BMW hätte gerne ein gemeinsames OS für alle Autohersteller

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Der Wandel der Autobranche umfasst nicht nur die Elektromobilität, mittlerweile ist auch die Digitalisierung voll angekommen. Und die bringt einen Trend mit: Große Hersteller wie Volkswagen oder Mercedes-Benz gehen den Weg von Tesla.

Das bedeutet, dass man alles selbst entwickeln möchte. Heißt: VW.OS und MB.OS werden irgendwann alle Funktionen im Auto und das Infotainmentsystem steuern. Das sei laut BMW aber keine gute Idee für den Standort in Deutschland.

BMW will ein gemeinsames OS

Im Rahmen der IAA hat Frank Weber von BMW nun im Gespräch mit der SZ für ein bisschen Gesprächsstoff für die Messe gesorgt. Bei BMW hält man genau diesen Weg für eine Sackgasse, denn es benötigt auch noch Branchenstandards.

Achtung, es ist ein Fehler, wenn jeder ein eigenes Betriebssystem entwickelt, das ist eine Sackgasse! Damit gefährden wir die bewährten Lieferantennetzwerke in Deutschland, Europa und darüber hinaus.

Fallen diese Weg, weil jeder alles komplett selbst macht, dann wird das auch für Partner wie Bosch komplexer. Das heißt nicht, dass man alles gemeinsam machen muss, aber BMW würde gerne ein gemeinsames Basis-OS mit allen entwickeln.

Die Frage ist, ob dieser Vorschlag nicht etwas zu spät kommt. Die Hersteller haben sich schon festgelegt und auch Hersteller wie Volvo gehen diesen Weg – wobei man hier, wie auch Ford und Co., im Auto selbst auf Android Automotive setzt.

Der Android-Ansatz im Auto

Grundsätzlich ist die Idee von BMW nicht schlecht, es wäre quasi der Android-Weg. Eine Basis für alle und jeder kann das OS selbst anpassen. Entwickler haben dann nur eine Plattform und am Ende profitiert jeder Hersteller von den Vorteilen.

Doch das wollen Volkswagen und Co. nicht unbedingt, sie wollen nämlich entweder das neue Google sein und diese Basis selbst liefern. Oder man geht den Weg von Tesla und Apple, die Hardware und Software selbst entwickeln und optimieren.

Vw Id3 Innenraum

Das Problem, und da stimme ich BMW zu: Die Zahl der Betriebssysteme ist sehr begrenzt. Bei den Smartphones haben zwei überlebt und bisher ist jeder Versuch für ein drittes Betriebssystem gescheitert, weil die Entwickler nicht mitmachen.

Bei den Autos könnte das ähnlich sein, denn die Zulieferer werden auch nicht jedes OS unterstützen können. Es wird also darauf hinauslaufen, dass man immer mehr selbst entwickelt – was sich ein Konzern wie die Volkswagen AG erlauben kann.

Für Premium-Hersteller wie BMW, Daimler oder Volvo wäre eine Partnerschaft vielleicht gar keine schlechte Idee. Die Gefahr ist nämlich, dass das sonst am Ende ein anderer macht und man diese Kompetenz in Zukunft einkaufen muss.

Eine Branche im Wandel

Die Branche befindet sich im Wandel und das kostet alles sehr viel Geld. Sicher auch ein Grund, warum BMW nun öffentlich diesen Weg einschlägt, da man ganz anders als die Volkswagen AG aufgestellt ist und das nicht stemmen kann.

Ich bin jedenfalls gespannt, wie sich das entwickelt und ich kann mir auch gut vorstellen, dass Google immer mehr Bereiche im Auto steuern möchte. Ziel ist es immerhin in die Autos zu kommen und die Hersteller davon zu überzeugen.

Doch wenn man es realistisch betrachtet, dann ist der Zug für sowas wie ein „OS aus Deutschland“, bei dem BMW, Daimler und VW die Basis gemeinsam entwickeln, bereits abgefahren. Mal schauen, ob es Reaktionen auf die Aussage von BMW geben wird. Die Software spielt auf der IAA 2021 nämlich auch eine große Rolle.

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  1. XShocker22 sagt:

    Unsere hippen deutschen Hersteller hätten sich ja bei Automotive Grade Linux bedienen können, wollten sie jedoch nicht.

    https://www.heise.de/hintergrund/Open-Source-im-Auto-Automotive-Grade-Linux-als-Google-Alternative-5074121.html

  2. Paul sagt:

    BMW macht momentan vieles falsch, in meinen Augen.
    Angefangen bei der e-Monilität und auch bei der Software. In beiden Punkten waren die vor ein paar Jahren ganz oben, doch heute eher angeschlagen.
    Klar würden die ein gemeinsames OS begrüßen, würde eine Menge Entwicklungskosten einsparen. Mal schauen was die Zukunft bringt.

  3. René H. sagt:

    Aktuell entwickeln viele OEMs (bzw. deren Zulieferer) HMI-Betriebssysteme basierend auf Linux und Android (AOSP oder Google). Dazu kommt ein Echtzeit-OS (z.B. QNX) für die Fahrzeuganbindung. Es wäre natürlich ein Vorteil, wenn sich für die nächsten Jahre ein paar wenige Ansätze etablieren würden und nicht jeder das Rad neu erfindet.

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