The Masked Singer: Wie sich ProSieben den Rekord schön rechnet

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Gestern lief das Finale von „The Masked Singer“ bei ProSieben und wenn ich das richtig mitbekommen habe, dann ist das seit langer Zeit mal wieder eine richtig erfolgreiche Show für den Sender. Dementsprechend gespannt waren viele auf die Quoten und hier feierte man gestern wohl über 10 Millionen Zuschauer.

The Masked Singer auf Tatort-Niveau?

Klingt doch gut, damit ist man auf dem Niveau von einem Tatort und kann mit dem Rekordwert bei den Medienpartnern hausieren gehen. 2020 soll eine weitere Staffel kommen und da dürfte man dann sicher bald die Werbegelder für die Pausen verhandeln. Mit so einem Rekord gibt es doch sicher einen Bonus?

Allerdings gab es auch andere Meldungen am Morgen. Wie DWDL berichtet lag der Wert von den „offiziellen Quotencharts“ bei 5,34 Millionen Zuschauern. Hat ProSieben diesen Wert also einfach mal verdoppelt? Nicht ganz, denn die Sender gehen mittlerweile dazu über eine „optimistische“ Zahl zu nennen.

Bei der AGF wird ein durchschnittlicher Wert errechnet. Schaut man also nur ein paar Minuten oder eine Stunde bei einer abendfüllenden Show zu, dann ist man auch kein vollwertiger Zuschauer. Klingt logisch. ProSieben nutzte heute aber die „neue“ Zählweise und die kann man eigentlich ignorieren.

ProSieben nutzt den Netflix-Trick

Jeder, der eine Minute zugeschaut hat, wird als Zuschauer gewertet. Quasi wie ein View bei YouTube. So einen Trick nutzen übrigens auch Anbieter wie Netflix, die in den Jahrescharts 2019 damit ihre eigenen Inhalte pushen wollten. Das sagt nichts darüber aus, wie viele Menschen einen Inhalt aktiv und lange gesehen haben.

Bedenkt man jetzt noch wie lächerlich klein die Panelgruppe bei der Berechnung der Einschaltquoten im Free TV ist, dann würde ich rein subjektiv behaupten, dass diese Zahlen einem Ratespiel ähneln. Unglaublich, dass Unternehmen auf Basis dieser Zahlen in der heutigen Zeit wirklich noch Werbung buchen.

ProSieben spricht von einem „gigantischen“ Marktanteil von 36,9 Prozent in der relevanten Zielgruppe (14-49 Jahre). Aber selbst wenn man gestern einen Rekord feierte, so würde ich jede Wette eingehen, dass der „reale Wert“ (Zuschauer, die sich die Show für 2+ Stunden angeschaut haben) deutlich geringer ist.

Schaut noch jemand Werbung im TV?

Bedenkt man dann noch, dass in der heutigen Zeit vermutlich niemand bei der Werbung aufpasst und sich sein Smartphone oder Tablet schnappt, dann bin ich immer wieder erstaunt, wie viel Geld die Unternehmen in diese Werbespots noch stecken, wenn es deutlich attraktivere Methoden im Jahr 2020 gibt.

Aber hey, solange die Werbeindustrie das mitmacht und ProSieben für diesen Rekord gefeiert wird, ist alles gut. Ich persönlich wäre bei diesen Zahlen aber sehr skeptisch und würde mir in der heutigen Zeit lieber die realen Werte von YouTube, Instagram und Co. anzeigen lassen und dort meine Werbung gezielt buchen.

Es geht los: Kinobetreiber vs. Universal

Kino Cinema

Wie würde man als Meme so schön sagen: That escalated quickly. Doch fangen wir von vorne an: Zu Beginn der Corona-Krise war Universal der erste Anbieter, der den Versuch wagte, geplante Kinofilme als Stream bei iTunes und Co. anzubieten. Gestern…29. April 2020 JETZT LESEN →

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