Huawei P40 Pro im Test

Huawei P40 Pro Kamera Header

Huawei präsentierte letzte Woche das P40 Pro und ich habe das Flaggschiff in den letzten Tagen im Alltag genutzt. Heute gibt es mein persönliches Fazit.

Kurz nach der Ankündigung des Huawei P40 Pro ging hier im Blog mein erster Eindruck nach knapp zwei Tagen mit dem Gerät online und heute möchte ich euch mein Fazit nach etwas mehr als einer Woche liefern. Und falls ihr es verpasst habt: Da kommt noch ein Huawei P40 Pro+, das hatte ich bisher aber nicht in der Hand.

Bevor wir einsteigen (es wird ein großes Thema im Test sein), noch der Hinweis: Man kann Google-Apps auf dem Gerät installieren, aber das ist a) eine Grauzone und b) nicht wirklich sicher. Ich habe mich daher dagegen entschieden, da ich der Meinung bin, dass es Huawei langfristig sowieso ohne Google schaffen muss.

Der „normale Nutzer“ sucht sich nach dem Kauf keine chinesische APK-Datei, wo er seine Daten an eine unbekannte Quelle schickt. Außerdem funktioniert sowieso nicht alles mit diesem Trick und wie wir bereits gesehen haben, kann es passieren, dass die Anleitung in ein paar Wochen (wenn das P40 erhältlich ist), nicht mehr funktioniert.

Huawei P40 Pro: Fazit als Video

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Huawei P40 Pro: Die Spezifikationen

  • Hersteller: Huawei
  • Modellbezeichnung: P40 Pro
  • Preis: 999 Euro
  • Verfügbar: ab 2. Mai 2020
  • Größe: 158,2 x 72,6 x 8,95 mm
  • Gewicht inklusive Akku: 209 g
  • Betriebssystem: Android 10
  • Akku: 4200 mAh
  • Display: 6,58″ OLED-Display (FHD+, 90 Hz)
  • Kamera: Quad-Kamera (50 + 40 + 12 MP + ToF)
  • Speicher: 256 GB
  • CPU: Kirin 990 mit 5G
  • RAM: 8 GB

Das sind nicht alle Spezifikationen des Huawei P40 Pro. Auf der offiziellen Webseite von Huawei bekommt ihr weitere Informationen zum Android-Smartphone.

Huawei P40 Pro: Design und Haptik

Ich hatte Anfang 2020 die Befürchtung, dass alle Flaggschiffe in diesem Jahr größer werden, doch Huawei hat beim P40 Pro kaum etwas verändert. Es fühlt sich ähnlich wie das P30 Pro an. Das bedeutet nicht, dass es ein besonders leichtes und kompaktes Smartphone ist, aber ich finde es eine ganze Ecke angenehmer als das S20 Ultra.

Huawei P40 Pro Hand Back

Die Verarbeitung ist natürlich wieder astrein und das Design ist nun etwas „runder“, da das Glas auf der Rückseite und Front auch oben und unten gebogen wurde. Das Display wurde dort übrigens nicht gebogen. Ich muss aber sagen, dass der Unterschied im Vergleich zum P30 Pro nicht groß ist und es sich sehr ähnlich anfühlt.

Mich hat leider die glänzende Version als Testgerät erreicht, aber müsste ich wählen, ich würde definitiv das matte Silber beim P40 Pro nehmen, welches meiner Meinung nach eine der schönsten Farben auf dem Markt ist. Der Kamerabuckel ist nun etwas größer geworden, was leider auch einen kleinen Nachteil mitbringt.

Huawei P40 Pro Presse Kamera

Mir ist es passiert, dass das Huawei P40 Pro von Qi-Platten rutscht, selbst von der Qi-Platte von Huawei selbst. Der Kamerabuckel ist zwar nicht ganz so breit, aber genauso hoch, dick und scharfkantig, wie beim Samsung Galaxy S20 Ultra. Das hätte man für meinen Geschmack etwas angenehmer lösen können.

