Motorola

Motorola Moto X Style Test

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Mein erstes Motorola, das M3288, war echt groß. Es hatte eine externe Antenne und ein monochromes Display mit 96×32 Pixeln. Große, aus einem gummierten Material bestehende Wähltasten hatte es, auf denen Buchstaben aufgedruckt waren. Wenn man sich dann die heutigen Geräte so ansieht und mal kurz darüber nachdenkt, wie lange das ganze eigentlich her ist, dann, sofern einem das wirklich bewusst wird, kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus. Seitdem hat sich bei Motorola natürlich einiges getan und viele verschiedene Modelle wurden für die breite Masse entwickelt, produziert und verkauft.

Für mich ist das Motorola Moto X Style eine konsequente Weiterentwicklung des Moto X und Motorola zeigt mit dem Gerät wieder mal, dass sie es in puncto Design immer noch ordentlich was auf dem Kasten haben!

Zu allererst für diejenigen, die Tabellen mit Specs mögen, hier die selbigen.

  • Displaygröße
    5.7” 2560 x 1440PixelDisplay (515 ppi)
    TFT LCD, geschützt durch Gorilla Glass 3
  • Android 5.1.1 (während es hier bei mir war)
  • Hardware
    1,8 GHz Qualcomm Snapdragon 808
    3 GB RAM, davon ~2,5GB nutzbar
    Interner Speicher 32 GB, 64 GB
    Erweiterbar durch microSD, bis zu128 GB
    Hauptkamera (hinten) 21 MPf/2.0,Autofokus, Dual-LED-Blitz,4K Video bei30 fps, Slowmotion-Video, HDR-Video
    Zweite Kamera (vorne) 5 MP,f/2.0, Weitwinkel-Linse,Blitz
    Akku 3000 mAh, fest Verbaut, Turbo Charging
    3.5 mm Kopfhöreranschluss
  • Konnektivität
    4G LTE (B1, 2, 3, 4, 5, 7, 8, 12, 17, 20, 25, 28, 40, 41)
    UMTS GSM/GPRS/EDGE: 850, 900, 1800, 1900
    UMTS/HSPA+: 800, 850, 900, 1700, 1900, 2100
    WLAN 802.11a/g/b/n/ac + MIMO
    Bluetooth 4.1 LE, NFC
    microUSB
    GPS / A-GPS
  • Abmessungen
    Höhe 153,9 mm
    Breite 76,2 mm
    Tiefe Etwa 1,1cm
    Gewicht 179 g
  • Farben
    Silber, Gold und Schwarz als Grundfarbe
    18 Farben, davon 4 Holz und 4 Leder für die Rückseite
    7 Farben für Akzente, wie den Leisten der Lautsprecher
  • Unterstützte Audioformate
    AAC, AAC+, Enhanced AAC+, AMR-NB, AMR-WB, MIDI, MP3, PCM/WAVE, FLAC, OGG/Vorbis
  • Unterstützte Videoformate
    H.263, H.264 AVC, MPEG-4 SP, VP8
  • Extras
    IR-Sensoren auf der Vorderseite
    Wasserdicht durch wasserabweisende Nano-Beschichtung

Hört sich ganz gut an, hier und da gab es für mich jedoch etwas auszusetzen. Wenn ihr fleißig weiterlest, werdet ihr sehen was.

Verarbeitung und Haptik

Wenn Motorola, selbst bei den weniger teuren Geräten, eines kann, dann ist es Qualität im Bereich Verarbeitung. Nimmt man sich die Zeit und sieht sich das Gerät mal genauer an, dann wird man viele Kleinigkeiten entdecken, die aber sehr viel Sinn machen und das Gerät zu dem machen, was es ist.

Nehmen wir uns die Front mal genauer vor. Man sieht wahrscheinlich zu allererst den Blitz der nicht komplett eben in das Display eingelassen ist, danach die Lautsprecher und dann erst den Bildschirm. Damit ist aber nicht das Glas an sich gemeint. Die auf den ersten Blick nur zur Zierde vorhandenen Leisten in den Lautsprechern stehen ein wenig heraus, sodass, wenn man das Gerät auf die Front legt, es nicht sofort auf dem Display liegt.

Sie sind zu den Enden hin rund und die Kanten sind angefräst, damit die Leisten kleiner wirken als sie eigentlich sind und sich besser dem Design des Gehäuses anpassen. Im Moto Maker kann man die Leisten, bestehend aus Aluminium, farblich auf seine Wünsche anpassen. Motorola nennt dieses Element einen „Akzent“.
Auf der rechten Seite des Moto X Style finden wir den Power-Knopf, sowie die Lautstärkewippe. Beide Tasten bestehen aus sehr fein ausgearbeitetem Aluminium. Der Power-Knopf hat quer verlaufende Rillen, die, wie ich finde, eine sehr intelligente Art und Weise sind, den Power-Knopf von der Lautstärkewippe optisch, wie auch haptisch, zu trennen.

