HTC One Max Testbericht

Seit ein paar Tagen verrichtet das HTC One Max seinen Dienst an meiner Seite. Das aufgebohrte HTC One macht sich auf, den Spitzenplatz dem Samsung Galaxy Note 3 streitig zu machen. Verarbeitet mit hochwertigen Materialien wie auch schon das HTC One scheint es alles richtig zu machen. Aber der Teufel liegt im Detail.

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Lieferumfang

  • Das HTC One Max selbst
  • Netzstecker
  • Micro USB – Daten-/Ladekabel
  • Ohrhörer
  • Aufsätze für die Ohrhörer
  • ein paar Anleitungen

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Die wichtigsten technischen Details

Das HTC One Max gleicht bis auf wenige Details dem HTC One. Im groben fehlt der Kamera der optische Bildstabilisator (OIS), dafür hat es auf der Rückseite einen Fingerabdrucksensor, einen größeren Akku und natürlich ist das Gerät größer, da ein 5,9 Zoll FullHD-Display verbaut wurde. An sonsten erwartet den Anwender beim One Max fast das gleiche Innenleben wie beim normalen One.

HTC One Max IMG_5465

Vergleich HTC One mit One Max und One Mini

Bei den aktuell vorhandenen verschiedenen drei HTC One-Modellen kann man schon mal den Überblick verlieren. Deshalb habe ich für euch die folgende Tabelle gebastelt.

HTC One Mini HTC One HTC One Max
Display 4,3 Zoll
720p,
342 ppi
SLCD 3, Gorilla Glas 2
4,7 Zoll
1080p
468 ppi
SLCD 3, Gorilla Glas 2
5,90 Zoll
1080p
373 ppi
SLCD 3, Gorilla Glass 2
GPU  Adreno 305
400 MHz
Adreno 320
400 MHz
Adreno 320
400 MHz
CPU Qualcomm
Snapdragon 400
1,4 GHz Dual-Core
Qualcomm
Snapdragon 600
1,7 GHz Quad-Core
Qualcomm
Snapdragon 600
1,7 GHz Quad-Core
RAM 1 GB 2 GB 2GB
Speicher 16 GB 32 GB 16 GB + MicroSD
Kamera 4 Ultrapixel
AF
1,6 MP Front
4 Ultrapixel
AF, OIS
2 MP Weitwinkel Front
4 Ultrapixel
AF
2 MP Weitwinkel Front
Verbind. BT 4.0, MHL BT 4.0, MHL, NFC, Infrarot BT 4.0, MHL, NFC, Infrarot
Akku 1800 mAh
festverbaut
2300 mAh
festverbaut
3300 mAh
festverbaut
Maße 63,2 × 132,0 × 9,25 mm
122 g
68,2 × 137,4 × 9,30 mm
143 g
82,5 × 164,5 × 10,29 mm
217 g
Straßenpreis 379 Euro 499 Euro 679 Euro

Zum Gerät selbst

Das One Max ist mit seinen 217 Gramm und den restlichen Maßen nicht gerade ein Leichtgewicht. Im Inneren werkelt der gleiche 1,7 GHz Quad-Core Prozessor, wie er auch im HTC One verbaut ist. 16 GB Speicher sind im Preis dabei, welche ca. 11 GB freien Speicher beim Start bieten. Durch den integrierten MicroSD-Speicherslot kann der Speicher beim Max aber problemlos erweitert werden. Die Entwickler haben hier und da im Vergleich zum normalen One noch ein paar Änderungen einfließen lassen.

Außen um das Gerät ist wie auch beim One Mini ein Plastik-Rahmen angebracht, der es in meinen Augen wie auch das One Mini schon etwas weniger wertig wirken lässt. Oben an der Stelle des normalen Power-Buttons bleibt weiterhin der Infrarot-Port, mit dem das One Max zur Universalfernbedienung umfunktioniert werden kann.