Huawei P40 Pro: Das Display

Das Display machte im ersten Eindruck einen sehr guten Eindruck und auch im Test war ich durchweg zufrieden. Es kommt nicht ganz an das aktuelle Samsung-Panel mit 120 Hz heran, aber es ist auch nicht weit davon entfernt. FHD+ stört mich übrigens nicht so sehr, aber ich verstehe, dass es in dieser Preisklasse kritisiert wird.

Huawei P40 Pro Hand Front

Was ich mittlerweile schade finde: Die Frontkamera ist sehr gut, das kann ich in diesem Abschnitt vorwegnehmen, aber das Loch zu breit. Ein Loch ist meine erste Wahl bei modernen Displays, aber wenn man es schon so breit macht, dann will ich da auch Technik drin sehen. Doch diese bietet Huawei leider nicht unbedingt.

Es gibt eine Frontkamera und einen Infrarotsensor, der das Entsperren bei schlechtem Licht optimieren soll. Face Unlock klappt auch super, aber es ist weiterhin ein 2D-Scanner und kein 3D-Scanner. Wenn man schon so ein breites Loch einbaut, dann bitte mit einer Kamera, die einen 3D-Scan vom Gesicht ermöglicht.

Huawei P40 Pro Loch

Aber abgesehen davon war ich mit dem Display sehr zufrieden, es liefert gute Farben und Blickwinkel, ist mit 90 Hz angenehm schnell und es gibt einen dünnen Rand. Es ist nicht das beste OLED-Display auf dem Markt, aber es ist gut genug für ein Flaggschiff in dieser Preisklasse und zum Glück nicht so stark wie beim Mate 30 Pro gebogen.

Huawei P40 Pro: Die Kamera

Das Highlight der P-Reihe ist die Kamera und das ist auch 2020 der Fall. Huawei hat die Videoqualität verbessert und kommt damit zwar noch nicht an Apple und Samsung heran, aber es ist auch keine Schwäche (wie letztes Jahr) mehr. Außerdem gibt es nun endlich 4K mit 60 fps. Die Qualität dürfte den meisten ausreichen.

Huawei P40 Pro Kamera

Huawei hat den Fokus allerdings wieder auf die Fotos gelegt und da gibt es jetzt einen neuen Sensor mit 50 Megapixel. Dieser Sensor ist verdammt gut und macht extrem scharfe Bilder, selbst bei schlechten Lichtbedingungen ohne den Nachtmodus.

Der Sensor lässt nun so viel Licht rein, dass ich den Nachtmodus oftmals gar nicht erst genutzt habe, da mir die Bilder damit zu hell waren. Der Unterschied zum P30 Pro ist nicht gravierend (was für das P30 pro spricht), aber das P40 Pro hat wieder einen Sprung gemacht. Auch die Bilder mit 5-fachem Zoom sind sehr passabel.

Schade, dass es den 10-fach optischen Zoom nur im Huawei P40 Pro+ gibt, das wäre noch ein Alleinstellungsmal gewesen. Der 10-fache Hybrid-Zoom ist zwar auch gut, aber da bin ich noch auf das Plus-Modell im Sommer gespannt, welches die für mich optimale Kombination bietet: 3-facher und 10-facher Zoom.

Der 5-fache Zoom vom Huawei P40 Pro ist mir ehrlich gesagt oft etwas zu viel.

Huawei P40 Pro Kamera Header

Die Frontkamera macht sehr gute Bilder, das habe ich ja bereits erwähnt und auch die Ultraweit-Aufnahmen können überzeugen. Allerdings liefert der Hauptsensor ein so gutes Ergebnis, dass ich diesen deutlich lieber benutzen würde.

Bei Porträtfotos erkennt das Huawei P40 Pro die Umrisse dank ToF-Sensor sehr gut, aber ich habe im Test auch festgestellt, dass das Objekt im Fokus oftmals doch etwas unscharf wirkte. Da müsste Huawei mit einem Software-Update nachlegen.