Wenn ihr Kopfhörer tragt die keine Fernbedienung bieten und nur die Lautstärke verändern möchtet, dann werdet ihr diesen kleinen Aspekt am Gerät lieben. Die Tasten für die Lautstärke sind nicht getrennt voneinander im Gehäuse eingelassen, sondern sind eine große Taste und liegen „locker“ an.

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Wenn man mit dem Finger seitlich über die Tasten streicht, bewegen sie sich ein ganz klein wenig. Für mich sieht so ein ziemlich bis sehr guter Sitz der Tasten aus. Hatte ich die Druckpunkte erwähnt? Große Klasse! Man merkt genau wann man die Taste gedrückt hat und wann nicht. Durch einen leisen, recht dumpfen aber satten „klick“ bekommt ihr ein wunderbares Feedback direkt an den Finger. Das ist nicht für jedes Gerät dieser Preisklasse eine Selbstverständlichkeit.

Wenden wir unsere Aufmerksamkeit nun der Rückseite vom Moto X Style zu. Wer das Gerät auspackt wird sofort feststellen, dass die Rückseite nicht flach wie beim Samsung Galaxy S6 oder dem iPhone, sondern wie bei einem HTC One abgerundet ist. Aber gehen wir von oben nach Unten.

Im oberen Teil finden wir die Kopfhörerbuchse und den Schacht für die SIM-Karte und Micro-SD. Die Umsetzung des Schachts gefällt mir sehr, denn man legt auf der einen Seite die SIM-Karte auf den Schlitten und auf der anderen die Micro-SD. Der Schlitten ist so verarbeitet, dass die beiden Karten ein klein wenig an die Ränder gedrückt werden damit sie nicht einfach herausfallen können. Wenn wir ganz genau auf die Oberseite sehen fällt einem die recht markante Kante auf, die in einer leichten Kurve von der einen zur anderen Seite „gleitet“.

Genau die Augen aufgemacht fallen einem einige für das Design wichtige Aspekte auf: Balance und Ästhetik. Die Löcher des Schachts und der Kopfhörerbuchse liegen genau mittig auf der Kante an. Der Schacht wird genau in der Mitte geteilt. Durch die geschwungene Kante wirkt das Style ruhiger, trotzdem aber markant. So mag ich Design. Warum ich das so explizit erwähne? Darum.

HTC One A9 Beitragsbild4

Die Kamera auf der Rückseite steht nicht wie bei einigen anderen Kameraden aus dem Gehäuse heraus, sondern ist in ihm eingelassen. Sie ist so deutlich unempfindlicher für irgendwelche Gegenstände in der Hosentasche, wie auch dem freundlichen Kontakt mit dem Tisch. Direkt unter der Kamera befindet sich der, mit zwei verschiedenfarbigen LED ausgestattete, Blitz. Er ist leider nicht etwas ins Gehäuse eingelassen und dürfte so schnell ein paar Kratzer (wie bei mir bereits einer zu finden ist) abbekommen.

Die Kameralinse und die Abdeckung des LED-Blitzes bestehen aus Polycarbonat, welches aber nicht sehr empfindlich ist. Um die Kamera und den Blitz haben wir einen nach oben und unten hin abgerundeten „Balken“, welcher an der unteren Seite ein konkav eingelassenes Motorola Logo besitzt, was so geformt ist, dass sich der Finger sofort darin so wohl fühlt, dass man ihn am liebsten nicht mehr wegnehmen möchte. Die Kanten des Balkens sind schräg angefräst und er gewinnt so deutlich an Wertigkeit. Ebenfalls kann man für den „Balken“ im Punkt „Akzent“ des Moto Maker eine Farbe auswählen, die er sich dann mit der Lautsprecherleiste teilt.

Der Großteil der Rückseite wird jedoch durch die Abdeckung verbraucht. Motorola hat mir ein Style mit der gummierten Rückseite geschickt, die schräg von oben rechts nach unten links verlaufende Rillen besitzt. Alleine das die Rückseite gummiert ist, lässt bei mir die Skala für „wie geil ist das denn?!“ gleich auf Jackpot schnalzen. Dann kommt da noch die Riffelung und setzt dem ganzen noch eine Krone auf.

In all den Tagen in denen ich das Moto X Style in den Händen hielt hatte ich nie Angst, es könnte mir aus der Hand fallen. Kurz erwähnt sein sollten noch die beiden Micros, eines oben genau am Rand des gummierten Teils und das andere mittig im unteren Teil der Rückseite. Um die Rückseite fängt dann auch gleich der aus Alu bestehende Rahmen an, der mehrmals schräg angefräst für den Finger kaum merkbar kantig in die Rückseite übergeht.