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Der Power-Knopf wanderte von oben auf die Seite unterhalb der Lautstärke-Wippe. Auf der gegenüberliegenden Seite ist die Wippe, um den Deckel auf der Rückseite zu lösen angebracht. Auf der Rückseite ist unterhalb der 4 Ultrapixel Kamera nebst LED-Blitz beim HTC One Max noch ein Fingerprint-Sensor angebracht. Dieser funktioniert anders als im iPhone 5S nicht durch Druck, sondern durch Wischen über den Sensor. Während meiner Benutzung muss ich hier den Punkt definitiv an das iPhone abgeben, da die Wischbewegung in meinem Fall nur bei jedem zweiten mal den Finger erkannt hat. Das sieht man auch sehr schön im oben verlinkten Video.

Positiv bleibt zum Fingerabdrucksensor anzumerken, dass man bis zu drei Finger einprogrammieren kann, die auf Wunsch auch direkt gleich spezielle Anwendungen starten. Die Position des Sensors ist in meinen Augen dennoch ein wenig unglücklich gewählt. Ich habe jedenfalls in den ersten Tagen immer zuerst versehentlich über die Kamera gewischt, statt über den Fingerabdrucksensor.

HTC One Max IMG_5465

Die Rückseite ist wie schon gesagt abnehmbar, um darunter die Micro-SIM und eine etwaige Micro-SD Speicherkarte unterbringen zu können. Ich persönlich finde den seitlichen Einschub beim HTC One deutlich besser gelöst und ich verstehe den Sinn des abnehmbaren Deckels nicht ganz, wenn der 3300 mAh Akku trotzdem darunter fest verbaut wurde.

Unten rechts bilden die 3 Pins eine Anschlussmöglichkeit, die im Falle des One Max beispielsweise die Verbindung zum Power Flip Case ermöglichen. Dieses Case beinhaltet noch einen kleinen Akku und erweitert die Kapazität des Max um 1150 mAh. Das Display ist selbst mit seinem im Vergleich zum One geringeren 373 ppi ein wahrer Augenschmauß.

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Die verwendete SLCD-Technik mit einer Auflösung von 1080×1920 Pixeln verspricht sehr schöne Weißtöne mit etwas helleren Schwarztönen im Vergleich zu AMOLED. Mir persönlich gefällt SLCD sehr gut, gerade weil es die Farbtöne nicht so „übersteuert“ wie AMOLED. Leider wurde kein Qualcomm Snapdragon 800 im Max verbaut, auch wenn viele Anwender sich dies eventuell gewünscht hätten. Die auch im HTC One schon verbaute Hardware leistet aber auch bei dem größeren Display sehr gute Arbeit und so erzielt das Max in den üblichen Benchmarks zwar nicht die Spitzenwerte des Galaxy Note 3 o.ä., dennoch lässt es sich im Alltag wie auch schon das HTC One absolut ruckelfrei und rund bedienen.

Bei der allgemeinen Größe des Max vermisse ich ein wenig den Stift, der bei dem Galaxy Note 3 dabei ist, oder den Bleistift, mit dem sich das Xperia Z Ultra „versteht“. Bei einem 6 Zoll Phablet hätte ich mir dies schon sehr gewünscht.

Dual-Aufnahme Funktion des HTC One Max

Dual-Aufnahme Funktion des HTC One Max

Die Software unterscheidet sich bis auf wenige Punkte nicht von der des HTC One oder HTC One Mini. Die Videokamera bekommt noch zusätzlich den Video in Video-Modus (Dual-Aufnahme) und einen Anti-Verwackelungsmode, da ja der optische Bildstabilisator (OIS) beim Max nicht über die Hardware integriert wurde. Dazu gibt es noch in den Quick-Toggles einen extra Button für den Fingerabdrucksensor. Google Drive bietet beim Max direkt 40 GB kostenlosen Speicher für 2 Jahre an. Der Deal mit Dropbox wie beim HTC One etc. ist damit wohl nicht verlängert worden.

