HTC RE Lifestyle-Kamera im Test

HTC RE

Unter anderem wegen meinem Aufenthalt in Monaco beim Samsung European Forum 2015 hatte ich bei HTC nach einer REcamera angefragt. Die kleine Kamera im Periskop-Look ist im Grunde eine Actioncam ähnlich der GoPro, allerdings nicht mit den selben Ansprüchen und deshalb auch deutlich günstiger. Die RE ist IPX7 zertifiziert und kann somit eingeschränkt sogar unter Wasser genutzt werden. Dazu besitzt sie ein 146 Grad Weitwinkel Objektiv mit Fixfokus und kann in FullHD Filme aufzeichnen oder mit der 16 Megapixel Optik Fotos schießen.

Die RE im Detail

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An der Form werden sich ganz sicher die Geister scheiden. Sie erinnert einfach an ein Periskop. Ich persönlich finde das sogar gut, da die Kamera gerade wegen der Form super gut zu halten und montieren ist. An Bedientasten gibt es lediglich zwei an der Zahl. Auf der Vorderseite wird damit der SlowMo-Modus aktiviert und auf der Oberseite ist der Auslöser, welcher entweder ein Foto schießt, oder die Videoaufnahme bei einem langen Druck startet.

Oben und auf der Frontseite gibt es noch ein Mikrofon und je eine LED zur Bereitschaftanzeige. Die RE zeigt mit der LED im oberen Auslöser auch gleich an, ob nun ein Foto oder Video gemacht wird.

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Auf der Unterseite ist ein genormter Stativanschluss und hinter einem Deckel die Speicherkarte untergebracht. Die Kamera selbst hat keinen internen Speicher sondern eine 8GB MicroSD-Speicherkarte im Lieferumfang dabei. Die RE ist IPX7 zertifiziert und kann somit bis zu einer halben Stunde 1m unter Wasser genutzt werden!

Noch ein paar Fakten

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  • Die RE besitzt einen integrierten und nicht wechselbaren 820 mAh Akku
  • Video kann in 1080p / 30 fps in 720p / 30 fps oder in 720p im SlowMo-Modus mit sogar 96 fps aufgezeichnet werden
  • Seit dem letzten großen Update ist die RE auch für einen Livestream via Youtube nutzbar
  • Das Objektiv ist nicht das eines Handys, sondern ähnlich dem einer Kompaktkamera und mit einem 1/2.3 CMOS Sensor und 146° Ultraweitwinkel ausgestattet

Gibt es da auch eine App für?

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Unbedingt! Gerade durch die App werden Zeitraffer beispielsweise erst möglich. Für IOS und Android kann die dazu nötige App heruntergeladen werden. Bei der Inbetriebnahme wird die RE gesucht und mittels dem Passwort ‚recamera‘ via WiFi-Direct gekoppelt.

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Nun steht der komplette Funktionsumfang bereit. In der Anwendung können dann beispielsweise die Fotos und Videos ganz bequem per WiFi-Direct auf das Smartphone übertragen werden. Natürlich besteht zudem auch die Möglichkeit die Daten per Kartenleser direkt zu extrahieren, aber gerade unterwegs fand ich die drahtlose Übertragung super bequem. Im weiteren Reiter gibt es ein Live-View des Kamerabilds und die Einstellungsmöglichkeiten zu den diversen Funktionen wie Zeitlupe oder Zeitraffer usw.

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Auch die Funktionen der Kamera selbst werden teilweise über die Anwendung aktiviert. Ultraweitwinkel, Kamera umbenennen etc. Die Kamera ist im normalen Betrieb dauerhaft eingeschaltet und in einer Art Standby. Sie aktiviert sich aber sofort wieder, sobald sie angefasst wird. Wer Akku sparen möchte, kann die RE auch über die Anwendung komplett ausschalten. Dann muss die RE durch 2 Sekunden langes drücken des Auslösers vor der nächsten wilden Knipserei wieder aktiviert werden.

Die App ermöglicht auch diverse Konfigurationen, wie Beispielsweise die Fotoauflösung und die exakte Konfiguration des Zeitraffers. Alles klappt sehr intuitiv und die App ist dabei sehr übersichtlich gehalten. Mir persönlich fehlt hier eine Option, das Weitwinkel über den vorderen Button der RE aktivieren zu können. Die SlowMo-Funktion habe zumindest ich sehr selten genutzt. Zwischen Normal oder Ultraweitwinkel würde ich persönlich deutlich öfter hin- und herschalten. Vielleicht kommt eine Umbelegung des Buttons ja noch in einem künftigen Firmware-Update?

