine richtige Hörmuschel. Der untere Speaker ist okay bis gut, der obere aber nicht mal mittelmäßig. Das war mal ein Kern-Feature der Pixel-Smartphones, doch diese Zeiten sind vorbei, die Speaker hier sind in Kombination meiner Meinung nach maximal Durchschnitt.
  • Google hat zu den ersten Herstellern gehört, die nach dem iPhone viel Wert auf einen guten Vibrationsmotor gelegt haben. Im Pixel 5 ist das nicht anders. Mit der Taptic Engine kann bis heute keiner mithalten, aber das Pixel 5 ist ein Android-Smartphone, welches da sehr nah herankommt. Es hat einen sehr guten Vibrationsmotor verbaut, was mir wichtig ist.

Google Pixel 5: Mein Fazit

Das Fazit zum Google Pixel 5 fällt mir gar nicht mal so leicht, denn es gibt ein paar Punkte, die ich vermisst habe. Zum Beispiel das vom Pixel 4 gewohnte Face Unlock, sehr gute Stereo-Lautsprecher und eine Telefoto-Kamera für den Zoom.

Man merkt, dass man hier ein Mittelklasse-Smartphone in der Hand hält, wobei man es am stärksten beim Fingerabdrucksensor auf der Rückseite merkt. Das gibt es bei Modellen für über 600 Euro nicht mehr so häufig, die Zeiten sind vorbei.

Google Pixel 5 Hand

Doch trotz kleiner Schwächen und ein paar Punkten, wo ich mir ein bisschen mehr von Google gewünscht hätte, muss ich auch sagen, dass mich das Pixel 5 von allen Android-Smartphones, die ich in diesem Jahr getestet habe, bei der Haptik am meisten überzeugt hat. Das Pixel 5 liegt einfach unglaublich gut in der Hand.

Ich war nie ein Fan von dem Trend zu 6,5 Zoll oder mehr und finde die 6 Zoll vom Google Pixel 5 optimal im Alltag. Es ist im Prinzip ein iPhone (X/XS/11 Pro) mit Android, nur eben komplett aus Aluminium und nicht mit Glas und Edelstahl.

Google Pixel 5 Tisch Header

Der Fingerabdrucksensor auf der Rückseite hat mich im Test wirklich oft gestört, aber abgesehen davon, gibt es von mir eine klare Empfehlung. Sehr gute Haptik, sehr gute Kamera, gutes Display, gute Akkulaufzeit und die gute Software von Google (ihr bekommt Updates vor allen anderen) sind für mich die Pluspunkte.

Das Google Pixel 5 ist kein Flaggschiff für 1000+ Euro, was alles bietet, was man in einem Smartphone verbauen kann, trotzdem ist es das Android-Smartphone, was mir aktuell am meisten zusagt – die Größe kann manchmal entscheidend sein.


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