Anmerkung: Es soll einen Day-One-Patch geben, aber ich weiß nicht, ob dieser diesen Punkt optimiert. Das hier wird aber sicher nicht der letzte Post zum Huawei P40 Pro.

Huawei P40 Pro Display

Was ich aber sagen kann: Huawei hat mal wieder eine der besten Kameras auf dem Markt verbaut und zeigt, dass Samsung mit doppelt so vielen Megapixel deswegen nicht bessere Bilder liefern kann. Ich finde den Sensor von Huawei klar besser.

Und obwohl man den Sprung bei der Kamera im Vergleich zum Huawei P30 Pro hier und da sieht, so muss ich auch sagen, dass er nicht gravierend ist. Das ist aber nicht negativ gemeint und zeigt nur, wie gut die Kamera vom letzten P-Modell noch ist.

Huawei P40 Pro: Die Akkulaufzeit

Das Huawei P40 Pro bietet eine hervorragende Akkulaufzeit. Die Konkurrenz hat mittlerweile größere Akkus in ihren Flaggschiffen verbaut, aber Huawei holt aus den 4200 mAh mehr als Samsung aus 5000 mAh heraus. Das P40 Pro ist mal wieder ein Dauerläufer, trotz den 90 Hz, die den Akku etwas schneller entleeren.

Huawei P40 Pro Akku

Beim schnellen Laden hat sich nichts getan, da gibt es wie 2019 die Option für bis zu 40 Watt, was mir aber locker ausreicht. Kabellos wird mit bis zu 27 Watt geladen, was mir ebenfalls ausreicht. Das Plus-Modell, welches im Juni kommt, bietet übrigens Qi mit bis zu 40 Watt und ist damit der aktuelle Spitzenreiter auf dem Markt.

Huawei hat dem P40 Pro natürlich wieder Reverse Charging spendiert, man kann also auch andere Qi-Modelle kabellos auf der Rückseite vom P40 Pro aufladen.

Huawei P40 Pro: Die Software

In den letzten Jahren bin ich nach und nach mit EMUI warm geworden und auch EMUI 10.1 ist wieder ein Schritt nach vorne. Ich würde zwar andere Oberflächen bevorzugen, aber hässlich finde ich EMUI nicht mehr. Außerdem stimmt die Performance, denn das Huawei P40 Pro ist sehr schnell, da gibt es nichts zu meckern.

Doch ist wisst, was nun kommt: Die Google-Dienste fehlen. Kein Google Play Store, keine YouTube-App, kein Google Pay, keine Banking-App in der AppGallery, kein Android Auto, alles fehlt. Apps kann man sich teilweise über andere Stores suchen oder APK-Dateien herunterladen, aber das ist ehrlich gesagt mühsam.

Huawei P40 Pro Apps

Ich habe versucht das beste herauszuholen, aber das reicht noch nicht. Man muss sich manche Apps nicht nur irgendwo im Netz suchen, man muss auch immer wieder nach Updates schauen und diese manuell installieren. Und gibt es mal einen Deal wie bei Monument Valley 2, dann hat man mit dem Huawei P40 Pro leider Pech.

Es gibt viele, die bereit sind diesen Weg zu gehen und auch kein Problem haben, die ein oder andere App dann eben illegal herunterzuladen, wenn man sie sich nicht in der AppGallery kaufen kann. Diese Nutzer wird das vielleicht nicht stören. Wer aber auf Google und Co. angewiesen ist, wird mit dem P40 Pro nicht glücklich.

Huawei P40 Pro Kante

Beim Mate 30 Pro störte mich das nicht so sehr, da mir das Gerät aufgrund des Displays nicht zusagte und das Mate Xs ist ein Smartphone für eine sehr kleine Zielgruppe. Beim P40 Pro ist es nun das erste Mal so, dass ich die aktuelle Situation schade finde. Mit Google-Apps wäre das ein hervorragendes Flaggschiff geworden.