Sieht man sich die Unterseite etwas genauer an, so findet man, wie auch auf der Oberseite, wieder zwei Aussparungen für die Antennen. Diesmal liegen sie aber deutlich näher beieinander und „kesseln“ so den Micro-USB Anschluss ein. Man findet dort auch die regulatorischen Symbole, deren Farbe einen kleinen Tick heller ist, als das Gehäuse. Wenn man in normalem Abstand auf das Gerät sieht, bemerkt man zuerst gar nicht, dass dort Symbole sind. Bei den anderen verfügbaren Farben kann das und wird auch anders aussehen. Als zweites Testgerät bekam ich das Style in Gold mit Blauer Rückseite. Hier sieht man die Logos und Schrift wieder sehr deutlich.

Etwas sehr wichtiges an einem Smartphone ist immer noch der Vibrationsmotor. Er muss stark, nicht zu laut und vor allem schnell sein. Der Vibrationsmotor beim Style ist stark, aber echt laut und fällt als lautlose Benachrichtigungsfunktion für mich unten durch. Stärke ist schön und gut, aber die Lautstärke sollte man nicht vernachlässigen. Niemand bringt eine Bazooka auf einem Schützenfest mit. Beim drücken der virtuellen Tasten auf dem Display versucht der Motor eine Art haptisches Feedback zu erzeugen. Für mich hört sich es so an, als wäre der Motor defekt, oder würde bald durch einen Defekt nicht mehr funktionieren. Über beide Testgeräte hinweg war das Verhalten identisch.

Lautsprecher

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Jedes Smartphone auf dem Markt, zumindest die mir bekannten, hat irgendwie einen Lautsprecher. Manchmal findet man ihn vorne, links oder rechts, manchmal auf der Unter- oder Rückseite. Motorola hat sich für gleich zwei Frontlautsprecher entschieden. Ich muss sagen, das mag nicht jeder, aber es gefällt mir. Wie etwas weiter oben schon erwähnt schaffen die in den Ausgängen liegenden Leisten einen Spalt zwischen dem Glas an der Vorderseite und etwaigen Oberflächen auf denen das Gerät liegt.

So kommt selbst wenn das Gerät auf der Front liegt, immer genug Sound aus den Lautsprechern um die Benachrichtigungen und eventuell ein wenig Musik zu hören. Die beiden kleinen Lautsprecher, muss ich echt mal zugeben, haben einen guten Wums. Von ganz leise bis ganz laut, da ist immer ein guter Sound zu erwarten. Selbst auf maximaler Lautstärke und fordernden Liedern konnte ich die beiden nicht aus der Fassung bringen und dabei ist die Lautstärke so hoch, dass man auch mal locker ein mittelgroßes Wohnzimmer damit beschallen könnte.

Was mir leider auffiel, sich aber nach Rücksprache mit Motorola als normal herausstellte, war, dass die Lautsprecher in stillen Räumen hörbar „knacken“ wenn das Gerät bei einer Benachrichtigung oder Interface-Ton ein Geräusch machen würde, man aber den Lautlos Modus eingeschaltet hat. Da gewöhnt man sich aber sicher schnell dran.

Display

Display

Seitdem ich ein iPhone 4 in meinen Händen hielt und diesen zur damaligen Zeit echt umwerfenden Bildschirm bestaunen konnte, bin ich deutlich pingeliger geworden was die Kalibrierung und Farbwiedergabe von Bildschirmen angeht, sei es bei großen Monitoren für PCs und Fernsehern, oder bei den Bildschirmen in Smartphones. Übersättigte Farben oder ein zu warm eingestellter Bildschirm sind für mich ein No-Go geworden (Sweetspot für mich liegt genau bei 6500K). Auflösungen sind auch schön und gut, man sollte damit aber nicht zu sehr übertreiben. Für meinen Geschmack sind mehr als 400 PPI einfach nur noch Marketing Geschwätz und höchstens für sehr große Displays zu gebrauchen.

Das Style bietet einem mit der Auflösung von 2560×1440 eine sehr hohe Auflösung für ein 5,7“ Gerät. Für mich zu hoch. 515,3PPI sind einfach viel zu viel des Guten. Gute Schriftauflösung hin oder her. Egal wie klein die Schrift dann auf dem Bildschirm sein kann, bis man sie nicht mehr lesen kann. Diese Auflösung ist eines der größten Kritikpunkte von mir am Gerät. Warum werdet ihr etwas weiter unten erfahren.

