• E-Mobilität: VW, Daimler und BMW fordern Hilfe vom Staat

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    Den deutschen Autobauern rennt die Zeit davon und es gilt den Verbrauch der Autos zu senken, damit man die EU-Klimaziele bis 2021 einhalten kann. Das wird nur mit Elektroautos möglich sein, doch ohne Hilfe vom Staat „werden viele Kunden noch nicht einmal darüber nachdenken, ein E-Fahrzeug zu kaufen“, da ist sich BMW-Chef Harald Krüger sicher.

    Zusammen mit den anderen Konzernspitzen im Branchenverband VDA wird nun ein Eckpunktepapier ausgearbeitet, welches bis Ende Mai der Politik vorgelegt werden soll. Um bis 2030 gut 7 Millionen Elektroautos auf die Straße zu bekommen, seien „Kaufprämien und Steuererleichterungen in Milliardenhöhe nötig“.

    Die Politik könnte auf die Interessen der Autohersteller eingehen, doch das muss dann „noch einmal diskutiert“ werden. Die Verkehrswende soll also von der Allgemeinheit mitzufinanzieren werden, so die Automanager. Wichtig ist dabei auch die Förderung von Ladestationen auf den Straßen, am Arbeitsplatz, vor Supermärkten und in privaten Garagen.

    Insgesamt verlangen die Experten bis 2030 insgesamt 8,4 Millionen Ladepunkte, die meisten davon in Privatgaragen, 600.000 im öffentlichen Raum, eine Million an den Arbeitsstätten sowie 10.000 Schnellladestationen vorwiegend an Autobahnraststätten. Allein der Bund müsse pro Jahr 40.000 Ladestellen aufbauen. Kostenpunkt allein für das Ladenetz: 11,9 Milliarden Euro bis 2030.

    Das Problem: Zu viele Ladestationen für den privaten Sektor und zu wenige Ladestationen für den öffentlichen Raum. Die politische Förderung sei auch notwendig, weil E-Autos teurer als Verbrenner bleiben werden und um hier niemanden auszuschließen, muss der Bund tätig werden.

    Hinzu kommt die Forderung nach günstigen Strompreisen, ganz nach dem Vorbild Norwegen, wo es hohe Prämien und kostenlosen Strom für E-Autos gibt.

    Nicht ganz so einig sind sich die Hersteller bei der Technologie. Während VW voll auf Elektroantrieb geht, bezeichnet sich BMW eher als „Technikoffen“. Es kann ja auch sein, dass sich Wasserstoffantrieb oder die Brennstoffzelle in ein paar Jahren durchsetzen. Den Herstellern drohen jedenfalls hohe Strafzahlungen auf EU-Ebene, wenn sie ihre Flotte bis Ende 2020 nicht optimieren.

    Klingt für mich ehrlich gesagt auch ein bisschen nach: Gut, wir haben das lange Zeit ignoriert und nun sind viele Jobs und sogar Unternehmen bedroht, jetzt soll doch bitte die Politik helfen, die ja im Fall von VW auch noch an einem Autohersteller beteiligt ist. Dabei soll ignoriert werden, dass man viele Jahre (voraussichtlich) gelogen hat, am Wochenende machte Daimler mit Schummel-Software die Runde. Die Branche hat ihren Ruf komplett verspielt.

    Persönliche Sichtweise: Verdient hätten sie es nicht. Aber auf der anderen Seite gibt es da auch den Wirtschaftsstandort Deutschland und die Umwelt und beide würden von einer Förderung der Elektromobilität profitieren. Es darf aber nicht sein, dass die deutschen Hersteller ohne ein blaues Auge davon kommen und der Staat am Ende einfach nur eine Finanzspritze gibt.

    Da benötigt es ein Konzept, mit dem das Geld am Ende auch wieder zurückfließt und die Gewinnoptimierung der Hersteller in den Hintergrund rückt.

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