Und sonst noch?

  • Der Akku ist teilweise etwas schlecht einschätzbar hält aber laut HTC für über 1000 Fotos oder ca. 100 Minuten FullHD Video am Stück
  • Die Maße der Kompaktkamera betragen 96,6 auf 26,5 mm und sie wiegt ca. 65 Gramm
  • Gerade bei Zeitraffer ist spezielles Zubehör fast schon nötig (Ständer mit USB-Anschluss für ein Akkupack o. ä.)
  • Das Gehäuse ist wegen dem Plastik teilweise fummelig und rutschig
  • Bedingt durch die Form kann das vordere Mikrofon gern mal verdeckt, oder in das Foto reingefasst werden (Ultraweitwinkel)
  • Zeitraffer werden auf der MicroSD auch in Einzelbildern gespeichert und können so eventuell am PC auch vor der nachträglichen manuellen Erstellung auf dem PC noch einmal optimiert werden! Im Normalfall steht eine Zeitraffer-Aufnahme aber direkt nach der Aufnahme mit der RE über WiFi-Direct parat.

Zeig her!

Aber klar doch! Es hat mir unglaublich viel Spaß gemacht, die Kamera immer wieder heraus zu kramen, da sie praktisch IMMER sofort bereit für irgendwelche Schandtaten ist. Zeitraffer haben für mich auch nach dem fünften mal nicht ihren Reiz verloren und die neugierigen Blicke, der Passanten sind fast schon Gold wert, wenn man damit einfach so mal nebenher wie ein kleiner Spion ein Foto schießt, oder im Vorbeigehen etwas interessantes filmt. Alles ganz ohne vorheriges einstellen, einschalten oder justieren.

Solltet ihr noch ein weiteres Video der RE in Aktion sehen wollen, so könnt ihr euch meinen Zusammenschnitt des Samsung European Forum 2015 anschauen. Die Videos wurden ausschließlich mit der RE gefilmt (teilweise nachvertont – das hört ihr dann, wenn keine Umgebungsgeräusche vorhanden sind).

Mit einem kleinen Stativ bzw. Tripod von Rollei oder dergleichen (siehe Headerfoto) ließ sich die RE z. B. prima am Balkongeländer montieren, wenn die normale Unterseite mal nicht als Standfuß gereicht hat. Wer länger als 2-3 Stunden Timelaps aufzeichnen möchte, sollte sich evtl. noch den kleinen Ständer vor HTC dazu kaufen. Dann lässt sich der MicroUSB-Anschluss seitlich nutzen und man kann ein kleines Batterypack o. ä. daran stöpseln.

Zeitlupen haben auf jeden Fall auch ihren Reiz und generell versteht man nach wenigen Tagen Nutzung sofort, warum HTC die RE als Lifestyle-Camera bezeichnet. Egal ob Foto oder Film, kurz die Cam aus der Tasche und schon geht es los.

Seit dem letzten Update kann die RE auch als Kamera für einen Online-Stream genutzt werden. Einfach die Daten des Google Kontos einloggen und schon schickt man seine Videobotschaft über die Welt.

Update

Jetzt hatte ich die RE einige Tage genutzt und mir war bisher nicht aufgefallen, dass man die Ultraweitwinkel-Fotos mit einer simplen Funktion wieder „zurecht rücken“ kann. Gerade dieser Fisheye-Effekt wird über die RE-App innerhalb eines kurzen Augenblicks wieder entschärft. Dazu müsst ihr einfach in der Galerie (in der RE-App) auf eines der Ultraweitwinkel-Fotos gehen und unten links das kleine Gitter anklicken. Schwups wird alles wieder zurechtgestutzt. Ich lasse die RE nun also komplett auf Ultraweitwinkel und werde den Effekt nur bei Bedarf im Nachhinein deaktivieren:

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Fazit

Aktuell ist die RE für knapp 150,- EUR zu haben. Ich war von der Bedienung sehr angetan. Die wenigen Tasten lassen kaum eine Fehlbedienung zu. Mit dem Handy als optischem Sucher via App kann man auch das Ergebnis vorher schon sehr gut abschätzen. Ich persönlich kann die RE nur empfehlen. Zwar einen ticken mehr für Videos, aber für Schnappschüsse genügt die RE auf jeden Fall. Der Fun-Faktor durch die Timelaps-Videos und die schnelle Nutzbarkeit und auch die App etc. sind definitiv der größte Pluspunkt in meinen Augen und verleihen der RE zu Recht den Titel Lifestyle-Cam.

Wertung des Autors
Michael Meidl bewertet HTC RE mit 4.6 von 5 Punkten.

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