Saphire Plus 3D-Drucker enttäuscht beim Zusammenbau

Saphire Plus Header 04

Kurz vor Weihnachten traf der neue 3D-Drucker Saphire Plus von Gearbest bei mir zu Hause ein. In der Theorie wollte ich den Drucker dann eben kurz noch am Wochenende bzw. Montag vor Weihnachten aufbauen. Das Vorhaben gestaltete sich dabei aber leider doch nicht so einfach.

Zuerst aber zum Lieferumfang

Der Saphire Plus ist typisch wieder im Tetris-Style und mit viel Schaumstoff zum Schutz verpackt. Da sollte im Transport nichts kaputtgehen und es machte auch nicht den Eindruck. Allerdings fehlten mir dann doch diverse Schrauben, um beispielsweise das Heatbed an der Führung befestigen zu können.

Keine Tüte und keine darin enthaltenen Schrauben im Lieferumfang. Wer so kleine Dinger nicht im heimischen Sortiment hat, muss dann wohl zum örtlichen Bauhaus fahren.

Im Lieferumfang befinden sich die üblichen Verdächtigen. Schrauben, Werkzeug, eine kleine Anleitung, ein Kartenleser mit einer MicroSD-Karte auf der auch das eine oder andere PDF, Video etc. sind. Man kann also direkt mit dem Zusammenbau loslegen.

Saphire Plus Paket Gross

Zuallererst muss gesagt werden, dass der Drucker einfach RIESIG ist. Beim Zusammenbau auf dem Tisch bleibt nicht mehr viel Platz über.

Die Schrauben und das ganze Kleinzeug sind in Tütchen verpackt, welche allesamt super beschriftet sind.

Saphire Plus Beschriftung

Da kann man eigentlich nicht viel falsch machen. Bedingt durch die Größe des Druckers im fertig zusammengebauten Zustand wird der Drucker aber fast komplett in Einzelteilen angeliefert und liegt nicht schon zumindest teilweise zusammengepackt im Karton.

Der Hersteller hat leider am Handbuch geschludert. Wir finden hier lediglich ein paar schlecht kopierte (teilweise fast schon hellgrau und kaum leserliche) Seiten auf denen auch noch wichtige Dinge einfach fehlen. Wer nicht schon den einen oder anderen Drucker zusammengebaut hat, könnte hier definitiv Probleme bekommen.

Was mir gefehlt hat:

  • Nirgends wird erklärt, dass das Stück Schaumstoff mit Alufolie darauf nicht einfach nur Verpackungsmaterial ist, sondern unter das Heatbed geklebt werden muss, damit die Wärme nicht so schnell flöten geht. Ich hätte es im Eifer des Gefechts beinahe selbst weggeworfen!
  • Auch der Teil, in welchem im Handbuch erklärt wird, wie die Riemen im Drucker verbaut werden müssen, ist einfach nicht vorhanden. Bei einem kleinen 3D-Drucker kein Problem. Allerdings funktioniert dieser Drucker hier schon etwas anders, da er ja deutlich größer ist und das Heatbed beim Druckvorgang von oben nach unten fährt und die Motoren deshalb sozusagen im Deckel verbaut sind. Da müssen ganze Bahnen an Riemen gezogen werden. Nicht unbedingt einfach, diese Bahnen zu erraten.

Auch die Kabel müssen quer über den ganzen Rahmen gezogen werden und sind nicht irgendwie schon vorverlegt oder haben wenigstens irgendwelche Führungen. Im Lieferumfang ist dann lediglich einer dieser Plastikschläuche enthalten, welche mit den Kabeln gefüllt werden sollen. Dazu noch ein paar kleine Kabelbinder. Die billigste, aber auch hässlichste Lösung.

Hardware

Ein paar Worte zu den Innereien möchte ich auch noch einfließen lassen. Der Saphire Plus hat im unteren Gehäuse das Netzteil und das Mainboard nebst Display bzw. Touchscreen verbaut. Von hier werden sämtliche Kabel dann nach oben gezogen.

Es sollen sehr leise Treiber verbaut worden sein. Im Lieferumfang befinden sich auch zwei kleine Kühlkörper. Leider wird nicht darauf eingegangen, worauf die geklebt werden sollen.

Die Kabel sind typisch nicht unbedingt Deutschland konform verbaut worden. Damit meine ich den teils mageren Kabelquerschnitt usw. Abgesehen davon schaut alles schick aus und in meinem Fall wackelte auch nichts und es war auch keines der Kabel beim Transport abgegangen. Der Powerschalter hat eine integrierte Sicherung – das gefällt.

Was mir allerdings nicht gefallen hat, war ein Kabelbruch im Kaltgerätestecker! Der Drucker ging mit dem Kabel gleich gar nicht erst an. So etwas sollte nicht vorkommen. Ein simpler Tausch des Kabels und der Drucker erwachte zum Leben.

Wenn ich schon gerade bei Kabeln bin – die Kabel zum Heatbed sind mit reichlich Heißkleber fixiert worden. Hier würde ich als einen er ersten Drucke eine Führung drucken, die verhindert, dass hier mal später durch die Bewegung des Heatbeds ein Kabelbruch entsteht.

Leider kam ich nicht so weit die Geräuschkulisse zu testen, denn mein Mainboard hatte wohl einen Defekt. Der Drucker erkennt einen der Endstops nicht, die verhindern sollen, dass er in einer Achse endlos weiterfahren möchte. Hin- und herstecken der Endstops etc. brachte mich dann zu dem Entschluss, dass es wohl leider am Mainboard liegt, denn derselbe Endstop an einem anderen Anschluss am Mainboard funktioniert prima, dafür der vorher funktionierende am anderen Anschluss nicht mehr.

Kurz drüber geschaut, konnte ich keine kalte Lötstelle ausmachen. Damit bin ich mit meinem Hobbylatein am Ende und habe mich mit Gearbest deswegen in Verbindung gesetzt.

Übrigens ebenfalls noch erwähnen möchte ich den Extruder. Dieser war in meinem Fall komplett falsch zusammengeschraubt. Er passte so überhaupt nicht ans Gehäuse. Nichts Wildes. Nur vier Schrauben lösen, den Motor und den Rest richtig herum einsetzen und alles wieder zusammengeschraubt – fertig. Aber auch das sollte nicht passieren.

Mein (bisheriges) Fazit

Also bei diesem Drucker müssen die Arbeiter von Sapphire schon einen denkbar schlechten Tag mit denkbar schlechten Materialien und noch schlechterer Qualitätskontrolle gehabt haben.

Allerdings muss ich auch sagen, dass mir so ein mangelhaftes Gerät in meinen geschätzten 5 Jahren als #Printfluencer noch nicht untergekommen ist. Das hat also nichts mit schlechter Qualität aus China bla bla zu tun. Aber dennoch bleibt als Fazit:

So kann ich den Sapphire Plus 3D-Drucker auf jeden Fall ganz klar NICHT empfehlen!

Wertung des Autors

Michael Meidl bewertet Sapphire Plus mit 1.0 von 5 Punkten.

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