Klasse Mittelklasse: Sony Ericsson Xperia Neo im Test

Bereits vor einigen Tagen habe ich euch den ersten Eindruck zum Sony Xperia Neo vermittelt. Das Gerät ist jetzt seit zwei Wochen in meinen Händen, wobei eine Woche lang auch meine bessere Hälfte die Finger im Spiel hatte. Meine und ihre Eindrücke und Genaueres zum Gerät selbst erfahrt ihr nun in diesem Artikel. Step by Step beginnen wir mit Lieferumfang und Verpackung.

Ausgepackt und angeschaut

Das Xperia NEO erscheint in einem relativ soliden Karton, dessen Innenkonstruktion besser durchdacht ist als bei anderen Geräten. Alles hat seinen Platz und selbst wenn man das Zubehör nicht so sauber zusammenlegt, passt alles hinein. Das Zubehör besteht aus einem USB-Ladegerät mit separatem Micro-USB Kabel, durch welches ihr das Neo auch an den PC anschließen könnt sowie einer 8 GB Micro-SD Karte, einem In-Ear-Headset mit Fernbedienung und unterschiedlich großen Wechselmuscheln.

Der Klang des Headsets wirkt allerdings leicht blechern, ebenso wie die eingebauten Lautsprecher. Wer das Gerät zum Musikhören verwenden will, sollte ein qualitativ hochwertigeres Headset verwenden. Innerhalb des Lieferumfangs hat mir ein kleines Micro-HDMI zu HDMI Kabel gefehlt, um damit den Micro-HDMI-Port zu nutzen. Auch mit einer Hülle hat man bei SE geknausert, denn auch diese sucht man im Lieferumfang vergebens. Da man das Xperia Neo schon für 270 € bei Amazon bekommt, sind das aber Kleinigkeiten, bei denen man einfach Abstriche machen muss.

Promo-Video

Der Preis und die technischen Daten des Xperia Neo beschreiben einen typischen Mittelklasse-Androiden:

  • 3,7 Zoll LCD (Mobile Bravia Engine) mit 16,7 Mio. Farben
  • Auflösung 480 x 854 Pixel, kapazitiver Multi-Touch-Screen
  • Akku 1500 mAh
  • Prozessor 1 GHz Qualcomm MSM8255
  • Android 2.3.3
  • Abmessungen (HxBxT) 116 x 57 x 13 mm
  • Gewicht 126 g
  • UKW-Radio/ A-GPS/ Bluetooth 2.1/ Wlan b,g,n/ A2DP/ digitaler Kompass
  • DLNA/ HDMI-Anschluss/ RDS
  • interner Speicher 320 MB/ via Micro-SD bis zu 32 GB
  • Back-Kamera 8.1 MP (CMOS Sensor), 2,46x Smart Zoom/ LED-Blitz/Videoaufnahme 720p möglich
  • Front-Kamera 2 MP

Besonders zu erwähnen ist die Mobile Bravia Engine auf 3,7 Zoll. Diese Technik macht aus einem LCD ein helles und farbintensives Erlebnis sogar bei direkter Sonneneinstrahlung. Für diese Preisklasse besonders erwähnenswert, ist auch der Multi-Touch-Screen. Der 1 GHz-Prozessor reicht für das Gerät völlig aus, denn ich habe keine merkbaren Verzögerungen erlebt. Die Rückseitenkamera macht auch bei etwas schlechterem Licht wirklich gute Bilder.

Vergleiche mit einer iPhone- oder Nokia-Kamera braucht das Neo daher nicht scheuen. Bei Videoaufnahmen kann das NEO mit blitzsauberen 720p-Filmen glänzen. Lediglich der Autofokus ist beim Filmen etwas langsam.  Im Test hielt der Akku bei Maximalbelastung, d.h. permanentem Twittern, Zocken und nebenbei Musikhören ca. 7 Stunden. Bei geringer Nutzung verlängert sich die Laufzeit auf eineinhalb Tage. Das ist für mich völlig in Ordnung.

Testaufnahmen

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Das Design

Aufgrund seiner extremen Abrundungen, lag das Neo nicht besonders gut in meiner Hand. Auch die Platzierung der Kamera ist für mich unvorteilhaft, da ich permanent einen Finger auf der Linse hatte und diese verwischte. Die Schmutzempfindlichkeit war generell ein großes Thema bei diesem Smartphone, wegen der durchgehend glänzenden Oberfläche. Schnell sind überall auf dem Gerät Fingerabdrücke zu sehen und nach einem Microfasertuch sucht man im Lieferumfang vergebens.

Eine schmutzabweisende Beschichtung wie beim Nexus S wäre hier grandios gewesen. Etwas zu klein für meine Bärenpranken sind die Hardwaretasten „Zurück“, „Home“ und „Menü“. Ich rutsche beim Bedienen oft ab und treffe sie nicht richtig. Auch sehr gewöhnungsbedürftig ist der dedizierte Kamerahardwareknopf auf der rechten Seite des Gerätes. Dieser ist unglaublich weich, reagiert mit starker Verzögerung und löst auch sehr verzögert aus. Wenn man mit einem Finger aufs Display drückt, ist der Auslöser schneller als über den Knopf.

