Google stellt Support für einige Local Guides-Communities ein

Google zieht anscheinend Bilanz in ihrem Local Guides Programm und wird einige kleine regionale Local Guides Communities zum 01. Oktober nicht mehr unterstützen.

Ende letzten Jahres entdeckte ich das Local Guides Programm von Google. Die Idee, als hier ansässiger Bremerhavener durch eigene Beiträge die Metadaten von Maps zum allgemeinen Nutzen zu verbessern, erschien mir äußerst sinnvoll. Um eine bessere Vernetzung zu erreichen gründete ich, sobald wie möglich, auch eine Community für die Stadt Bremerhaven und umzu.

Das klappte auch ganz gut, gerade über den Mapmaker fand man schnell Gleichgesinnte und es entstand eine Art Workflow. Man sprach sich ab an welchen Ecken und Enden noch Bedarf ist. An Rezensionen oder Fotos, aber auch eben gerade an essentiell wichtigen Metadaten, wie die richtige Zuordnung von Orten zu Gebäuden oder korrekte Adressen.

Keine offiziellen Communities mehr, Rückzug von Google+

Die Masse von Leuten konnte man jedoch nie motivieren. Es ist halt ein spezielles Thema und erfordert Zeit und Leidenschaft für die Sache. Genau die fehlende Größe und mangelnde Aktivität wird jetzt den kleinsten zum Verhängnis, zum 1. Oktober stellt Google nämlich die Unterstützung für Communities mit weniger als 50 Mitglieder ein.

Diese bestand aber im Wesentlichen auch nur darin, dass man auf der offiziellen Karte auftauchte und an den Moderatoren-Hangouts teilnehmen konnte, bei denen ab und an Informationen nach unten gegeben wurden. Das Gute daran ist, die Gruppen werden nicht dicht gemacht. In unserem speziellen Fall hindert es uns auch nicht daran, weiter mit der gleichen Leidenschaft, an der Datengenauigkeit in unserer Region zu arbeiten. Im Endeffekt also alles halb so wild.

Ich denke Google wird hier eine komplett neue Ausrichtung vornehmen. Seit einiger Zeit gibt es auch schon die neue Plattform localguidesconnect.com, auf der scheinbar nun alle offiziellen Aktivitäten gebündelt werden sollen, denn die wenigen offiziellen (die allermeisten sind inoffizielle) Communities auf Google+ wird es in Zukunft in dieser Form auch nicht mehr geben.

Bestätigung von Metadaten durch jedermann

Bisher war es so, dass Änderungen die von jedermann über die App vorgenommen worden, eine Bestätigung im Mapmaker bedurften. In besonderen Fällen sogar durch einen so genannten Regional Lead. Das waren meist erfahrene Arbeiter im Mapmaker, für Deutschland circa fünf an der Zahl. Meiner Meinung nach viel zu wenig, manche Änderungen brauchten dann auch teilweise ein halbes Jahr um bestätigt zu werden. Unter sowas leidet natürlich ganz stark die Motivation für die Sache, wenn man mit Leidenschaft dabei ist. Unter dem Eindruck der Beta-Funktionen, die ich gestern erwähnte, gehe ich davon aus, dass Google die Bestätigung von vorgenommenen Änderungen in Maps, zukünftig eventuell in die Hände aller legen wird.

Sollte das so kommen, könnte es auf der einen Seite die Qualität und die Aktualität der Metadaten wesentlich verbessern, birgt natürlich aber auch die Gefahr für Fehler. Für die betroffenen Communities finde ich es auf jeden Fall dennoch schade. Ich weiß, dass sich viele meiner Kollegen dort sehr engagiert haben.

Wer mehr über das Programm erfahren möchte, findet hier weitere Informationen und hier die inoffizielle deutsche Google+ Community. Es wird trotzdem weiterhin möglich sein für seine Region eine entsprechende Gruppe zu gründen, wenn man alle Voraussetzungen erfüllt. Man sollte die Region jedoch nach jüngsten Erfahrungen etwas größer fassen.

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