Lieferando und KI-Bilder: Wenn das bestellte Essen nur noch Fantasie ist
Die Lieferplattform Lieferando macht mit KI-Essensbildern aus der Bestellung zunehmend ein Glücksspiel.
Wer heute Essen bestellt, möchte eigentlich nur wissen, was später auf dem Teller liegt. Dafür gibt es Speisekarten und Fotos. Dachte man zumindest. Immer häufiger scheinen allerdings nicht mehr echte Gerichte fotografiert zu werden, sondern künstliche Wunschvorstellungen aus dem KI-Generator. Das Ergebnis sieht appetitlich aus, hat mit dem tatsächlichen Essen aber womöglich herzlich wenig zu tun.
Natürlich muss das Essen deshalb nicht schlechter sein. Vielleicht schmecken die Pommes hervorragend und der Burger ist genauso lecker, wie er sein soll. Nur ist ein künstlich erzeugtes Bild eben kein Beweis dafür, dass das Gericht auch so aussieht. Es ist eine Illustration, die dem Kunden etwas suggeriert, das der Anbieter möglicherweise gar nicht liefern kann.
Lieferando und KI-Bilder: Wenn schöne Fotos das Vertrauen zerstören
Wie absurd das werden kann, zeigt ein aktueller Fall aus Großbritannien. Die Lieferplattform Just Eat musste einen Test mit KI-generierten Menübildern vorerst stoppen. Laut einem Bericht von The Independent hatte die Technik unter anderem Zutaten und Gerichte derart missverstanden, dass völlig unsinnige Darstellungen entstanden.
Überraschend ist daran vor allem, dass solche Bilder überhaupt den Weg in ein Bestellmenü finden. Ein Einzelfall ist das allerdings nicht. Inzwischen wird das Ganze auf Social Media schon fast zum Running Gag, auch hierzulande.
Dabei haben wir von künstlicher Optik längst genug. KI-Plakate, künstliche Werbefiguren, austauschbare Flyer und glattgebügelte Marketingkampagnen begegnen uns inzwischen überall. Muss jetzt auch noch unser Abendessen zur Fantasieproduktion werden? Irgendwann möchte man doch wieder etwas sehen, das tatsächlich existiert.
Das eigentlich Ärgerliche ist der Verlust an Vertrauen. Ein echtes, leicht verwackeltes Foto aus der Küche kann ehrlicher sein als das perfekte Hochglanzbild einer KI. Es zeigt vielleicht nicht die schönste Version des Gerichts, aber wenigstens eine mögliche Realität. Genau diese Verlässlichkeit brauchen Kunden beim Bestellen.

Lieferando und andere Plattformen sollten deshalb echte Fotos klar bevorzugen und KI-Bilder unübersehbar kennzeichnen. Noch besser wäre es, wenn künstliche Darstellungen nicht als Ersatz für fehlende Produktfotos herhalten dürften. Wer Essen verkauft, sollte zeigen, was er anbietet, und nicht, was ein Algorithmus daraus zaubern kann.
Wie seht ihr das? Sind KI-Bilder von Speisen für euch eine harmlose Verschönerung oder eine Irreführung beim Bestellen? Und seid ihr inzwischen tatsächlich froh, wenn ein Foto etwas amateurhaft aussieht, weil ihr dann wenigstens glaubt, dass es echt ist?
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Ich muss sagen, mir ist es auch schon störend aufgefallen, vor allem bei Restaurants beziehungsweise Lieferdiensten bei denen ich weiß, dass sie definitiv nicht die Qualität bieten, die das Bild verspricht. Unterm Strich hätte ich lieber ein simples, gerne auch amateurhaftes Foto, statt so einen Quatsch.