Hingegen kann sich die Sony Ericsson UI auf Android wirklich sehen lassen. Das ist die erste Custom-UI die mir annähernd gefällt. Ich bin zwar grundsätzlich gegen Custom-UIs aufgrund der hohen Anpassungsprobleme bei Android-Updates, aber solange sie so schick ist wie bei SE und nicht aussieht wie Touchwiz :P habe ich nichts dagegen. Nett gemacht ist das DLNA-Feature welches es ermöglicht, mit einer Playstation 3 zu interagieren und über diese, Inhalte vom Gerät auf den TV zu bringen.

Leistungsmäßig steht das Xperia Neo in etwa auf einer Höhe mit dem Nexus One. Das Betriebssystem läuft mit dem 1 GHz-Prozessor und den 512 MB Ram flüssig, auch bei 3D-Knallern wie Asphalt 5. Die Benchmarks des Neo können sich durchaus sehen lassen. Leider ist der interne Speicher für Apps eher klein. Nach der Installation der nötigsten Sachen wie Twitter-Client, ein paar Benchmarks und einem Game waren bei mir nur noch 120 MB interner Speicher übrig.

Das ist mir einfach zu wenig und hat mich auch beim Nexus One unter anderem dazu animiert, das Teil zu Rooten und Apps2SD zu implementieren. Das geht zwar unter Android auch ohne Root, aber noch nicht mit allen Apps und auch nicht mit der kompletten App. Schade drum, aber auch hier war wohl der Rotstift dran, um den Preis flach zu halten.

In den Fängen einer Frau

Wie ich eingangs schrieb, hatte auch meine bessere Hälfte das Gerät für eine Woche in ihren Händen. Auch ihren Eindruck gebe ich euch hier zusammengefasst wieder. Vor allem das Design hat es meiner Holden angetan. Das Device lag ihr wohl sehr gut in der Hand, denn weglegen wollte sie es kaum. Neben einigen Begeisterungsausrufen hörte ich auch immer wieder den Satz: „Ein geniales Frauenhandy“. Stimmt, denn das Neo gibt es in Rot und Blau. Der abgerundete Rücken des Geräts erleichtert der schmalen Frauenhand die einhändige Bedienung.

Ebenso begeistert war die Dame unseres Hauses vom scharfen, klaren und farbintensiven Display. Da sie bisher immer noch das HTC Wildfire ihr Eigen nennt, ist natürlich so ein 3,7 Zoll Mobile-Bravia-Display schon ein ganz anderes Kaliber. Gefallen fand neben der Qualität der Bilder, dem Look & Feel der UI auch der klare und solide Klang bei Telefongesprächen. Wahrscheinlich mailen die Damen der Schöpfung auch mehr als ich, denn entgegen meiner Erfahrung war die Softwaretastatur perfekt für meine Frau.

Schnelles Umschalten von Volltastatur zu „Phone-Pad“, also einer normalen Handytastatur sowie Treffsicherheit auf den Tasten waren dabei entscheidend für das positive Urteil. Punktabzüge gab es hingegen beim Klang der Lautsprecher und dem gelegentlich gestörten Aufbau von Internetseiten. Für 270 € aber durchaus eine Empfehlung für die Damenwelt. Dazu tragen Design, Gewicht und ein tolles Display maßgeblich bei.

Fazit

Egal was ihr vorhabt, ob Zocken, Filmen, Knipsen oder Musik hören. Das Xperia Neo ist ein Android-Mittelklasse-Allrounder. Die Features beherrscht es einwandfrei und für den Preis von 270 € ist das Gerät ein heißer Kauftipp für alle, die einfach ein neues Smartphone suchen und dafür nicht fünf, sondern nur eine Sparsau schlachten wollen. Ein kleines Highlight bietet die seitlich verbaute Status-LED direkt am Power-Button. Diese haben viele Androiden gar nicht mehr, wird aber von vielen Nutzern sehr geschätzt.

Schnelles Android mit guter Hardware. Was will man mehr? Für Modder und Root-Boys scheint auch dieses Gerät interessant, da man den Bootloader von Haus aus entsperren kann. Damit kann man dann Kernels flashen, Custom Roms ausprobieren oder eben einfach nur die Vorzüge des Rootens genießen. Wer allerdings gerne und viel mit Apps hantiert, dem dürfte irgendwann der geringe Speicher nicht mehr genügen. Alles in allem bin ich persönlich mit dem Gerät zufrieden und wäre es meines, würde ich mal schauen, was man mit Unlock, Root und Custom-Rom aus der Kiste noch rausholen kann.

Nun ist eure Meinung gefragt. Xperia Neo, geniales Gerät  für jedermann oder nur ein Frauenhandy?

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