Apple wirbt weiterhin massiv gegen „Sideloading“ von Apps

Apple App Store Iphone Header

Die Stores von Apple und Google stehen unter Druck und die beiden Unternehmen müssen global an vielen Fronten kämpfen. Alternative Bezahlmethoden und andere Dinge stehen an und für Apple vielleicht ein sehr kritischer Schritt: Ein offenes iOS.

Apple warnt öffentlich vor „Sideloading“

Bedeutet: Es gibt die Forderung, dass iOS genauso offen wie Android sein sollte. Das würde bedeuten, dass man Apps auch außerhalb des App Stores installieren könnte. Sowas nennt sich „Sideloading“ und genau davor hat Apple große Angst.

Tim Cook hat schon im Sommer gegen diesen Schritt geworben und diese Woche hat Craig Federighi das sogar als „den besten Freund von Kriminellen“ genannt. Es scheint fast so, als ob Apple wirklich befürchtet, dass dieser Schritt bald ansteht.

Apple Craig Sideloading

Apple argumentiert mit der Sicherheit der Plattform, die gefährdet wäre, wenn man sie öffnen müsste. Allerdings verschweigt Apple hier immer wieder, dass man mit macOS bereits selbst eine offene und auch sehr sichere Plattform anbietet.

Worum geht es Apple wirklich?

Es ist ein Argument, welches nur ein Teil der Wahrheit ist. Der andere, und sicher auch entscheidende Part: Apple würde damit sehr viel Umsatz verlieren. Und wenn ich über viel rede, dann meine ich damit mehrere Milliarden Dollar pro Jahr.

Android ist beispielsweise die weltweit dominante Plattform und liegt weit vor iOS, diverse Schätzungen zeigen aber immer wieder, dass der App Store von Apple am Ende dennoch lukrativer, als der Play Store von Google ist. Und das liegt daran, dass man sich kostenpflichtige Apps bei Android sehr leicht so besorgen kann.

Apple App Store Icon Header

Es ist kein leichtes Thema, denn ich stimme Apple da in gewisser Hinsicht zu. Wäre man zu diesem Schritt gezwungen, dann könnte das die Qualität von iOS durchaus stark beeinflussen. Entwickler würden dann nämlich, wie auch Apple, weniger mit Apps verdienen. Aktuell ist das „Sideloading“ nämlich nur via Jailbreak möglich.

Und da Apple einen geringeren Marktanteil als Android hat, könnte das dann sogar noch bedeuten, dass Android die lukrativere und attraktivere Plattform wird. Kurz gesagt: Es geht um sehr viel Geld und eine der größten und wichtigsten Quellen beim Gewinn von Apple. Da kämpft man logischerweise mit allen Mitteln dagegen an.

PS: Die Rede von Craig Federighi könnt ihr euch im folgenden Video anschauen, sie beginnt ab Stunde 7:30. Ich finde es immer wieder interessant ihm zuzuhören.


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Bitte bleibe freundlich.

  1. Christian

    iOS soll nicht so offen sein wie Android. Oder wo siehst du die Forderungen alternative Launcher nutzen zu können, alles mögliche anpassen können, ein wirklich offenes Dateisystem mit Datenaustausch zb. per Bluetooth oder eine frei verfügbare NFC Schnittstelle etc?

    Es geht einzig alleine darum Apps aus alternativen Quellen zuzulassen. Und da triffst du den Nagel auf den Kopf. Apple hat fett schiss davor, den der AppStore generiert mächtig viel Kohle.

    auch ist dein Argument für die Tonne, dass bei Google überwiegend Raubkopiert wird. Es gibt a) eine größere Auswahl an kostenlosen (durch Werbung/Daten) finanzierte Apps und b) ist der iOS einfach bereitwilliger die Geldbörse zu öffnen.

    Also erzähl hier bitte eine Märchen. Es geht rein ums Geschäft und um die harte Währung Geld!
    Ich würde sogar soweit gehen zu behaupten, dass die Masse sich nicht dafür interessiert und es nicht nutzen würde. Das Sideloading.

