Huawei Watch GT im Test: Mein Fazit in 10 Stichpunkten

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In den letzten Tagen konnte ich mir die Huawei Watch GT anschauen und es wird Zeit für ein Fazit. Ich habe mich wieder für Stichpunkte entschieden.

Da die erste und zweite Huawei Watch beliebt und erfolgreich waren, haben viele auf eine Huawei Watch 3 gewartet. Huawei betonte jedoch immer wieder, dass man nicht einfach nur ein neues Modell bringen will, damit es da ist, sondern es soll vor allem im Bereich Akkulaufzeit deutlich besser werden.

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Dann wurde der Snapdragon 3100 vorgestellt und viele haben spekuliert, dass nun auch eine Huawei Watch 3 mit diesem erscheinen wird. Doch Huawei hatte andere Pläne, in den letzten Monaten entwickelte man einen eigenen Chip und auch ein eigenes OS (Light OS). Das Ergebnis: Die Huawei Watch GT.

Weg von Qualcomm (Snapdragon) und weg von Google (Wear OS), dafür aber mit bis zu 2 Wochen Akkulaufzeit. Klingt erst mal spannend, doch ich habe mir die Frage gestellt: Wie viel Smartwatch steckt da noch drin?

Huawei Watch GT: Fazit als Video

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Huawei Watch GT: Die Stichpunkte

  • Das Design der Huawei Watch GT gefällt mir, sie sieht wie eine klassische Uhr am Handgelenk aus, könnte für meinen Geschmack aber minimal kleiner sein. Aber sie ist deutlich kompakter als eine Gear S2 von Samsung, die Gear-Modelle waren mir immer zu globig. Die Watch GT ist super verarbeitet und die beiden Knöpfe haben einen guten Druckpunkt.
  • Das Gewicht ist mit 46 Gramm angenehm am Handgelenk. Ich trage eine große Apple Watch (Series 2) aus Edelstahl, das Gewicht ist identisch.
  • Das mitgelieferte Gummiarmband wirkt etwas billig, es „wabbelt“ mir etwas zu sehr. Ich mag es, wenn die Gummiarmbänder etwas fester sind.
  • Das Display ist super, es gibt dank OLED gute Schwarzwerte und es ist hell genug. Die Auflösung ist hoch genug und auch die Blickwinkel und Farbdarstellung haben mir gefallen.
  • Die Performance lässt an einigen Stellen ehrlich gesagt etwas zu wünschen übrig, ich hatte hier und da doch mal einen kleinen Ruckler, oder musste länger warten, bis etwas gestartet ist. Zum Beispiel beim Wechsel der Watchfaces. Sowas spürt man bei einer Smartwatch, da man das Handgelenk dabei heben muss, doch noch mehr.

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  • Die Software ist absolut simpel aufgebaut. Es gibt keine Apps und im Grunde liegt der Fokus auf Fitness. Es ist eine Sportuhr, die Benachrichtigungen kann, so würde ich den aktuellen Stand beschreiben. Ich weiß nicht, welche Pläne Huawei für dieses eigene OS besitzt. Dementsprechend leicht ist die Bedienung, nach 5 Minuten probieren war ich drin.
  • Es gibt keine weiteren Zifferblätter, man muss die Auswahl (11 Stück) der Watch GT nutzen. Man kann diese auch nicht anpassen und ich muss gestehen, dass mir die Auswahl von Huawei nicht besonders gut gefallen hat.
  • Die Watch GT besitzt Bluetooth zum Verbinden mit einem iOS- oder Android-Gerät, allerdings kein WLAN. Man kann sie also nicht ohne eine Verbindung zum Smartphone nutzen, ein LTE-Modell gibt es auch nicht.
  • Wer mit der Watch GT gerne schwimmen gehen möchte, der kann das tun, denn sie ist wasserdicht. Es gibt bei sowas keine Garantie vom Hersteller, aber sie wird als Sportuhr für Schwimmer vermarktet.
  • Die Uhr wird über einen proprietären Anschluss geladen (zwei Dots auf der unteren Seite), was schade ist. Hätte Huawei hier Qi verbaut, man hätte die Watch GT bequem mit dem Mate 20 Pro aufladen können.