Ich weiß, dass jeder Bildschirm unterschiedlich ist und nie alle gleich kalibriert sind und die Farbtemperatur immer zu einem gewissen Punkt hin eine Geschmacksfrage ist, aber ich bin echt nicht glücklich mit der Farbtemperatur meines Modells. Hier bewegt sie sich um die 6000K. Leider habe ich kein Gerät hier, mit dem man die Farbtemperatur eines Monitors bestimmen kann, von daher ist dies ein Schätzwert und ihr solltet ihn auch wie einen behandeln. Als Richtwert habe ich meinen kalibrierten Monitor daheim benutzt.

Was mich am verwendeten Panel jedoch äußerst freut ist die niedrige Reaktionszeit (GTG) und der sehr schmale Rahmen. Wenn dann noch die Handballenerkennung fehlerfrei arbeitet, bemerkt man den Rahmen fast nicht mehr. Dazu tragen auch die abgerundeten Ecken vom Glas bei, die sich zwar noch fühlbar, aber nicht mehr sichtbar mit der Fassung vereint. Diese ist aus einem schwarz glänzenden Kunststoff gefertigt und reflektiert ziemlich exakt so stark die Umgebung, wie das Glas.

Verglichen mit einem iPhone 6 reflektiert das Glas beim Style bei ausgeschaltetem Display ein wenig stärker die Umgebung. An sich ist das nicht sehr schlimm, kann aber bei strahlendem Sonnenschein nervig sein. Man möchte ja, wenn man schon auf sein Gerät sieht, nicht die Umgebung sehen, sondern den vom Display dargestellten Inhalt.

Wisst ihr wobei das Display auch besonders gut ist? Blickwinkelstabilität. Egal in welchem Winkel auch immer ihr auf das Display seht, die Farben werden höchstens so gerade eben und damit nur beim genauen Hinsehen verfälscht. Ich musste auch ein wenig genauer hinsehen, damit ich da was sehen konnte.

OS & Features

Sind wir dann bei der Software des Motorola angelangt, so möchte ich in vornherein betonen, dass ich mich mehrere Tage mit dem Moto X Style in der Welt da draußen bewegt habe. Ich habe es auf dieselbe Art wie mein iPhone benutzt. Dazu zählt das schreiben und lesen von Mails, Konversation mit meiner Freundin und Eltern sowie Twitter. Fotos und Videos wurden auch zu genüge geschossen und natürlich wurde mit dem Gerät auch telefoniert.

Auf dem Style ist ab Werk Android 5.1.1 vorinstalliert und hat bis auf die Apps Connect, Hilfe, Migrate, Moto und einigen Anpassungen der Einstellungen keine weiteren sichtbaren Veränderungen an der Oberfläche vorgenommen. Was uns hier also erwartet ist eine beinahe pures Android Erlebnis. Aber auch mit so wenig Änderungen an Android hat es das System in sich. Von den verfügbaren 2,5GB RAM bleiben im Schnitt 800MB bis 1GB RAM für eure Anwendungen frei. Als Vergleich möchte ich mal mein Nexus 4 mit 2GB RAM aufzeigen, bei dem nach einem Neustart und deutlich mehr installierten Apps im Schnitt 200-400MB mehr frei sind.

Einige werden jetzt sagen, dass freier RAM schlechter RAM ist und da gebe ich ihm recht. Aber RAM sollte meines Erachtens so wenig wie möglich vom System benutzt werden, um für den Benutzer zur Verfügung zu stehen. Denn umso mehr Apps können im Hintergrund laufen gelassen werden und müssen, wenn ihr sie braucht, nicht komplett neu geladen werden. So kann man den Prozessor schonen und verbraucht so nicht nur weniger Akku, sondern das Gerät kann die App nicht nur schneller für euch bereitstellen und bleibt dabei auch noch kühler. Cool? Cool 😉

Motorola hat ein paar Erweiterungen eingebaut die für einige von euch Sinn machen dürften. Darunter fällt zum Beispiel „Cleveres Display“. Diese Funktion schaltet für euch nicht direkt sichtbar die Frontkamera ein und sucht in ihrem Sichtbereich nach einem Gesicht, welches aber vollständig für die Kamera sichtbar sein muss, damit das Ganze auch funktioniert.

Solange euer Gesicht erkannt wird, bleibt das Display hell und schaltet sich nicht ab. Seht ihr jedoch weg kann die Zeit für die Abschaltung über die Option „Energiesparmodus“ verkürzt werden. Zudem habt ihr die Möglichkeit den Farbmodus des Displays zu bestimmen. Hier stehen „normal“ und „Intesiv“ zur Auswahl.

Ich muss ehrlich sagen, dass „Intensiv“ nichts für mich ist, denn der Modus ist wohl eher ein „hier liebe AMOLED-Liebhaber, wir haben auch an euch gedacht“-Gimmick. Viel zu übersättigte Farben und ein zu hoher Kontrast verderben für mich das Bild. Immer bedenken, dass das meine persönliche Meinung zum Display ist. Ihr empfindet das ganze eventuell ganz anders und mögt übersättigte Farben.