Ich will hier gar nicht aufzählen, was mir alles fehlt, ein paar Beispiele wie Android Auto, Google Pay oder den Google Play Store habe ich ja bereits genannt. Doch da wird es in den kommenden Wochen sicher mal wieder einen eigene Beitrag zur aktuellen Situation geben, denn diese verändert sich ständig und Huawei macht Druck.

Doch der aktuelle Stand (von mir) lautet: Ohne Google-Apps kann ich das Huawei P40 Pro einem „normalen“ Nutzer kaum empfehlen (um mein Fazit zu spoilern).

Huawei P40 Pro: Sonstiges

  • Huawei hat dem P40 Pro nur einen Lautsprecher auf der unteren Seite spendiert. Dieser ist gut, aber ich hätte gerne einen zweiten Lautsprecher in der oberen Hälfte gesehen. Dieser muss nicht so gut wie der untere Lautsprecher sein, aber Oppo oder Samsung haben das trotz dünnem Rand auch hinbekommen.
  • Meine bevorzugte Methode zum Entsperren ist Face Unlock, aber der neue und optimierte Fingerabdrucksensor (optisch) ist ebenfalls schnell und durchaus zuverlässig. Schön, dass man beide Optionen anbietet.
  • Zu 5G kann ich euch leider weiterhin nicht viel sagen, da ich es nicht testen und nutzen kann. Das Huawei P40 Pro besitzt 5G und langfristig wird das sicher auch mal kommen, daher ist das natürlich ein Pluspunkt.
  • Die Qualität beim Telefonieren ist okay, aber das habe ich nur mal kurz für diesen Test ausprobiert (da es ja auch hier keine Hörmuschel gibt). Ich bin aber kein Vieltelefonierer, verlasst euch da lieber auf andere Testberichte.
  • Das Huawei P50 Pro unterstützt Wi-Fi 6, Bluetooth 5.1 und USB 3.1 (Typ C).
  • Es gibt die Option für zwei SIM-Karten, alternativ kann man eine SIM-Karte nutzen und den Speicher mit einer NM-Karte von Huawei (eigenes Format) erweitern. Außerdem unterstützt das Pro-Modell eine eSIM.

Huawei P40 Pro: Mein Fazit

Ich mache es im Fazit heute kurz: Das Huawei P40 Pro besitzt meiner Meinung nach mit die beste Hardware auf dem Markt. Es ist nicht größer geworden, es hat ein tolles Display, es hat eine hervorragende Kamera, weiterhin eine gute Akkulaufzeit und auch sonst fast alles, was man in einem Android-Flaggschiff erwartet.

Nun kommt das große Aber: Ohne Google-Apps könnte ich es nicht im Alltag nutzen. Wer darauf nicht verzichten kann, dem kann ich es bei einem Preis von 999 Euro nur ganz schwer empfehlen. Nur wer komplett auf Google-Apps und die Auswahl des Play Store verzichten kann, der kann hier ohne Bedenken zugreifen.

Huawei P40 Pro Front

Gäbe es die Probleme mit der US-Regierung nicht, das Huawei P40 Pro wäre vermutlich wieder eines der besten Android-Smartphones auf dem Markt. Aber die Software ist am Ende entscheidend und wer keine APKs zusammensuchen und auf Dinge wie mobiles Bezahlen über Google Pay verzichten will, der ist hier leider falsch.

Ich werde das Huawei P40 Pro nun nutzen, um mir die Entwicklung bei Huawei, den Huawei Mobile Services und der AppGallery anzuschauen. Im Februar gab es meinen ersten Test dazu und ich werde dann vermutlich im Mai erneut ein Fazit ziehen.

tl;dr Das Huawei P40 Pro mit Google-Diensten wäre eine ganz klare Kaufempfehlung, ohne sieht die Sache aber schon etwas anders aus, denn dafür ist es zu teuer. Andere Smartphones sind nicht viel schlechter (oder teilweise besser). Das P40 Pro wird es verdammt schwer haben, Huawei hätte 2020 über den Preis angreifen sollen.

Wertung des Autors

Oliver Schwuchow bewertet Huawei P40 Pro mit 3.0 von 5 Punkten.

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