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Huawei Ascend Mate 7 im Test

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Nach dem ich mich bei den letzten Android-Geräte-Reviews auf die Einsteiger-Smartphones spezialisiert hatte, wollte ich auch mal wieder ein High-End-Gerät in meine Finger bekommen. Am liebsten groß, am liebsten mit allen Extras. So kam es, dass sich das Huawei Ascend Mate 7 hier die letzten vier Wochen einem Ausdauertest gestellt hat und ich möchte euch direkt meine Eindrücke vermitteln und am Ende dieses Tests natürlich auch eine Kaufempfehlung für oder gegen das Mate 7 aussprechen.

Also fangen wir mal wie gewohnt mit der Hardware an.

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Innen und Außen

Das Exterieur des Mate 7 weiß zumindest mich voll und ganz zu überzeugen. Ein Smartphone mit klaren Design-Linien, guter Verarbeitung und schlichter Eleganz in den Farben Schwarz und Silber, dass bekommen die Käufer des Huawei Ascend Mate 7 für ihr Geld. Die Positionierung der Ladebuchse an der Unterseite des Gerätes, der Schächte für Micro-SIM und Micro-SD an der Seite sowie die Lage der Klinkenbuchse an der Oberseite gehen ebenso in Ordnung, wie die unglaublich geniale Lage des Fingerabdrucksensors, zu dem ich später noch ein paar Worte verliere.

Auch die Haptik des Mate 7 lässt kaum Wünsche offen. Das Gerät liegt griffig und etwas schwerer in der Hand als andere Geräte, was aber beim Bedienen genau richtig ist. Die Einhandbedienung ist möglich, aber dennoch mit etwas Übung verbunden. Ich selbst bleibe beim Mate 7 eher bei der beidhändigen Nutzung.

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Im Inneren des Mate 7 werkelt ein Krait 925 Octa-Core Prozessor und mit 4x 1.8 GHz und 4x 1.3Ghz steckt in diesem Gerät theoretisch mehr Power, als in manchen Desktop-Rechnern namhafter Firmen. Alle Aufgaben, die zu erledigen sind, fackelt das Mate 7 mit Bravour und ohne jede Denkpause oder Micro-Ruckler ab. Auch beim Zocken von aufwändigen Games tun sowohl CPU als auch GPU ihre Pflicht. Dem Anwender stehen nach Inbetriebnahme des Gerätes mit 16GB internem Speicher noch rund 15GB zur Verfügung. Aktuell wird die Hardware von Android 4.4.2 befeuert und 2 GB Arbeitsspeicher sorgen für entsprechenden Dampf.

Wem übrigens der interne Speicher zu knapp bemessen ist, der kann das Mate 7 um 32 GB mittels Micro-SD Karte erweitern. Dies ist aber gleichzeitig auch mein erster Kritikpunkt. In Zeiten in denen die ersten 200 GB Micro-SD-Karten auf den Markt kommen und die Nutzer ihre Geräte zum größten Teil für Multimedia-Inhalte verwenden, können 32 GB Speicher auch schnell knapp werden. Das 6 Zoll Display besitzt ein IPS-Neo-Panel mit einer Auflösung von 1920 mal 1080 Pixeln.

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Software

Die Huawei eigene Software Emotion UI arbeitet in Version 3.0 hervorragend auf dem Mate 7. Selbst wenn man den Launcher gegen einen schmalen und schlanken wie etwa Nova tauscht, macht sich kein großer Geschwindigkeitszuwachs bemerkbar, wie es bei Samsungs Touchwiz (mir) oft schon passiert ist. Das heißt für mich, Huawei hat hier ordentlich programmiert und die hauseigene Software gut auf Android und ihre Hardware abgestimmt. Leider bedingt eigens entwickelte Software aber auch immer spätere Updates und man wird sich Huawei da sehr genau anschauen müssen, in punkto Lieferzeiten.

Zur Emotion UI selbst habe ich zwei kristallklare Gedanken während der Nutzungszeit entwickelt. Zum einen der Style. Emotion UI sieht einfach richtig schick aus, leider sind nicht alle Icons richtig angepasst. Google Hangouts zum Beispiel wirft mir kalte Schauer über den Rücken.