Als weiteres Feature in der Liste können wir „Moto Infos“ festhalten. In diesem Modus wird bei eingehenden Benachrichtigungen das Display kurz eingeschaltet, der Hintergrund bleibt aber schwarz und zeigt nur die Benachrichtigung und ein paar zusätzliche Infos dazu an. Die Auflösung des Displays in diesem Modus ist zum Energiesparen auch deutlich niedriger als normalerweise. Ich tippe mal auf 720p. Berührt man einen der Benachrichtigungskreise, von denen auch mehr als 2 erscheinen können, kann man mit dieser Benachrichtigung, bei bestimmten Apps sogar den eigentlichen Text lesen, noch etwas interagieren. Entweder man öffnet die dazu gehörige App, oder entsperrt einfach das Gerät.

Möchte man einfach nur die Uhrzeit wissen, oder nach einer gewissen Zeit nochmal gucken ob man nicht doch eine Benachrichtigung erhalten hat, hält man einfach kurz die Hand über das Display und schon zeigt das Style einem den schwarzen Bildschirm. Leider musste ich feststellen, dass sich das Display in verschiedenen Situationen „einfach mal so“ einschaltet. Das passiert dann häufiger, sobald die Sonne und / oder Wind und / oder ein anderer sich bewegender Gegenstand im Spiel sind. Ganz genau konnte ich dieses Verhalten jedoch nie erzwingen. Die Idee ist aber sehr gut und ich hoffe wirklich, dass andere Hersteller sich hier eine riesige Scheibe abschneiden und wirklich nützliche Features in ihre Geräte integrieren.

Damit ich hier kein defektes Gerät vor mir liegen und euch einen vom Pferd erzähle, habe ich mal nachgefragt und erfahren, dass dieses die IR-Sensoren auf der Vorderseite für dieses Verhalten verantwortlich sind. Ich mag dieses stellenweise flackernde Display nicht und die Leute bei Motorola haben gut mitgedacht und einem die Möglichkeit zur Wahl zwischen verschiedenen Modis gelassen. Ich habe den Modus für die Benachrichtigungen auf den Standardmodus von Android gestellt. Hier leuchtet das Display für ein paar Sekunden auf, sobald eine Benachrichtigung eingeht.

Als weiteres Feature zähle ich hier mal „Highlight-Filme“ auf, denn hier hat sich Motorola echt mal was einfallen lassen, wie man die Videos die man mit dem Gerät dreht, auch ein klein wenig bearbeiten kann. Im Grunde bekommt man hier vereinfacht die Möglichkeit verschiedene Videos zusammenzulegen, mit Musik zu hinterlegen und Fotos hinzuzufügen, die Qualität beschränkt sich auf maximal 720p und ein 2:15 Minuten langes Video mit 1080p, gerendert auf 720p braucht etwa 3 Minuten bis zur Fertigstellung und bietet einem dann das Teilen des Videos an. 4K Videos kann die Software nicht verarbeiten.

Kamera

Ja, die Kamera und ihre App. Ein wenig Kopfzerbrechen haben sie mir schon bereitet. Vor allem die App UI ist stellenweise nicht unbedingt intuitiv und sorgt selbst bei einem erfahrenen Nutzer wie mir hin und wieder für Momente der Frustration und der großen Fragezeichen über dem Kopf. Zum Beispiel kann die Knipse mit 21MP Bilder aufnehmen wie auch direkt beworben, jedoch ist der Modus nicht voreingestellt und sämtliche Bilder werden in „nur“ 16MP geschossen.

Der Grund für die Entscheidung wird sein, dass ein Vollbild Sucher natürlich irgendwie schöner wirkt, als einer in 4:3 mit Trauerbalken an den Seiten, dass dem Benutzer da aber viel Auflösung flöten geht und, meiner Meinung nach, ihn dann auch ein wenig in die Irre führt, ist eine Nebensache. Warum man dann den 4:3 Modus mit 21MP dann auch noch „Standard“ nennt, er aber nicht der Standard ist, finde ich auch komisch.

Die Kamera UI an sich ist sehr schlicht gehalten, was aber schon eine Untertreibung höchster Güte darstellt, denn das einzige was ihr da seht sind zwei Knöpfe. Videoaufnahme und Kamerawechsel. Wo der Auslöser ist? Überall. Echt jetzt. In die Einstellungen der Kamera App gelangt ihr, in dem ihr vom linken Bildschirmrand nach rechts wischt. Hier öffnet sich ein Halbkreis mit ein paar Einstellungsmöglichkeiten.

