Nanoleaf Remote: Fernbedienung für Nanoleaf Aurora ausprobiert

Nanoleaf Remote Header

Seit einigen Monaten habe ich die Möglichkeit, Nanoleaf Aurora im Alltag zu testen (zum Testbericht →). Dabei handelt es sich um smarte LED-Panels mit Smartphone-Steuerung und interessantem dreieckigen Formfaktor. Die Panels können nicht nur statisch und dynamisch Farben wiedergeben, sondern dank des optionalen Rhythm-Moduls auch auf Musik reagieren.

Nun brachte Nanoleaf ein neues Zubehör auf den Markt, welches bereits vor über einem Jahr angekündigt wurde. Es handelt sich dabei um eine Fernbedienung in Form eines Dodekaeders (zwölfseitiger „Würfel“). Diese kann sowohl die Nanoleaf Aurora-Panels fernsteuern, als auch andere Homekit-Geräte und selbst eine IFTTT-Einbindung ist möglich.

Nanoleaf Remote Ovp

Passend zur Aurora hat Nanoleaf uns nun auch die normalerweise 60 Euro teure Fernbedienung zugesandt. Ich konnte diese nun bereits gut zwei Wochen lang testen – alle Eindrücke gibt es nachfolgend.

Nanoleaf Remote Unboxing

Ähnlich wie bei dem Aurora-System verzichtet Nanoleaf bei der Verpackung auf unnötigen Schnickschnack. Bis auf eine Ausnahme zumindest, denn der grüne Nanoleaf-Sticker ist auch bei der Fernbedienung mit an Bord.

Nanoleaf Remote Lieferumfang

Ansonsten beschränkt sich der Umfang des Pappkartons auf das Nötigste und das ist auch richtig so:

  • Beide Hälften der Fernbedienung
  • Zwei AA-Batterien
  • Einen kleinen, mehrsprachigen Quick Start Guide

Die Nanoleaf Remote kommt also zweigeteilt daher. Dies ermöglicht es, die Batterien einzusetzen, was theoretisch nur einmal alle paar Jahre notwendig sein sollte.

Einrichtung der Nanoleaf Remote

Hardware

Sofern man sich der Systemvoraussetzungen bewusst ist, könnte die Ersteinrichtung der Nanoleaf-Fernbedienung viel einfacher nicht sein.

Nanoleaf Remote Anleitung

Diese sollen aber auch nicht unerwähnt werden – vor allem, da für Android-Nutzer das Rhythm-Modul (eigentlich zur Musiksteuerung gedacht) vorausgesetzt wird:

  • Systemvoraussetzungen Android:
    • Android 4.1 oder höher
    • Nanoleaf Aurora mit angeschlossenem Rhythm-Modul
  • Systemvoraussetzungen iOS:
    • iOS 9 oder höher
    • Nanoleaf Aurora
    • Nanoleaf Rhythm Modul (nur zur Helligkeitssteuerung)

Sind diese Kriterien erfüllt, kann es an den Zusammenbau und die Kopplung der Hardware gehen. Dieser besteht (Android) aus folgenden Schritten:

  1. Batterien einsetzen
  2. Zusammenstecken
  3. Länger auf den Knopf des Rhythm-Moduls drücken bis es leuchtet
  4. Remote in die Nähe des Moduls halten
  5. Nanoleaf Remote ist nun gekoppelt und einsatzbereit

Sofort darauf ist es – auch ohne weitere Einrichtung der Software – möglich, die Steuerung der Szenen vorzunehmen. Dazu wird die Fernbedienung einfach gedreht und auf eine der zwölf Flächen abgestellt.

Am besten merkt man sich schon einmal: Die aktive Szene bezieht sich immer auf die Nummer, welche nach oben zeigt. Möchte man die Szene mit Nummer eins aktivieren, zeigt die Zahl eins also nach oben, nicht die gegenüberliegende zwölf.

  1. Sofort einsatzbereit, Szenen lassen sich jetzt per Drehen umschalten
  2. Belegung der Szenen nun in der App möglich unter Menüounkt „Fernbedienung“
  3. Es zählt immer die ganz oben abgebildete Nummer

Nicht komplett überzeugt bin ich von der Verarbeitung der Nanoleaf Remote. Die Qualität des verwendeten Plastiks ist zwar ok, allerdings bleibt doch ein ordentlicher Spalt zwischen beiden Plastikhälften. Vor allem in der Dunkelheit fällt dies deutlich auf, da das Licht dann auch im Spalt austritt.

Nanoleaf Remote Spalt

Software

Natürlich möchte man es kaum bei der zufälligen Szenen-Verteilung auf der Remote belassen. Erst recht, wenn man mehr als nur zwölf Szenen auf Nanoleaf Aurora konfiguriert hat, ist die Voreinstellung wenig praktikabel.

Also geht es als Nächstes in den Menüpunkt „Fernbedienung“ der Nanoleaf-App. Dort werden alle zwölf Nummern einer Szene zugeordnet. Leider ist es nicht möglich, die Reihenfolge per Drag and Drop zu ändern.

Stattdessen muss jede Nummer einzeln angeklickt werden. Hat man dies getan, werden folgende Optionen für die Zuordnung einzelner Flächen angeboten:

  • Nanoleaf an: Stellt die letzte Szene wieder her
  • Nanoleaf aus: Schaltet Nanoleaf Aurora aus
  • Nicht zugewiesen: Löscht die Einstellungen der ausgewählten Panels
  • Farbe: Eine statische oder animierte Szene zuweisen
  • Rhythm: Eine Rhythm-Szene zuweisen, die passend zur Musik animiert wird

Wer mehrere Nanoleaf-Installationen besitzt, kann diese auch zusammen zuweisen und so mit einem Dreh der Remote gemeinsam steuern.