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Huawei Watch GT: Das Fazit

Aber Oliver, wo ist der Stichpunkt mit der Akkulaufzeit? Den wollte ich mir für das Fazit aufheben, denn das ist das entscheidende Extra der Watch GT. Ich habe sie am Anfang intensiv und dann weniger intensiv genutzt und musste sie nach einer Woche aufladen. Genutzt habe ich sie überwiegend mit dem iPhone, da ich sie parallel zur Apple Watch am anderen Handgelenk getragen habe.

Ja, ich bin mit zwei Uhren im Sport gewesen.

Was mir im Test aufgefallen ist: Gegen Ende ging es verdammt schnell runter. Ich hatte die ersten Tage 80+ Prozent und dann ging es Schlag auf Schlag runter. Ich vermute es hängt vor allem mit dem Sporttracking zusammen, denn das wurde von mir nach den ersten beiden Tagen täglich genutzt.

Nach genau 5 1/2 Tagen musste ich sie nun laden.

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Noch mehr Sporttracking hätte die Uhr vielleicht noch früher in die Knie gezwungen, ich weiß es nicht. Ich habe sie aber auch mit hoher Helligkeit genutzt. Zum Thema Akkulaufzeit lässt sich von mir vorab sagen: Sie ist gut, aber die zwei Wochen sind für mich reines Marketing.

Mit weniger Helligkeit und Sport kann man sicher auch mehr als eine Woche herauskitzeln. Aber da wir die Uhr für zwei Wochen zum Test bekommen haben, kann ich euch hier kein endgültiges Ergebnis zum Akku liefern.

Wem das ganz besonders wichtig ist (mir reichen 2-3 Tage bei einer Uhr), der sollte noch die Langzeittestberichte der Huawei Watch GT abwarten.

Huawei Watch Gt Test4

Doch ich für meinen Fall muss das auch gar nicht, denn das Fazit fällt mir sehr leicht. Es gibt bei der Huawei Watch GT keine Apps, ich kann meine Musik bei Spotify im Sport nicht steuern, ich kann auf eine WhatsApp-Nachricht nicht antworten, ich habe keinen Assistenten, mit dem ich via Spracheingabe auch mal das Licht im Haus steuern kann, ich habe kein Google Pay und am Ende habe ich hier nur eine Sportuhr genutzt, wie ich sie von Fitbit kenne.

Der aktuelle Stand der Software reicht mir definitiv nicht aus, um dieses Modell als Smartwatch einzuordnen. Was schade ist, denn die Hardware mit dem aktuellen Chip von Qualcomm und Wear OS wäre super gewesen.

Dann von mir aus mit nur 2 Tagen Laufzeit.

Aber ich will bei einer Uhr am Handgelenk doch lieber erst das Wort „smart“ als Akkulaufzeit sehen. Ja, bis zu 2 Wochen ist super, aber bringt mir nichts, wenn ich damit am Ende nichts machen kann. Da kann ich mir ehrlich gesagt einen Fitness-Tracker von Fitbit kaufen, die kosten 100 Euro und können dank Fitbit Pay sogar noch zum Bezahlen genutzt werden.

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Wer die Huawei Watch GT als reine Sportuhr nutzen will (da ist sie super) und wem Benachrichtigungen ausreichen, der bekommt hier eine gute Uhr. Es ist für mich eine Fitness-Watch mit Benachrichtigungen.

Aber die Huawei Watch GT ist in meinen Augen keine Smartwatch.

Schade, aber mir reicht der Umfang der Huawei Watch GT nicht aus. Laufzeit hin oder her, dafür wurden mir zu viele Funktionen gestrichen, die wir bisher von der Huawei Watch (2) gewohnt waren. Die Watch GT ist kein Nachfolger, sie ist eher ein Ableger für Sportler, die gerne Fitness-Tracker tragen.

Ich kann verstehen, dass man gerne unabhängig von Google und Qualcomm wäre, doch ohne ein paar grundlegende Apps und Funktionen kann ich nicht zu diesem Modell raten. Nicht für 200 Euro. Wen das alles nicht stört und wer nur eine Uhr (Hardware und Display sind ja super) haben und ein bisschen Sport aufzeichnen möchte: Schaut sie euch an. Wer aber eine vollwertige Smartwatch sucht, der sollte sich andere Modelle anschauen.

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Wertung des Autors
Oliver Schwuchow bewertet Huawei Watch GT mit 2.5 von 5 Punkten.

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