Nokia: „Made In Finland“ ist vorbei

Letzten Mittwoch ist das letzte Handy in Nokias Werken in Finnland produziert worden. Im September wird das letzte Werk in der Heimat schließen und somit auch irgendwie das Ende einer Ära einläuten. Ich weiß, dass viele in Deutschland bei Nokia und dem Standort-Thema erst mal kritisch aufblicken werden. Immerhin hatten wir mit Bochum ja auch schon ein unschönes Beispiel in der Vergangenheit und der Standort in Bonn ist ebenfalls von den aktuellen Sparmaßnahmen betroffen. Trotzdem wollen wir die Meldung hier nicht unerwähnt lassen. Insgesamt 780 Mitarbeiter werden ihren Job in Finnland verlieren. Nokia wird sich weiter auf den asiatischen Markt konzentrieren, da man dort auch näher bei den Partnern sei und das natürlich kostengünstiger bei der Produktion ist.

Die Zukunft von Nokia auf dem Mobilfunkmarkt ist weiterhin kritisch und angespannt, der Wechsel zu Windows Phone und die dadurch entstandenen Kosten führen zu Kürzungen im Unternehmen. Bis Ende nächsten Jahres möchte Nokia so 1,6 Milliarden Euro einsparen. Wirtschaftlich betrachtet ist es da nur logisch näher zu den Partnern zu gehen, die ihren Standort meistens im asiatischen Raum haben. Die Konkurrenz macht es nicht anders, trotzdem ist das Ende des finnischen Werks natürlich ein Rückschlag in der öffentlichen Wahrnehmung. Aber da muss Nokia jetzt durch, sie haben sich für den schwierigen Weg entschieden und zum Umdrehen ist es jetzt zu spät.

Die Finnen haben aber nicht nur mit den entstehenden Kosten ein Problem. Die Entscheidung gegen MeeGo und Windows Phone als einzige Option, die Kürzungen und Meldungen wie diese schaden dem öffentlichen Image des Konzerns. Nokia stand einst für innovative Mobiltelefone und hatte die nötigen Mittel und Ideen, um Situationen wie diese abzuwenden. Aber es wurden Fehlentscheidungen getroffen und jetzt muss man mit dem Ergebnis leben. Die Marke Nokia verkörpert nicht mehr das, für was sie mal stand und Windows Phone ist in den Köpfen der Menschen auch noch nicht als DAS neue Betriebssystem für Smartphones angekommen. Auch wenn das Unternehmen eine solche Situation vielleicht noch einige Monate mitmachen wird, die Marke Nokia wird weiterhin ihren Schaden nehmen.

Ich möchte hier aber nicht das Ende von Nokia prophezeien, nach der Entwicklung der letzten Jahre glaube ich jedoch immer mehr, dass Windows Phone 8 die letzte Hoffnung für das Unternehmen ist. Für das Weihnachtsgeschäft muss ein Kassenschlager her, ein innovatives Gerät, mit dem die Leute Nokia in Verbindung bringen. Nokia selbst ist natürlich zuversichtlich und glaubt weiterhin, dass sich die Leute im nächsten Frühjahr nicht mehr an die problematische Zeit erinnern können. Das wäre aus Sicht der Mitarbeiter wünschenswert, aber mehr positive Schlagzeilen im Hinblick auf die Marke würden eigentlich auch schon ausreichen.

via allthingsd quelle yle

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