Apple vs. Epic: Worum geht es?

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In den USA hat der Rechtsstreit zwischen Apple und Epic begonnen und nun wird ein Gericht entscheiden, wer als Gewinner vom Platz geht. Es wäre aber auch noch möglich, dass sich die beiden Unternehmen vorher einigen (was ich vermute).

Apple vs. Epic: Worum geht es?

Ab sofort werden also die Argumente vorgetragen, doch worum geht es eigentlich? Die Lage ist eigentlich sehr simpel: Epic wirft Apple vor, dass sie ein Monopolist sind und sich unfair verhalten. Auslöser für den Rechtsstreit war das Spiel Fortnite.

Epic möchte, dass man a) das Spiel auch außerhalb vom App Store installieren kann, oder b) die Spieler nach dem Download eine alternative Bezahlmöglichkeit bekommen. Warum? Weil Apple eine Gebühr von 30 Prozent erhebt, die Epic nicht bezahlen möchte. Im Falle von Fortnite wäre das nämlich auch sehr viel Geld.

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Apple möchte das Geschäftsmodell natürlich verteidigen, denn ein Blick auf die Quartalszahlen zeigt, dass der App Store eine Cashcow geworden ist. Es gibt über 1,5 Milliarden iOS-Geräte und dementsprechend viele Nutzer, die im App Store einkaufen. Und mit jedem Kauf verdient Apple eine Provision und gutes Geld.

Die Frage ist nun: Ist es mit dem Marktanteil von Apple noch fair, dass man dieses Geschäftsmodell fortführen darf? Und was unterscheidet ein iPhone von einer PlayStation? Dort gibt es auch eine Gebühr und Sony hat eine dominante Position.

Auf der anderen Seite gibt es eben auch macOS und jedes Argument, welches man für den geschlossenen App Store auf dem iPhone nennt, gilt nicht für macOS. Es stellt sich also die Frage, ob die Argumente wirklich überzeugend sind, denn bei macOS handelt es sich auch um eine sichere Plattform – das sieht auch Apple so.

Apple vs. Epic: Es geht um viel Geld

Kurz: Es geht um sehr viel Geld. Epic möchte mehr vom Umsatz haben, wenn die Spieler etwas in Fortnite (auf dem iPhone oder iPad) kaufen. Und Apple möchte den Anteil natürlich nicht abgeben, denn wenn Epic gewinnt, dann ist das nur der Anfang und weitere Anbieter werden mit Freude dem Beispiel von Epic folgen.

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Randnotiz: Apple bekommt mittlerweile viel Druck, denn in Europa wird das nun auch untersucht. Hier war der Auslöser eine Beschwerde von Spotify und die EU stimmte dem Musikdienst zu. Der Rechtsstreit zwischen Apple und Epic könnte auch diesen Verlauf (und es gibt noch weitere Baustellen) beeinflussen.

Einer der größten Kritikpunkte: Es ist okay, dass Apple ein geschlossenes System hat, denn das erhöht die Sicherheit und es sorgt auch dafür, dass die Apps und Spiele mehr Umsatz machen. Ein offenes System (wie Android) sorgt nämlich dafür, dass man sich illegale Kopien der Apps kinderleicht installieren kann.

Allerdings dürfen die Entwickler auch nicht mit alternativen Bezahlmethoden werden und da greift das Argument mit der Sicherheit eben nicht mehr. Da kann Apple nämlich vorher prüfen, ob das sicher ist und könnte es dann zulassen.

Apple vs. Epic: Es ist kompliziert

Ihr seht schon: Es gibt keine Seite, die richtig liegt. Die optimale Lösung liegt am Ende sicher irgendwo in der Mitte. Doch für Apple geht es um viel, sehr viel sogar. Für Epic ist iOS nur eine Plattform, aber auch nicht die größte. Bei Apple sind die 30 Prozent vom Umsatz im App Store aber der Bärenanteil der Service-Sparte.

Sollte Apple diesen verlieren, dann würde der Umsatz und vor allem der Gewinn einbrechen. Die Gewinnmarge im App Store soll nämlich bei über 70 Prozent liegen. Was bedeutet: Apple muss nicht viel investieren, um den App Store am Laufen zu halten und kann fast den kompletten Umsatz als Gewinn verbuchen.

Apple App Store Iphone Header

Das wird mit Sicherheit ein spannender Rechtsstreit, der viele interessante Details hervorbringen wird. So haben wir schon jetzt erfahren, welche Skins bei Fortnite geplant sind und dass man 9 Milliarden Dollar Umsatz mit der iOS-Version in den ersten zwei Jahren gemacht hat. Und das war gestern auch nur der Anfang.

Ich bin gespannt, wie sich das entwickelt und wir werden das Geschehen hier verfolgen (aber nicht über jedes kleine Detail berichten). Ich rechne am Ende mit einer Einigung der beiden Unternehmen, doch die Entwicklung vor Gericht wird zeigen, wie diese ausfällt. Für Epic geht es um viel, für Apple geht es aber um mehr.

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