Meinung: Kaufprämie für Autos ist ein Fehler

Mercedes Benz Amg

Es deutet sich an, dass es nun doch eine Kaufprämie für Autos geben wird. Aber mal abgesehen, dass es falsch wäre, einen Bereich in einer Krise besonders zu fördern, von der alle betroffen sind, stören mich persönlich die Bedingungen.

Kaufprämie: Veraltete Technik fördern

Wie man beim Spiegel berichtet, könnte die Grenze für die Förderung bei 140 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer liegen. Das wäre maximal 2012 ein passabler Wert bei Autos gewesen und liegt über dem Grenzwert der EU (95 Gramm).

Doch die Autobranche pocht auf diesen Grenzwert, denn dann würden auch Modelle wie die E-Klasse oder ein 5er BMW gefördert werden. 2,5 Milliarden Euro sollen dafür wohl bis Ende des Jahres in den Topf geworfen werden.

Ganz ehrlich: Wer sich ein Auto wie eine E-Klasse kauft, der benötigt derzeit keine Förderung und mit solchen alten Standards bei Autos macht die Bundesregierung das Erreichen der Klimaziele in diesem Sektor nur noch schwerer.

Kaufprämie: Das Loch wird nur verschoben

Es wäre ein Unding, wenn man solche Autos mit 4000 Euro fördert. Außerdem hat die Vergangenheit gezeigt, dass man das Loch bei der Nachfrage damit nur um ein paar Monate verschiebt, denn mit so einer Förderung kaufen die Menschen nicht mehr Autos, sie kaufen sich ihr Auto einfach nur etwas früher.

Doch was bringt es der Wirtschaft und dem Klimawandel, wenn wir 2020 für eine kurze Zeit die veraltete Technologie fördern? Meiner Meinung nach, und ihr dürft das gerne anders sehen, gar nichts. Im Gegenteil, man investiert damit eine hohe Summe in einen Bereich, der nicht gefördert werden müsste.

Wie wäre es, wenn man die 2,5 Milliarden Euro in den Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektroautos steckt? Oder den öffentlichen Nahverkehr? Mir ist durchaus klar, dass die Autobranche extrem wichtig für die Wirtschaft in Deutschland ist, aber damit stärkt man sie nicht, man fördert den Bereich, der veraltet ist.

Kaufprämie: Autogipfel am 2. Juni

Aktuell gibt es noch Widerstand von der SPD (Umweltministerin Svenja Schulze und Finanzminister Olaf Scholz sind dagegen), aber die Vergangenheit hat leider auch gezeigt, dass diese vermutlich demnächst einknicken wird.

Ich habe wirklich gehofft, dass die Corona-Krise auch eine Chance sein kann, um die Investitionen zum Ankurbeln der Wirtschaft (die es meiner Meinung nach geben muss) in sinnvollere Bereiche gesteckt werden. Ich hätte so eine Summe in die Zukunft und nicht in die Vergangenheit der Branche investiert.

Am 2. Juni findet ein Autogipfel mit Kanzlerin Angela Merkel und der Autoindustrie statt, dort soll der Durchbruch für diese Kaufprämie erzielt werden. Sollte man das so durchwinken, dann will ich danach aber weder Volkswagen, Mercedes-Benz, noch jemanden von der Politik sehen, der mit Klimaschutz wirbt.

Wer 70.000 Euro teure Autos mit 100+ Gramm Kohlendioxid pro Kilometer fördert und das mit Steuergeldern finanziert, um einer veralteten Branche kurzfristig unter die Arme zu greifen, der hat das Ziel meiner Meinung nach nicht verstanden.

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