    1. Tom

      "Es gibt a) eine größere Auswahl an kostenlosen (durch Werbung/Daten) finanzierte Apps"

      Aber da fängt es doch an, Werbung ist ja noch okey aber woher weiß ich ob meine Daten nicht irgendwo auf einem China-Server oder sonst wo landen?! Da zahle ich doch lieber 1,49€ Und dafür habe ich kaum Werbung und meine Daten fliegen nicht quer durchs Netz

  2. Arjoma

    Ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass es sehr kompliziert ist, das Sideloading kostenpflichtiger Apps zu unterbinden.

    Apple müsste nur App-Entwicklern eine Funktion bieten, zu sagen "Meine App soll unter keinen Umständen per Sideloading installiert werden können".

    Und wenn es dann jemand doch tut, gibt es eine Abfrage an den APP Store, ob die App dort gekauft wurde – falls nicht, gibt es eine Meldung und die App schließt sich sofort oder wird deinstalliert…

    Ich meine, so eine Prüfung gibt es bei manchen Android-Apps auch.

    1. Markus Meyer

      Mit einen einfachen Zertifikat kann man solche Abfragen ob die App in Appstore gekauft ist locker umgehen, was glaubst du wie das mit den Jailbreak Apps abläuft.

      Ganz klar, iOS soll weiterhin geschlossen bleiben, alleine schon um mehr Sicherheit zu haben…

  3. Krüger

    Der einzige Grund, wieso Apple das für unsicher hält, ist, dass sie weniger Geld verdienen, da Apps aus alternativen Quellen (evtl. auch unabhängigen Appstores) günstiger angeboten werden könnten. Apple geht es nicht um die Sicherheit der Nutzer, sondern einzig und alleine darum, diese möglichst auszuquetschen.

    Ich persönlich habe mich jahrelang über diese Praxis geärgert und mich über die horrenden Preise der Geräte, die in keinem Leistungsverhältnis stehen, genervt. Heute finde ich es gut. Und zwar einfach deshalb, weil es bei Android eine günstige Alternative gibt, die mindestens genauso gut, wenn nicht sogar besser funktioniert. Habe es gerade erst wieder erlebt, als ich ein iOS-Handy auf Android migrieren wollte. Da sind so viele Hürden drin und man kann nicht mal eben einfach den Kalender exportieren und wieder importieren. Apple will einen User nunmal im Oekosystem halten und tut alles, um ein Abrutschen zu verhindern. Kundenfreundlich? Nein.

    Das Sideloading von Apps zuzulassen, wäre der einzig sinnvolle Schritt. Deswegen ist ein Handy nach wie vor nicht unsicher. Klar, wenn man verseuchte Apps aus dubiosen Quellen installiert, ist das ein Problem. Aber wie ist das unter Android gelöst? Genau! Mit einem Scanner, der die Apps im Zuge der Installation auf Viren und Malware prüft und, wenn vorhanden, löscht. Apple könnte genauso handeln und das System sicherer machen. Wollen sie aber nicht. Aber nochmals: es geht einzig und alleine ums Geld.

    Wenn Apple die Sicherheit der Nutzer so wichtig wäre, wieso sind dann alle Daten in der iCloud für Apple unverschlüsselt einsehbar? Sicherheit auf dem Gerät gross propagiere, alternative Möglichkeiten für Backups und Co. ausschliessen, aber dann unverschlüsselt auf dem Server die Daten stehen haben, um diese jederzeit einsehen zu können?

    Selber schuld, wer Apple-Geräte nutzt.

  4. Ingo

    Wenn die Leute ihr offenes System haben wollen, gibt es denn noch nicht genug Anbieter und Apps bei Android? Warum kann Apple denn nicht als Alternative am Markt angeboten werden. Scheinbar stören sich die Lobbyisten von Google an Apples Umsatz und Facebook ist sowieso nicht gut auf Apple zu sprechen. Also macht einfach ein X-beliebiges, Android-ähnliches Betriebssystem von iOs und die Kunden werden irgendwann dann direkt zu einem günstigen Anbieter von Android wechseln.

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