Kommentar: Microsoft steigt mit dem Surface in den Windows-Hardware-Markt ein

Es hatte sich im Vorfeld ja bereits angekündigt, aber ich hatte doch noch meine Restzweifel an einer Präsentation eines eigenen Tablets von Microsoft. Bisher hat sich das Unternehmen eigentlich immer aus diesem Bereich rausgehalten, zumindest, wenn es um Geräte ging, die mit Windows laufen (Xbox, Tastaturen, PC-Mäuse, Zune, etc. lassen wir in diesem Fall mal außen vor) und auf die Entwicklung der Software für seine Hardware-Partner konzentriert. Mit dem Surface ändert sich das allerdings. Das Gerät selbst finde ich nicht schlecht, aber für mich ist das aber eher eine Weiterentwicklung des Netbooks und nur bedingt als vollwertiges Tablet gedacht. Zumindest die Version mit Intel-Chipsatz. Ich möchte hier aber weniger auf die Hardware eingehen, bevor nicht alle Details, der offizielle Preis und ein Datum bekannt sind, macht das glaube ich noch nicht so viel Sinn. Hier würde ich mir ohne Hands-On auch kein Urteil erlauben.

Ich finde es aber wesentlich interessanter, dass Microsoft das Tablet tatsächlich selbst vermarkten möchte und sich dabei scheinbar ein komplettes Konzept inklusive einigen interessanten Extras wie dem Touch-Cover inklusive Tastatur ausgedacht hat. Sogar farblich traut man sich etwas und es wirkt auf den ersten Moment irgendwie nicht wie ein Produkt von Microsoft für mich. Diese Ankündigung zeigt sehr schön, in was für einem Wandel sich das Unternehmen befindet, der Smartphone-Markt ist ihnen davon gerannt und jetzt scheint es auch beim Tablet-Markt zu passieren. Da versucht man es doch einfach mal selbst. Das muss nicht unbedingt die schlechteste Strategie für ein Unternehmen wie Microsoft sein, allerdings sollte man dabei seine langjährigen Partner wie Samsung oder Sony nicht vergessen.

“Our PC partners knew in advance we were announcing something today in this space,” Ballmer said. So how did they feel about it? “No comment.”

Kein Kommentar sagt an dieser Stelle alles aus. Ich vermute mal bei Samsung wird man nicht gerade begeistert sein, dass Microsoft hier plötzlich ein eigenes Konzept auf den Markt bringen wird. Natürlich ist das nur gut für das eigene Ökosystem, aber plötzlich ist man als Software-Produzent (Microsoft) auch nicht mehr direkt vom Hardware-Produzent (Samsung) abhängig. Ich möchte an dieser Stelle auch mal wieder das alte Thema Nokia einwerfen, natürlich besteht zwischen beide eine intensive Partnerschaft und die Strategie der Finnen ist auch klar, bei der aktuellen Lage macht man es aber vielleicht nicht mehr lange auf dem Markt. Wieso sollte sich Microsoft also nicht auch diese Erfahrung mit ins Haus holen (kaufen) und seine Hardware (Smartphones und Tablets) in Zukunft in den Werken von Nokia produzieren lassen.

Möglich ist alles auf diesem Markt. Natürlich baut Microsoft das Tablet nicht selbst, aber man war selbst an der Planung beteiligt und wird es auch selbst vermarketen. Damit wird man erstmals zum Hardware-Anbieter im Einzelhandel und das ist denke ich doch ein sehr interessanter Schritt. Die Entwicklung werde ich in den nächsten Wochen und Monaten auf jeden Fall genau beobachten. Zum Tablet selbst: Ich bleibe kritisch, denn es wirkt nicht wie ein Tablet, sondern mehr die nächste Stufe eines Netbooks und vor allem die Pro-Version wird, und das ist meine persönliche Meinung, die sich natürlich auch noch ändern kann, auf dem Markt scheitern.

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