Nutzung & Eindrücke

In der Praxis machte das ziemlich ungewöhnliche Bedienkonzept der Nanoleaf Remote bei mir einen sehr guten Eindruck. Die Nanoleaf Panels können wortwörtlich im Handumdrehen umgeschaltet werden und zwölf verschiedene Konfigurationen sind meines Erachtens völlig ausreichend.

Anfangs dauert es natürlich einige Zeit, bis man sich die Zuordnung der einzelnen Szenen zu ihren Nummern eingeprägt hat. Aber selbst wenn das noch nicht der Fall ist, kann man sich z.B. dadurch behelfen, ähnliche Szenen nebeneinander anzuordnen.

Nanoleaf Remote Zusammenbau6

Ein besonderes Highlight ist die integrierte LED-Beleuchtung. Während die Nanoleaf Remote tagsüber in unscheinbarem weißen Gewand daher kommt, entfaltet sie in der Dunkelheit das volle Potential. Außerdem ist auch ein Vibrationsmotor für haptisches Feedback integriert.

Bei jedem Drehen springt die integrierte Beleuchtung an. Für jede der Fläche gibt es einen eigenen, knalligen Farbton, der zusätzlich zur Nummer die Identifizierung ermöglicht. Aber auch die angenehm großen Nummern bleiben durch das integrierte Licht weiterhin problemlos ablesbar.

In Textform klingt das alles recht langweilig. Daher lasse ich am besten die Bilder sprechen:

Zusätzlich zum Ablegen auf einer Fläche gibt es noch eine weitere Möglichkeit, Nanoleaf mittels der Remote zu steuern: Wird die Fernbedienung auf der Grundfläche rotiert (ohne sie anzuheben), steuert dies die Helligkeit der Panels. Auch das klappt reibungslos, setzt jedoch selbst unter iOS das Rhythm-Modul voraus.

Leider funktionieren die Aurora-Panels in Verbindung mit der Nanoleaf Remote bei mir noch nicht ganz einwandfrei. So kommt es ab und an vor, dass die untere Reihe der Panels „hängen bleibt“. Sie sind dann entweder ausgeschaltet oder zeigen noch die vorherige Farbe an obwohl anders gewünscht. Sobald die Fernbedienung ein paar mal gedreht wird, verschwindet der Fehler wieder – trotzdem recht nervig.

Ich stehe bezüglich des Fehlers in Kontakt mit Nanoleaf und werde schauen, was die neue Beta-Firmware bringt.

Nanoleaf Remote Bug

HomeKit und IFTTT

Mit der alleinigen Steuerung der Nanoleaf-Panels ist das volle Potential der Nanoleaf Remote noch längst nicht ausgeschöpft. So ist beispielsweise auch eine Einbindung in Apple HomeKit möglich. Mangels HomeKit-kompatibler Apple-Produkte konnte ich dies leider nicht testen.

Die HomeKit-Integration sollte es beispielsweise ermöglichen, eine Szene „Kaminfeuer“ zu erstellen, die dann sowohl über die Aurora-Light Panels, Hue-Lampen und LED-Leuchtstreifen für passende Atmosphäre sorgt. Die einzelnen Seiten der Nanoleaf-Remote werden dann als Buttons eingebunden.

Auch eine Einbindung in IFTTT für unbegrenzte Möglichkeiten der Automatisierung soll möglich sein. Noch scheint diese allerdings nicht implementiert, sodass ich sie nicht testen konnte.

Fazit zur Nanoleaf Remote

Nanoleaf Remot Groessenvergleich

Größenvergleich: Nanoleaf Remote und 1-Euro-Münze

Die Nanoleaf Remote ist insgesamt eine nette Ergänzung zu den Nanoleaf Aurora Light Panels und dürfte sich auch als Fernsteuerung für eine Apple-HomeKit-Umgebung gut eignen.

Die Steuerung der Panels funktioniert in den meisten Fällen einwandfrei und ungemein bequem. Statt das Smartphone in die Hand zu nehmen, die App zu öffnen und dort rumzuklicken genügt ein simples Drehen der Remote. Auch das Regeln der Helligkeit ist gut durchdacht und – wenn man es einmal verstanden hat – super praktisch.

Nanoleaf Aurora 09
Testbericht Nanoleaf Aurora mit Rhythm-Modul7. Januar 2018

Das Ein- und Ausschalten erledige ich weiterhin per Alexa. Beide Steuerungsmöglichkeiten ergänzen sich sehr gut und decken fast alle Einsatzszenarien ab.

Ganz makellos ist das Produkt aber nicht. Die Software-Probleme dürften sicher noch behoben werden, an der Hardware kann man aber nichts mehr rütteln. Somit muss man sich mit den unregelmäßigen Spaltmaßen wohl abfinden, die den ansonsten hochwertigen Eindruck empfindlich beeinträchtigen.

Wer bereits Light Panels besitzt, wird um den Kauf der passenden Fernbedienung aber schlecht herumkommen. Denn das Bedienkonzept gefällt sehr gut und bei der sowieso schon teuren Anschaffung fällt der heftige Preis von 60€ für eine Fernbedienung auch nicht mehr groß ins Gewicht.

Wer interessiert ist, kann die Nanoleaf Remote für 59,99€ entweder bei Amazon oder direkt auf Nanoleaf.me erwerben.

Wertung des Autors
Peer Linder bewertet Nanoleaf Remote mit 3.9 von 5 Punkten.

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