Was man nicht sofort auf den ersten Blick sieht, sofern man nicht sofort und immer auf den Halbkreis starrt ist, dass man diesen drehen kann und sich hier noch ein paar weitere Einstellungsmöglichkeiten verstecken. Mit einem wisch von rechts nach links öffnet ihr die „geschossene Bilder“-Ansicht. Mit einem wisch von oben nach unten und umgekehrt könnt ihr digital zoomen.

Auch wenn es hier ein kleines Tutorial in der App beim ersten öffnen gibt, habe ich hin und wieder vergessen, wie man eigentlich Zoomt oder wie man einen bestimmten Bereich fokussiert. Dafür müsst ihr erst in die Einstellungen der App, dann auf den Knopf dafür drücken und dann könnt ihr auf einen bestimmten Bereich oder ein bestimmtes Objekt fokussieren. Die Möglichkeit zur Steuerung der Belichtung ist dort dann auch zu finden.

Das Kameramodul verfügt auch über einen OIS, welcher bei Fotos und Videos helfen soll, ein Bild und Video ohne Gewackel zu schießen. Was mir bei Fotos öfters mal nicht gelang, war bei Videos umso besser! Oh Leute, hätte mein iPhone 6 nur einen solch geilen OIS, würde ich es die nächsten Jahre behalten und nicht das 7er kaufen. So geil ist der. Selbst eine Fahrt mit einem Bus in Lüneburg über das Kopfsteinpflaster der Innenstadt und zusätzlichen Schwenks haben ihm nur ein müdes Lächeln entlocken können.

Leider hat die Kamera Wchwächen im Bereich der Farbtreue und vom Weißabgleich, so werden warme Farbbereiche sehr kühl dargestellt und der rötliche Fahrradstreifen auf Lüneburgs Gehwegen färbt den direkt benachbarten Gehweg leicht rötlich. Wobei die weißen Streifen auf der Straße die richtige Farbe haben. Das Versprechen von Motorola, die Kamera sei echt der Wahnsinn, konnten sie in meinen Augen so nicht einhalten.

Falls ihr euch fragt wo die Bilder geblieben sind, müsst ihr nicht länger suchen. Die sind hier. Die Bilder könnt ihr gerne so herunterladen.

Ich hatte ein 32GB-Modell bekommen und musste auch erstmal kurz staunen, dass da knapp 24GB übrig geblieben sind. Das sind mal eben 25% des angegebenen Speichers die da ins Nirvana verschwinden. Die 24GB habe ich ordentlich gefüllt mit allerhand Bildern und Videos. Besonders die 4K Funktion, die sich übrigens etwas weiter hinten auf dem Halbkreis der Kamera App versteckt, habe ich ausprobiert. Sehr warm wurde das Gerät nicht bei der Aufnahme, man merkte aber, dass es sich ordentlich abrackerte.

Kam dann mal etwas mehr auf das Gerät zu, wie mehrere Benachrichtigungen und gleich noch Mails usw, dann gab es einen sehr kurzen Schluckauf. So weit nicht tragisch. Was mir jedoch auffiel war, dass bis auf die sehr viel höhere Auflösung konnte ich kaum Vorzüge zu normalen 1080p Aufnahmen feststellen. Einzig der Speicherverbrauch der Videos hat sich deutlich erhöht. Von etwa 120MB pro Minute sind wir auf etwa 300MB pro Minute Filmmaterial geschnellt und ich frage mich wirklich, was mir 4K hier bringen soll.

4khinweise

Allgemein ist mir 4K für die breite Masse noch ein Rätsel. Nur sehr wenige Geräte unterstützen schon nativ 4K Elemente und wenn, dann sind die entweder sehr teuer, oder gehören in den Profibereich. Bei der Masse an Daten die da verbraucht werden, braucht man auch gleich wieder deutlich mehr Speicherplatz. Man sollte für sehr lange Videos eine SD-Karte mit ordentlich Platz und guten Schreibwerten einlegen.

Akkulaufzeit

Wie ich bereits weiter oben schrieb, habe ich das Style benutzt als wäre es mein Alltagsgerät und hat damit auch alle Apps installiert, die ich auch auf meinem iPhone habe. Apps die es nicht für Android gab wurden durch andere ersetzt.

Mein Tag sieht reproduzierbar einfach, aber für Smartphones schon recht stressig aus. Über Nacht wird das Gerät nicht geladen, sondern abends so vorgeladen, dass ich in den 45 Minuten morgens zum Vorbereiten und kurzem Powernap das Gerät, egal welches, an den Strom hänge und es genau 100% Ladung hat. Schont den Akku ungemein. Danach geht es ab ins Auto der Freundin, die mich jeden Morgen mit zum Bahnhof mitnimmt.