Hässlicher geht es kaum

Hässlicher geht es kaum

Ein echter Hingucker ist aber besonders auch die Benachrichtigungsleiste im Timeline-Design. Das ist nicht nur nützlich, sondern rockt richtig derbe!

Der zweite Gedanke lautet schlichtweg: Schade! Schade, dass man Emotion UI nicht so toll anpassen kann. Der Launcher erlaubt zum Beispiel das Verstecken von Apps nicht und so vermischen sich im App-Drawer gerne mal die Icons für Apps und Widgets, was für tägliches Arbeiten einfach sehr unpraktisch ist. Man muss also selbst Hand anlegen und die Apps und Icons so sortieren, dass einen nichts stört.

Installiert man dann 5 weitere Apps, muss man wieder hin und her sortieren. Ein Umstand der mich am iPhone schon ordentlich nervt. Es wäre toll gewesen, könnte man einfach mit einer automatischen Sortierung und dem Verstecken von Apps arbeiten. Das betrifft aber nur meine Nutzungsweise und kann natürlich anderen Nutzern genau passen.

Schön dagegen ist, dass man die Homescreens und die Übergangsanimationen gut anpassen kann. Das gefällt.

Zusammenfassend kann ich also zur EmotionUI sagen: schick, aber leider nicht bis in alle Ecken und leider nicht so anpassbar wie ich mir das wünsche. Insgesamt gesehen aber eine tolle Sache.

Galerie

Highlights

Zu den Highlights des Gerätes zähle ich drei Dinge. Zum einen die Kamera. Diese liefert gute Bilder, für alles, was man so im Alltag ablichten möchte. An die Fotoqualität eines iPhone 6 kommt sie zwar nicht heran, aber liefert dennoch bei Hell und Dunkel brauchbare Bilder ab. (siehe Google+)

Der absolute Kick am Mate 7 für mich ist aber der kleine Fingerabdrucksensor auf der Rückseite. Ich hatte in vier Wochen Nutzung nicht eine Fehl-Erkennung und dass man selbst im gesperrten Zustand des Gerätes durch das schlichte Auflegen des Fingers auf den fantastisch positionierten Fingerprintreader selbiges entsperren kann ist richtig genial. So wünsche ich mir das für jedes Gerät. Gut gemacht Huawei!

Last but not least sei hier der Akku erwähnt. Bei mäßiger bis schwerer Nutzung komme ich in meinem Alltag locker zwei, manchmal sogar drei Tage hin. Ein Traum und so habe ich das bei noch nicht vielen Androiden gesehen.

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Schattenseiten

Wo Licht ist, da ist auch Schatten, sagt der Fotograf. Genau so ist es auch beim Mate 7. Wenngleich die Schatten bei weitem nicht so deutlich ausfallen wie das Licht, möchte ich doch zwei Dinge hervorheben. Zum einen das Display. Es ist scharf und hell genug auch für das Sonnenlicht, neigt aber extrem zu Fett-Tappsen, Wischern und Staub. Das kann jetzt natürlich an meinen schmutzigen Fingern liegen, aber an und für sich empfinde ich das beim Mate 7 als too much.

Eine weitere Schattenseite ist der SIM-Schacht. Im Jahr 2015, wo immer und immer mehr Geräte mit Nano-SIM kommen, verbaut man bei Huawei einen Micro-SIM Schacht. Prima. Nicht.

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Huawei Ascend Mate 7 Videotest

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Kaufen oder lassen?

Eine Frage die von mir eine ganz klare Ansage bekommt. Wer mit 6 Zoll großen Geräten was anfangen kann, kommt nicht umhin auch das Huawei Mate 7 auf seine Entscheidungsliste zu setzen und ich für meinen Teil, würde mich bei einem Straßenpreis von ca. 399 €uro defintiv für das Mate entscheiden. Mit diesem Gerät macht ihr nichts verkehrt, denn auf der Haben-Seite sind Hardware, Software, Kamera, Benachrichtigungs-LED und taugliche Lautsprecher.

Auf der Soll-Seite finden sich lediglich die Fettfingeranfälligkeit und der Micro-SD Schacht mit der 32-GB-Speichergrenze. Von mir bekommt dieser Androide eine klare Kaufempfehlung. Wie gefällt euch das Huawei Mate 7?

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