Die Dual-Aufnahme-Funktion des HTC One Max ist übrigens leider nicht nur per simplen App-Transfer der Camera.apk zum HTC One möglich. Ich stand hierfür in Kontakt mit dem Entwickler des InsertCoin CustomROMs. Er meinte, dass auch irgendwas im Kernel umgeschrieben sein müsse. Sobald HTC die Kernel freigibt könnte man hier wieder drüber schauen.

Die Kamera selbst besitzt wie auch die Kamera des HTC One 4 Ultrapixel. Diese wenigen, aber größeren Pixel sollen besonders bei schlechten Lichtverhältnissen für gute Fotos sorgen. Im Grunde kann man das wirklich so stehen lassen. Leider bleiben 4 Megapixel aber 4 Megapixel und man kann auf den Bildern einfach nicht weiter in das Bild reinzoomen ohne Pixel-Matsch zu erhalten. Für die kleinen Extra-Spielereien sorgt HTC mit der oben genannten Dual-Aufnahme oder auch einem Zeitlupen- oder HFR-Modus. Leider wird im Zeitlupen-Modus mangels Rechenpower natürlich keine Full-HD-Auflösung erreicht.

Für den kleinen Clip hier oder da genügt die Funktion aber auf jeden Fall. Im Großen und Ganzen bin ich mit der Cam des One / One Max sehr zufrieden. Für Schnappschüsse genügt sie auf jeden Fall und sie ist dank der verbauten Ultrapixel auch besser, als so manche andere Handy-Cam. Dennoch kommt sie qualitativ nicht an eine gute Lumia oder SGS4 Kamera ran.

Die Neuigkeiten in Sense 5.5 und Android 4.3 könnt ihr im folgenden Video noch einmal begutachten.

Und sonst so?

  • Mit einer Akkuladung kam ich in meinem Test locker über einen Tag. Sollte das Gerät auch mal ein Weilchen ungenutzt bleiben, so kann sich der Zeitraum sogar noch auf zwei Tage ausdehnen.
  • Wer noch mehr Powaaar benötigt, kann sich ein Case mit integriertem Akku kaufen, welches durch die Pins auf der Rückseite des Max noch einmal zusätzlich 1150 mAh Akkukapazität spendiert.
  • Die Qualität bei Telefonaten ist wie gewohnt in Ordnung. Allerdings würde ich bei dem Klopper ernsthaft zu einem Headset raten :)
  • Zu BoomSound muss man ja nicht viel sagen – die beiden auf der Front angebrachten Lautsprecher sorgen wie auch beim One schon für super angenehmen Sound.
  • Ein paar von mir getestete Spiele machen auf DEM Display natürlich sehr viel Spaß und laufen ruckelfrei (Riptide, Asphalt, etc.)

Fazit

Das HTC One Max ist wie auch die beiden anderen One-Smartphones aus sehr guten Materialien hergestellt und wirkt bis auf den etwas schlecht angepassten Akkudeckel gewohnt wertig. Leider ist es gerade wegen der Materialien etwas schwer für den Alltag und der Fingerabdruck-Sensor wirft nicht das beste Licht auf das Max. Vermutlich wurde aufgrund des benötigten Platzes für den Sensor der optische Bildstabilisator beim Max weggelassen. Die fehlende Stift-Eingabe bei einem Gerät dieser Preisklasse und Größe tut ihr übriges. Die Sense-Oberfläche gefällt sehr gut, die Kamera ist auch in Ordnung und den HTC BoomSound mit den zwei Front-Lautsprechern sollte in meinen Augen jedes neue Smartphone haben.

Aber ob das alles genügen wird, um dem Max gute Verkaufszahlen zu bescheren? Ich würde zum jetzigen Zeitpunkt eher zum Galaxy Note 2/3 oder vielleicht sogar zum Xperia Z Ultra tendieren, da der Preis von aktuell knapp 685,- EUR für das HTC One Max selbst für ein Phablet eine Hausnummer ist.

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