Nach kurzer Wartezeit geht es dann ab in den Zug ~25 Minuten zur Arbeit, wo ich dann in Lüneburg angekommen auch noch knappe 20 Minuten laufe. In der gesamten Zeit höre ich Musik oder Podcasts. Dabei lese ich meinen RSS-Feed durch, welcher morgens meist mit 120+ Meldungen gut gefüllt ist. Auf der Arbeit wird während der Pause dann nochmal der Feed durchgesehen der meist 30-60 Meldungen enthält.

Hier und da ein kurzes Video gesehen. Während ich arbeite kommen hier und da noch ein paar Nachrichten mit meiner Freundin dazu. Im groben kann man von 40-60 Minuten aktiver Nutzung ausgehen. Nach der Arbeit geht’s dann wieder nach Hause. Ich muss am Bahnhof aber immer noch etwa 40 Minuten auf den Zug warten und so kommen da noch einmal mit Laufen 60 Minuten hinzu, wieder mit Podcasts oder Musik auf den Ohren. Die Zugfahrt schlägt mit nochmal ~25 Minuten zu buche.

Alles in allem sind das etwa auf 3 Stunden und 10 Minuten aktive Nutzung. Hier sind wir dann ungefähr bei 17:00 angekommen und der Akkustand betrug dann meist nur noch um die 30%. Je nach Wetterlage, aufkommen von Menschen, Tageszeit und Gemütszustand von Android. Dabei war nur ein einziges Mailkonto auf dem Gerät eingerichtet und der RSS-Feed wurde nicht im Hintergrund synchronisiert. Spiele habe ich keine gespielt. Zum Glück muss ich sagen, denn sonst hätte ich echt meinen Akkupack mitnehmen müssen, damit ich über den Tag komme.

Batterie

Ich habe echt keine Ahnung, wie die Hersteller im Allgemeinen es hinbekommen, bei so dicken Akkus eine so schlechte Laufzeit auf den Teller zu zaubern. Ich hätte erwartet, dass mich das Gerät annähernd 2 volle Tage begleiten kann, vor allem, weil ich nichts für das Gerät sonderlich Anstrengendes angestellt habe.

Eines der Hauptgründe für den raschen Schwund des Akkus dürfte das Display sein, welches hier von Motorola verbaut wurde. Auf 5,7“ und 2560×1440 Bildpunkten bei 515 PPI ist es echt nicht wunderlich, dass das Display so stark am Akku saugt. Geht mal in euch. Hätten es nicht auch 386 PPI statt 515 getan? Bestimmt oder? Willkommen bei 1920×1080 Bildpunkten auf 5,7“. Ich bin nicht der einzige, der diese Auflösungen für schwachsinnig hält.

Dann kommt der Prozessor noch ins Spiel, der auch nicht gerade mit Sparsamkeit glänzt. Warum eigentlich so viele Kerne, die alle mit Strom versorgt werden müssen? Reichen da nicht maximal 4 Kerne? Ist der Snapdragon so schwach auf der Brust, dass er da 2+4 Kerne braucht um genug Leistung zu bringen, damit Android vernünftig läuft?! Eher weniger. Es gibt ja genug Geräte die auch mit „langsameren“ Prozessoren ordentlich was reißen. Einzig in den Genuss von 4K-Aufnahmen kommt man dann nicht.

Solltet ihr in den häufigen Genuss kommen, das Style zu laden, dann vergewissert euch bitte zwei Mal, dass ihr den USB Stecker auch wirklich richtig herum im Gerät stecken habt. Der passt auch falsch herum rein. Ich habe zwar nicht ausprobiert, ob man ihn ganz durchstecken kann, aber Vorsicht ist besser als Nachsicht!

Das Ladegeschwindigkeit ist echt Bombe. Ich würde mir wünschen, dass jedes Gerät so schnell geladen werden könnte. Die Frage ist nur, ob das auch so gut für den Akku ist. Der Gedanke dahinter ist einfach der, dass je schneller so ein Akku geladen wird, desto wärmer wird er und kann schlechter Energie aufnehmen und, was ich persönlich am schlimmsten finde ist, dass sich der Verscheiß auch noch erhöht. Nachlesen kann man das hier.

Leistung

Und da kommen wir auch schon gleich zum nächsten Thema, der Leistung. Damit möchte ich die allgemeine Leistung der CPU und GPU bewerten.

Wie ich ja weiter oben sagte, habe ich nicht mit dem Style gespielt, sondern es in meinem Umfeld produktiv benutzt. Um aber die Leistung besser beurteilen zu können, habe ich mir ein 2 Spiele heruntergeladen, die etwa vom „Stresslevel“ ganz gut zeigen, ob das Gerät irgendwelche Probleme mit Temperaturen oder vielen / schnellen Animationen etc hat. Die beiden Spiele sind Into the Dead, welches jedes mir bekanntes Gerät gut aufheizen konnte und Crossy Road bei dem man so oft und schnell sterben kann, dass man sein Gerät am liebsten gegen die Wand werfen möchte.

Beide Spiele hat das Style mit Bravour dargestellt, keine Lags oder Einbrüche der FPS, auch wenn es bei Into the Dead schon einigermaßen warm wurde und die Displayhelligkeit auf etwa 50% eingestellt war. Es ist nicht schwer ein Gerät kühler zu halten, wenn das Display dunkel ist denn es verbraucht weniger Energie und alle Energie die verbraucht wird, wandelt sich zu einem Großteil in Wärme um. Also bin ich nach draußen gegangen habe dort ein wenig gespielt. Das Display regelte fröhlich wie ein Spatz am Springbrunnen nach oben und dasselbe tat dann auch die Temperatur im oberen Drittel. Nicht so sehr, dass die Temperatur unangenehm wurde, aber bei 10°C Außentemperatur eignet sich das Style dann als stylischer Handwärmer (pun intended).

Teilweise sieht es im OS anders aus, was ich echt verwunderlich finde, sollten doch genug Kerne vorhanden, RAM genug frei und der verbaute Speicher schnell genug sein um alles vernünftig schnell und ohne Lags darzustellen. Bei leichten Apps wie SMS oder Mail trifft das auch noch zu, sollten jedoch größere Mengen Bilder oder komplexere Strukturen wie z.B. im Browser vorkommen, treten schon die ersten Ruckler auf. Sehr gut beobachten kann man das ganze Spiel in der Twitter App. Schnelles durchscrollen der Timeline ist hier schwerer möglich. Zur Sicherheit habe ich noch andere Apps ausprobiert und konnte dort dasselbe Verhalten feststellen.

Fazit zumMotorola X Style

Das Motorola X Style ist ein richtig schönes Gerät und außerordentlich gut verarbeitet und bietet bis auf ein paar Dinge kaum Raum zur Verbesserung. Für mich wären es aber genau diese Dinge gewesen die mich davon abgehalten hätten, dieses Gerät zu kaufen. Einerseits der für mich zu schwache Akku. Selbst wenn er „eigentlich“ gar nicht so schwach auf der Brust ist, reicht es für die verbaute Hardware einfach nicht.

Dann kommt die für mich enttäuschende Kamera, die Probleme bei der Farbtreue hat und auf maximaler Auflösung teilweise an Detail verliert und deutlich wackelanfälliger wird. Das Display, das natürlich schön anzusehen ist, aber in meinen Augen keinewirklichen Vorzüge zu einem FHD-Panel hat und das etas merkwürdige Verhalten der Moto Benachrichtigungen, die sich nicht immer nachvollziehen lassen. Der Frontblitz, bei dem niemals auch nur einmal darüber nachgedacht werden sollte ihn zu benutzen, solltet ihr danach noch etwas sehen müssen. 😉

Fasziniert haben mich die beiden Lautsprecher auf der Front. Einen solch brachial guten Klang habe ich bei einem Smartphone schon lange nicht mehr gehört. Leider schneiden sich hier die anderen Hersteller nicht eine große Scheibe ab und verbauen ebenfalls mal gute Lautsprecher in ihre Geräte. Die Haptik des Style sucht seinesgleichen und die kleinen Kniffe im Design werden einigen Käufern des Moto X Style den Tag um einiges angenehmer machen. Ich möchte da einfach mal die Leisten der Lautsprecher erwähnen sowie die Riffelung des Power-Knopfes.

Android fast „nackt“ auf dem Gerät ist eine wirkliche Bereicherung für dieses Smartphone. Es gibt nichts schlimmeres als ein gutes Gerät durch unnötig viele und vor allem Speicherhungrige Addons und Bloatware in die Knie zu zwingen. Also das genaue Gegenteil von dem, was Samsung bis zum S5 gemacht hat. Finge ich sehr gut und das ist mein allergrößter Pluspunkt, neben dem Design und der Verarbeitung. Das Style beziehungsweise der kleinere Bruder, das Play wird das nächste Gerät sein, welches ich meiner Verwandtschaft empfehlen kann, ohne danach entweder mit Support-Anfragen überhäuft oder dem „das konnte mein altes Samsung aber besser“-Sätzen angemeckert zu werden.

PS:Ich bin ja so einer, der mag die Hidden-Scenes am Ende der Marvel Filme ganz besonders gern. Und da ihr euch die Zeit genommen und alles gelesen habt, habe ich noch ein kleines Special für euch. @treimannch und ich haben einen Podcast für euch aufgenommen. Da sprechen wir über das Moto X Style und verschiedene BlackBerrys. Viel Spaß beim Hören und hinterlasst doch einen Kommentar.

Wertung des Autors

Gastblogger bewertet Motorola Moto X Style mit 4.1 von 5 Punkten.

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